Wann werden in den USA die Leitzinsen erhöht?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.04.2020


Während die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen weiterhin weit geöffnet hat – laut ihrem Programm kauft sie derzeit monatlich für rund 60 Mrd. Euro (Staats-)Anleihen, sieht es in den USA etwas anders aus.

[biginfobox textcolor=“#ffffff“ title=“Das Anleihenkaufprogramm der EZB“]Die EZB kauft seit Anfang März jeden Monat Anleihen – in erster Linie (ca. 80%) Staatsanleihen der Mitgliedsländer der Mitgliedsländer. Das Kaufvolumen soll bei 60 Mrd. Euro pro Monat liegen – das Programm soll bis Ende September 2016 laufen. Mindestens. Das Gesamtvolumen des Programms würde dann bei gut 1,1 Billionen (!) Euro liegen. Auf Staatsanleihen würden dann dem Plan zufolge über 900 Mrd. Euro entfallen. [/biginfobox]

In den USA hingegen hat die Zentralbank US Federal Reserve (= „Fed“) schon angekündigt, dass sie plant, als nächstes die Leitzinsen zu erhöhen.

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Hinweise im letzten Protokoll der Offenmarktausschuss-Sitzung

Wann, ist derzeit noch offen. Hinweise darauf geben können die Protokolle der Notenbank- bzw. Offenmarktausschuss-Sitzungen. Und da konnte im Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses gelesen werden, dass die Teilnehmer der Sitzung keineswegs einig waren im Hinblick auf den Zeitpunkt der Zinserhöhung.

Einige der Teilnehmer plädierten dem Protokoll zufolge für eine erste Zinserhöhung im Juni – andere waren für einen späteren Zeitpunkt. Der erste Schritt soll aber laut Mehrheit jedenfalls dieses Jahr erfolgen. Einige hingegen waren dafür, sogar erst 2016 das erste Mal die Zinsen anzuheben.

Die Fed weiß es vielleicht selber noch nicht!

Meine Einschätzung: Offensichtlich wissen es die Entscheidungsträger in ihrer Mehrheit selber noch nicht so genau. Dann wird wahrscheinlich viel davon abhängen, wie die US-Konjunkturdaten vor der jeweiligen Sitzung ausgefallen sind.

Der Konsens der meisten Marktbeobachter scheint sich jedenfalls derzeit dahin zu verschieben, dass die erste Zinserhöhung in den USA erst im September (und nicht im Juni) kommen wird.

Einen großen Unterschied für die gesamtwirtschaftliche Lage wird das wohl kaum machen…zumal wir wahrscheinlich von einem „kleinen“ Zinsschritt von 25 Basispunkten sprechen.

US-Leitzinsen historisch eingeordnet

Um das einzuordnen: Mit aktuell 0 bis 0,25% liegt der US-Leitzins wirklich auf einem historischen Tiefststand. Noch Anfang der 1990er lag der US-Leitzins bei 8%, um dann in einer Rezession auf 3,0% zu fallen. Noch 2007 lagen wir bei über 5%. Nach der Finanzkrise der folgenden Jahre ging es dann nur noch „bergab“ mit der Höhe des US-Leitzinses. Sinkende Zinsen sollten das Allheilmittel sein. Als es nicht reichte, wurde eben noch mehr gesenkt. Das Resultat ist das, was wir derzeit sehen: 0 bis 0,25% Leitzinsen.

Juni oder September, darauf wird es voraussichtlich hinauslaufen im Hinblick auf den Termin der nächsten Zinserhöhung, welche den Trend der „Zinssenkungen“ damit umkehren sollte.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.