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flatex erhöht die Preise: Das sollten Trader beachten!

flatex erhöht preise

Der Online Discount Broker flatex erhöhte kürzlich seine Preise für Neukunden. Bestandskunden profitieren nach wie vor von den bisherigen flatex Gebühren. Doch wahrscheinlich sollen auch sie zum Jahreswechsel hin ebenfalls die höheren flatex Preise zahlen. Attraktiv bleibt der Broker dennoch, egal ob für Neu- oder Bestandskunden. Weiterhin Bestand hat auch das sogenannte Flatrate Modell, bei dem Anleger immer denselben Preis zahlen, egal wie hoch das Ordervolumen ist. Welche Preise flatex konkret erhöht und welche Tipps und Tricks für Trader es gibt erklärt dieser Artikel. Möglicherweise lohnt sich im Aktiendepot Vergleich jetzt auch ein anderer Online Broker eher? Auch auf diese Frage gehen wir näher ein.

WEITER ZU FLATEX: www.flatex.de

Preise für börslichen Handel zum 01. November erhöht

Vor kurzem machte der Online Broker auf sich aufmerksam, als flatex Negativzinsen einführte. Diese betreffen Guthaben auf dem Verrechnungskonto und richten sich dabei nach dem Einlagensatz der EZB, derzeit – 0,40 Prozent. Jetzt müssen Kunden eine weitere bittere Pille schlucken: flatex erhöht die Preise für den Börsenhandel. Welche flatex Gebühren und Bereiche konkret betroffen sind, zeigt die nachfolgende Auflistung:

  • Xetra Handel: 5,90 Euro Festpreis zzgl. Börsengebühren (bisher 5,00 Euro)
  • Kauf von Namensaktien: 0,60 Euro je börslich ausgeführter Order (bisher kostenfrei)
  • US-Handel: Ab 25.000 Euro Ordervolumen kostet die Order 9,90 Euro zzgl. 0,04 Prozent
  • Xetra-Gold: 0,025 Prozent Gebühr pro Monat
  • ETF-Sparplan: 1,50 Euro je Ausführung (bisher 0,90 Euro)

Das Positive vorweg: Neben der onvista bank ist flatex weiterhin der einzige Broker, der ein Flatrate Modell anbietet. Das macht die Kalkulation wesentlich einfacher und ist zudem auch im Vergleich mit anderen Anbietern immer noch sehr günstig. Die Flatrate Gebühr von 5,90 Euro für außerbörsliche Transaktionen sowie über Tradegate und Gettex bleiben bestehen. Allerdings wurden die Gebühren für den Xetra Handel in Frankfurt von 5,00 Euro auf jetzt auch 5,90 Euro angehoben. Hinzukommen jedoch noch Börsengebühren, was dann effektiv eine Ordergebühr bei Xetra von mindestens 8,14 Euro ergibt. Fairerweise muss man sagen, dass die Börsengebühren wie der Name ja bereits sagt, nicht von flatex erhoben werden, sondern vom jeweiligen Börsenbetreiber. Der Online Broker selbst hat darauf weder Einfluss noch kann er im Detail sagen, wie sich diese Kosten zusammensetzen. Im Zweifelsfall muss der Anleger selbst bei der Börse nachfragen.

flatex gebühren

flatex im Online Broker Preisvergleich – Der Anbieter zeichnet seine Preise transparent aus.

Der Kauf von Namensaktien war bisher kostenfrei auch über die Börse möglich. Ab November diesen Jahres fällt auch hier eine Gebühr von 0,60 Euro pro Order an. Das ist im Depot Vergleich immer noch ein guter Wert. Andere Anbieter setzen hier Gebühren von 1,50 Euro an. Beim Verkauf von Namensaktien wird diese Gebühr übrigens nicht fällig.

US-Handel erst ab 25.000 Euro Ordervolumen teurer

Eine weitere Erhöhung der flatex Preise betrifft den US-Handel (bezieht sich auch auf Kanada). Bisher galt hier ein Festpreis von 9,90 Euro. Das gilt auch weiterhin aber nur bis zu einem Ordervolumen von 25.000 Euro. Ab dieser Summe werden zusätzlich 0,04 Prozent Gebühren fällig. Bei einer 25.000 Euro Order ergibt das also 19,90 Euro zzgl. Börsengebühren. Wer zum Beispiel 45.000 Euro in eine US-Aktie investieren will kommt unter Umständen günstiger, wenn er zwei Orders aufgibt. Allerdings muss der Anleger dann wieder bedenken, dass der Kurs bei der zweiten Order wahrscheinlich anders ist wie bei der ersten.

WEITER ZU FLATEX: www.flatex.de

Achtung flatex Gebühren: Für jede ausländische Dividendenzahlung fallen Gebühren an

Im Zusammenhang mit dem Handel von US-Aktien wollen wir noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam machen. Flatex veranschlagt eine Gebühr für die Einlösung von Dividenden. Bei inländischen Aktien ist die Dividendenzahlung kostenfrei. Doch bei ausländischen Aktien im Depot werden Kosten von mindestens 1,50 Euro je Dividendenzahlung fällig. Die genauen flatex Gebühren sehen wie folgt aus:

  • Inlandsaktien: 0,00 Euro
  • Auslandsaktien:
    • Dividende bis 15 Euro Gegenwert: 1,50 Euro
    • Dividenden ab 15 Euro Gegenwert: 5,00 Euro
  • Ausschüttung von Fonds und ETFs: 0,00 Euro

Immer mehr Anleger setzen auf eine Dividendenstrategie um entweder ein passives Einkommen nebenbei aufzubauen oder für ein Zusatzeinkommen neben der Rente zu sorgen. In jedes Dividenden Depot gehören US-Aktien. Amerikanische Firmen zahlen die Dividenden im Gegensatz zu deutschen Unternehmen jedoch häufig Quartalsweise. Wer daher eine Dividende von mehr als 15 Euro erhält, muss 20 Euro Gebühren im Jahr zahlen – pro Dividendenzahler! Hat ein flatex Anleger zum Beispiel 10 US-Aktien im Depot, kommt so im Jahr schnell ein dreistelliger Wert zusammen. Außerdem gibt es Unternehmen, wie beispielsweise Realty Income Corporation, die eine monatliche Dividende zahlen.

Wer auf ausländische Dividendenzahler setzt, ist mit flatex nicht unbedingt gut beraten. Zwar sind die Ordergebühren in vielen Fällen deutlich niedriger als bei der Konkurrenz. Doch auf's Jahr hochgerechnet kommt der Investor dann letztlich wahrscheinlich doch teurer. Der direkte Konkurrent der ebenfalls mit einem Festpreis Modell wirbt – onvista bank – bietet dagegen gebührenfreie Dividendeneinlösungen, egal ob im In- oder Ausland. Eine Alternative wäre der Kauf von flatex Dividenden ETFs. Hier fallen keine flatex Gebühren bei einer Ausschüttung an.

flatex gebühren dividenden

Wer eigene Strategien mit Dividendezahlern aus dem Ausland umsetzen will, sollte genau auf die Gebühren achten.

Fonds- und ETF-Sparpläne werden teurer

Immer mehr Investoren wollen nicht nur einmalig ETFs kaufen, sondern einen ETF Sparplan einrichten um monatlich Geld beiseite zu legen und Vermögen aufzubauen. Neben der Auswahl der ETFs spielen natürlich auch die flatex Gebühren für ETF Sparpläne eine wesentliche Rolle, vor allem da diese ja regelmäßig (je nach Ausführungsintervall) anfallen. Seit November diesen Jahres kostet ein flatex ETF Sparplan 1,50 Euro je Ausführung anstatt 0,90 Euro wie bisher. Das gilt übrigens auch für Fonds Sparpläne. Die Mindestsparrate beträgt in der Regel 50 Euro.

Weiterhin gratis flatex ETF Sparpläne vorhanden

Wie bereits erwähnt erhöht flatex zwar die Gebühren für ETF Sparpläne, dennoch gibt es immer noch eine ganze Reihe von ETFs die weiterhin „kostenlos" bespart werden können. Auf der Homepage des Anbieters finden Kunden über 350 ETFs von db X-trackers, comstage und Lyxor, die weiterhin gebührenfrei handelbar sind.

Ganz kostenlos sind ETFs im Allgemeinen ja auch nicht. Schließlich fallen auch innerhalb des Fonds diverse Gebühren an, die jedoch verrechnet werden. Die sogenannten Additional Trading Costs (ATC) betragen im Schnitt 0,25 Prozent und fallen eben auch bei den gratis ETF Sparplänen an. Derzeit bietet flatex circa 760 ETFs im Rahmen eines Sparplans an. Damit belegt der Broker im Vergleich einen der vorderen Plätze.

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Alternative DEGIRO oder onvista bank

Wer als flatex Kunde auf der Suche nach einer Alternative ist, wird vor allem bei zwei Anbietern fündig: DEGIRO und onvista bank. In unserem DEGIRO Testbericht konnten wir dem Broker die beste Platzierung in unserem Anbieter Vergleich vergeben. Zwar gibt es kein Festpreis Modell, aber die Gebühren liegen dennoch zum Teil deutlich unter denen anderer Broker. Bei DEGIRO kostet eine Xextra Order beispielsweise nur 2,00 Euro zzgl. 0,008 Prozent vom Volumen. Das heißt, dass Händler erst ab einem Ordervolumen (Xetra) von etwa 75.000 Euro auf eine Gebühr wie bei flatex kommen! Im US-Handel fallen sogar nur 0,50 Euro plus 0,004 USD je Aktie an. Es gibt keinen Broker in Deutschland der günstiger ist.

DeGiro Gebühren

Es gibt wohl keinen zweiten Broker wie DEGIRO der solch günstige Preise bietet

Wer lieber ein Flatrate Modell bevorzugt, dem sei das onvista bank Depot empfohlen. Dort gilt weiterhin ein Festpreis von 5,00 Euro je Order zzgl. 1,50 Euro pauschalisierte Handelsplatzgebühr (Inland) bzw. 10,00 Euro zzgl. 2,50 Euro für den US-Handel. Die Einlösung von in- und ausländischen Dividenden ist sowohl bei DEGIRO als auch bei der onvista bank kostenfrei. Da die onvista bank von der comdirect übernommen wurde, gehen wir persönlich davon aus, dass die Preise dort stabil bleiben werden. Wir vermuten, dass die beiden Banken ihre Synergien einsetzen und auch die Handelssysteme zusammen nutzen. Damit können die Broker auch weiterhin preiswerte Alternativen zu flatex bieten.

Weiter zu DEGIRO: www.degiro.de

Fazit: flatex weiterhin günstig büßt aber an Attraktivität ein

Der Online Broker flatex ist trotz der Gebührenerhöhung, die Bestandskunden dann zum Jahreswechsel wahrscheinlich auch treffen wird, auch weiterhin absolut empfehlenswert. Vor allem für Trader, die viele Wertpapiertransaktionen tätigen profitieren vom weiterhin günstigen Festpreis Modell. Im außerbörslichen Handel gelten die Preise wie gehabt. Außerdem bietet der Broker in Kooperation mit verschiedenen Emittenten auch weiterhin den 0 Euro Handel an. In der Gesamtbetrachtung bleibt flatex daher weiter günstig, büßt aber in manchen Bereich an Attraktivität ein. Weniger empfehlenswert ist flatex dagegen für Investoren, die auf Dividendenstrategien setzen, denn bei Dividendenzahlungen aus dem Ausland fällt immer eine Gebühr an.

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich

Ruben Wunderlich war nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und einem BWL-Studium 6 Jahre lang im Finanzsektor tätig. Dieses Wissen nutzt er seit einigen Jahren nun für seine freiberufliche Tätigkeit als Finanzredakteur
Ruben Wunderlich
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