K+S: Profiteur von der Beruhigung am Kalimarkt?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 24.06.2020


Rund zwei Jahre ist es her, als die Aktie von K+S kräftig unter die Räder geriet. Damals brach ein Kali-Kartell (von zwei der größten Kali-Anbieter weltweit) zusammen, und die Preise für Kaliumchlorid gerieten daraufhin wie zu erwarten war deutlich unter Druck. Sinkende Preise bei einem der Hauptprodukte – das war natürlich auch für K+S keine gute Nachricht. Der Kurs fiel von über 30 auf unter 20 Euro.

Seitdem hat sich die Lage beruhigt, mit Kaliumchlorid lässt sich doch noch Geld verdienen, ein ruinöser Preiswettkampf ist ausgeblieben. Inzwischen steht die Aktie von K+S wieder deutlich höher – während ich diese Zeilen schreibe notiert die Aktie bei gut 29 Euro. Was sagen die Analysten zu der K+S Aktie?

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Die Einschätzungen der Aktien-Analysten-Gilde sind für die K+S Aktie verhalten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt immerhin rund 4 Euro über dem aktuellen Kurs der Aktie. Und: Gut die Hälfte der Analysten, welche diesen Titel „covern“, empfiehlt den Kauf der K+S Aktie. Das hat natürlich nichts zu bedeuten, ist aber interessant zur Kenntnis zu nehmen. Gut angekommen ist offensichtlich auch, dass K+S mit der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal auch seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr angehoben hat. Konkret:

Sowohl der Umsatz (voriges Geschäftsjahr: 3,82 Mrd. Euro) als auch das operative Ergebnis (Vorjahr: 541 Mio. Euro) sollen „deutlich“ steigen.

Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf der K+S Aktie

Übrigens: Kali ist das Hauptprodukt bei K+S. Der Name lautete folgerichtig früher auch „Kali & Salz! Der zweite Teil sagt aus, dass es bei K+S auch um Streusalz geht. Das ist kein entscheidender Bereich, aber ganz unwichtig ist dieser auch nicht. Ein Rückblick zeigt:

Als es 2009/2010 einen sehr harten Winter in Mitteleuropa gab, da spürte K+S als Anbieter von Streusalz das. Der Kurs der Aktie kletterte von rund 35 Euro Ende Oktober 2009 auf einen Spitzenwert von gut 47 Euro Ende des Winters. Das war ein Zuwachs von rund einem Drittel innerhalb dieses Zeitraums. Es war also damals durchaus eine gute Idee, taktisch auf diese Saisonalität zu setzen. Konkret: Zu Beginn des Winters die Aktie von K+S zu kaufen und zu Ende des Winters wieder zu verkaufen. Das wäre ein klassisches Beispiel für eine taktische saisonale Strategie gewesen.

K+S: Saisonalität bei der Nachfrage nach Streusalz

Doch Vorsicht, wenn Sie das nun jedes Jahr so handhaben möchten. Das genannte Beispiel ist keines, welches saisonal „sichere Gewinne“ verspricht. Zunächst einmal ist der Bereich Streusalz bei K+S nicht zentral. Zudem ist – ich erzähle Ihnen nichts Neues – das Wetter eben doch zu „unberechenbar“. Auf einen strengen Winter mit viel Frost und Schnee könnte ein besonders milder Winter mit entsprechend niedrigem Streusalzbedarf folgen. Ein Rückblick: Der Winter 2011/2012 war z.B. deutlich wärmer als der Durchschnitt. Statt Schnee und Eis gab es verstärkt Regen. Eine saisonale Strategie hätte in dem Fall mit der Aktie von K+S nicht funktioniert: Ende Oktober 2011 stand der Kurs der Aktie bei ca. 45 Euro, Anfang März 2012 nur noch bei gut 37 Euro.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.