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Mit der Fundamentalanalyse die besten Aktien finden – so geht’s!

„Achte auf die fundamentalen Daten", rät der erfahrene Händler Lou dem jungen Bud Fox in Oliver Stones legendärem Film „Wall Street". Leider setzt dessen Chef Gordon Gecko eher auf Insiderinformationen, ganz im Gegensatz zu einer realen Investmentlegende, dem Amerikaner Warren Buffett. Dessen Value Investing Strategie ist nämlich ohne die Fundamentalanalyse nicht denkbar. Was wie funktioniert die eigentlich?

Fundamentalanalyse bei Aktien

Die Börse ist kein Kasino. Stattdessen stehen bei der Fundamentalanalyse volks- und betriebswirtschaftliche Daten im Mittelpunkt. Foto: Weisserstier, bezogen über Flickr

Fundamentalanalyse bei Aktien

  • Künftige Gewinne im Fokus
  • Betriebs- und volkswirtschaftliche Daten analysieren
  • Auch „weiche" Faktoren sind wichtig
  • Ergebnisse müssen interpretiert werden

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Was ist die Fundamentaldatenanalyse?

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Hinter der Fundamentaldatenanalyse steht die Philosophie, dass nur langfristig gesunde Unternehmen auch Kurssteigerungen und hohe Dividenden bieten können. Zwar können Unternehmen aufgrund von Moden kurzzeitig überbewertet sein, langfristig aber kann sich der Aktienkurs nicht vom „wahren" Wert des Unternehmens abkoppeln.

Deshalb versucht die Fundamentanalyse diesen „wahren Wert" zu ermitteln. Dazu werden betriebs- und volkswirtschaftliche Daten analysiert. Das unterscheidet die Fundamentalanalyse von der Technischen Analyse, bei der ausschließlich Börsendaten wie Kurse untersucht werden. Die Kurse spielen natürlich trotzdem eine Rolle, denn gute Zukunftsaussichten sind wenig wert, wenn man für die Aktie unverhältnismäßig viel bezahlen muss.

Für kurzfristige Investitionen wie beim Daytrading, beim CFD-Handel eignet sich die Fundamentalanalyse aber nur eingeschränkt. Denn mitunter kann es lange dauern, bis sich ein hoher „innerer Wert" einer unterbewerteten Aktie auch in einem hohen Börsenwert niederschlägt, deshalb nutzen viele Investoren hier lieber die Technische Analyse.

[/infobox]Die Fundamentaldatenanalyse soll den inneren Wert eines Unternehmens ermitteln, also die Aussicht auf weitere Gewinne. Ist der niedriger als der Börsenwert, hat die Aktie oft Zukunftspotential.[/infobox]

Die Eigenkapitalquote

geldscheineDie Eigenkapitalquote ist ein sehr einfacher Faktor, der vor allem Auskunft über die Stabiliät eines Unternehmens gibt. Sie ist der Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital, die Differenz zu 100 ist das Fremdkapital, also Schulden, beispielsweise in Form von Bankkrediten oder Anleihen. Ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 100 Millionen Euro und einem Eigenkapital von 60 Millionen hat beispielsweise eine Eigenkapitalquote von 60 Prozent.

Eine hohe Eigenkapitalquote ist positiv, weil sie das Unternehmen stabiler macht. Auf Fremdkapital müssen auch in schwierigen Zeiten Zinsen gezahlt werden und wenn die Darlehen irgendwann zurück gezahlt werden müssen, lassen sie sich womöglich nicht mehr oder nur teuer refinanzieren. Außerdem ist ein Unternehmen insolvent, wenn das Eigenkapital aufgezehrt ist. Auch in wirtschaftlich guten Zeiten lohnt sich eine niedrige Eigenkapitalquote, denn das Unternehmen findet dann leichter und günstiger Kreditgeber.

Das heißt nicht, dass eine Finanzierung von neuen Vorhaben über Kredit schlecht sein muss. Denn die Finanzierung über mehr Eigenkapital, also die Ausgabe neuer Aktien, senkt den Anteil der bisherigen Aktieninhaber. Trotzdem sollten Unternehmen nach einer Faustregel mindestens eine Eigenkapitalquote von einem Drittel (33 Prozent) haben.

Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals an der gesamten Bilanzsumme an. Sie sollte bei mindestens einem Drittel liegen.

Kurs-Gewinn und Kurs-Cashflow-Verhältnis

wechselEin hoher Eigenkapitalanteil und hohe Gewinne, dass alles ist keine Garantie für Kurssteigerungen, wenn die Kurse bereits hoch sind. Das zeigt sich immer wieder, wenn die Börse auf die Ankündigung von Rekordgewinnen eines Unternehmens mit Kursverlusten reagiert. Die Anleger hatten dann mit höheren Gewinnen gerechnet und die bereits in den Kurs eingepreist.

Eine einfache Kennzahl um zu prüfen, ob ein Aktienkurs in seiner Höhe gerechtfertigt ist, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es gibt an, wie viele Male der Aktienkurs höher ist als der Gewinn. Liegt der Kurs bei 45,55 Euro und der Gewinn je Aktie bei 1,21 Euro, ergibt sie ein KGV von 45,55/1,21 = 37,6. Je niedriger das KGV, desto billiger ist die Aktie.

In eine ähnliche Richtung zielt das Kurs-Cashflow-Verhältnis. Dabei wird statt des Gewinns das Cashflow in den Zähler gesetzt. Das gibt denn Gewinn vor Abschreibung und Rückstellungen an. Oft wird das Cashflow berechnet indem man den Gewinn heranzieht und dazu die Abschreibungen und Rückstellungen addiert. Die Idee dahinter ist, dass für Abschreibungen kein Geld fließt, es handelt sich um eine buchhalterische Rechnung, mit der beispielsweise der Wertverlust der Maschinen ausgedrückt werden soll. Das Geld steht aber dennoch zur Verfügung, um damit beispielsweise neu zu investieren. Bei einem gleich hohen KGV hat das Unternehmen mit dem niedrigern Kurs-Cashflow-Verhältnis mehr finanziellen Spielraum.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen hat Einnahmen von 70 Millionen Euro und zahlungswirksame Ausgaben von 50 Millionen, beispielsweise für Löhne, Vorprodukte, Zinsen und Steuern. Gleichzeitig müssen wegen eines Prozesses 5 Millionen zurückgesellt und 10 Millionen als Wertverlust des Maschinenparks abgeschrieben werden. Es bleibt ein Gewinn von 5 Millionen Euro. Dann lässt sich der Cashflow entweder direkt berechnen, indem man von den Einnahmen die zahlungswirksamen Ausgaben abzieht, er liegt also bei 20 Millionen. Oft ist es in der Praxis aber einfacher, den Gewinn (hier fünf Millionen) zu betrachten und die (zuvor abgezogenen) Abschreibungen und Rückstellungen (15 Millionen) wieder zu addieren.

Vor allem bei Unternehmen, die keinen Gewinn machen, wird statt des KGV auch oft das Kurs-Umsatz-Verhältnis herangezogen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt an, wie viele Mal höher der Aktienkurs als der Gewinn je Aktie liegt. Beim Kurs-Cashflow-Verhältnis wird stattdessen der Cashflow betrachtet. Bei beiden Werten ist eine niedrige Zahl positiv.

Kapitalrendite

Betrachtet werden auch zwei Arten der Kapitalrendite. Die Eigenkapitalrendite gibt an, in welchen Verhältnis der Gewinn zum Eigenkapital steht. Macht eine Firma 10 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von 100 Millionen Gewinn, liegt die Eigenkapitalrentabiliät bei 10 Prozent. Vereinfacht gesagt wird hier die Rendite der Aktionäre betrachtet.

Etwas weiter geht man bei der Gesamtkapitalrendite. Hier werden die Gewinne plus die gezahlten Zinsen ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt, also Eigen- plus Fremdkapital. Gehen wir aus, dass unsere Firma fünf Millionen Euro Zinsen zahlte und 200 Millionen Fremdkapital aufgenommen hat, liegt die Gesamtkapitalrendite bei (10 Millionen + 5 Millionen)/(100 Million + 200 Millionen), also 5 Prozent. Die Gesamtkapitalrendite ist vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, ob das Unternehmen sein Kapital effizient einsetzt oder eine hohe Eigenkapitalrendite nur aufgrund des hohen Einsatzes von Fremdkapital erreicht.

Grundsätzlich ist eine hohe Eigenkapitalrendite gut. Im Regelfall liegt die Gesamtkapitalrendite unter der Eigenkapitalrendite, da die Aktionäre ein höheres Risiko tragen.

Die Kapitalrendite gibt an, wie effizient das Unternehmen das eingesetzte Kapital verwaltet.
Volkswirtschaftliche Daten spielen bei der Fundamentalanalyse eine große Rolle

Auch volkswirtschaftliche Daten spielen eine Rolle bei der Fundamentalanalyse, beispielsweise solche zum Arbeitsmarkt. Foto: Bundesagentur für Arbeit

Volkswirtschaftliche Betrachtungen

Aber nicht nur betriebswirtschaftliche Betrachtungen spielen eine Rolle, sondern auch volkswirtschaftliche. Das gilt natürlich besonders, wenn man statt in ein Einzelunternehmen in einen Index investiert, etwa über einen börsengehandelten Indexfonds (passiver ETF). Wer beispielsweise einen ETF auf den Dow Jones Index kauft, sollte sich über die wirtschaftliche Entwicklung der USA Gedanken machen, auch wenn viele US-Unternehmen sehr international aufgestellt sind.

Auch für den Kauf von Aktien sollten volkswirtschaftliche Überlegungen aber eine Rolle spielen. Steht womöglich eine Rezession bevor, trifft das auch den Aktienmarkt. Bekannte volkswirtschaftliche Indikatoren sind beispielsweise die US-Arbeitsmarktzahlen, der ifo-Index oder Wachstumsprognosen.

Grenzen der Fundamentalanalyse

Vergessen sollten Anleger nicht, dass Daten zur Gegenwart nur bedingt einen Blick in die Zukunft erlauben. Google-Aktien müssen nicht zwangsläufig eine schlechtere Wahl sein als IBM-Papiere, wenn das KGV höher ist. Womöglich sehen die Anleger für den Suchmaschinengiganten ein höheres Wachstum in der Zukunft. Anleger müssen also nicht nur Daten vergleichen, sondern auch interpretieren. Aber das macht teilweise auch den Reiz dieser Analyse aus.

Auch „weiche Faktoren" sollte man nicht unterschätzten, beispielsweise die Qualität des Managements. Selbst ethische Faktoren spielen eine Rolle. Unabhängig vom moralischen Standpunkt haben Analysen gezeigt, dass Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftspraktiken oft eine nur unterdurchschnittliche Rendite erzielen, weil sie langfristig durch Kundenproteste oder staatliche Strafen viel Geld verlieren.

Ein hohes KGV oder eine niedrige Eigenkapitalquote können vertretbar sein, wenn die Zukunftsaussichten gut sind.

Fazit zur Fundamentalanalyse bei Aktien

Beim langfristigen Investieren führt an der Fundamentalanalyse fast kein Weg vorbei. Wem das zu aufwendig ist, der kann sich bei der Geldanlage entweder von Profis unterstützen lassen oder sein Kapital durch den Kauf von ETFs breit streuen.

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