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Jetzt noch Aktienfonds kaufen?

Aktienfonds kaufen sind für viele Anleger der Zugang zum Aktienmarkt. Denn das Fondsmanagement nimmt den Investoren die Suche nach den besten Aktien ab und sorgt für eine Risikostreuung. Doch der Ruf der Fonds hat gelitten, seit immer mehr Studien zeigen, dass die meisten schlechter abschneiden als der Markt, vor allem aufgrund der hohen Gebühren. Doch es gibt Alternativen.

Aktienfonds kaufen im Überblick

  • Fonds verwalten Geld der Anleger
  • Sicherer als Zertifikate
  • Hohe Gebühren drücken Rendite
  • Sparplan verringert Risiko
  • ETFs und Zertifikate als Alternative
Aktienfonds kaufen

Welche Aktie ist die richtige? Diese Wahl nehmen Fondsmanager einem ab. Allerdings bleibt die Frage, welcher Aktienfonds der beste ist. Kurszettel aus der Main Post von 1992

Vorteile von Aktienfonds

ausrufezeichenNicht jeder hat Spaß an der Auswahl der richtigen Aktien. Stattdessen vertrauen viele Anleger auf die Erfahrung professioneller Fondsmanager. Das war auch die Idee bei der Gründung der ersten Fonds in den 1920er Jahren, von denen einige noch heute existieren. Die Profis sollen den Anlegern nicht nur Arbeit abnehmen, sondern auch erfolgreicher sein.

Hinzu kommt, dass der Kauf vieler verschiedener Aktien zur Risikostreuung für Privatanleger sehr teuer werden kann, da bei jeder Transaktion eine Gebühr anfällt. Wer 50 verschiedene Aktien kauft, der muss 50 Mal Gebühren bezahlen. Das kann vor allem für Kleinanleger sehr teuer sein, die aufgrund der Mindestgebühr bei jeder Transaktion unabhängig vom Kauf- oder Verkaufswert genauso viel bezahlen.

Gegenüber Zertifikaten haben Fonds noch einen weiteren Vorteil. Sie sind nämlich Sondervermögen und als solche vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Wird das Unternehmen insolvent, bestehen die Fonds trotzdem weiter, während die Inhaber von Zertifikaten dann wie alle anderen Schuldner auch darauf hoffen müssen, dass wenigstens ein Teil ihres Vermögens aus der Insolvenzmasse erstattete werden kann.

  • Professionelles Fondsmanagement
  • Risikostreuung
  • Sondervermögen

Nachteile von Aktienfonds

geldboerseNicht nur beim Kauf von Aktien fallen Gebühren an, auch beim Aktienfonds kaufen müssen Kunden bezahlen. Zunächst berechnen viele Aktienfonds einen Ausgabeaufschlag, der schnell 5,0 Prozent betragen kann. Daraus wird oft die Vermittlungsprovision bezahlt. Diese Gebühr muss erst einmal verdient werden.

Hinzu kommt die Verwaltungs- und Managementgebühr. Daraus werden beispielsweise die Börsengebühren bezahlt, vor allem aber das Fondsmanagement. Um auch nach Abzug der Kosten besser abzuschneiden als der Markt muss sich ein Fonds also deutlich besser entwickeln als der Durchschnitt.

Aber selbst ohne Berücksichtigung der Kaufgebühren schaffen es viele Fonds nicht, den Index zu schlagen. Aktienfonds, die vor allem DAX-Aktien kaufen, machen also in der Mehrzahl nicht mehr Gewinn als der DAX selbst. Das ist wenig verwunderlich, schließlich sind die anderen Marktteilnehmer meist ebenfalls Profis.

  • Hohe Abschlussgebühren
  • Management- und Verwaltungskosten
  • Fonds oft nicht besser als der Markt

Worauf beim Kaufen achten?

strategieFrüher war die Sache weitgehend klar. Die Deutsche Bank verkaufte vor allem Aktienfonds ihrer Tochter DWS, die Sparkassen die der Deka und die Volks- und Raiffeisenbanken jene von Union Investment. Nicht zuletzt unter dem Druck neuer Online-Broker, die keine eigenen Fondsgesellschaften besaßen und deshalb alle Fonds anbieten konnten, haben jetzt auch die klassischen Banken ihre Strategie geändert.Die Sparkassen-Tochter S Broker beispielsweise führt nach eigenen Angaben alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen in- und ausländischen Fonds, insgesamt rund 4.300. Damit haben Anleger heute die Qual der Wahl.

Im Zentrum der Werbung stehen meist Gewinne aus der Vergangenheit. Tatsächlich sind diese kein schlechtes Auswahlkriterium. Immerhin sind sie ein Hinweis auf ein gutes Fondsmanagement. Eine Garantie für künftige Erträge sind sie aber nicht. Womöglich hat ein entscheidender Mitarbeiter gewechselt, der Zustrom neuer Mittel hat die Einstellung neuer, weniger erfolgreicher Angestellter nötig gemacht oder das Team hatte im vergangenen Jahr einfach nur Glück. Dass ein bestimmter Fonds zehn Jahre hintereinander nur durch Glück überdurchschnittlich erfolgreich ist, mag unwahrscheinlich sein. Dass aber unter tausenden von Fonds einer ist, der tatsächlich mehrmals Glück hatte, ist statistisch gesehen zu erwarten.

Fonds kaufen Beispielbild Sparkasse

Früher vertrieben Banken vor allem die eigenen Fonds, die Sparkassen beispielsweise die der Deka. Heute bieten viele Broker fast alle gängigen Fonds, auch die Sparkassen-Tochter S Broker hat nach eigenen Angaben alle in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Fonds im Angebot, insgesamt rund 4.300. Foto: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Deshalb sollten sich Anleger von hohen Renditen nicht dazu hinreißen lassen, hohe Kosten einfach zu akzeptieren. Der Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühr gehören ebenfalls in einen Vergleich mit einbezogen. Dabei kann auch ein Brokervergleich sinnvoll sein, denn viele bieten einen Rabatt von bis zu 100 Prozent auf die Ausgabeaufschläge.

Einige Broker bieten auch weitere Auswahlkriterien, beispielsweise können Fonds bei der Consorsbank auch Nachhaltigkeitskriterien definiert werden, wie der Verzicht auf Aktien von Unternehmen die bekanntermaßen Menschenrechtsverletzungen dulden.

Ein wichtiges Auswahlkriterium sind die Gewinne in der Vergangenheit sowie die Kosten. Bei einigen Brokern können außerdem ethische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Sind die Kurse zu hoch?

Vor allem in Zeiten hoher Kurse stellt sich nicht nur die Frage nach dem besten Fonds, sondern auch die nach dem richtigen Zeitpunkt zum Aktienfonds kaufen. Eine Alternative können Fondssparpläne sein. Dabei wird regelmäßig, beispielsweise monatlich oder quartalsweise, ein bestimmter Betrag eingezahlt. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die Ersparnisse gleich in den Fonds wandern und dort Gewinne erwirtschaften können, sondern auch, dass zu verschiedenen Zeitpunkten Geld eingezahlt wird. Ein Teil des Geldes wird damit zu niedrigen und ein anderer zu hohen Kursen eingezahlt.

Weil ein monatlicher Kauf von Fonds sehr teuer wäre, gibt es dafür spezielle Angebote von Banken, bei denen beispielsweise auf den Ausgabeaufschlag verzichtet wird.

Fondssparpläne haben verschiedene Vorteile. So wird das Risiko umgangen, das gesamte Guthaben kurz vor einem Crash zu investieren.

Alternativen zu klassischen Fonds

FazitFonds haben viele Vorteile, wie dargestellt aber auch ein paar Nachteile. Vor allem die Tatsache, dass viele Aktienfonds trotz der hohen Verwaltungsgebühren den Index nicht schlagen, hat Anleger zu der Suche nach Alternativen animiert.

Eine sind Index-Zertifikate. Diese bilden einen Index nach und entwickeln sich dementsprechend auch genauso. Ein DAX-Zertifikat steigt beispielsweise im Wert um 1,5 Prozent, wenn auch der DAX um 1,5 Prozent steigt. Allerdings haben Zertifikate den Nachteil, dass sie keine Sondervermögen sind und bei einer Insolvenz des Emittenten meist ganz oder teilweise wertlos werden.

Dieses Problem beheben Index-Fonds. Auch sie bilden einen Index nach, deshalb ist ihre Verwaltungsgebühr sehr gering, denn ein teures Fondsmanagement ist dafür nicht nötig. Allerdings sind sie als Sondervermögen organisiert, im Fall einer Pleite der Fondsgesellschaft besteht dieses weiter. Meist sind diese Fonds auch börsengehandelt, also sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Das spart den Ausgabeaufschlag. Es gibt darüber hinaus auch einige aktiv verwaltete ETFs, hier sparen Anleger zwar meist nicht die Managementgebühr, aber immerhin den Ausgabeaufschlag.

Auch eine Vermögensverwaltung ist eine Alternative, allerdings ist dafür meist etwas mehr Geld nötig, beim Online-Honorarbroker quirion mindestens 10.000 Euro. Zuletzt bleibt natürlich noch die Investition in Einzelaktien.

Vor allem Index-ETFs sind eine gute Alternative zu klassischen Fonds.

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Fazit

Fonds sind vor allem für unerfahrene Anleger ein guter Weg an die Börse. Allerdings sind einige Aktienfonds sehr teuer. Auch bei erfolgreichen Fonds sollten Investoren keine überhöhten Gebühren akzeptieren, denn Erfolg in der Vergangenheit ist keine Garantie für Erfolg in der Zukunft. Eine günstige Form von Fonds sind Index-ETFs. Sie folgen einen Aktienindex, sie machen nicht mehr aber auch nicht weniger Gewinn als dieser und verlangen nur sehr geringe Verwaltungsgebühren.

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