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Ist Ethereum ein Wertpapier? CFTC & SEC diskutieren 2018 über weitere Entwicklung

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In den USA gibt es zurzeit eine Diskussion darüber, ob es sich bei Ethereum um ein Wertpapier handelt. Die amerikanische Börsenaufsicht SEC und die für Optionen und Futures zuständige CFTC halten Ethereum für eine Grauzone. Wie das Wall Street Journal berichtet, prüfen die beiden Behörden im Moment, ob Ethereum ein Wertpapier im Sinne des US-Gesetzes ist. Man spricht noch von einer Grauzone, eine endgültige Entscheidung ist wohl noch nicht gefallen.

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Untersuchung zu ICO bei Ethereum 2014

Die Untersuchung konzentriert sich wohl auf das weltweit erste Inital Coin Offering im Juni 2014, dass damals Ethereum durchgeführt hatte. Dabei nahm die Ethereum Foundation über 31.000 Bitcoins (zum damaligen Zeitpunkt rund 18,3 Dollar) ein. Dieses ICO wird von den beiden Behörden wohl als Grauzone angesehen.

Weiter heißt es beim Wall Street Journal, dass für die Klassifizierung als Wertpapier spricht, dass die Einnahmen des ICOs zur weiteren Entwicklung von Ethereum verwendet wurden. Im Sommer 2014 investierten viele Anleger in die Kryptowährung, das sie sich eine Wertsteigerung erhofft hatten. Diese war jedoch eng mit der Weiterentwicklung der Ethereum-Plattform verbunden. Aus diesem Grund investierten Anleger in das ICO.

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Einfluss der Gründer auf Ethereum

Die Behörden untersuchen wohl auch, welchen Einfluss die Ethereum Foundation sowie die Gründer von Ethereum, allen voran Vitalik Buterin, auf die Entwicklung des Ethereum-Preises haben. Die SEC und die CFTC wollen wissen, ob Buterin und die anderen Gründer großen Einfluss auf den Wert von Ethereum ausüben. Bei Aktienkursen von Unternehmen hängt der Kurs oftmals von den Managern des Unternehmens sowie ihrer Strategie, Leistung und Investitionen ab.

Wenn die Behörden Ethereum nun als Wertpapier einstufen, hätte sich die Ethereum Foundation laut den Gesetzen in den USA schon vor dem ICO 2014 bei der SEC registrieren müssen. Gary Gensler, der ehemalige Vorsitzende der CFTC, sagte, dass Ethereum in seiner Entwicklung nach der ersten Ausgaben von Ethereum über das Mining dezentralisiert wurde. Daher ist Ethereum aus seiner Sicht ein sogenanntes nicht-konformes Wertpapier (englisch: Noncompliant Security).

Richtungsweisende Entscheidung

Am 7. Mai wollen Vertreter beider Behörden erneut zusammenkommen. Bei diesem Treffen solle es um mögliche Maßnahmen gehen. Die Entscheidung der SEC und der CFTC könnte auch für andere Kryptowährungen, die im Rahmen von ICOs ausgeben werden, richtungsweisend sein. Derzeit ist die endgültige Entscheidung beider Behörden wohl komplette offen, das das ICO bereits vier Jahre zurück liegt.

Nach dem ICO wurden alle weiteren Einheiten der Kryptowährung über das Mining hergestellt. Die Ethereum Foundation selbst in nur im Besitz von weniger als einem Prozent aller Ether. Der Einfluss der Stiftung auf den Kurs der Kryptowährung ist daher äußerst begrenzt. Außerdem erfolgt die weitere Entwicklung der Plattform von Ethereum größtenteils dezentral. Auch viele Projekte werden dezentral gesteuert.

Auch Ripple möglicherweise Wertpapier

Die Kryptowährung Ripple könnte ebenfalls als Wertpapier angesehen werden. Die Diskussion über Ripple läuft in den USA schon seit einigen Wochen. Gary Gensler bezeichnete Ripple und Ethereum in einem Interview als nicht-konforme Wertpapiere nach der Definition der US-Gesetze. Beide Kryptowährung seinen mit nicht-registrierten Wertpapierangeboten emittiert wurden. Der Handel an Kryptobörsen war damit aus seiner Sicht illegal.

Gary Gensler war in der Amtszeit von Barack Obama als US-Präsident zwischen 2009 und 2014 der Vorsitzende der CFTC. Danach war er als Finanzchef in der Wahlkampfkampagne von Hillary Clinton aktiv. Für ihr gibt es klare Anzeichen, dass Ethereum und Ripple Wertpapiere sind und durch ein ICO emittiert wurden.

Bitcoins keine Wertpapier laut Gary Gensler

Nach dieser Definition sind Bitcoins keine Wertpapiere. Bei der Kryptowährung gab es kein ICO und sie wurde auch nicht von einer zentralen Stelle ausgeben. Dennoch wären nach der Definition Genslers fast alle Kryptowährungen Wertpapiere. Ausnahmen wären lediglich einige wenige Kryptowährungen wie Bitcoins, Litecoin oder Monero.

Im gleichen Interview sagte Gensler allerdings, dass auch die Möglichkeit, Ethereum als Noncompliant Security einzustufen, hoch sei. Aya Miyaguchi, die Leiterin der Ethereum-Stiftung, sagte der New York Times, dass die Stiftung weder die Versorgung mit Ethereum steuern würde, noch die Möglichkeit habe, Ethereum auszugeben. Die Ethereum-Stiftung selbst hält nur sehr wenige Ether.

Ripple ein Wertpapier?

Dies ist bei Ripple etwas anders. Hinter der Kryptowährung steht das Unternehmen Ripple Labs, dass im Besitz von mehr als 50 Milliarden Ripple, und damit dem Großteil aller Ripple-Einheiten, ist. Diese sollen nach und nach an die Nutzer ausgeben werden. Ripple ist im Vergleich zu anderen Kryptowährungen deutlich zentraler organisiert. Die Einstufung als Wertpapier ist daher durchaus möglich.

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Das Unternehmen selbst sagte, dass man mit Ripple keine Beteiligung am Unternehmen erwerben würde und die Besitzer der Kryptowährung keine Dividenden ausgeschüttet bekommen. Die Kryptowährung sei zwar von einem Unternehmen erstellt worden, könnte aber auch unabhängig und ohne das Unternehmen weiter bestehen.

Diskussion bei Anhörung im britischen Parlament

Ripple geriet außerdem am 1. Mai bei einer Anhörung vor dem britischen Parlament unter Druck. Das Unternehmen war eingeladen worden, um über Kryptowährungen und die Blockchain zu informieren. Auch Martin Walker, der Director for Banking and Finance vom Centre for Evidence-based Management war zugegen. Er nannte Ripple wenig innovativ und unbrauchbar für die Finanzindustrie.

Ryan Zagone sollte in seiner Funktion als Direktor für Regulierungsbeziehungen bei Ripple über die Vor- und Nachteile der Blockchain und über Kryptowährungen sprechen. Allerdings entwickelte sich eine Diskussion über Ripple. Zagone sagte, internationale Überweisungen hätten derzeit einige Nachteile. Ripple könnte die Ineffizienz bei länderübergreifenden Zahlungen lösen und damit den Banken auch Kosten sparen.

Zweifel an Nutzen von Ripple für Banken

Walker bezweifelte allerdings die Verwechslungsmöglichkeit von Ripple als Zahlungsmittel zwischen Banken. Die Technik von Ripple würde nicht viel mehr bieten, als das aktuelle SWIFT-Messaging-System. Auch die große Volatilität würde Banken daran hindern, Ripple zu nutzen.

Zagone sagte, eine Transaktion mit Ripple würde in drei bis vier Sekunden erfolgen, daher sei das Risiko der Volatilität sehr gering. Walker entgegnete, dass Banken dennoch Liquidität bereitstellen müssen, um mit der Kryptowährung zu arbeiten. Die Banken müssten somit die sehr volatile Kryptowährung halten, was im Finanzsektor ein großes Risiko darstellen würde.

Wichtig ist hier zu wissen, dass Martin Walker Produktentwickler beim Blockchain-Konsortium R3 war. R3 ist ein direkter Konkurrent von Ripple. Ihre Technologien sind sehr ähnlich. Derzeit läuft ein Rechtsstreit zwischen beiden Unternehmen.

Nicht alle Kryptowährungen Wertpapiere

Ende März versuchten bereits Vertreter der Risikokapitalgesellschaften Andreessen Horowitz und Union Square Ventures aus dem Silicon Valley, die SEC bei einem Treffen davon zu überzeugen, Kryptowährung, die bei ICOs ausgeben werden, nicht pauschal als Wertpapier einzustufen.

Vor allem Ethereum ist mittlerweile eng mit ICOs verknüpft. Im vergangenen Jahr wurden sechs Milliarden Dollar über ICOs eingesammelt. Viele dieser ICOs erfolgten über Ethereum. ICOs sind gerade für junge Unternehmen ein vielversprechender Weg, um ohne den Weg über die Börse Geld für ihre Projekte zu erhalten.

Im Rahmen eines ICOs werden Tokens herausgeben und von Anlegern gekauft. Auf diesem Weg erwerben sie Anteile an einem Unternehmen oder das Recht auf eine spätere Leistung. Oft werden ICOs über die Blockchain von Ethereum durchgeführt. Allerdings wurden auch einige Betrugsfälle bekannt.

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Änderungen bei ICOs durch Ethereum

Vitalik Buterin schlug daher kürzlich Änderungen vor. Aus seiner Sicht besteht das Problem bei ICOs darin, dass alle einsammelten Gelder direkt nach dem Abschluss des Token-Verkaufs in voller Höhe an Unternehmen ausgeschüttet werden. Dies kann dazu verleiten, das Geld in die eigene Tasche zu stecken und nicht in das Unternehmen zu investieren.

DAICOs (Decentralized autonomous Inital Coin Offerings) könnten hier Abhilfe schaffen und Anlegern die Sicherheit geben, dass ihr Kapital in das Unternehmen investiert wird. Auch das Risiko eines Totalverlustes kann sich so reduzieren. Zunächst wird nur ein kleiner Teil des eingenommenen Geldes nach Ende des Token-Verkaufs an das Unternehmen weitergegeben. Damit kann das Unternehmen mit dem Aufbau seines Projekts beginnen. Später erfolgen dann, wenn das Unternehmen zuvor festgelegte Meilensteine erreicht hat, weitere Auszahlungen.

Wenn das Unternehmen mehr Kapitals benötigt, können alle Token-Käufer darüber abstimmen. Außerdem soll über DAICOs die Entwicklung des Unternehmens transparenter werden. Anleger können so verfolgen, wie sich das Unternehmen, in das sie investiert haben, weiterentwickelt.

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Fazit: Sind Kryptowährungen Wertpapiere?

In den USA wird gerade darüber diskutiert, ob Ethereum ein Wertpapier nach den amerikanischen Gesetzen ist. Die US-Börsenaufsicht sowie die für Futures und Optionen zuständige CFTC überprüfen gerade das ICO bei Ethereum aus dem Jahr 2014. Noch ist keine Entscheidung gefallen. Wenn sich jedoch herausstellt, dass Ethereum ein Wertpapier darstellt, hätte sich das Unternehmen schon vor diesem ICO bei der SEC registrieren müssen. Damals investierten Anleger in das ICO, da sie sich von einer Verbesserung der Ethereum-Plattform weitere Wertsteigerungen erhofften. Danach wurden alle Ether über das Mining hergestellt.

Die US-Behörden untersuchen zudem, welchen Einfluss die Ethereum Foundation sowie die Ethereum-Gründer um Vitalik Buterin auf die Preisentwicklung der Kryptowährung haben. Ethereum hält weniger als ein Prozent aller Ether.

Gary Gensler, der ehemalige Vorsitzende der CFTC, argumentiert, dass Ethereum daher als sogenanntes nicht-konformes Wertpapier eingestuft werden. Auch bei Ripple stellt sich die Frage, ob es sich bei der Kryptowährung um ein Wertpapier handelt. Falls alle Kryptowährungen, die zu Beginn von einem Unternehmen oder durch ein ICO ausgeben wurden, ein Wertpapier nach US-Definition sind, würde dies auf fast alle Kryptowährungen zutreffen. Daher könnte die Entscheidung der beiden US-Behörden richtungsweisend sein.

 

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