Welche Gesundheits- und Pharma-Aktien sind jetzt gefragt?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 17.04.2020


Während die Aktienkurse insgesamt stark eingebrochen sind, gehören viele Gesundheits- und Pharma-Aktien zu den Gewinnern: Viele haben kaum Kursverluste hinnehmen müssen und einige sind sogar deutlich über ihren bisherigen Höchstständen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Anleger einen Impfstoff oder eine wirksame Therapie im Kampf gegen das Corona-Virus erhoffen.

Wir informieren Sie über Aktien, die gerade in der Krise hohe Zuwächse verzeichnen konnten, unter anderem deswegen, weil sie an der Bekämpfung des Virus forschen. Doch das Investment ist alles andere als risikofrei, deswegen weisen wir Sie auch auf die wichtigsten Risiken und Gefahren hin.

  • Viele Biotech- und Pharma-Aktien gehören zu den Gewinnern
  • Viele Unternehmen forschen an Impfstoffen und Medikamenten
  • Gewinner könnte Umsatz erheblich steigern
  • Risiken sind erheblich

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Allgemeines zum Investment in Pharma-Aktien

 width=150Aktien aus der Gesundheits- und Pharma-Branche sind für Anleger eine besondere Herausforderung und verhalten sich häufig anders als die Wertpapiere anderer Branchen. Da Krankheiten zum Alltag gehören, ist das Geschäft vergleichsweise krisenresistent und unterliegt nur wenigen Schwankungen. Dafür gibt es jedoch einige andere Risiken, die in anderen Branchen nicht so stark sind.

So haben Unternehmen beispielsweise ein sehr hohes Investitionsrisiko, weil viele Medikamente nicht auf den Markt gebracht werden können. Außerdem besteht immer das Risiko von Regulierungen und viele Märkte sind vergleichsweise stark umkämpft.

Auf der anderen Seite können Aktien von einem Tag zum anderen enorme Zuwächse verzeichnen, wenn sich andeutet, dass ein besonders stark erwartetes Medikament in die nächste Phase der Zulassung eingetreten ist.

Eine der großen Herausforderungen für Anleger der Pharmabranche ist die Tatsache, dass es fast unmöglich ist, in eine reine Pharma-Aktie eines großen Unternehmens zu investieren. In vielen Fällen streuen gerade größere Konzerne ihr Risiko deutlich breiter und bieten auch verwandte Produkte an. Hier ist das Risiko, dass Investitionsausgaben kein ausreichendes Ergebnis haben, deutlich geringer. Es gibt jedoch gut ein Dutzend Unternehmen, die hier in Frage kommen.

In den letzten zwanzig Jahren sind zudem viele Biotechnik-Firmen entstanden. Sie versuchen Krankheiten nicht durch Chemie, sondern Biologie zu heilen. Die Forschung ist in diesem Bereich allerdings noch vergleichsweise jung und das Risiko entsprechend groß. Viele Unternehmen sind entsprechend klein und oft noch nicht oder zumindest noch nicht lange an der Börse.

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Pharma-Aktien in der Corona-Krise: So könnten Konzerne und kleine Unternehmen profitieren

Die Corona-Pandemie bedroht Gesundheit und Wirtschaft der gesamten Welt. Entsprechend motiviert suchen viele Unternehmen und Forscher nach einer Möglichkeit, das Virus einzudämmen und unschädlich zu machen. Bereits jetzt sind die wirtschaftlichen Schäden enorm und die Anzahl der Opfer steigt täglich. Dabei gibt es insgesamt drei verschiedene Möglichkeiten, dem Virus effektiv medizinisch zu begegnen:

  • Ein bereits auf dem Markt vorhandenes Medikament hilft auch gegen COVID-19
  • Ein Unternehmen bringt ein neues Medikament auf den Markt, das die Symptome mildert
  • Es gelingt, einen Impfstoff zu entwickeln und über Impfung eine Herdenimmunität zu erzeugen

Dabei wäre das wirtschaftliche Potential einer solchen Entdeckung enorm. Das Unternehmen, dem es als erstes gelingt, eine wirksame Therapie oder einen Impfstoff zu finden, trifft damit weltweit auf eine sehr hohe Nachfrage und kann entsprechend hohe Gewinne erwarten.

Die Aktienkurse reagieren derzeit äußerst sensibel auf Hinweise darauf, dass ein Unternehmen ein vielversprechendes Medikament gegen den Corona-Virus oder COVID-19 entwickelt. Dabei haben die Meldungen nicht immer Hand und Fuß. Es reicht schon die Meldung aus, dass ein bestimmter Wirkstoff erforscht wird und die Aktienkurse gehen durch die Decke. Da nahezu jedes Pharma-Unternehmen derzeit an Corona forscht, stehen die Kurse der Pharma-Branche aktuell sehr gut da.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Hoffnungen auch tatsächlich erfüllen müssen. Dies gilt umso mehr, da es sich um einen Wettkampf handelt: Nur die ersten werden davon sehr stark profitieren können.

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Die beliebtesten Pharma-Aktien– Interessante Großkonzerne

 width=150So ist die Gilead-Aktie für Anleger nach wie vor interessant. Der US-Konzern erzielt einen Umsatz von mehr als 22 Milliarden US-Dollar und beschäftigt mehr als 9.000 Mitarbeiter.  Gilead wurde 1987 gegründet und gilt als Viren-Spezialist. So hat es Therapien für die folgenden Krankheiten entwickelt:

  • HIV
  • Hepatitis B und C
  • Influenza

Dementsprechend ist die Gilead Aktie auch durch die Corona-Krise ein heißer Kandidat auf einen Höhenflug. Zwar hilft das bei Influenza so wichtige Tamiflu nicht bei Covid-19, dennoch ist das Unternehmen dank seiner Expertise im Favoritenkreis für die Entwicklung einer wirksamen Therapie gegen den neuen Virus.

Sun Pharmaceutical ist das größte Pharma-Unternehmen mit Indien. Mit einem Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro zählt es auch weltweit zu den 50 größten Pharmaunternehmen. Das Unternehmen wurde 1983 gegründet und kann derzeit rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen. Spezialgebiete sind Kardiologie, Neurologie und Gastroenterologie. Die Sun Pharma-Aktie gehört zu den Gewinnern. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Unternehmen Hydroxychloroquin verkauft. Das Malariamittel wird von Donald Trump als wirksam bei Covid-19 angepriesen und ist in einigen Ländern sogar ausverkauft.

Pfizer ist vor Roche und Novartis der größte Pharmakonzern der Welt. Das Unternehmen erzielt jährlich einen Umsatz über 50 Milliarden US-Dollar und beschäftigt fast 100.000 Mitarbeiter. Die Pfizer Pharma Aktie ist einer der Profiteure der Krise, weil Pfizer in der Vergangenheit bereits sehr erfolgreich an Impfungen geforscht hat. Es hat sich zudem mit dem Mainzer BioNTech zusammengetan, um einen Impfstoff gegen Corona zu entwickeln. Sollte dies gelingen, ist eine Umsatzsteigerung vorprogrammiert.

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Weltweite Alternativen: Diese globalen Aktien gelten als große Chance

Eine interessante Alternative für alle, die in Pharma-Aktien investieren möchten, zugleich jedoch das Investitionsrisiko durch neue Medikamente scheuen, könnte die Teva Pharma Aktie sein. Das israelische Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Generika spezialisiert. Generika sind Arzneimittel, deren Wirkstoffe mit einem bereits existierenden Arzneimittel übereinstimmt. Die Entwicklung von Generika ist deutlich günstiger. Teva gilt als Marktführer und hat seinen Hauptsitz in Israel. In Deutschland ist es unter anderem seit 2010 mit Ratiopharm vertreten.

Die Teva Pharma Aktie hat zuletzt einen Auftrieb erlebt, weil auch dieser Pharmakonzern Hydroxychloroquin anbietet und in größeren Mengen herstellen möchte.

Clinuvel Pharmaceuticals ist ein australisches Unternehmen. Die Clinuvel Pharma Aktie litt erst vergleichsweise stark unter dem Kurseinbruch, konnte sich dann jedoch wieder fangen. Das Unternehmen ist vergleichsweise stark spezialisiert und konzentriert sich auf die Behandlung von Hautkrankheiten. Das wichtigste Medikament ist SCNESSE, das gegen erythropoetische Protoporphyrie, eine schmerzhafte Lichtunverträglichkeit und Vitiligo hilft. Das Unternehmen zeichnet sich deswegen in der Corona-Krise nicht besonders aus, ist jedoch für die angesprochenen Hautkrankheiten letztlich Monopolist.

Amarin ist ein irisches Unternehmen, das erst 1993 gegründet wurde und als einer der kleinen Spezialisten gilt. Die Amarin Pharma Aktie wird an der NASDAQ gehandelt, weil das Unternehmen auch in New York vertreten ist. Das Hauptprodukt ist VASCEPA, das 2019 auch in den USA zugelassen worden ist. Es handelt sich um einen aus Fischöl isolierten Wirkstoff, der gegen hohe Trigylceridwerte helfen soll.

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Die Spezialisten: Wachstumschance und Risikos

Intercept Pharma gehört zu den aufstrebenden Pharma-Unternehmen in den USA. Es handelt sich um einen vergleichsweise kleinen Spezialisten, dem großes Potential zugeschrieben wird. 2019 konnte der Umsatz dementsprechend auch gleich um 40 % wachsen. Es stellte vor allem Medikamente gegen Leberkrankheiten her.

Die Intercept Pharma Aktie gehört allerdings zu den Verlierern der Krise. Von Anfang März bis Anfang April verlor das Unternehmen ein Fünftel seines Börsenwerts. Das liegt allerdings nicht zuletzt an den schlechten Bilanzdaten: Im vierten Quartal 2019 musste das Unternehmen einen Verlust hinnehmen.

Die Aktie von Kite Pharma bleibt ein interessantes Wertpapier für alle, die auf zukünftige positive Entwicklungen in der Krebsforschung setzen möchten. Das Unternehmen forscht an gentechnik-basierten Krebstherapien. Sie sollen effektiver und kostengünstiger werden als die herkömmliche Chemotherapie. Das 2009 gegründet Unternehmen wurde 2017 durch Gilead Science für das fünffache des Aktienkurses übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen die Wirksamkeit in klinischen Tests bereits beweisen.

Zwei Alternative aus einem Wachstumsmarkt könnten die FSD Pharma Aktie und die Veritas Pharma Aktie sein. Beide Unternehmen forschen im Bereich Cannabinoide und sind vergleichsweise klein und jung. Sie werden deswegen auch als interessante Übernahmekandidaten gehandelt, sobald erkennbar wird, dass dem Unternehmen ein größerer Durchbruch gelingt.

Ähnlich spezialisiert sind auch Vifor Pharma und Amag Pharma, die ebenso viele Gemeinsamkeiten haben. Zum einen haben sowohl die Vifor Pharma Aktie als auch die Amag Pharma Aktie den durch Corona ausgelösten Einbruch an den Börsen bislang unbeschadet überstanden. Zum anderen sind beides Spezialisten für Therapie bei Eisenmangelanämie.

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Welche Gesundheitsaktien könnten von der Krise profitieren?

Nicht nur die Pharma-Industrie boomt derzeit: Auch weitere Unternehmen aus der Gesundheitsbranche können in der Krise profitieren. Darunter fallen unter anderem:

  • Hersteller von Medizintechnik
  • Hersteller von Labormaterial
  • Labore zur medizinischen Diagnostik

Dabei gibt es jedoch nicht nur Gewinner. Viele der Gesundheitsaktien mussten erst einen deutlichen Kursverlust hinnehmen, bevor sie sich wieder fangen konnten.

Gerade unter den klinischen Labor-Anbietern gibt es allerdings einige Gewinner. Die Diagnose der zahlreichen Tests wird in vielen Ländern so zentral wie nur möglich gesteuert. Während viele andere Einkommen wie Standard-Bluttests zur Vorsorge in der Krise deutlich seltener werden, steigt das Volumen an Corona-Tests fast kontinuierlich. In der Regel werden dafür größere Labore beauftragt. Einer der Gewinner aus diesem Bereich ist Quest Diagnostics.

Ähnlich erfolgreich ist derzeit die Aktie des Medizintechnikherstellers Drägerwerk. Das Unternehmen zählt zu den Profiteuren der Krise, weil die Bundesregierung im März 2020 den Auftrag für 10.000 Beatmungsgeräte gab. Hersteller für Beatmungsgeräte haben auf absehbarer Zeit sicherlich kaum einen Mangel an Aufträgen. Ein Risiko ist allerdings, dass sie auch staatlich dazu verpflichtet werden können, bestimmte Produkte zu produzieren und dadurch die Gewinnmarge leiden könnte.

Zu den Profiteuren gehört auch der US-Konzern 3M. Das US-Unternehmen zählt zu den wichtigsten Herstellern von Gesichtsmasken. Der Kurs der 3M-Aktie konnte sich zwar nicht wesentlich steigern, allerdings hat sie kaum verloren und zählt gemessen am Vergleichsindex deswegen Anfang April 2020 dennoch zu den Gewinnern.

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Welche deutschen Aktien aus der Gesundheits- und Pharma-Branche könnten sich jetzt lohnen? Die bekannten Gesichter

 width=In Deutschland ist die Auswahl an großen Pharma-Unternehmen vergleichsweise klein. Die größten Pharma-Konzerne stammen aus den USA. In Deutschland sind zwar mehr als 500 pharmazeutische Firmen zuhause, allerdings handelt es sich dabei vielfach auch um die Niederlassungen großer Konzerne oder recht kleine Spezialisten. Da Unternehmen wie Boehringer Ingelheim keine Aktienunternehmen sind, ist es vergleichsweise schwer, große Aktiengesellschaften zu finden, die jetzt ein Investment wert sind. Dennoch gibt es sie natürlich auch in Deutschland.

Bayer ist das größte Pharma-Unternehmen Deutschlands. Der Umsatz von mehr als 16 Milliarden US-Dollar entfällt allerdings auch auf die beiden weiteren Geschäftsbereiche Consumer Health und Crop Cience. Seit der Übernahme des umstrittenen Agrarchemiekonzern Monsanto gilt Bayer allerdings als angeschlagen, da die zahlreichen Schadenersatzklagen in den USA ein großes Risiko darstellen. Bayer ist ein weiterer Hersteller des Corona-Mittels Hydroxychloroquin, was die Bayer Pharma Aktie zuletzt nach oben trieb.

Die Aktie der Merck KGaA scheint hingegen unter Corona derzeit noch recht stark zu leiden. Das drittgrößte deutsche Pharmaunternehmen hat das Problem, vor allem in China zu produzieren. Da dort die Produktion eingestellt werden musste, erwarteten Aktionäre einen recht großen Rückgang der Produktion. Allerdings sind die beiden größten Bereiche, Pharma und Labordiagnostik kaum durch die Epidemie betroffen. Merck erwartet ein starkes Gewinnwachstum, ohne dabei im Kampf gegen Corona übermäßig aktiv zu sein.

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Profiteure in der Corona-Krise: Deutsche Unternehmen mit vielversprechenden Ansätzen

Darüber hinaus gibt es einige kleinere Unternehmen, die gerade für die Corona-Krise Hilfe finden könnten, die für das Unternehmen auf Dauer entscheidend sein könnten.

Eines der inzwischen bekanntesten Beispiele dafür ist sicherlich CureVac. Das Unternehmen sorgte zu Anfang der Corona-Krise für Aufsehen, weil US-Präsident Donald Trump sich in einer Nacht und Nebel-Aktion die exklusiven Rechte für einen möglichen Impfstoff sichern wollte. Es gibt allerdings keine frei handelbare Aktie von CureVac.

Eine Alternative könnte die Heidelberg Pharma sein. Derzeit wird der Wirkstoff Upamostat als Wirkstoff gegen Korona in Israel getestet. Dass die Aktie zu Beginn der Krise durch die Decke schoss, lag jedoch nicht zuletzt an den guten Geschäftszahlen. So konnte der Umsatz 2019 sogar fast verdoppelt werden.

Auch die InflaRX-Aktie gehört zu den Profiteuren der Corona-Krise. Im Gegensatz zu Heidelberg Pharma investieren Anleger allerdings eher auf eine Chance in der Zukunft: Ein chinesischer Lizenznehmer testet von InflaRX entwickelte Antikörper gegen COVID-19. Es handelt sich um ein kleines Unternehmen, sodass ein Investment mit einem sehr hohen Risiko behaftet ist, zumal viele Investoren bereits eingestiegen sind.

Ein ebenfalls recht kleiner und vielversprechender Kämpfer gegen das Corona-Virus ist BionTEch aus Mainz. Das Unternehmen forscht nicht nur an Krebstherapien, sondern auch an Immuntherapien. Die BionTEch Aktie wird derzeit allerdings auch sehr stark davon beeinflusst, dass es sich um ein junges Unternehmen handelt, das seinen Börsengang gerade erst absolviert hat.

Weitere interessante Wertpapiere aus Deutschland:

  • Ascendis Pharma Aktie
  • Noxxon Pharma Aktie
  • NanoRepro AG Aktie

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Welche Risiken haben Pharma-Unternehmen grundsätzlich?

 width=150Pharma-Unternehmen unterscheiden sich von anderen Branchen oft relativ deutlich. Dies hat verschiedene Gründe. So ist die Entwicklung eines Medikaments zugleich enorme Chance und großes Risiko. Die Erforschung und Zulassung eines Medikaments dauern oftmals viele Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte.  Entsprechend groß sind die Investitionen in nur ein Medikament. Viele Wirkstoffe scheitern erst in den letzten Testphasen.

Gelingt es allerdings eine Zulassung zu erreichen, sind die Gewinne oft sehr hoch. Die meisten Medikamente sind auf eine Krankheit zugeschnitten und bedienen deswegen einen sehr spezifischen Markt, auf dem die Nachfrage entsprechend hoch ist. Die Nachfrage kann zudem oft recht genau bestimmt werden und ist in vielen Ländern unabhängig von der individuellen Kaufkraft, da Krankenkassen die Kosten oftmals tragen. Außerdem können Unternehmen oft über viele Jahre davon profitieren, die einzigen Hersteller des Medikaments zu sein und in der ersten Marktphase vom Monopol profitieren. Erst nach Ablauf der Zulassung können auch Generika als Konkurrenten auf den Markt gebracht werden.

Zudem ist die Branche vergleichsweise anfällig für Skandale. Es kommt immer wieder vor, das Unternehmen und ihre Produkte in Misskredit geraten. So gab es mehrere Medikamente, deren Nebenwirkungen stärker waren als ursprünglich gedacht. Auch Verunreinigungen oder ethische Probleme treten häufiger auf.

Das führt dazu, dass starke Kursrückgänge recht üblich sind. Gerade kleinere Unternehmen sind vergleichsweise stark gefährdet. Größere Konzerne können das Innovationsrisiko oftmals deutlich besser streuen, sodass einzelne Fehlschläge nicht so stark ins Gewicht fallen.

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Pharma-Branche und Regierungen: Ein ewiger Kampf

Pharma-Unternehmen haben oftmals einen recht schlechten Ruf: Sie gelten als zu geldgierig, skrupellos und nur auf die eigenen Interessen bedacht. Als gewinnorientierte Unternehmen unterscheiden sie sich jedoch nicht von anderen Großkonzernen. Das schlechte Image entsteht dadurch, dass im Gesundheitssektor natürlich auch viele ethische und soziale Fragen eine Rolle spielen.

Die Gesundheitsbranche sozial zu gestalten, ist jedoch nicht zuletzt eine Aufgabe der Politik. Das führt zu dauerhaften Spannungen zwischen Politik und Pharma-Branche. Auf der einen Seite ist die Gewinnorientierung gerade als Antrieb für Innovationen sehr wichtig. Auf der anderen Seite können rein kapitalistische Hersteller ohne Beschränkungen und ein soziales Gesundheitswesen nicht gleichzeitig existieren. Viele ethische Fragen führen fast zwangsläufig dazu, dass hohe Standards eingehalten werden.

Das führt dazu, dass die Pharma-Branche vergleichsweise stark reglementiert wird. Dies zeigt der lange Weg bis zur Zulassung exemplarisch. Doch auch das Gewinnstreben wird oftmals stark begrenzt. Sogar der Vertrieb muss viele Regeln beachten.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen können sich dabei ständig ändern. Durch die Corona-Krise steht zudem der Just in Time-Ansatz sehr stark in der Kritik. Auch die ausschließlich im Ausland stattfindende Produktion wichtiger Medikamente könnte in der Zukunft wackeln. Es gilt zumindest als nicht unwahrscheinlich, dass durch die Krise neue Gesetze wichtig werden und die Globalisierung gerade im Gesundheitssektor etwas eingeschränkt werden könnte. Wie bei jeder neuen Regelung kann es auch Pharma-Aktien geben, die davon profitieren könnten.

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Welche Pharma-Aktien sind zu empfehlen?

 width=150Welche Aktien oder Nischenaktien aus dem Pharma- und Gesundheitsbereich aktuell zu empfehlen sind, ist derzeit wohl so kompliziert wie selten zuvor. Grundsätzlich ergibt sich aus der Corona-Krise eine sehr große Chance für gesteigerte Umsätze, allerdings ist das Risiko auch deutlich höher.

Die Pharma-Branche zählt bislang zu den Gewinnern der Krise. Im Verhältnis zum Vergleichsindex waren die Verluste deutlich kleiner und oftmals gelang es den Unternehmen sogar, schon kurz nach Beginn der Krise sogar Steigerungen der Aktienkurse zu verzeichnen. Dementsprechend gibt es bei Anlegern von Gesundheits- und Pharma-Aktien aktuell kaum Verlierer.

Es ist jedoch nicht so, als wäre es unwahrscheinlich, dass die Pharma-Industrie unter der Corona-Krise nicht ebenso leidet. Viele Unternehmen haben aktuell Lieferengpässe, weil sie primär in China produzieren lassen und entsprechende Umsatzeinbrüche. Bei einem weiteren Ausbreiten der Pandemie und einer hohen Todeszahl verringern sich die Absatzmöglichkeiten für viele Medikamente, die bei typischen Erkrankungen der westlichen Welt helfen sollen.

Es besteht zudem nach wie vor das Risiko, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession rutscht, die sich möglicherweise zumindest in einigen Ländern zu einer Depression ausweitet. Dadurch würde auch das Gesundheitssystem leiden und viele Kranke könnten sich die notwendigen Medikamente möglicherweise nicht mehr leisten. Zugleich würde dies dazu führen, dass sich die Aktienmärkte nicht erholen, sondern eher weiter sinken.

Entsprechend riskant sind derzeit alle Aktien. Gerade auf die kleineren Biotech-Unternehmen zu setzen, ist zudem hochriskant. Anleger können natürlich versuchen, die Chancen zu nutzen, sie sollten sich jedoch auch über das hohe Risiko im Klaren sein.

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Fazit: Gesundheits- und Pharma-Aktien derzeit spannend wie selten zuvor

 width=150Die Pharma- und Biotech-Branche ist für Anleger inzwischen seit einigen Jahrzehnten sehr aktiv. Der Markt bewegte sich in der Vergangenheit insgesamt nach oben und konnte dabei oft deutlich mehr Rendite erzielen als regionale Vergleichsindizes.

Und auch in der Corona-Krise erweist sich die Pharma-Branche als vergleichsweise resistent gegen Kursrückgänge und Schreckensmeldungen. Als Herausforderung präsentiert sich die hauptsächlich nach Asien ausgelagerte Medikamentenproduktion, die teilweise zum Erliegen kommt und Umsatzrückgänge bedeutet. Die meisten Unternehmen investieren jedoch zeitgleich Geld in die Erforschung von Therapien und Impfstoffe, die gegen Corona oder COVID-19 helfen könnten.

Das freut auch die Börse: Viele Pharma-Aktien sind im Verhältnis zum Vergleichsindex relativ unbeschadet aus der schlimmsten Krise gekommen oder haben sogar neue Höchststände zu verkünden. Es ist fast unmöglich ein Unternehmen zu finden, dass nicht auf die ein oder andere Art an der Bekämpfung von Corona forscht und dafür mit hohen Aktienkursen belohnt wird.

Ob sich die Investments auf lange Sicht rechnen, hängt nicht zuletzt davon ab, welchem der vielen Unternehmen es letztlich gelingen wird, eine wirksame Therapie für COVID-19 oder Impfstoff gegen das Corona-Virus zur Verfügung zu stellen. Der Gewinner dieses Wettlaufs kann mit vollen Auftragsbüchern rechnen und wird auch an der Börse erhebliche weitere Kurszuwächse verzeichnen können. Verlierer dürften hingegen deutlich abgewertet werden. Nicht zuletzt deswegen ist das Investment in Biotech- und Pharma-Aktien auch mit einem großen Risiko verbunden.

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