Weniger Stellenkürzungen bei TUIfly

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.08.2021


Bei TUIfly werden doch weniger Stellen abgebaut als zunächst gedacht. Arbeitnehmer-Vertreter und Unternehmen erzielten einen Kompromiss. Die Zahl der Flugzeuge soll auf 22 sinken. Zudem sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Eine Garantie dafür gab es aber nicht. Schon länger diskutieren die Unternehmensführung und Arbeitnehmer-Vertreter über den Sparkurs der Airline.

[wsam-cta

Verhandlungen seit Wochen

TUIfly und die Gewerkschaften verhandelten schon seit Wochen. Bei einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats in der letzten Woche wurde nun beschlossen, dass die Zahl der Maschinen nicht wie zuletzt geplant von 35 auf 17 sinken soll, sondern nur auf 22. Damit wird mehr Personal gebraucht. Nun sollen etwa 200 mehr Arbeitsplätze bei Piloten und Kabinenpersonal erhalten bleiben.

Laut Tuifly-Chef Oliver Lackmann sollen 370 Pilotinnen und Piloten sowie 830 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Kabinenpersonal weiter beschäftigt werden. Dies ist jedoch deutlich weniger Personal als vor der Corona-Pandemie. Die Gewerkschaften hatten zuvor die Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen gefordert. Eine Garantie, dass es nicht zu einer größeren Entlassungswelle kommt, gab es allerdings nicht.

Die Gewerkschaft ver.di sagte, dass betroffenen Kabinen-Mitarbeiter und Mitarbeiter am Boden zusätzliche Freiwilligen-Programme angeboten bekommen sollen. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Boden kommen auch Wechsel in eine Transfergesellschaft infrage. Zudem sollen Vergütungsbestandteile wie Spesen oder Provisionen, zum Teil auch bei der Altersvorsorge, reduziert werden.

Weniger Stellenkürzungen bei TUIfly

Auf mehr Flexibilität einstellen

Aktiendepot.com Icon MustervorlageDarüber hinaus müssen sich die Beschäftigten auf mehr Eingriffsmöglichkeiten und Flexibilität bei Arbeitszeiten und Schichten einstellen. Einige Aspekte des nun ausgehandelten Kompromisses waren schon zuvor im Gespräch. Der erste Entwurf wurde jedoch aufgrund von weiter bestehenden Kündigungsmöglichkeiten abgelehnt. TUI will insgesamt 8.000 Stellen streichen. Bei 5.000 Stellen, vor allem im Ausland, ist dies schon beschlossene Sache.

TUI und TUIfly kommen wohl nicht um große Einsparungen herum. Das Unternehmen muss aber auch in die Digitalisierung investieren. Konzernchef Fritz Joussen hatte bereits vor der Corona-Pandemie einen Umbau des Unternehmens verkündet. So wird beispielsweise schon länger über den Umgang mit Überkapazitäten bei Flugzeugen diskutiert, die vor allem im Winter, wenn weniger Menschen reisen, eine Rolle spielen.

Im Sommer verkündete TUIfly, dass bald nur noch 17 Flugzeuge in die Luft gehen sollen. Seitdem wurden zudem in vielen Arbeitsbereichen Stellen abgebaut. Die Pilotengewerkschaft VC kritisierte schon damals, dass der geplante Abbau zu stark sei. Die Airline müsse wieder mehr Flugzeuge auslasten können, wenn die Nachfrage wieder steigt.

[wsam-cta

Unmut unter Beschäftigten

Im letzten Juni demonstrierten Beschäftigte in Hannover. Der Unmut aufgrund der steigenden Unsicherheit stieg. Dazu kamen Meinungsverschiedenheiten zwischen einzelnen Berufsgruppen. Die Gewerkschaft VC bestand beispielsweise weiter darauf, dass es bei Piloten nur dann weiter Kurzarbeit geben könne, wenn der Kündigungsschutz fortgesetzt werde. Dies stieß bei anderen Gruppen auf Unverständnis. TUI-Betriebsratschef Frank Jakobi kritisierte daraufhin die Sichtweise der Piloten und erhielt dafür seinerseits Kritik.

Laut der Pilotengewerkschaft PC mussten zahlreiche Zugeständnisse gemacht werden, beispielsweise mit Blick auf Zulagen und die betriebliche Altersvorsorge. Dazu kommen Veränderungen im Manteltarifvertrag, beispielsweise bei Nachtflugregelungen. Zudem habe sich die Geschäftsführung von TUIfly nicht darauf eingelassen, die Kürzungen erneut zu verhandeln, wenn sich die wirtschaftliche Situation verbessert hat.

Die Piloten forderten eine Fortsetzung des Kündigungsschutzes über das Jahr 2021 hinaus. Im Herbst gab es daher Verhandlungen über einen Krisenbeitrag der Piloten zur Umstrukturierung der Airline. Die Regelungen zur Kurzarbeit für das Cockpit-Personal endete Ende November. Im Januar verständigten sich beide Seiten dann auf einen Meditationsprozess.

Tui Stellenabbau

Einbruch im Jahr 2020

Aktiendepot.com Icon KündigungKritiker des Sparkurses bemängeln, dass TUIfly nach der Erholung am Markt nach der Pandemie Flugzeuge fehlen könnten und nur als Marke fortgeführt werden könnte. Das Management versicherte jedoch, dass man an einer stabilen Winterflotte festhalten will. Stattdessen werden vor allem am Boden Kürzungen vorgenommen.

Nachdem im Frühjahr die Nachfrage nach Reisen einbrach, geriet TUI in massive Schwierigkeiten und musste durch den Bund und private Kapitalgeber unterstützt werden. Im Januar wurde eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Millionen Euro durchgeführt. Zuvor kamen aus Rettungspaketen unter anderem über Darlehen, Garantien und Anleihen bereits 4,8 Milliarden Euro an Hilfen zusammen. Der Bund kann nun bis zu einem Viertel der Vermögensanteile an TUI halten. Der Einstieg des Staates ist mit der Nominierung von zwei Kontrolleurinnen im Aufsichtsrat verbunden. Dabei handelt es sich um Janina Kugel, die ehemalige Personalchefin bei Siemens, und Jutta Dönges, die Co-Geschäftsführerin der Finanzagentur des Bundes.

[wsam-cta

Tochtergesellschaft von TUI

TUIfly hat seinen Sitz in Langenhagen und seine Basis auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen. Die Airline ist eine Tochtergesellschaft des Touristikkonzerns TUI und Teil des Konzernverbundes TUI Airlines. Seit 2005 wurden die Ferienflieger von TUI unter der Dachmarke TUIfly zusammengefasst. Ab Januar wurde die beiden vorherigen Marken Hapagfly und Hapag-Lloyd Express endgültig durch TUIfly ersetzt. Die Hapag-Lloyd Fluggesellschaft mbH wurde 2010 offiziell in TUIfly GmbH umbenannt. Damit war TUIfly nicht mehr nur eine Marke, sondern auch der offizielle Name der Airline.

Im Zuge der Einsparungen, die durch die Corona-Pandemie nötig werden, wird TUIfly auch mehrere seiner bisher elf Basen in Deutschland, darunter Köln, Bremen und Münster-Osnabrück, schließen. Zudem war im Gespräch, die Pläne für Langstreckenflüge zu überarbeiten. Zeitweise ging man davon aus, dass erst im Winter 2021/22 wieder Langstreckenflüge ab Düsseldorf starten können. TUIfly bediente vor allem touristische Ziele im Mittelmeerraum und seit November auch Langstreckenflüge in die Dominikanische Republik oder nach Mexiko.

 Stellenabbau bei TUIfly

Frachtflüge als Lichtblick

Aktiendepot.com Icon ErfahrungenEinziger Lichtblick für die Luftfahrtbranche waren zuletzt Frachtaufträge. Auch TUIfly engagierte sich in diesem Bereich, um zumindest einen Teil der weggebrochenen Einnahmen auszugleichen. Laut dem internationalen Airline-Verband IATA haben Airlines zuletzt ihre Kapazitäten für Frachtmaschinen um 20 Prozent erhöht. Die Nachfrage ist allerdings weitaus höher, was sich auch in den Cargo-Raten zeigt, die weiter hoch sind. Normalerweise wird etwas die Hälfte der Luftfracht als Beiladung von normalen Passagierflügen transportiert. Diese Möglichkeit ist allerdings weiter nicht in normalem Umfang möglich.

Für Airlines lohnt sich daher derzeit eine Umstellung. Es entsteht nicht nur eine Einnahmequelle, sondern die Flugzeuge können auch genutzt werden. Jede Maschine, die ungenutzt am Boden steht, bedeutet für die Airlines hohe Kosten, denn beispielsweise Wartungsarbeiten sind weiter notwendig. Bei Piloten besteht die Gefahr, dass sie ihre Lizenzen verlieren, wenn sie länger nicht fliegen. Frachtflüge sind daher sinnvoller als Simulator-Trainings.

TUI hat daher zuletzt seine Frachtangebote erweitert und arbeitet mit Cargo-Vermittlern zusammen.  TUI hatte bereits im Frühjahr über 20 Maschinen eingesetzt, um Schutzmasken nach Deutschland zu transportieren. In den letzten Wochen flogen die Flugzeuge vor allem in die USA, nach Mexiko oder nach Argentinien, um dort Bauteile für Auto- und Maschinenbauer abzuholen.

[wsam-cta

Aktien vieler Branchen bei XTB

XTB bietet Aktien vieler internationaler Börsen und Branchen an, die bis zu einer Summe von 100.000 Euro im Monat ohne Kommissionen gehandelt werden können. Der Handel erfolgt über die xStation 5, die hauseigene Plattform des Brokers, die regelmäßig weiterentwickelt wird. Eine Alternative zum direkten Aktienhandel sind bei XTB CFDs auf Aktien.

Der Broker hat seinen Sitz in Polen und hat in den letzten Jahren Büros in verschiedenen Ländern, darunter auch Deutschland, aufgebaut. Die Mitarbeiter in Frankfurt am Main sind seit 2008 unter anderem für den Kundenservice verantwortlich. Daher sind mehrere Finanzaufsichtsbehörden für XTB zuständig. Seit 2007 ist XTB Mitglied der Warschauer Börse und seit 2016 selbst dort notiert.

Trader finden bei XTB auch kostenlose Echtzeitkurse der angebotenen Börsen. Darüber hinaus finden sie umfangreiche Analysetools und Marktnachrichten. Die Experten von XTB stellen regelmäßig sehr genaue Marktanalysen zusammen und wenden sich in Webinaren an die Kunden des Brokers. Das gesamte Angebot kann auch über ein Demokonto getestet werden.

Geringerer Stellenabbau bei TUIfly

Fazit: Weniger Stellenabbau bei TUIfly

Aktiendepot.com Icon FazitGewerkschaften und die Unternehmensleitung von TUIfly haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Die Flotte der Airline wird lediglich von 35 auf 22 statt wie bisher geplant auf 17 Flugzeuge zurückgefahren. So können wohl 200 Jobs als bisher gedacht erhalten bleiben. Die Airline muss jedoch weiter starke Einsparungen vornehmen. aber nicht nur TUIfly hat unter der Corona-Pandemie zu leiden, sämtliche europäische Airlines befinden sich weiter in der Krise.

Aktien vieler Branchen sind bei XTB handelbar. Alternativ zum Handel mit echten Aktien können sich Trader auch für den CFD-Handel entscheiden. Von den angebotenen Börsen finden Trader auch kostenlose Echtzeitkurse. Dazu kommen Analysetools und zahlreiche Marktnachrichten. Aktuelle Informationen werden auch in den Webinaren des Brokers vermittelt.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com