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3D-Druck nur ein Hype? So können Sie short gehen!

Ein innovatives Zertifikat hat die UniCredit Bank AG emittiert. Mit diesem können Sie beim Modethema „3D-Druck“ darauf setzen, dass die Aktienkurse der Firmen aus dieser Branche sinken werden. Dies ist für ein Themen-Zertifikat ungewöhnlich – üblicherweise werden Zertifikate auf Themen emittiert, von denen die Anleger profitieren möchten.

Das Zertifikat hat als Namen dieses Wortungetüm:

HVB Open End Index Zertifikat bezogen auf den STOXX® Global 3D Printing Tradable Daily Short (Gross Return) Index (EUR).

Basiswert ist ein Index, der die Performance widerspiegelt, welche bei einem Leerverkauf der enthaltenen Titel erzielt würde.

Diese enthaltenen Titel wiederum sind Aktien von Gesellschaften, welche mit mindestens einem Prozent ihres Umsatzes im Bereich „3D-Druck“ tätig sind. Es müssen Unternehmen aus der westlichen Welt sein, nicht aus Emerging Markets. Zudem muss das tägliche Handelsvolumen in diesen Aktien eine bestimmte Grenze überschreiten, um mögliche Probleme mit der Handelbarkeit zu verringern.

Enthalten sind deshalb Aktien wie 3D Systems oder Symmetry Medical aus den USA – aber auch die Bertrandt-Aktie aus Deutschland ist mit von der Partie.

3D-Druck nur ein Hype?Diverse Anwendungsmöglichkeiten für den 3D-Druck. Quelle: Fotolia

Hier zeigen sich meiner Ansicht nach gewisse Schwächen bei der Konstruktion des Korbes. Denn die Bertrandt AG ist ein etablierter deutscher Automobilzulieferer, welcher seit Jahren schwarze Zahlen schreibt und eine Dividendenrendite von gut 2,5% bietet. Diese Aktie lässt sich nicht unbedingt einem „3D-Druck“-Hype zuordnen. Und dennoch ist sie im Korb enthalten. Das wiederum bedeutet, dass der Kurs der Bertrandt-Aktie fallen muss, damit sich das beim Zertifikat positiv im Kurs auswirkt.

Die im Basket enthaltenen Aktien können vom Emittenten ausgetauscht werden.

  • Für seine Arbeit erhält der Emittent 0,75% jährlich.
  • Zudem verdient er an der Geld-/Brief-Spanne

Die Geld/Brief-Spanne ist die Spanne zwischen Verkaufskurs und Ankaufskurs, welche aktuell bei rund 2% liegt. Das ist nicht übermäßig hoch – allerdings auch nicht günstig.

Wenn Sie dieses Zertifikat kaufen, sollten Sie sich eine klare Meinung zu den fundamentalen Aussichten der Branche „3D-Druck“ gebildet haben.

Die inzwischen rund 20 Jahre alte Branche ist etwas aus ihrer Nische herausgekommen, inzwischen gibt es auch 3D-Drucker für Privatanwender zu kaufen. Die Nachfrage ist bisher allerdings überschaubar. Schätzungen von J.P. Morgan und Wohlers Associates zum Umsatz von 3D-Druckerherstellern liegen bei 1,5 bis 2,2 Milliarden Dollar. Weltweit.

Zum Vergleich: Der Automobilhersteller Bertrandt kommt mit Automobilzubehör bereits auf ca. 700 Mio. Euro Umsatz.

3D-Druck: Auch Experten sind uneins über die zukünftige Entwicklung

Der 3D-Druck wird Vorteile bringen, das ist sehr wahrscheinlich. Doch ob die Hersteller der entsprechenden Drucker davon auch wirtschaftlich profitieren werden, ist fraglich. Es besteht auch die Möglichkeit, dass es zu einem ruinösen Preiskampf kommen wird. Nicht immer ist der Entwickler einer Technologie auch derjenige, der wirtschaftlich davon profitiert.

Ein interessanter Artikel im Manager Magazin nennt zum Thema 3D-Druck fünf mögliche Szenarien bis 2035.

Diese neue Möglichkeit, die Aktien von 3D-Druck-Unternehmen zu shorten, ist deshalb genau das: eine Möglichkeit. Gut, dass es diese gibt. Ob Sie diese nutzen sollen, muss hier offen bleiben.

Es spricht jedenfalls für den Emittenten, solche Möglichkeiten zu eröffnen. Hier die Eckdaten des Zertifikats:

  • Die ISIN des Scheins lautet: DE000HY53DS5.
  • Erster Handelstag war der 9. September 2014.
  • Es gibt keine Laufzeitbegrenzung, allerdings gibt es ein Kündigungsrecht

Das Kündigungsrecht kann von Käufer oder Emittent jeweils für den Januar eines Jahres ausgeübt werden. Die Emittenten muss dann aber mindestens drei Monate vorher dies ankündigen. Dies ist allerdings für den Käufer ein Risiko: Er kann sich nicht darauf verlassen, dass Buchverluste später wieder ausgeglichen werden, da der Emittent den Schein zwischenzeitlich kündigen kann, worauf der dann aktuelle Wert ausgezahlt wird.

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