Skandal bei Wirecard weitet sich aus

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 21.01.2021


Der Bilanzskandal bei Wirecard weitet sich aus. Die Prüfer von EY gehen von Betrug aus und das Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, dass man bei Amtsgericht in München die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen will. Die Wirecard-Aktie brach in der Folge um 80 Prozent ein. Dies ist eines der höchsten Tagesverluste in der Geschichte des DAX.

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Drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung

Als Gründe für die Beantragung des Insolvenzverfahrens wurde eine drohende Zahlungsunfähigkeit sowie Überschuldung genannt. Wirecard prüft auch, ob für Tochtergesellschaften ebenfalls Insolvenzanträge gestellt werden müssen. Seit vor aller Woche bekannt wurde, dass Gelder in Höhe von fast zwei Milliarden Euro wohl nicht existieren, ist Wirecard im Fokus eines handfesten Bilanzskandals.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hatte ihre Zustimmung für den Jahresabschluss 2019 verweigert, weil keine ausreichenden Nachweise für angegebenen Guthaben auf Treuhandkonten auf den Philippinen gefunden werden konnte. Wirecard musste mittlerweile einräumen, dass das Geld wohl nicht existiert. Gegen den ehemaligen Unternehmenschef Markus Braun wurde Haftbefehl erlassen, nach der Zahlung einer Kaution ist er aber wieder auf freiem Fuß.

Weitere Akteure im Fokus der Ermittlungen

Neben Braun stehen auch der Wirecard-Finanzchef in Südostasien sowie ein bis Ende 2019 für Wirecard tätiger Treuhänder im Fokus des Skandals. Auch die Wirtschaftsprüfer von EY gehen mittlerweile von einem Fall von schwerer Kriminalität aus und sprechen von „umfassendem Betrug“, an dem mehrere Parteien in verschiedenen Ländern und Institutionen beteiligt waren.

EY teilte den zuständigen Behörden zudem mit, dass bei der Abschlussprüfung für das letzte Geschäftsjahr gefälschte Saldenbestätigungen und andere gefälschte Unterlagen für die fraglichen Treuhandkonten gefunden wurden. Auch EY, eine der vier größten internationalen Buchprüfungsgesellschaften, steht in der Kritik. Dem Unternehmen, dass auch in den letzten Jahren für die Prüfung der Jahresabschlüsse von Wirecard verantwortlich war, wird vorgeworfen, den Betrug nicht früher entdeckt zu haben.

Wirecard Skandal

Kosten auch für Banken

Wirecard könnte einigen Banken hohe Kosten verursachen, da diese Wirecard Kredite in Höhe von bis zu 1,75 Milliarden Euro gewährt hatten. Unter anderem die Commerzbank und die ING könnten betroffen sein. Die BaFin will vermeiden, dass die Wirecard Bank mit in das Insolvenzverfahren des Mutterkonzerns gezogen wird. Die Aufsichtsbehörde hat bereits einen Sonderbeauftragten für die Bank eingesetzt.

Trotz des sich immer weiter ausdehnenden Skandals wird die Aktie von Wirecard wohl nicht vor September aus dem DAX genommen. Nur wenn Wirecard abgewickelt wird oder der Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird, muss die Deutsche Börse die Aktie sofort aus dem Index herausnehmen. Die Börse prüft jedoch ein Sanktionsverfahren. Auch die Mitgliedschaft im Prime Standard wird Wirecard wohl vorerst nicht verlieren.

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Ausscheiden aus DAX im September denkbar

Fällt die Aktie aber im September bei der turnusmäßigen Überprüfung des Indexes aus dem DAX, könnten Delivery Hero oder Symrise der Nachfolger werden. Dennoch verliert die Wirecard-Aktie massiv und wurde am Donnerstag sogar zwischenzeitlich für eine Stunde vom Handel ausgesetzt. Die Aktie fiel zum ersten Mal seit 2011 auf weniger als zehn Euro. Teilweise fiel die Aktie um über 80 Prozent auf nur noch 2,50 Euro. Zuvor war die Aktie noch 10,70 Euro wert, bevor der Skandal bekannt wurde, lag der Aktienkurs sogar noch bei rund 100 Euro.

Kurz bevor die Aktie im September 2018 in den DAX aufgenommen wurde, erreichte sie Rekordwerte von 199 Euro. Am Donnerstag könnte die Aktie aber mit dem höchsten Tagesverlust eines DAX-Konzerns einen traurigen Rekord aufstellen. Der aktuelle Wert bedeutet damit einen Verlust von 98 Prozent seit Mitte letzter Woche, was ohnehin ein neuer Rekord ist.

Aktienmarkt von Schwankungen geprägt

Der Aktienmarkt ist von zahlreichen Marktschwankungen geprägt. Das Beispiel Wirecard zeigt, wie wichtig es ist, regelmäßig Nachrichten der Unternehmen, dessen Aktien man handelt, zu verfolgen. In der Regel eigenen sich Aktien sehr gut für mittel- und langfristige Anlagen. Anleger können einige Schwankungen oft sehr gut aussitzen. Dies ist bei Wirecard aber wohl nicht mehr der Fall. Viele Anleger haben sich wohl für einen Verkauf ihrer Anlagen entschieden. In der Regel beeinflussen Marktereignissen wie Quartalsberichte oder neue Produkte die Kurse von Aktien. Allerdings ist es auch nicht untypisch, dass Aktienkurse nach negativen Presseberichten fallen.

Dennoch sind Aktien noch immer für viele Anleger attraktiv. Wichtig ist jedoch, einen passenden Broker zu finden, im Idealfall durch einen Brokervergleich. Ein bekannter Name ist XTB. XTB hat sich im Aktienhandel einen Namen gemacht. Kaufen Anleger bei XTB eine Aktie ohne Hebelwirkung, so investieren sie direkt in die Aktie. XTB kauft und hält die Aktie im Namen der Anleger.

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Der Broker bietet auch Orderarten wie Stop Loss und Take Profit, um Verluste zu begrenzen und Gewinne mitzunehmen. Aufträge können rund um die Uhr bearbeitet werden. Letztendlich ist der gesamte Handel rund um die Uhr möglich. Handeln Trader, wenn die Märkte geschlossen sind, wird die Order dann ausgeführt, wenn die Märkte wieder öffnen. Bei der Eröffnung eines Trades wird keine Mindestanlage fällig.

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Im Aktienhandel fällt bei XTB keine Kommission an. Die Kontoeröffnung bei XTB ist kostenlos. Bei Auszahlungen unter 200 Euro muss aber mit Gebühren gerechnet werden. Alle Angebote des Brokers lassen sich über das Demokonto mit 100.000 Euro virtuellem Guthaben austesten.

Aktien Analyse

Fazit: Wirecard weiter in Schwierigkeiten

Der Bilanzskandal bei Wirecard zieht immer weitere Kreise. Der ehemalige Unternehmenschef ist zwar nach der Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß, doch das Unternehmen gab am Donnerstag bekannt, einen Insolvenzantrag zu stellen. Auch die Wirtschaftsprüfer von EY sprechen mittlerweile von Betrug. Allerdings wird der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgeworfen, die Vorgänge bei Wirecard nicht früher erkannt zu haben. Auch wenn die Aktien in den letzten Tagen massiv verloren hat, wird Wirecard wohl erst im September aus dem DAX ausscheiden.

Aktien bleiben dennoch weiterhin eine interessante Anlage. Allerdings ist ein guter Broker Voraussetzung für den Handel. Ein Beispiel ist XTB. Der Anbieter ist mittlerweile auch im Aktienhandel stark aufgestellt und kann viele Aktien ohne Provisionen anbieten. Alternativ können Trader bei XTB auch CFDs auf Aktien handeln.

Bilderquelle: shutterstock.com