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Die verständliche Börse Erklärung!

Was lässt sich an der Börse handeln und warum gibt es sie überhaupt? Und was ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen? All diese Fragen sollte beantworten können, wer an der Börse Geld investiert. Glücklicherweise sind die Antworten ganz einfach.

Börse Erklärung in Stichpunkten

  • Börse ist Handelsplatz
  • Aktien sind Unternehmensanteile
  • Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis
  • ETFs als Alternative für vorsichtige Anleger
Börse Erklärung Bild

Im Jahr 1540 nahm die Börse in Nürnberg ihre Arbeit auf. Das Börsengebäude ist bis heute Sitz der IHK. Die ältesten deutschen Börsen in Nürnberg und Augsburg existieren heute beide nicht mehr. Foto: Kurt Fuchs, bezogen über IHK Nürnberg

Was ist die Börse?

zielgruppeVereinfacht gesagt ist die Börse ein regulierter Handelsplatz. Als 1540 in Nürnberg und Augsburg die ersten deutschen Börsen gegründet wurden, sollten sie vor allem den Handel besser organisieren. Es gab feste Handelszeiten und -plätze sowie ein Selbstverwaltungsorgan der Kaufleute, aus dem später die IHK hervorging. Ziel des Rates der Freien Reichsstadt sowie der 61 beteiligten Nürnberger Kaufleute um den Messinghändler Wolf Kern war es, die „Unordnung des Marktes" zu beenden. Alle Händler arbeiteten an einem festen Platz und zu festen Zeiten, eine Börsenglocke gab es schon damals. Dadurch war die Markttransparenz größer, beide Seiten hatten einen besseren Überblick über Angebot und Nachfrage und konnten realistischere Preise bilden als zuvor, als Käufer oder Verkäufer bei verschiedenen Händlern erst die Preise erfragen mussten.

Gehandelt wurden damals noch keine Wertpapiere, als älteste europäische Wertpapierbörsen gelten die Einrichtungen in Antwerpen (1531) und Hamburg (1558). Aber das Prinzip ist das gleiche, weil die Händler an festen Zeiten und zu festen zusammenkommen, ist die Transparenz größer. Außerdem sind die Anteile standardisiert, jede Aktie repräsentiert den gleichen Anteil und die gleichen Rechte wie ein anderes Papier mit der gleichen Wertpapierkennnummer. Zwar geben einige Unternehmen verschiedene Arten von Aktien heraus, beispielsweise Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien, doch mehr als zwei Arten von Aktien gibt es bei kaum einem deutschen Unternehmen, die sich außerdem durch eine unterschiedliche Wertpapierkennnnummer (WKN) beziehungsweise ISIN (eine international einheitliche Kennziffer) eindeutig unterscheiden.

Die Börse bietet für den Handel einen organisatorischen Rahmen. Dadurch werden Transparenz und Rechtssicherheit erhöht.

Aktien und Anleihen

wechselAn den ersten Börsen wurden keine Aktien gehandelt, sondern Waren oder Wechsel. Die älteste noch existierende deutsche Börse in Köln ist seit der Reduzierung der Zahl der Wertpapierbörsen von 21 auf neun durch die Nationalsozialisten (denen auch die Augsburger Börse zum Opfer fiel) wieder eine reine Warenbörse, an der Rheinischen Warenbörse können Eier, Futtermittel, Kartoffeln, Heu und Stroh gehandelt werden. An der Leipziger EEX wird dagegen vor allem Strom ge- und verkauft.

Wer heute den Begriff Börse hört, der denkt aber meistens an Wertpapierbörsen. Dort werden vor allem Aktien und Anleihen gehandelt, aber auch Optionsscheine oder Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Fonds.

Bild Eon Aktie

Viele Energieunternehmen haben keine eigenen Kraftwerke, sondern kaufen den Strom über die Energiebörse EEX in Leipzig und übernehmen nur den Vertrieb. Foto: EEX Pressebild von Jürgen Jeibmann, Leipzig

Aktien und Anleihen werden meist von Unternehmen und Banken herausgegeben, letztere aber auch von Staaten. Während eine Anleihe ein verbriefter Kredit ist, ist eine Aktie ein Anteilsschein. Anleihengläubiger erhalten deshalb klassischerweise einen festen Zins, auch wenn sich mittlerweile eine Reihe von Mischformen etabliert haben, beispielsweise Anleihen mit variablem Zins oder Wandelanleihen, die am Ende der Laufzeit in Aktien getauscht werden können. Ein Deutsche Bank-Aktionär ist dagegen Miteigentümer des Geldhauses.

Aktionäre sind Eigentümer eines Unternehmens, Anleihengläubiger dagegen Kreditgeber. Der Unterschied zeigt sich vor allem bei den Rechten der beiden Gruppen.

Aktionärsrechte und -pflichten

FazitDie Unterschiede zwischen Aktionären und Anleihengläubigern zeigen sich vor allem bei den Rechten. Aktionäre haben beispielsweise keinen Anspruch auf eine feste Zahlung, sie erhalten stattdessen eine Dividende, deren Höhe von der Hauptversammlung festgelegt wird. Macht das Unternehmen Verluste, dann entfällt die Dividende, während die Zinsen der Anleihengläubiger weiter bezahlt werden müssen. Wird das Unternehmen insolvent, verlieren zwar auch die Anleihenbesitzer meist Geld, ihre Ansprüche werden aber vor denen der Aktionäre bedient.

Dafür haben Aktionäre eine höhere Chance auf Kursgewinne. Zwar schwanken auch Anleihen im Kurs, aber die Ausschläge nach oben sind begrenzt, da auch die möglichen Gewinne durch den festgelegten Zinssatz begrenzt sind. Am Ende der Laufzeit wird außerdem immer der Nennwert zurückgezahlt.

Aktienportfolio Bild

Früher wurden Aktien als Urkunde ausgestaltet. Sie bestanden aus einem Mantel, der hier abgebildet ist, sowie einem Bogen. Letzterer enthielt die Kupons, mit den Aktionäre sich beispielsweise die Dividende auszahlen lassen konnten. Dafür musste der Kupon abgeschnitten und vorgelegt werden. Waren alle verbraucht, erhielt man gegen den ebenfalls auf dem Bogen enthaltenen Talon einen neuen Bogen. Foto: Flickr @ Gipsmuseum Walkenried

Außerdem sind Aktionäre an der Hauptversammlung stimmberechtigt. Einzige Ausnahme sind stimmrechtslose Vorzugsaktien, wie sie beispielsweise beim Autohersteller BMW zu finden sind. Diese bieten eine höhere Dividende, dafür haben deren Aktionäre kein Stimmrecht. Solche stimmrechtslosen Aktien gibt es allerdings immer nur zusätzlich zu den Stammaktien.

Anders als Einzelunternehmer müssen Aktionäre aber keine Angst haben, dass im Fall einer Unternehmenspleite die Gläubiger bei ihnen an die Türe klopfen. Sie hafte nur mit dem eingezahlten Kapital und nicht mit dem Privatvermögen, maximal verlieren sie also ihre Investition.

Zu den klassischen Rechten von Aktionären zählt das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Macht das Unternehmen Gewinne, wird oft auch eine Dividende gezahlt, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Handelsgebühren und Kosten

geldboerseFür den Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen Kosten an. Zunächst erheben die Börsen meist Gebühren, die von den Brokern an die Kunden weitergeleitet werden. Teuer sind aber vor allem die Dienste des Brokers selbst, der den Auftrag der Kunden an die Börse weiterleitet und abwickelt.

Mittlerweile bieten viele Online-Broker ein Depot ohne Grundgebühren oder bieten das Depot für Privatkunden sehr günstig an, so etwa beim Postbank Brokerage. Einige wie die Sparkassen-Tochter S-Broker binden die Kostenfreiheit zwar an Bedingungen, viele erheben aber nur beim Kauf und Verkauf Gebühren. Meist setzt sich die Gebühr aus einem Grundbetrag und einem prozentualen Zuschlag zusammen. Kleinanleger sollten vor allem die Mindestgebühr beachten.

Bei den Angeboten gibt es große Unterschiede, die nicht immer durch eine unterschiedliche Dienstleistungsqualität gerechtfertigt sind. Interessenten sollten deshalb die Anbieter vergleichen.

Viele Broker bieten ein kostenloses Depot, allerdings fallen für Käufe und Verkäufe Gebühren an.

Fazit

Die Börse ist ein organisierter Handelsplatz. Meist sind mit dem Begriff Wertpapierbörsen gemeint, an denen beispielsweise Aktien, Anleihen oder ETFs gehandelt werden. Letztere sind eine gute Möglichkeit für Kleinanleger, Geld in Aktien zu investieren, wenn sie sich nicht zu sehr mit der Auswahl der richtigen Aktien beschäftigen wollen oder kein Zutrauen in ihre Fähigkeiten als Trader haben. Eine erfolgreiche Aktie setzt immer ein erfolgreiches Unternehmen voraus, denn Aktien sind nichts anders als Anteilsscheine an einer Firma.

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