Telekom erhöht Anteile an T-Mobile US

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 09.09.2021


Die Telekom will sich in den USA breiter aufstellen und erwirbt weitere Anteile an T-Mobile US. Das dortige Geschäft der Mobilfunk-Tochter ist sehr lukrativ. Im Gegenzug wurde das Geschäft in den Niederlanden verkauft. Damit verstärkt die Telekom ihr Engagement in den USA und investiert etwa fünf Milliarden Dollar. Die Beteiligung an T-Mobile US steigt auf diesem Weg auf 48,4 Prozent. Die Telekom-Aktie ist im DAX notiert. DAX-Aktien können auch bei XTB gehandelt werden.

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Vereinbarung mit SoftBank

Bisher hielt die Telekom 43,2 Prozent an T-Mobile US. Das Unternehmen fusionierte im letzten Jahr erfolgreich mit Sprint, einem kleineren Konkurrenten auf dem US-Markt. Sprint gehört vorher zur japanischen Beteiligungsgesellschaft SoftBank. Über eine Stimmrechtsvereinbarung kann die Telekom die Gewinne von T-Mobile US konsolidieren und damit vom Wachstum im amerikanischen Mobilfunkgeschäft profitieren.

Im Mai kündigte Telekom-Chef Tim Höttges den Aktionären an, dass das Ziel sei, mehr als 50 Prozent der Anteile an der US-Tochter zu erwerben. Damit wäre das Unternehmen Mehrheitsaktionär von T-Mobile US. Im Rahmen der nun vereinbarten Transaktion erhält die SoftBank 225 Millionen neue eigene Aktien für 20 Euro pro Aktie. Im Gegenzug erhält die Telekom etwa 45 Millionen Anteile von T-Mobile US für einen Preis von durchschnittlich 118 Dollar für jede Aktie.

Die Transaktion hat insgesamt einen Wert von sechs Milliarden Euro und untermauert das Ziel, die Mehrheit an der US-Tochter zu übernehmen. Bisher hatte die Telekom dort als größter Anteilseigner ohnehin viel Mitspracherecht. Dieser Einfluss soll nun auch langfristig gesichert werden. Die aktuelle Transaktion soll bis Oktober abgeschlossen sein.

Telekom erhöht Anteile an T-Mobile US

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Potenziale für beide Seiten

Außerdem wird Marcelo Claure von SoftBank Teil des Aufsichtsrats der Telekom. Über die Kooperation sollen laut Höttges Wertsteigerungspotenziale für beide Unternehmen entstehen. SoftBank ist ein Technologieinvestor, der auch an Uber oder Alibaba beteiligt ist. Der Aktientausch mit der Telekom macht das Unternehmen mit einem Anteil von 4,5 Prozent zum zweitgrößten privaten Aktionär der Telekom nach dem deutschen Staat. Der Bund und die KfW hielten zuletzt 31,9 Prozent an der Telekom.

Um die finanziellen Mittel für das weitere Engagement in den USA zu bekommen, steigt die Telekom aus dem Geschäft in den Niederlanden aus. Das niederländische Tochterunternehmen bietet Mobilfunk- und Festnetzverträge an. Nun wurde das Tochterunternehmen T-Mobile Netherlands für eine Summe von etwa fünf Milliarden Euro an die Finanzinvestoren Apax und Warburg Pincus abgegeben. T-Mobile Netherlands gehörte der Telekom gemeinsam mit Tele2. Ein Viertel des Kaufpreises soll an Tele2 gehen.

Wenn die Transaktion abgeschlossen ist, bekommt die Telekom dafür etwa 3,8 Milliarden Euro, wovon bis zu 2,4 Milliarden Dollar in die Transaktion mit SoftBank investiert werden sollen. Darüber sollen 20 Millionen Aktien von T-Mobile US gekauft werden; zwölf Millionen davon als Festpreis-Optionen und acht Millionen Optionen für den derzeitigen Marktpreis.

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Aktie zuletzt schwach

Die Nachrichten kamen am Aktienmarkt gut an. Insbesondere die stärkere Fokussierung auf das US-Geschäft überzeugte die Anleger. Die Aktie der Telekom stieg in der Folge um knapp drei Prozent auf 18,40 Euro. In den letzten Wochen war die Entwicklung der Aktie nicht unbedingt positiv, denn sie entwickelte sich schwächer als der DAX selbst. Die Freude hielt aber nicht lang, denn die Aktie fiel wenig später wieder ins Minus.

Die Transaktion ist in mehrere Teilbereiche unterteilt und geht auch mit einer Kapitalerhöhung bei der Telekom einher. Damit sinkt der Anteil des Staats an der Telekom leicht. Darüber hinaus arbeiten die Telekom und SoftBank schon länger zusammen. Im letzten Sommer wurde vereinbart, dass die Telekom Aktien von T-Mobile US über eine Call-Option erwerben kann. Diese Möglichkeit wurde nun ergriffen, worüber der größte Teil des vereinbarten Aufstockungsvolumens erreicht wurde.

Die Vereinbarung sah vor, dass die Telekom in den nächsten Jahren 101 Millionen Aktien von T-Mobile US erwerben kann. Für diese Call-Optionen wurde ein Festpreis von 101,46 Dollar je Aktie festgelegt. Weitere 56,6 Millionen Aktien kann die Telekom zum jeweils aktuellen Marktpreis kaufen.

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Aktientausch über Festpreis-Optionen

Der Aktientausch umfasst nun 26 Millionen Festpreis-Optionen. Zudem kauft die Telekom rund 19 Millionen Aktien für einen Preis von je 140,60 Dollar. Dies ist der 20-Tage-Durchschnittskurs der Aktie von T-Mobile US. Der Durchschnittspreis aller neuen gekauften Aktien beträgt damit fast 118 Dollar. Dies ist weniger als der aktuelle Kurswert der T-Mobile-Aktie, die gerade an der Börse mit umgerechnet rund 143 Milliarden Dollar bewertet wird. Das aktuelle Paket der Telekom mit einem Anteil von 43 Prozent an T-Mobile ist damit knapp 62 Milliarden Euro wert. Die Telekom selbst wird mit 856 Milliarden Dollar bewertet.

Die weiteren Optionen sind noch bis 2024 gültig. Damit könnte der Anteil der Telekom an T-Mobile USA nochmals um rund drei Prozent erhöht werden. Wenn die Telekom aber weitere Anteile an SoftBank abgibt, würde der Anteil wieder unter 50 Prozent fallen. Hierzu wurde vor einiger Zeit ebenfalls eine Vereinbarung getroffen, die ab einem bestimmten Börsenkurs gilt.

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Gute Perspektiven

Damit die Telekom über 50 Prozent an T-Mobile US übernehmen kann, müssten also weitere Schritte unternommen werden. Dennoch wird damit das US-Geschäft für den Bonner Konzern wichtiger. Der SoftBank-Chef Marcelo Claure zeigt sich ebenfalls zufrieden, insbesondere aufgrund der guten Perspektiven der Telekom. Allerdings ist seiner Auffassung nach der derzeitige Aktienkurs deutlich zu niedrig, werde aber in Zukunft steigen. SoftBank muss zudem den Anteil an der Telekom mindestens bis Ende 2024 halten. Der Vorstand der Telekom hält zudem weiter an seinen mittelfristigen Zielen fest. Bis 2024 soll das Ergebnis pro Aktie auf über 1,75 Euro steigen.

Eine weitere Veränderung bei der Telekom betrifft den De-Mail-Service, der nun aufgrund einer zu geringen Kundenzahl eingestellt werden soll. Der Service wurde 2011 eingeführt und man hoffte, damit Behördengänge zu ersetzen. Der wirtschaftliche Erfolg stellte sich jedoch nie ein. De-Mail bezog sich auf die E-Mail-Kommunikation von Firmen und Behörden.

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Aus für De-Mail

Die Privat- und Geschäftskunden erhalten Ende des Monats einen Brief, in dem die Kündigung zum 31. August 2022 angekündigt wird. Der Service sollte Briefe und E-Mails gleichstellen und konnte zum Beispiel für Steuerbescheide oder Schreiben zum Wohngeld verwendet werde. Bei Versicherungen konnten Schadensmeldungen oder Vertragskündigungen auf diesem Weg eingereicht werden.

So sollten Behördengänge überflüssig werden. Dies ging auf ein Gesetz aus dem Jahr 2011 zurück. Obwohl die Bundesregierung daran interessiert war, zeigten sich Behörden eher zögerlich. Die Nachfrage war dementsprechend schwach und für Firmen war die Reichweite bei Privatkunden zu gering. Zudem waren die Anwendungsmöglichkeiten eher begrenzt.

Laut Telekom-Chef Höttges wurde ein dreistelliger Millionenbetrag in De-Mail investiert. Die Nutzerzahlen seien aber gering gewesen, auch da das Produkt zu kompliziert war. Schon lange herrschte Unzufriedenheit mit De-Mail, nun stellt die Telekom dieses Angebot endgültig ein. Allerdings bedeutet dies wohl nicht das komplette Aus für De-Mail, denn die Telekom spricht mit anderen De-Mail-Anbietern über eine Übernahme der Daten von Telekom-Kunden.

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Andere Anbieter wollen Angebot fortführen

Hierüber könnten die Kunden im Frühjahr 2022 informiert werden. Beispielsweise bieten die Mentana Claimsoft GmbH und United Internet ebenfalls De-Mail an. United Internet betriebt unter anderem web.de und gmx.de und will den Service weiter anbieten. Jan Oetjen, der Geschäftsführer von web.de und gmx.de, sagte, man sei weiter vom Zukunftspotenzial der De-Mail überzeugt und sehe darin einen Standard für rechtssichere, digitale Kommunikation. Derzeit würden Optionen geprüft, um den Telekom-Kunden neue Angebote zu machen, mit denen sie ihre De-Mail-Konten ohne Unterbrechungen weiterführen könnte. Oetjen wünscht sich aber eine weitere staatliche Unterstützung für De-Mail.

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DAX-Aktien bei XTB

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Fazit: Telekom wird in den USA aktiver

Die Telekom will in den USA noch aktiver werden und erhöht daher ihren Anteil an T-Mobile US. Da Ziel ist es, in Zukunft über 50 Prozent an der US-Tochter zu halten. Dazu geht die Telekom nun einen komplexen Deal mit SoftBank ein. Im Gegenzug trennt sich die Telekom von ihrem Geschäft in den Niederlanden.

Die Telekom-Aktie ist Teil des DAX und kann daher auch bei XTB gehandelt werden. Der Broker hat die Börse in Frankfurt ebenso im Angebot wie zahlreiche weitere internationale Börsen. Von diesen stehen auch kostenlose Echtzeitkurse zur Verfügung. Darüber hinaus informiert der Broker umfangreich über die Märkte.

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