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Deutsche Bahn Aktie: Informationen zur Aktiengesellschaft jenseits der Börse & der Kapitalprivatisierung

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Schon seit 1994 ist die Deutsche Bahn eine Aktiengesellschaft. Die Deutsche Bahn Aktie kann man allerdings bisher keine kaufen. Das liegt nicht zuletzt an der Finanzkrise, durch die der geplante Börsengang der Deutsche Bahn Aktie zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben und dann ganz abgesagt wurde. Doch ausgeschlossen ist ein Verkauf durch den Bund natürlich nicht. Bis dahin stehen Anlegern anderer Eisenbahnaktien zur Verfügung.

Deutsche Bahn Aktie im Überblick

  • Seit 1994 Aktiengesellschaft
  • Bisher kein Börsengang
  • Aktuell keine Privatisierungspläne
  • Ausländische Bahnbetreiber als Alternative


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1. Die Bahn – AG jenseits der Börse

SteuerBis zum 1. Januar 1994 war Deutschland in Sachen Eisenbahn noch geteilt. Auch mehr als drei Jahre nach der Wiedervereinigung fuhr im Westen die Deutsche Bundesbahn, in der ehemaligen DDR die Deutsche Reichsbahn. Dass ausgerechnet im sozialistischen Landesteil der alte Name Reichsbahn erhalten blieb, hatte seinen Grund vor allem im Berliner S-Bahn-Netz. Die West-Alliierten beziehungsweise das Land West-Berlin betrieben nämlich die U-Bahn, die DDR die S-Bahn, auch im Westteil der Stadt. In den Verträgen war aber die Reichsbahn als Betreiber festgeschrieben, deshalb musste die DDR-Bahn weiter Reichsbahn heißen und nicht Sozialistische Staatsbahn oder ähnlich.

1994 wurden beide Bahnverwaltungen zusammengelegt. Damit verbunden war auch eine Privatisierung, allerdings nur im rechtlichen Sinne. Seitdem ist die Deutsche Bahn AG ein privatrechtliches Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand. Eine Konstruktion, die gar nicht so selten ist. Auch viele Energieversorger und Stadtwerke sind privatrechtlich organisierte Unternehmen, gehören aber den Kommunen.

Die Privatisierung zeigt sich in Details, so werden neue Mitarbeiter nicht mehr verbeamtet, der Konzern muss Jahresabschlüsse nach privatrechtlichen Kriterien erstellen und die Autos tragen nicht mehr das Kennzeichen DB im Nummernschild, sondern müssen jetzt bei der zuständigen Kommune angemeldet werden.

1994 fusionierten Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG. Die ist ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen im Besitz der Bundesrepublik Deutschland.
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Die Deutsche Bahn Aktie können private Investoren nicht kaufen. Dafür können Anleger bei DEGIRO Eisenbahnaktien aus den USA preiswert handeln.

2. Kapitalprivatisierung verschoben

NewsEine ganze Reihe von Aktiengesellschaften sind nicht börsennotiert, der Bahnkonkurrent Osthannoversche Eisenbahn AG (OHE) genauso wenig wie der Nürnberger Energieversorger N-Ergie AG oder die Nordzucker AG. Bei der Deutschen Bahn AG war ein Börsengang allerdings geplant, die Blaupause dafür hatte die Privatisierung der ehemaligen Bundespost geliefert, deren Aktien seit dem Jahr 2000 an der Börse gehandelt werden.

Doch die Eisenbahngesellschaft musste zunächst fit für den Kapitalmarkt gemacht werden, also regelmäßig Gewinne abliefern. Als der Börsengang in greifbare Nähe gerückt schien, lies die Finanzkrise die Börsenkurse einbrechen, ein Verkauf der Deutsche Bahn Aktien war damit unattraktiv. Die Privatisierung wurde deshalb zunächst verschoben und dann ganz abgesagt. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht schon mittelfristig wieder diskutiert werden könnte.

Aktuell ist keine Privatisierung geplant, auch wenn die Höhenflüge an der Börse einen guten Zeitrahmen böten.
Deutsche Bahn Aktie

Die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth wurde von einer Aktiengesellschaft in privater Hand betrieben. Die Deutsche Bahn ist auch eine AG, allerdings im Staatsbesitz. Foto: Deutsche Bahn AG, Fotograf Martin Busbach

3. Widerstand gegen die Privatisierung

BeratungZur vorläufigen Absage an alle Börsengang-Pläne dürfte auch die überwiegend ablehnende Haltung der deutschen Öffentlichkeit beigetragen haben. Kritiker bemängeln, dass der Staat nach einer Privatisierung kaum noch Einfluss auf den Schienenverkehr hätte. Weil die Deutsche Bahn AG nicht nur die Züge betreibt, sondern auch im Besitz der Gleise ist, wäre der Staat erpressbar. Die Gesellschaft könnte beispielsweise damit drohen Strecken stillzulegen, wenn sie keine Subventionen erhält.

Befürworter und Gegner argumentieren dabei stets mit der Erfahrung anderer Länder. Privatisierungsgegner verweisen darauf, dass in Großbritannien nach dem Verkauf durch den Staat viele Strecken stillgelegt wurden. Befürworter argumentieren, dass auch die staatlichen Gesellschaften ihr Schienennetz deutlich ausgedünnt haben und der Schienengüterverkehr in den USA, wo er ausschließlich von Privatbahnen betrieben wird, einen deutlich höheren Marktanteil hat als in Deutschland.

Zur Absage an den Börsengang dürfte auch die ablehnende Haltung der deutschen Öffentlichkeit beigetragen haben. Möglicherweise spielt auch die Historie eine Rolle. Die Deutschen haben im Allgemeinen mit Börsengängen von ehemals staatlichen Unternehmen schlechte Erfahrungen gemacht. An dieser Stelle sei nur auf die Deutsche Telekom Aktie oder die Deutsche Post Aktie hingewiesen. Daher überrascht es nicht, dass die Bevölkerung einem Börsengang der Deutschen Bank negativ gegenüber gestellt ist.

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4. Aktien von Eisenbahnunternehmen kaufen

VorteileDie erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth wurde von einer privaten Aktiengesellschaft betrieben, der Königlich Privilegierten Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft. Schon ein Jahr nach der Gründung konnte eine Dividendenrendite von 20 Prozent erzielt werden. Doch wenig später stiegen die Länder in das Geschäft ein, private Eisenbahnen blieben die Ausnahme. Die Ludwigseisenbahn selbst wurde 1922 eingestellt, heute fährt auf dieser Strecke die U-Bahn U1.

Anders war es in den USA. Dort wurde und wird das Eisenbahnnetz von privaten Unternehmen betrieben, auch wenn diese teilweise einige staatliche Privilegien haben, beispielsweise beim Betrieb der Bahnpolizei. Als seit den 1950er Jahren Flugzeug, Auto und Überlandbus der Eisenbahn Konkurrenz machten wurde zwar der Personenverkehr von der teilweise staatlichen Amtrak übernommen, der Güterverkehr aber wird weiterhin in privater Regie durchgeführt. Der Marktanteil der Bahnen am Transport von Waren liegt mit rund 40 Prozent sogar mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wer in Eisenbahnen investieren will, der findet deshalb vor allem in den USA mit der traditionsreichten Union Pacific oder der BNSF Railway Company (ehemals The Burlington Northern and Santa Fe Railway) lohnende Objekte. Auch Zertifikate auf US-Eisenbahnunternehmen werden angeboten. In Japan gibt es seit der Privatisierung der staatlichen Eisenbahngesellschaft 1987 ebenfalls eine Reihe von börsennotierten Eisenbahnen, etwa die East Japan Railways (ISIN JP3783600004). Eine weitere Alternative sind chinesische Eisenbahn Aktien, wie zum Beispiel die China Railway Group. Allerdings sieht der Börsenkurs dieser Firma bei Weitem nicht so gut aus wie die amerikanischer Unternehmen.

Auch das US-Amerikanische Logistikunternehmen CSX Corporation, welches sich insbesondere auf Eisenbahn- und Containerschiffverkehr spezialisiert hat, ist eine interessante Eisenbahn Aktie, in die Anleger hierzulande investieren können. Wer sich den Langfristchart anschaut wird feststellen, dass die Aktie im Prinzip seit Jahren nur eine Richtung kennt: Nach oben. Nebenbei erhöht die Firma seit dem Jahr 2002 auch steig ihre Dividende – seit 2006 sogar jährlich.

Top 5 Eisenbahnunternehmen in Nordamerika im Jahr 2010 nach Erlös

Statistik: Top 5 Eisenbahnunternehmen in Nordamerika im Jahr 2010 nach Erlös (in Millionen US-Dollar) | Statista

Viele europäische Bahnunternehmen sind dagegen ganz oder überwiegend im staatlichen Besitz. Netinera und Transdev, die größten Konkurrenten der Deutschen Bahn AG in Deutschland mit Marken wie ALEX oder Bayerische Oberlandbahn, sind zu großen Teilen in staatlicher Hand und nicht börsennotiert.

In Eisenbahn Aktien investieren – ein lohnendes Geschäft?

2009 investierte Warren Buffet fast 30 Milliarden US-Dollar in die Eisenbahn Aktie BNSF. Kritiker warfen ihm vor, dass das eine enorme Fehlentscheidung sei. Die Eisenbahn sei praktisch tot. Heute, einige Jahre später, zeigte sich wieder einmal der Weitblick der Investorenlegende. Er kaufte fast zum Tiefstpunkt als die Aktien auf ihren historischen Tiefs notierten. Lukrativ ist dabei weniger der Personenverkehr, der tatsächlich eine immer geringere Rolle spielt und durch andere Infrastrukturen ersetzt werden kann, wie Flugzeug, Auto, Bus, Schiff usw. Doch für den Güterverkehr ist die Eisenbahn in Nordamerika unersetzbar. Rohstoffe wie Öl, Erz, Getreide, Autos, Kohle usw. können aus Kostengründen nicht mit dem Lkw oder dem Flugzeug transportiert werden. Bis jetzt ist die Eisenbahn das perfekte Transportmittel dafür. Auch hierzulande ist die Eisenbahn als Transportmittel für Güter nicht wegzudenken. In vielen Fällen ist sie deutlich günstiger als der Lkw-Verkehr.

Dennoch sollten Anleger bedenken, dass Investitionen in Eisenbahn Aktien bzw. Infrastruktur Aktien im Allgemeinen recht konjunktursensibel sind. Denn wie betrachtet, profitiert diese Anlageklasse vor allem durch den Transport von Rohstoffen, weniger der Personenverkehr. Wenn sich die Konjunktur weltweit oder regional in den USA abkühlt, so sinkt auch der Bedarf an Rohstoffen, was wiederum eine geringere Auftragslage und Auslastung mit sich bringt.

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Eisenbahnaktien sind stark abhängig von der Konjunktur. Von schnellen Kursbewegungen können nur diejenigen profitieren, die auch mobil handeln können

Ein weiterer Aspekt den sehr langfristig orientierte Investoren bedenken sollten, ist der Umstand, dass die Eisenbahn irgendwann jedoch tatsächlich ausgedient haben könnte. In absehbarer Zukunft sieht es zwar nicht danach aus. Doch das heißt nicht, dass das für immer so bleiben muss. Der Pferdewagen und die Kutsche waren auch über Jahrhunderte hinweg ein viel genutztes Transportmittel. Niemand hätte gedacht, dass das so schnell verschwindet. Ähnlich könnte es mit der Eisenbahn sein. Obwohl, wie bereits erwähnt, es in absehbarer Zeit nicht danach aussieht, als gäbe es eine ernstzunehmende Alternative zur Eisenbahn. Anleger könnten daher auf ein breiteres Portfolio an Infrastruktur Unternehmen setzen. Wichtig ist auch die fundamentale Recherche bei langfristigen Investitionen. So hat beispielsweise das Unternehmen CSX Corporation nicht nur Eisenbahnen sondern auch Schiffe im Firmenportfolio.

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Weitere Alternativen zur Deutschen Bahn Aktie: Konkurrenten, ETFs, Deutsche Bahn Anleihe usw.

Wer in Eisenbahn Aktien investieren möchte, setzt im Prinzip auf Logistik, Transport und Infrastruktur. Dazu muss ein Anleger nicht unbedingt die Deutsche Bahn Aktie kaufen, die es ja eben aktuell nicht am freien Markt gibt. Alternativen dazu könnten die bereits besprochenen Aktien der Konkurrenten sein. Zugegeben, US-Amerikanische Eisenbahn Aktien sind natürlich keine direkten Konkurrenten zur Deutschen Bahn. Doch das Prinzip ist dasselbe. Weitere alternative Geldanlagen in diesem Bereich wären zum Beispiel:

  • Deutsche Bahn Anleihen
  • Branchen-ETFs
  • Aktien von anderen Logistik-Unternehmen

Was vielleicht nicht alle Anleger wissen ist, dass es auch Deutsche Bahn Anleihen gibt. Das ist zwar keine echte Alternative zur Aktie des Unternehmens. Doch wer vom Erfolg des Unternehmens überzeugt ist, dürfte auch davon überzeugt sein, dass das Unternehmen seinen Verbindlichkeiten nachkommen wird. Allerdings brauchen Anleger einen langen Atem. Renditen von über 2 Prozent sind erst bei Laufzeiten von über 5 Jahren drin.

Bessere Alternativen wären daher Branchen-ETFs. Die meisten ETF Anbieter haben spezielle ETFs im Portfolio, die speziell auf den Bereich Transport und Logistik zugeschnitten sind. Es gibt auch Indizes, die diese Branche abdecken, wie zum Beispiel den DAX Transport & Logistik.

Als Alternativen kämen auch Aktien von anderen Logistik-Unternehmen in Betracht, die aber nicht unbedingt auf der Schiene unterwegs sind. Transport-Unternehmen sind zum Beispiel die Deutsche Post, FedEx oder UPS. Sie alle profitieren unter anderem auch davon, dass immer mehr Nutzer dazu übergehen, online zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen. Auch Unternehmen wie Fraport (der Betreiber des Frankfurter Flughafens), Lufthansa, Hapag Lloyd usw. könnten als Alternative zur Deutschen Bahn Aktie angesehen werden. Sie alle haben mit Transport und Logistik zu tun.

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Alternativen zur Deutschen Bahn Aktie wären zum Beispiel ETFs der Branchen Logistik und Infrastruktur. Bei DEGIRO können Anleger über 700 ETFs gratis handeln.

Je nachdem wie weit man das treiben möchte, könnten auch Unternehmen aus der Stahlindustrie in Frage kommen. Firmen, die Schienen herstellen und verlegen, sind gefragt, wenn das Eisenbahn-Geschäft boomt. Hier kommt noch hinzu, dass eine Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitszügen durchaus vorhanden ist. Für diese speziellen Züge werden ebenfalls besondere Kenntnisse im Schienenbau benötigt.

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5. Fazit: Kein Börsengang der Deutschen Bahn Aktie in Sichtweite

Die Deutsche Bahn AG ist zwar juristisch ein privates Unternehmen, die Deutsche Bahn Aktie befindet sich aber ausnahmslos in Staatsbesitz. Das soll zunächst auch so blieben, obwohl zwischendurch immer mal wieder die Rede von einem Börsengang ist bzw. war. Wer in Eisenbahnaktien investieren will, der findet eine große Auswahl vor allem in den USA und Kanada sowie auch in Japan. Nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern allgemein in Europa sind Eisenbahnen fast immer in staatlicher Hand.

Anleger sollten bei Investitionen in Eisenbahn Aktien bedenken, dass diese vor allem durch den Güterverkehr profitieren. Der Güterverkehr wiederum ist stark abhängig von der Konjunktur. Läuft die Wirtschaft im Land gut, werden also viele Rohstoffe benötigt, dann sind Eisenbahn Aktien ein gutes Geschäft. Kühlt sich die Wirtschaft hingegen ab, kann es zu starken Verlusten im Depot kommen, was natürlich günstige Einstiegskurse sein könnten. Einige US-Amerikanische Infrastruktur Aktien haben es jedoch geschafft, sogar während der Finanzkrise von 2007 bis 2009 ihre Dividende stetig zu erhöhen. Eine gute Diversifikation ist allerdings auch hier unersetzbar.

Wer generell in der Branche Transport und Logistik Geld anlegen möchte, findet eine Vielzahl an Alternativen zur Deutschen Bahn Aktie. Unternehmen wie die Deutsche Post, FedEx, Fraport, Lufthansa usw. profitieren ebenfalls vom gesteigerten Güterverkehr. Diese Unternehmen sind zudem auch in Deutschland tätig, genau wie die Deutsche Bahn. Eine weitere Alternative wären ETFs zugeschnitten auf die Branche Transport. In diesem Zusammenhang profitieren auch Unternehmen, die die Infrastruktur bereitstellen. Denn die Deutsche Bahn stellt ja selbst keine Schienen her. Das machen andere Firmen. Auch hier gibt es Aktiengesellschaften, die an der Börse notiert sind. Oder Anleger wählen hier wieder den Weg über Branchen-ETFs, in dem Falle „Infrastruktur".

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