Gazprom Aktien – Die Strategische Neuorientierung zur Maximierung des Börsenwerts!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 06.06.2020


Der russische Energiekonzern Gazprom mit Firmensitz in Moskau ist seit fast 30 Jahren eine Aktiengesellschaft, entstanden aus dem Geschäftsbereich für Gasförderungs- und Gastransportindustrie des Ministeriums für Erdöl- und Gaswirtschaft der früheren Sowjetunion. Im Jahr 2005 fusionierte Gazprom mit dem ebenfalls staatlichen Ölunternehmen Rosneft. Der Konzern gilt als das weltweit größte Erdgasförderunternehmen und liegt in der Forbes-Liste der größten internationalen Unternehmen auf Platz 40. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 110 Milliarden US Dollar ist Gazprom überdies eines der größten europäischen Unternehmen. In Russland stemmt Gazprom ganz allein rund 8 % der Volkswirtschaft und ist mit fast einer halben Million Beschäftigter der größte zivile Arbeitgeber. Dabei sind Gazprom Aktien vergleichsweise billig zu haben und viele Gründe sprechen für die Aktie:

  • Energiekonzern mit internationaler Aktivität und hoher Marktkapitalisierung
  • Strategische Neuorientierung zur Maximierung des Börsenwerts
  • Starker Kursanstieg im Frühjahr 2019
  • Verdoppelung der Dividende in 2019
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Gazprom Aktien: Unternehmensgeschichte und Wertentwicklung

Der Energielieferant Gazprom ist weder in Europa noch in den Vereinigten Staaten eine unbekannte Größe – im Gegenteil, als einer der wichtigsten Gaslieferanten Deutschlands ist der Konzern regelmäßig in den Medien, zuletzt dank des Projekts der Konstruktion der Ostseepipeline Nordstream 2. Auch in den USA nimmt man Notiz von den Aktivitäten des Unternehmens, denn Gazprom gehört geopolitisch zu den Big Playern. Dennoch werden Unternehmensanteile des Energieriesen von Investoren zumindest bis jetzt links liegen gelassen. Warum ist das so?

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Es gibt einige fest in den Köpfen verankerte Grundannahmen, die private und institutionelle Anleger daran hindert, Gazprom Aktien zu kaufen.

  • Annahme Nr. 1: Hinter Gazprom wird eine nebulöse russische „Kleptokratie“ vermutet, die dafür sorgt, dass die Gewinne nicht bei den Aktionären landen.
  • Annahme Nr. 2: Gazprom wird aufgrund der schieren Größe und Komplexität des Konzerns als intransparent betrachtet.
  • Annahme Nr. 3: Selbst Experten gehen oft davon aus, dass Gazprom sein Wachstumspotenzial weitgehend ausgeschöpft hat.

Diese hartnäckigen Vorstellungen sorgen dafür, dass weder das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis der Gazprom Aktien noch die in diesem Jahr verdoppelte Dividende wahrgenommen werden. Aber sind sie berechtigt, oder sollte man gerade jetzt Gazprom Aktien kaufen?

Gazprom Aktien Prognose – wie agiert der Energiekonzern?

Die Unternehmensanteile bei Gazprom verbleiben zu 50 % plus einer Aktie bei der russischen Regierung. Diese nimmt auch durchaus Einfluss auf die Unternehmensstrategie. So verkauft der Konzern an seine inländischen Kunden Erdgas und Erdöl zu deutlich günstigeren Preisen, als sie den Exportkunden gewährt werden. Angesichts dieser Vorgehensweise ist erklärlich, dass Gazprom zwar zwei Drittel seines Geschäfts im Binnenmarkt macht, damit aber nur ein Drittel der Gewinne erwirtschaftet. Allerdings sollte man nicht grundsätzlich von einer verborgenen Kleptokratie ausgehen. Die Unternehmenspolitik, die zwischen russischen und anderen Abnehmern unterscheidet, hat in erster Linie das Gemeinwohl im Auge. Russische Verbraucher können derzeit noch Erdgas zu einem künstlich niedrig gehaltenen Preis beziehen. Bislang beliefert Gazprom überdies auch inländische Abnehmer mit notorisch schlechter Zahlungsmoral – ein Relikt aus UdSSR-Zeiten. Allerdings wird sich dies schon in naher Zukunft ändern – einerseits aus demografischen Gründen, denn auch in Russland ist die Bevölkerungsentwicklung rückläufig, andererseits auch, weil sich Nebenfaktoren im russischen Markt ändern. So ist vorgesehen, die bislang extrem niedrigen Verbraucherpreise im Binnenmarkt schrittweise anzuheben.

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Kein Platz für Unternehmenswachstum?

Reales Umsatzwachstum gilt noch immer als eine der wichtigsten Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmensanteilen, und das gilt auch für Gazprom Aktien. Besonders in Schwellenländern haben Konzerne diesbezüglich meist noch Luft nach oben, weil hier eine junge, konsumorientierte Mittelschicht mit entsprechendem Einkommen entsteht. Im Fall von Gazprom wird jedoch davon ausgegangen, dass das Potenzial im Binnenmarkt bereits gesättigt ist. Immerhin deckt der Energiekonzern rund 85 % des einheimischen Bedarfs ab, besonders seit der Fusion mit dem Erdölunternehmen Rosneft.

Auch in Europa hat Gazprom nach erstem Anschein die Grenzen des Wachstums erreicht. Der Grund: die Kartellgesetzgebung der EU. Denn Gazprom hat bislang ein Monopol auf alle Pipelines, die die russischen Gasvorkommen mit dem europäischen Markt verbinden, und hält einen Marktanteil von 35 %. Anlass für die Kartellwächter, aufzuhorchen und dem Energiekonzern auf die Finger zu klopfen. Derzeit hat sich das Unternehmen aus genau diesem Grund freiwillig verpflichtet, seinen Marktanteil nicht weiter auszubauen. Diese Limitierung könnte der Konzern allerdings mühelos umgehen, beispielsweise, indem das Pipeline-Netzwerk für andere russische Gasproduzenten gegen eine Nutzungsgebühr geöffnet würde. Eine derartige Maßnahme würde Gazprom weitere geschäftliche Expansionen in Europa erlauben.

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Gazprom Aktien Prognose: Raum für Wachstum in Asien

Gazprom verfügt über das weltweit größte Pipeline-System für Gas. Die gesamte Länge des Transportnetzwerks beträgt 171.200 Kilometer. Unter anderem betreibt der Konzern eine Pipeline nach China auf der Basis eines mit Laufzeit von 30 Jahren angesetzten Vertrags, über die immer wieder das Gerücht kursierte, sie rechne sich nicht. In letzter Zeit gibt es jedoch Hinweise darauf, dass eine zweite Pipeline in Erwägung gezogen wird. Der Gas- und Öl-Riese würde hier kaum nachlegen, wenn die erste Pipeline nicht wirtschaftlich wäre.

Am Pazifik unterhält Gazprom zwei Häfen für den Export von Erdgas im Gebiet von Vladivostok, sowie zwei Projekte auf der Halbinsel Sakhalin, die über die erforderliche Infrastruktur für Erdgas und Anlagen der petrochemischen Industrie verfügen. Außerdem kooperiert Gazprom gern mit Staaten, deren Erdgasförderung bislang wenig entwickelt ist. Eine Kooperation besteht mit Nigeria, in jüngster Zeit auch mit Vietnam, das seinen Erdgassektor ausbauen will. Von der Zusammenarbeit profitieren in diesem Fall beide Seiten, Gazprom ist weltweit in insgesamt 30 Ländern aktiv.

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Gazprom Aktien: wie transparent ist Gazprom?

Die Frage der Unternehmenstransparenz ist für Investoren, die Aktien von Firmen in Schwellenländern kaufen, von besonderer Wichtigkeit. Bei Gazprom sorgt die schiere Größe des Unternehmens dafür, dass Anleger das Gefühl haben, keinen Überblick zu erhalten. Der Konzern ist in der Tat außerordentlich verschachtelt. Das Kerngeschäft sind die Öl- und Gasförderung, Verarbeitung und Vertrieb, allerdings ist Gazprom in zahlreichen weiteren Bereichen aktiv. So gehört dem Unternehmen eine Bank, auch Medienaktivitäten finden sich im Rahmen der Tätigkeiten. Derzeit unterhält Gazprom 61 Tochtergesellschaften und ist an über vierzig weiteren Unternehmen mehrheitlich beteiligt.Da kann der Überblick in der Tat schwer fallen.

Allerdings ist dies inzwischen auch dem Aufsichtsrat bewusst geworden. Im Bemühen um mehr Transparenz sollen nun Gazprom-Tochtergesellschaften zumindest zum Teil eigene Börsengänge anstreben. Das Explorations-Unternehmen Gazprom Geologorazvedka hat bereits eine Ausschreibung für ein künftiges IPO vorgenommen, auch asiatische Börsen sollen in Frage kommen. Derartige Ausgründungen dürften für eine Beruhigung potenzieller Investoren sorgen, indem Geschäftsstrukturen innerhalb von Gazprom aufgebrochen und nachvollziehbarer gemacht werden.

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Gazprom Aktien Kurs: Wie sehr profitieren die Oligarchen?

Eine Befürchtung von Anlegern angesichts des zugegebenermaßen komplexen Energieriesen: dass nicht nachvollziehbar ist, ob, wo und wie Gewinne erwirtschaftet werden. So entzieht sich die Preisbildung der Aktie und die Ausschüttung von Dividenden der Bewertung durch Kennzahlen, der Investor kann nicht beurteilen, welche Renditen tatsächlich zu erwarten wären. Dies nährt den Verdacht, dass hinter Gazprom und dessen Tochterunternehmen ein „Klüngel“ von Oligarchen steht, die sich aus den Einnahmen des Unternehmens bedienen und wenn überhaupt, dann nur schäbige Reste an die Aktionäre verteilen. Die engen Verflechtungen des russischen Präsidenten Putin mit den Aktivitäten von Gazprom belegt die Tatsache, dass der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Medwedew zwischenzeitlich von Putin ins Präsidentenamt gehebelt wurde.

Eine Einflussnahme der Regierung bei Gazprom und die Nutzung der Öl- und Gasstrategie zu politischen Zwecken ist unstrittig. Die Aktionäre können sich dennoch über gute Kurszugewinne und Dividenden bei den Gazprom Aktien freuen. Der Kurs steht derzeit (2. Juni 2019) auf einem Allzeit-Hoch und die Dividenden für 2019 sollen gegenüber dem Vorjahr auf traumhafte 13 % verdoppelt werden.

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Gazprom Aktien Prognose: die Wahrnehmungslücke schließt sich

Wie aus den Entwicklungen der letzten Monate ersichtlich ist, besteht bei den Gazprom Aktien eine sogenannte Wahrnehmungslücke, das heißt, die Öffentlichkeit bzw. die Medien haben ein Bild des Konzerns, das nicht oder nicht mehr den Tatsachen entspricht. Wer dort rechtzeitig einsteigt, wo eine solche Lücke vorhanden ist, kann von der späteren Entwicklung des Unternehmens profitieren. Sicherlich ein Anreiz für Anleger, sich intensiver mit Gazprom zu befassen – noch kann man verhältnismäßig günstig Gazprom Aktien kaufen.

Für die Neubewertung und Kurszugewinne bei Gazprom Aktien sprechen einige Argumente:

  • Der Konzern führt gerade einen Investitionszyklus zu Ende – über die vergangenen zehn Jahre hat Gazprom dazu ungefähr 150 Milliarden US Dollar investiert.
  • Aufgrund dessen ist in der näheren Zukunft eine höhere Liquidität bei Gazprom anzunehmen.
  • Dies wiederum wird zu höheren Gewinnausschüttungen führen, die für Gazprom gesetzlich bindend sind, sofern das freie Kapital verfügbar ist.

Analysten gehen bereits seit einigen Monaten davon aus, dass die Regierung für Gazprom nun eine neue Unternehmensstrategie vorsieht. Das Ziel: den Börsenwert des Konzerns deutlich anzuheben. Die Verdoppelung der Dividende für das laufende Jahr ist nur ein Teil dieser Strategie, der Kurs der Gazprom Aktien hat infolge dieser Ankündigung bereits um 50 % zugelegt.

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Gazprom Aktien: Aktionärsstrukturen

Mehr als 500.000 juristische und natürliche Personen sind Aktionäre der Gazprom, allerdings hält der russische Staat eine Mehrheit der Aktien und auch der Stimmen im Aufsichtsrat. In der Statistik von 2017 verteilten sich die Unternehmensanteile wie folgt:

  • Russischer Staat 38,37 %
  • OAO Rosneftgaz 10,97 %
  • OAO Rosgazifikatsiya 0,89 %
  • ADRs der Bank of New York Mellon: 25,2 %
  • Andere Aktionäre 24,57 %

Die OAO Rosneftgaz ist zu hundert Prozent im Besitz des russischen Staates und hält ihrerseits 75 % der Aktien der OAO Rosgazifikatsiya – auf diese Weise kommt der mehrheitliche Anteil des Staates an Gazprom zustande. Damit ist die offizielle föderale Verwaltung jedoch auf 38,37 Prozent reduziert. Die Aktienzertifikate der Bank of New York Mellon verbriefen jeweils zwei Gazprom Aktien.

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In Deutschland Gazprom Aktien kaufen

Deutsche Anleger, die Gazprom Aktien kaufen möchten, erwerben in der Regel keine echten Unternehmensanteile, sondern sogenannte ADRs. Das Kürzel steht für „American Depositary Receipts“, es handelt sich hier um Hinterlegungsscheine auf US Dollar, die die Gazprom Aktien verbriefen. Der Handel mit ADRs macht Unternehmensanteile aus Schwellenländern für Investoren in Europa und den Vereinigten Staaten leichter handelbar. Die ADRs von Gazprom werden von der US-amerikanischen Bank of New York Mellon ausgegeben. Die Bank ist die weltgrößte Depotbank und mit knapp einem Viertel der Unternehmensanteile bei Gazprom beteiligt. Gazprom ADRs können Anleger nicht nur über die NYSE kaufen, sondern auch über die Frankfurter Börse, wo sie mit der ISIN US3682872078 gehandelt werden. Gazprom ADRs verbriefen entsprechend der von Mellon festgelegten Ratio zwei Gazprom Aktien.

Anleger sollten bei ADRs unbedingt in Betracht ziehen, dass es sich eben nur um Verbriefungen handelt – sofern das emittierende Kreditinstitut insolvent wird, können ADRs also wertlos werden. Auf der anderen Seite wird die Bank of New York Mellon von Moody‘s mit dem Rating A1 bis A2 eingestuft und gilt schon aufgrund des Umfangs des verwalteten Kapitals als „too big to fail“. Dennoch sollten Finanzinstrumente wie ADRs immer nur einen Teil des eigenen Portfolios ausmachen – Experten raten zu maximal 10 %.

Die Gewinne aus der Anlage in ADRs werden ebenso wie Aktienerträge behandelt und unterliegen der Abgeltungssteuer. Darüber hinaus berechnet der russische Staat eine Quellensteuer, die 15 % beträgt, aber angerechnet werden kann.

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Gazprom Aktien für den langfristigen Anlagehorizont

Angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen raten Analysten, die sich mit dem Potenzial der Gazprom Aktien beschäftigen, definitiv zum Kauf. Dennoch sind auch bei Gazprom schnelle Gewinne für Aktionäre eher nicht zu erwarten, selbst wenn in diesem Jahr bei einem Einstieg vor der Jahreshauptversammlung im Juli noch eine gute Dividende mitgenommen werden kann.

In jedem Fall gilt für die Anlage in Aktien – und in diesem Fall in ADRs – dass ein wirklicher Gewinn kumulativ und über mehrere Jahre zustande kommt. Das eingesetzte Kapital sollte deshalb für fünf bis zehn Jahre investiert werden. Im Klartext heißt das, dass die Summe auch entbehrlich sein muss. Gerade bei Aktien aus Schwellenländern ist der Kursverlauf oft ein echtes Auf-und-Ab, so dass bei einem plötzlichen, notgedrungenen Verkauf einer prinzipiell erfolgreichen Aktie durchaus Verluste gemacht werden können.

Investoren, die jetzt noch einsteigen, profitieren allerdings bei Gazprom Aktien nicht nur von der möglicherweise noch weiter steigenden Kursentwicklung, sondern auch von überaus hohen Dividenden. Der Konzern schüttet erst seit wenig mehr als zehn Jahren Dividenden aus, hat sich allerdings eine kontinuierliche Verbesserung zum Ziel gesetzt. Schon 2018 konnte die Dividende um ca. 30 % verbessert werden, in 2019 ist sie verdoppelt worden auf 0,46 Euro. Dabei ist die Aktie selbst trotz des Anstiegs auf einen Preis von fast 6 Euro am 31. Mai 2019 noch immer günstig. In 2017 hatte die Aktie einen KGV von 4 und einen KBV von 0,27!

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Vor dem Aktienkauf informieren!

Bei der Gazprom handelt es sich zugegebenermaßen um eine komplexe internationale Größe. Dennoch sollten Anleger sich die Mühe machen, zumindest die grundlegenden Aktivitäten und Strategien des Konzerns nachzuvollziehen, bevor eine Investition getätigt wird. Denn die bloße Übernahme von „Expertentipps“ ist nicht zu empfehlen. Wer sich dafür interessiert, zumindest einen Teil seines Kapitals in Aktien oder andere Finanzprodukte zu investieren, sollte die Abläufe an der Börse verstehen und wissen, welche Faktoren die globalen Finanzmärkte beeinflussen. Nicht nur der Börsenhandel, sondern auch ergänzende, außerbörslich gehandelte Produkte wie CFDs oder ADRs und die damit einhergehenden Risiken sollten verstanden werden. Für den Erfolg der eigenen Anlagestrategie ist es außerdem wichtig, die politischen Entwicklungen im Auge zu behalten – nicht nur auf nationaler Ebene, sondern weltweit. Besonders bei rohstoffverarbeitenden Konzernen wie Gazprom unterliegt der Kurs der Aktie einem komplexen Geflecht aus Zusammenhängen. Die Bereitschaft, diese ökonomischen Verflechtungen im Auge zu behalten, sollte also vorhanden sein.

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Gelassenheit und Risikomanagement

Da nicht nur der Gazprom Aktien Kurs, sondern die Wertentwicklung von Aktien allgemein sehr stark von ökonomischen und politischen Faktoren beeinflusst wird, ist es nicht selten, dass die Kurse aufgrund von Pressemeldungen oder auch nur Gerüchten starke Abwärts- oder Aufwärtsbewegungen vollziehen. Ein gut informierter Aktionär sollte sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern den langfristigen Trend im Auge behalten.

Ein vernünftiges Risikomanagement hilft hier, die Nerven zu schonen. Bei der Anlage in Aktien bedeutet dies, das eigene Portfolio möglichst breit zu diversifizieren. Also nicht nur Gazprom Aktien kaufen, sondern auch Anteile anderer Unternehmen, möglicherweise anderer Industrien, und Aktien von Konzernen aus anderen Ländern. Denn wer verschiedene Märkte und Branchen berücksichtigt, ist weniger anfällig für Kurseinbrüche in einem Sektor.

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Kennzahlen für die Bewertung von Aktien nutzen

Damit Entscheidungen beim Aktienkauf nicht „aus dem Bauch heraus“ getroffen werden, gibt es Kennzahlen. Sie sind wertvolle betriebswirtschaftliche Tools, um eine Aktie unvoreingenommen einzustufen, und werden auch von Analysten an den Finanzmärkten bei der Einschätzung berücksichtigt. Nicht alle dieser Kennzahlen sind vollkommen objektiv – bisweilen bauen sie auf Schätzwerten auf. Hier gilt es, zu unterscheiden, welche KPIs sozusagen solide sind, und welche lediglich als Hinweisgeber hinzugezogen werden sollten. Zuverlässig ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis einer Aktie, kurz KBV. Hierzu wird der aktuelle Kurs dividiert durch den Buchwert – ein Resultat, das unter 1 liegt, ist ein sicherer Indikator dafür, dass die Aktie unterbewertet ist – wie es bei den Gazprom Aktien in 2017 belegt ist.

Ebenso aufschlussreich ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Es lässt sich berechnen, indem der Kurs durch den prognostizierten Gewinn der fraglichen Aktie geteilt wird. Die Relation von voraussichtlichem Jahresgewinn zum Kurswert einer Aktie ist weitgehend spekulativ, da der Gewinn nur geschätzt werden kann. Realistischer ist es, frühere Jahresgewinne für die Berechnung heranzuziehen. Ein weiterer Indikator für die Einstufung einer Aktie sind die Dividenden: zuverlässig hohe Dividenden machen Unternehmensanteile zu „Dividendenperlen“ – dies gilt auch für Gazprom Aktien, denn die Dividenden, die der Konzern ausschüttet, haben sich in den vergangenen Jahr konstant erhöht.

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Gazprom Aktien Prognose: insgesamt gut – aber ohne Garantien

Bei Gazprom stehen die Weichen also zur Zeit auf Erfolg, wenn man die Entwicklung im Chart und die Fundamentaldaten berücksichtigt. Dennoch gibt es bei Aktien keine Garantie. Denn: der Aktionär hält einen Anteil am Unternehmen, seine Rendite – und auch die Dividenden – hängen vom Erfolg und von den Gewinnen des Unternehmens ab. Anders als bei Sparkonten, bei denen man sich auf einen Einlagenschutz verlassen kann, ist bei der Investition in Aktion das Kapital verloren, wenn das Unternehmen insolvent wird.

Bei Gazprom kommt hinzu, dass die gehandelten Wertpapiere keine Aktien sind, sondern ADRs, die von der US-amerikanischen Bank of New York Mellon ausgegeben werden. Hier gelten die Hinweise zu „Risiken und Nebenwirkungen“ bei Zertifikaten. Denn der Anleger erwirbt keine Aktie, sondern lediglich einen Hinterlegungsschein. Nun ist die Mellon Bank als Depotbank ein Gigant mit sehr guten Ratings, dennoch sind ADRs und Aktien eben nicht dasselbe! In jedem Fall sollten Investoren deshalb die verfügbaren Hintergrundinformationen und die wichtigsten Kennzahlen zu einem Unternehmen studieren und darüber hinaus ihr Portfolio sorgsam streuen. Als Ergänzung der eigenen Anlage sind unterbewertete Aktien mit Potenzial, wie es bei den Gazprom Aktien der Fall ist, durchaus empfehlenswert.

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Gazprom CFDs: Gewinn mit Derivaten

Wer keine langfristige Anlage anstrebt, kann dennoch von der Kursentwicklung von Gazprom Aktien profitieren – und zwar mit CFDs. Die Finanzinstrumente sind im Deutschen auch als Differenzkontrakte bekannt. CFDs, kurz für Contracts for Difference, sind eine britische Entwicklung – ursprünglich dazu genutzt, die Stempelsteuer zu vermeiden, die in Großbritannien auf Aktientransaktionen anfällt. Inzwischen sind CFDs auf Aktien allerdings nur ein Teil der überaus breiten Palette von Differenzkontrakten.

Wie funktionieren CFDs? Hier wird nicht der sogenannte Basiswert, in diesem Fall die Aktie, erworben. Statt dessen partizipiert der Trader mit einem Differenzkontrakt im Kursverlauf, also der Kursentwicklung zwischen dem An- und Verkaufszeitpunkt des CFD. Gehandelt wird kurzfristig, Differenzkontrakte sind ein beliebtes Instrument im sogenannten Daytrading, bei dem innerhalb kurzer Zeit Positionen eröffnet und geschlossen werden. Dabei haben CFDs einige für erfahrene Trader lukrative Besonderheiten. Dazu gehört der Hebel, der dafür sorgt, dass ein Vielfaches des hinterlegten Sicherheitsbetrages bewegt wird, bei Aktien-CFDs eine Ratio von 1:5. Im Fall der Gazprom Aktien kann mit einem CFD auf der Basis einer Sicherheitsleistung von 200 Euro beispielsweise ein Betrag von 1.000 Euro bewegt werden.

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Gazprom Aktien hedgen: short gehen mit CFDs

Ein weiteres Merkmal von CFDs ist, dass sie nicht nur die Spekulation auf steigende Kurse erlauben. Trader können nicht nur „long“, sondern auch „short“ gehen, also auf fallende Kurse eines Basiswertes spekulieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: ganz egal, was an den Märkten vor sich geht, mit CFDs kann man aus fast jeder Entwicklung noch Gewinn ziehen. Und dabei muss nicht einmal das gesamte Kapital gebunden werden – dank des Hebels.

Wer die betriebswirtschaftlichen Grundkenntnisse und ein Verständnis der Finanzmärkte mitbringt, kann also mit diesen flexiblen Finanzinstrumenten gute Renditen erzielen. Allerdings sollten Trader dabei im Auge behalten, dass der Hebel auch bei Verlusten zur Anwendung kommt. CFDs gelten daher als Risikoprodukte, die nicht ohne gute Vorbereitung gehandelt werden sollen.

Dennoch sind sie auch Aktionären zu empfehlen. Denn aufgrund ihrer Flexibilität lassen sich CFDs sehr gut dazu nutzen, das eigene Portfolio zu hedgen. Der englische Begriff lässt sich mit „umhegen, schützen“ übersetzen. Im Fall von Gazprom Aktien ist das Hedging durch CFDs auf fallende Kursverläufe ein Schutzmechanismus. Bei einem Kursverlust der Aktie gewinnt das CFD – und hilft so, zumindest einen Teil der Verluste wieder auszugleichen.

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Praxis mit dem Musterdepot

Egal, wofür sich Anleger entscheiden, der Aktienkauf ist ebenso wie der Handel mit Differenzkontrakten nicht frei von Risiken. Gute Vorbereitung ist von grundlegender Wichtigkeit. Umso besser, dass es die Möglichkeit gibt, vor den ersten Investitionen einen Praxistest zu absolvieren. Denn viele Online-Broker stellen ihren Kunden inzwischen eine ganze Palette von Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Oft handelt es sich hier um qualitativ hochwertige Materialien – neben Echtzeitkursen und Marktnachrichten sind Blogartikel und E-Books unter den Angeboten, aber auch Video-Tutorials, Webinare und Seminare, meist von Experten zu bestimmten Themenbereichen abgehalten. In vielen Fällen erlauben regelrechte „Akademien“ eine echte Steigerung der eigenen Lernkurve – und das mitunter vollkommen kostenlos.

Denn viele seriöse Broker bieten ihren Nutzern ein Demokonto an. Mit dem meist kostenlosen und sogar zeitlich unbefristeten Musterdepots können erlernte Inhalte praktisch nachvollzogen werden. Da die Demo eine echte Handelsumgebung bietet, aber mit „Spielgeld“ kapitalisiert ist, geht der Trader kein Risiko ein und findet hier eine erstklassige Möglichkeit vor, die Handelssoftware und Tools wie Charts und Indikatoren sozusagen von der Pike auf kennenzulernen.

Die Nutzung derartiger Ressourcen ist deshalb in jedem Fall eine Option, die nicht nur für angehende Daytrader, sondern auch für Aktionäre durchaus ihren Wert hat.

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Fazit: Strategie-Änderung bei Gazprom

Gazprom ist ein Beispiel dafür, dass sich fundierte Analysen von börsennotierten Unternehmen lohnen. Denn bei eingehender Beschäftigung mit den Kennzahlen und unter Berücksichtigung politischer und wirtschaftlicher Nachrichten lassen sich mitunter Differenzen zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der zukünftigen Strategie ermitteln, die wertvolle Hinweise auf gute Einstiegszeitpunkte liefern. Das war bzw. ist der Fall bei Gazprom. Noch Ende 2018 bemängelten im Netz Anleger in manchen Foren das „Herumdümpeln“ der Aktie, obwohl sich schon für 2018 eine Steigerung der Dividende erwiesen hatte. Nachdem für 2019 eine Dividenenverdoppelung angekündigt wurde, beginnt die Öffentlichkeit von Gazprom Aktien bzw. ADRs Notiz zu nehmen. Da Goldman Sachs hier ein Kursziel von 8 US Dollar annimmt, ist für Investoren bei Gazprom beim derzeitigen Preis durchaus noch Luft.

Für die Zukunft hoffen lassen die Assets, so das extrem umfassende Netz von Pipelines, aber auch die Entscheidung, durch Ausgründungen mehr Transparenz zu schaffen und gleichzeitig asiatische Börsen ins Visier zu nehmen. Weitere interessante Veränderungen sind möglich, sofern gegenwärtige Voraussetzungen überdacht und gegebenenfalls verändert werden. So könnte Gazprom an nur wenigen Stellschrauben drehen und mit der Öffnung seiner Europa-Pipelines für andere Anbieter den eigenen Marktanteil in der EU nochmals steigern.

Es stimmt also alles bei den Gazprom Aktien: die Kennzahlen, die Dividenden, die Bewertung und die Marktposition. Wenig verwunderlich, dass Analysten schon seit mehr als einem halben Jahr zum Kauf raten.

Bilderquelle: shutterstock.com