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Hype bei Kryptowährungen?

Hype bei Kryptowährungen?
Das Thema „Kryptowährungen“ erlebt derzeit in der Finanzwelt teilweise einen gewissen Boom – Grund genug, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn ein Boom kann natürlich aufgrund veränderter fundamentaler Rahmenbedingungen völlig begründet sein – oder es kann sich auch um einen „Hype“ handeln. Letzteres in dem Sinne, dass das Thema gerade angesagt ist, aber letztlich mehr eine Mode als ein neuer Megatrend im Sinne einer nachhaltigen gravierenden wirtschaftlichen Veränderung ist. Was trifft nun auf das Thema Kryptowährungen zu? Genau darum geht es in diesem Beitrag und deshalb sollten zunächst einige Grundlagen zu dieser Thematik geklärt werden. Zu den Details:

Inhaltsverzeichnis

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    Ich denke, das derzeitige Zinsumfeld – teilweise gibt es ja schon „Negativzinsen“, zumindest für Unternehmen! – fördert das Interesse an Kryptowährungen. Denn diese wären auch von einem Bargeldverbot nicht betroffen, ganz einfach deshalb, weil Kryptowährungen per se digital sind und nicht in Papierform vorliegen. Aber macht sie das sicherer, als das „bedruckte Papier“, was unsere Geldscheine letztlich sind, egal ob Euro oder Dollar? Denn z.B. durch Gold oder andere Edelmetalle gedeckt sind sie bekanntlich nicht. Zunächst einmal – was sind Kryptowährungen überhaupt? Ich möchte mit der Definition von Wikipedia beginnen. Da heißt es zum Thema.

    „Kryptowährungen sind Geld bzw. Fiatgeld in Form digitaler Zahlungsmittel. Bei ihnen werden Prinzipien der Kryptographie angewandt, um ein verteiltes, dezentrales und sicheres digitales Zahlungssystem zu realisieren.“

    Quelle: Wikipedia-Eintrag zu Kryptowährung

    Kryptowährungen sind rein digital

    Wichtig hierbei zunächst: Kryptowährungen sind rein digital. Das bedeutet, es gibt keine „Notenpressen“, die unter staatlicher Kontrolle oder unter Kontrolle von Privatbanken stehen. Insofern kann hier die Geldschöpfung unabhängig von Staat und Großbanken erfolgen. Dies zunächst als neutrale Feststellung. Das kann Vorteile haben, da keine „Fed“ oder „EZB“ den Kurs vorgibt. Doch wer gibt dann überhaupt den Kurs vor? Wie lässt sich die Entwicklung der Geldmenge bei Kryptowährungen steuern bzw. geht das überhaupt? Doch zunächst weiter mit der Erläuterung der Eigenschaften von Kryptowährungen:

    Kryptowährungen sind Fiatgeld

    Interessant auch der Begriff „Fiatgeld“. Denn das „Fiat“ kommt nicht von der italienischen Automarke, sondern vom lateinischen Begriff „fiat“ = es werde ab. Wie es in der Bibel auf Latein heißt: Fiat lux – es werde Licht! So analog hier: Es werde Geld. Das Besondere dabei: Fiatgeld ist nicht durch Wertgegenstände gedeckt. Es wird gewissermaßen aus dem Nichts erschaffen. Vielleicht deshalb der Begriff „Fiat“ und die Ähnlichkeit mit der biblischen Schöpfungsgeschichte, es werde Licht. So werde es eben Geld – mit Fiatgeld. Denn anders als z.B. während des Deutschen Kaiserreichs von 1871 bis 1914, als z.B. eine Goldmark eben auch mit einer gewissen Menge an Gold gedeckt war bzw. eine Zwei-Mark-Silbermünze auch Silber enthielt (und damit einen Materialwert hatte!), ist Fiatgeld durch nichts gedeckt.

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    Fiatgeld ist durch keine Sachwerte gedeckt

    Das gilt nicht nur für Kryptowährungen, sondern im Grunde für alle derzeitig bestehenden Weltwährungen. Denn was meinen Sie, womit Euro, US-Dollar, britisches Pfund oder Yen gedeckt sind? Durch nichts – außer dem Versprechen der jeweiligen Regierungen und Zentralbanken, dass dieses bedruckte Papier Zahlungsmittel ist. Und doch glauben das – offensichtlich – die Massen, Ihr Autor inbegriffen. Dabei wäre es möglich, dass schlagartig niemand mehr Euro, US-Dollar, britisches Pfund oder Yen akzeptieren würde. Ist aber unwahrscheinlich. Doch wir sollten nicht überheblich auf frühere Zeiten schauen, als z.B. Kaurischnecken als Zahlungsmittel benutzt wurden. Die lassen sich wenigstens nicht leicht fälschen oder beliebig vermehren – sind wir da mit unserem „bedruckten Papier“ wirklich so viel fortgeschrittener dran?

    Wieso es bei Währungen auf Vertrauen ankommt

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    Letztlich basiert in beiden Fällen die Kaufkraft der jeweiligen Währung auf Vertrauen. Und zwar dem Vertrauen, dass die Geschäftspartner diese Währung auch akzeptieren. Und dieser Grundsatz ist gültig – egal, ob es sich um Kaurischnecken, Papierwährungen oder rein digitale Kryptowährungen handelt. Wenn sich kein Geschäftspartner findet, der die jeweilige Währung akzeptiert, was für einen Sinn hat diese dann? Insofern ist der Punkt „Vertrauen“ und davon abgeleitet „Akzeptanz dieser Währung“ für den Erfolg einer Währung (digital oder analog) von entscheidender Bedeutung. Nun vom Allgemeinen zum Besonderen – den Kryptowährungen:

    Neben Bitcoin soll es bis zu 3.000 weitere Kryptowährungen geben

    Die derzeit wohl bekannteste Kryptowährung ist wahrscheinlich „Bitcoin“. Ich konnte es kaum glauben, als ich eben bei Wikipedia gelesen habe, dass es bis zu „3.000 weitere Kryptowährungen in Verwendung“ geben soll. Von diesen 3.000 wiederum sollen „ca. 100 einen täglichen Handelsumsatz von jeweils über 1.000 US-Dollar an entsprechenden Handelsplätzen für Kryptowährungen erreichen.“ (Quelle: Wikipedia Eintrag zu Kryptowährungen). Das hätte ich nicht gedacht! Doch schauen wir auf die wie gesagt aktuell wohl bekannteste Währung namens „Bitcoin“:

    Bitcoin als derzeit wohl bekannteste Kryptowährung

    Der Begriff „Bitcoin“ bezeichnet sowohl die Einheit dieser Krytpowährung als auch das verwendbare dezentrale Zahlungssystem als solches. Die auffällige Besonderheit bei Bitcoin: Es wird für Transaktionen keine zentrale Abwicklungsstelle benötigt! Keine Zentralbank, keine große Geschäftsbank, kein Finanzministerium werden für Bitcoin benötigt. Wie die Überweisungen dann vonstatten gehen? Ich Dies geht laut Wikipedia mit Hilfe einer sogenannten Peer-to-Peer Anwendung. Da musste ich auch erstmal nachlesen, was das genau ist:

    Bitcoin und die Peer-to-Peer-Anwendung

    „Peer-to-Peer“ lässt sich sinngemäß mit „von gleich zu gleich“ übersetzen. Und das bringt es auf den Punkt: Die bei einer Transaktion Beteiligungen sind gleich im Sinne von ebenbürtig „Kommunikation unter Gleichen“ bzw. in diesem Fall „Transaktion unter Gleichen“, wenn z.B. mit Bitcoin für irgendetwas bezahlt werden soll. Das klingt doch recht interessant. Und natürlich gibt es dann auch einen „Kurs“ für Bitcoin. Denn so wie sich z.B. der Preis für eine Feinunze Gold in der „Papierwährung“ US-Dollar angeben lässt, so lässt sich auch der Preis für ein Bitcoin in Form der Papierwährung US-Dollar angeben.

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    Bitcoin und die Bestimmung des Umrechnungskurses

    Das ist dann der Umrechnungskurs – und wie wiederum wird der festgelegt? Auch da überrascht es nicht, dass es nicht z.B. eine Zentralbank gibt, die eine feste Bandbreite o.ä. vorschreibt. Nein, der Umrechnungskurs von Bitcoin in z.B. US-Dollar wird durch Angebot und Nachfrage geregelt. Freier Markt also. Und auch das klingt doch interessant.

    Die Grundlagen des Bitcoin-Zahlungssystems

    Das Konzept des Bitcoin-Zahlungssystems soll auf das Jahr 2008 zurückgehen. Eine geographische Beschränkung war nicht vorgesehen und ist es auch bis heute nicht – Bitcoin kann von Staatsgrenzen unabhängig eingesetzt werden. Wichtig ist natürlich der Nachweis, wem bestimmte Bitcoins gehören. Und es muss dafür gesorgt werden, dass solche Bitcoins vom Eigentümer – wenn er also eindeutig festgestellt ist – nicht einfach mehrfach zum Bezahlen von Waren und/oder Dienstleistungen genutzt werden können. Wie geht das? Dazu werden kryptographische Techniken genutzt. Bitte fragen Sie mich dazu nicht nach Details, da ich mich mit diesen Techniken nicht auskenne. Es soll aber offensichtlich funktionieren, sonst wären schließlich auch Betrug bei Bitcoin Tür und Tor geöffnet.

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    Bitcoin: Privater Schlüssel für Besitznachweis

    Die Transaktionen selbst sind öffentlich gespeichert (in der sogenannten Blockchain). Und wie wird jetzt der Besitz nachgewiesen? Dies erfolgt mittels privater Schlüssel, wie gesagt es werden kryptographische Techniken genutzt. Das ist dann sozusagen eine Verschlüsselung, und nur der Besitzer kennt den entsprechenden Schlüssel. Das bedeutet dann aber auch: Wenn der Besitzer den Schlüssel verliert, sind auch die damit verbundenen Bitcoin-Einheiten weg! Ganz so, als ob man gewissermaßen den Schlüssel zu einem Safe verliert. Hier sind sie dann auch für das Netzwerk verloren, gewissermaßen sinkt dann die Geldmenge leicht, um in bekannten Analogien zubleiben. Und was ist, wenn der Schlüssel dann doch wiedergefunden wird vom jeweiligen Besitzer? Dann keine Sorge – die Bitcoins sind noch da und noch gültig, denn es gibt zum derzeitigen Zeitpunkt kein Verfallsdatum.

    Zahlungen via Bitcoin

     Zahlungen mit Bitcoin können übrigens nicht rückgängig gemacht haben zum derzeitigen Stand. Das hat natürlich Vorteile und Nachteile zugleich – je nachdem, auf welcher Seite der Transaktion man steht. Wer z.B. eine Ware via Bitcoin bezahlt und dann merkt, dass diese schadhaft ist, kann die Transaktion nicht einfach rückgängig machen.

    Wer nutzt eigentlich Bitcoins – und wofür?

    Und wer nutzt Bitcoin und andere Kryptowährungen eigentlich? Dazu gibt es laut Wikipedia eine von der Uni Münster erstellte Studie. Diese zeigt, dass die Nutzer „zwischen 25 und 44 Jahre alt sind und einen technischen Beruf ausüben“. So würde ich das auch einschätzen. Genutzt werden Bitcoins demnach hauptsächlich „um zu bezahlen oder zu spekulieren“. Nun ja, für was auch sonst? Beim Punkt „Spekulieren“ gelten die weiter oben in diesem Beitrag gemachten Anmerkungen. Sprich: Wenn es um einen Umrechnungskurs zu einer „herkömmlichen“ Währung geht, sollten die Fundamentaldaten im Blick behalten werden. Doch da Bitcoin-Kurse letztlich durch Angebot und Nachfrage zustande kommen, kann es – wie auch in der analogen Welt – zu irrationalen Kursbewegungen, „boom and bust“ kommen, wie wir das von den Börsen kennen.

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    Fazit zum Thema Kryptowährungen (5/2017):

    FazitDas Thema Kryptowährungen erfreut sich derzeit einiger Beliebtheit. Dafür gibt es gute Gründe. Zum einen ist da die recht laxe Geldpolitik einiger großer Zentralbanken zu nennen. Insbesondere in der Euro-Zone hat die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu geführt, dass wir es teilweise sogar mit Negativzinsen (!) zu tun haben. Und was ist, wenn ein Bargeldverbot kommen sollte? In solchen Zeiten sind Alternativen in Form von rein digitalen Kryptowährungen – bei denen die Zentralbanken keineswegs die Kontrolle haben! – durchaus interessant. Es geht da nicht nur um die Möglichkeit, bestimmte Transaktionen z.B. via Bitcoin zu bezahlen, sondern es bieten sich auch Spekulationschancen. Denn wenn der Umrechnungskurs von Bitcoin in z.B. US-Dollar stark schwankt, lässt sich dies spekulativ ausnutzen. Da hier sehr viel vom Thema „Vertrauen“ abhängt, sind Prognosen schwierig. Und beim Umrechnungskurs gilt es natürlich auch immer die „andere Seite“ im Blick zu behalten, also z.B. den US-Dollar. Da kommt es dann auch darauf an, was für einen geldpolitischen Kurs die jeweilige Zentralbank fährt, wenn es darum geht, die Richtung zu prognostizieren, die der jeweilige Umrechnungskurs zu Bitcoin nehmen könnte.

    Klarstellung

    Betrachten Sie unsere Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Stand der Konditionen: Mai 2017

    Hype bei Kryptowährungen?

    Bildquelle: pixabay.com

     

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