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Hohe Rückflüsse bei Anleihen-ETFs!

Nachdem ich letztens die aktuelle Entwicklung bei Aktien ETFs näher unter die Lupe genommen hatte, habe ich mir nun die Lage bei den Anleihen ETFs genauer angeschaut. Und das Bild war sehr unterschiedlich. Während es bei Aktien ETFs relativ hohe Zuflüsse gab, hatten die Anleihen ETFs mit hohen Netto-Abflüssen zu kämpfen. Hier der Blick auf die Details:

Von -742 Mio. Euro im Mai auf rund +3,1 Mrd. Euro im Juni – das war die Entwicklung bei europäischen ETFs auf Aktien. Ein beeindruckender Turnaround. Dies hatte ich in folgendem Beitrag näher besprochen:
Quelle:
Aktien ETFs mit beeindruckendem Turnaround

Nun der Blick auf die Entwicklung des europäischen ETF-Marktes auf ANLEIHEN. (Quelle der Zahlen: Lyxor ETF). Hier die Fakten:

Entwicklung bei europäischen Anleihen ETFs im Juni

  • Im Juni gab es erneut massive Abflüsse aus Anleihen ETFs. Die Netto-Rückflüsse lagen den Zahlen zufolge bei 1,7 Mrd. Euro
  • Bereits im Mai hatte es bei Anleihen ETFs Netto-Rückflüsse gegeben
  • Vor einem Jahr lagen die Netto-Zuflüsse im Bereich 2 Mrd. Euro

Es ist nun die Frage, ob dies ein neuer Trend ist oder ein längerer „Ausrutscher“. Denn von Januar bis April hatte es Monat für Monat recht hohe Netto-Zuflüsse in Anleihen ETFs gegeben. Diese lagen monatlich im Bereich rund 4 Mrd. Euro (im April sogar rund 6 Mrd. Euro). Und das, obwohl es z.B. mit ETFs auf Bundesanleihen an Zinsen kaum etwas zu verdienen gab.

Beruhigung nach der „Griechenland-Krise"

Der Juni war bekanntlich durch die „Griechenland-Krise“ geprägt. Dieser Unruhefaktor hat sich nun ja (vorläufig?) beruhigt, vielleicht steigen deshalb auch wieder die Zuflüsse in Anleihen ETFs. Im Juni jedenfalls waren aus ETFs auf europäische Staatsanleihen netto 750 Mio. Euro abgeflossen. Aus den „Emerging Markets“ (Schwellenländern) flossen ebenfalls Mittel ab, und zwar netto 245 Mio. Euro.

Und letztlich gab es auch bei Unternehmensanleihen der Kategorie „Investment Grade“ satte Abflüsse, von netto 403 Mio. Euro. Netto-Abflüsse von „nur“ 90 Mio. Euro gab es bei den Hochzinsanleihen im Unternehmenssektor. Dort ist das Risiko ohnehin hoch – da lässt man sich wohl nicht so leicht von Dingen wie „Griechenlandkrise“ abschrecken…

Hohe Abflüsse bei Anleihen ETFs – Zuflüsse bei Aktien ETFs. Das sieht doch nach einer klassischen Umschichtung aus: Raus aus Anleihen (bzw. ETFs auf diese) und rein in Aktien (bzw. deren ETFs). Generell spricht dies dafür, dass sich die Risikobereitschaft der Anleger erhöht hat, da Aktien generell als riskanter als Anleihen angesehen werden. Insofern kann die Entwicklung beim ETF Markt durchaus hilfreich sein, wenn es darum geht, das „Sentiment" = die Stimmungslage der Privatanleger(innen) einzuschätzen. Denn bekanntlich machen auch Stimmungen die Kurse.

Bundesanleihen in der Funktion eines „sicheren Hafens"

Übrigens: Bei ETFs auf deutsche Staatsanleihen gab es Netto-Rückflüsse von 191 Mio. Euro. Verglichen mit den Netto-Rückflüssen aus Anleihen ETFs insgesamt von 1,7 Mrd. Euro ist dies keineswegs besonders viel. Offensichtlich haben deutsche Staatsanleihen (bzw. ETFs auf diese) weiterhin einen Status als gewisse „sichere Häfen“. Im relativen Vergleich mit anderen Staatsanleihen ist dies meiner Einschätzung nach auch durchaus richtig. Der große Nachteil bei deutschen Staatsanleihen ist auch weniger die Bonität, als vielmehr die sehr geringe Verzinsung.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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