Header
Header

Übernahmepoker um KUKA

Übernahmepoker um KUKA

Wie geht es weiter mit dem traditionsreichen deutschen Maschinenbauer KUKA, der insbesondere für seine Roboterfertigung bekannt ist? Der chinesische Midea-Konzern hatte Mitte Mai bekanntgegeben, 115 Euro je KUKA-Aktie zu bieten. Daraufhin war der Kurs des Papiers nach oben geschossen, blieb allerdings mit rund 105 bis 110 Euro etwas unter der Höhe des Gebots. Da zeigte sich die Unsicherheit mancher Investoren, ob Midea mit dem Angebot wirklich erfolgreich sein wird. Und in der Tat: Es gab kräftigen Gegenwind für die Chinesen. Hier der Blick auf die Details:

KUKA: Angebot von 115 Euro je Aktie liegt auf dem Tisch

Als das Angebot des Midea-Konzerns bekannt wurde, rührte sich von Seiten des KUKA-Managements kein Widerstand. Und warum auch? Der Kurs der Aktie stand zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Übernahmepläne bei unter 90 Euro. Ein Gebot von 115 Euro sah da attraktiv aus. Und im Sinne der Aktionäre sind natürlich Kursgewinne – und denen sieht sich das KUKA-Management offensichtlich verpflichtet. Hoffentlich nicht nur – denn zu einem Unternehmen gehören nicht nur die Aktionäre, sondern natürlich auch die Mitarbeiter(innen). Jedenfalls hat das KUKA-Management in der Vergangenheit einen ausgezeichneten Eindruck auf mich gemacht. Konkret:

KUKA: Till Reuter als bewährter CEO

KUKA-Chef Till Reuter hatte z.B. mit der Übernahme von Swisslog überzeugende Management-Qualitäten bewiesen. Und Till Reuter ist kein Unbekannter: Er hatte 2014 die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“ (Sauren Golden Awards 2014) erhalten. Doch wie ist nun der Stand der Dinge beim aktuellen Übernahmepoker? Denn von Seiten der Politik gab es Widerstand gegen die Übernahmepläne des Midea-Konzerns für KUKA. Denn die Robotertechnik kann durchaus als strategisch wichtig bezeichnet werden. Da wäre es wünschenswert, dass sensitive Technologien in europäischer Hand bleiben, so argumentierten einige Politiker auf deutscher und auch EU-Ebene.

Weiter zu DEGIRO: www.degiro.de

Kauft der Midea-Konzern 49% der KUKA-Aktien?

Die Thematik soll sogar bei der China-Reise der deutschen Bundeskanzlerin auf der Agenda stehen. Wie auch immer: Midea lenkte ein – bzw. versuchte, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man sei auch mit 49% an KUKA zufrieden, hieß es. Ist das nur Taktik? Wenn der Wind sich gelegt hat, kann man später immer noch die Mehrheit übernehmen! Oder wären für Midea die 49% dauerhaft erstrebenswert? Vor Bekanntwerden des Übernahmeangebots hielt hält Midea ungefähr 13,5% an KUKA. Und es könnte praktische Probleme geben, wenn es eine Erhöhung auf 49% geben soll. Denn wie kann ein öffentliches Angebot an die KUKA-Aktionäre auf exakt 49% Gesamtanteil begrenzt werden? Die Aktien am freien Markt einsammeln könnte wiederum bei der Höhe der Beteiligung den Kurs explodieren lassen, was angesichts der dann drastisch erhöhten Kosten wohl kaum im Interesse der Midea-Group sein kann.

KUKA: Ankeraktionär Voith 

Und was ist mit Voith? Das schwäbische Unternehmen ist mit 25,1% an KUKA beteiligt und damit das, was einige „Ankeraktionär“ nennen. Wer weiß, vielleicht kommt auch von Voith noch ein Angebot für KUKA? Das würde einige Politiker, die eine „europäische Lösung“ wünschen, wohl durchaus freuen. Doch derzeit gibt es keine diesbezüglichen Signale von Voith. Da ist man mit der Rolle als „Ankeraktionär“ wohl ganz zufrieden. Aber wer weiß? Es bleibt vorerst spannend im Übernahmepoker um KUKA, denn noch ist hier nichts in trockenen Tüchern.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

zum Anbieter DEGIRO

 

0
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.