Erneut Probleme bei Boeing

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 19.07.2021


Boeing muss die Produktion und die Auslieferungsziele des Langstreckenjets 787 „Dreamliners“ erneut reduzieren, da es zu Qualitätsproblemen bei der Verarbeitung des Flugzeugs gekommen sein soll. Dies ist nach den Schwierigkeiten mit dem Modell 737 Max und der Corona-Pandemie ein neuer Rückschlag für den amerikanischen Autobauer. Aktien aus der Branche können auch, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, bei XTB gehandelt werden.

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Qualitätskontrolle der US-Luftfahrtbehörde

Die US-Luftfahrtbehörde FAA führte eine Qualitätskontrolle beim „Dreamliner“ durch und stellte fest, dass es Spalten und Lücken an der Außenhaut und nahe der Flugnase geben soll. Schon früher sollen an anderen Stellen des Flugzeugs ähnliche Schwierigkeit aufgefallen sein. Laut der FAA sollen die Schwachstellen aber keine akute Bedrohung der Flugsicherheit darstellen. Die Behörde kann jedoch Reparaturen am 787 verlangen, die schon im Flugbetrieb unterwegs sind. Dies wurde bislang aber nicht angeordnet.

Boeing gab bekannt, dass weitere Inspektionen und Reparaturen bei vielen Flugzeugen des 787 notwendig sind und diese noch nicht an die Kunden ausgeliefert werden können. Die Zahl der betroffenen Jets könnte bei 100 Flugzeugen liegen. Die Defekte sollen innerhalb vom drei Wochen behoben werden. Der Flugzeugbauer geht davon aus, dass in diesem Jahr weniger als die Hälfte der 787-Flugzeuge, die derzeit im Lager sind, ausgeliefert werden können. Daher muss vorübergehend die Produktion heruntergefahren werden.

Erneut Probleme bei Boeing

Probleme schon länger bekannt

Anleger nahmen die Nachrichten eher negativ auf. Die Aktie musste einen Verlust von über drei Prozent hinnehmen und fiel ans Ende des Dow Jones. Beim „Dreamliner“ sind schon länger Produktionsprobleme bekannt. Ohnehin leidet das Unternehmen unter den Folgen der Corona-Krise. Dazu kommen die Schwierigkeiten mit den Flugzeugen aus der 737-Max-Baureihe. Es kam zu zwei Abstürzen, bei denen 346 Menschen starben. Danach wurde die einstmals bestverkaufte Baureihe mit einem eineinhalb Jahre langen weltweiten Flugverbot belegt. Im Februar flog in Europa erstmals wieder eine Boeing 737 Max. Die Maschine, die Tui Fly gehört, flog von Brüssel nach Alicante und weiter nach Málaga. Die europäische Flugsicherheitsbehörde Easa genehmigte Ende Januar wieder den Flugbetrieb für die 737-Max-Flugzeuge.

In den letzten Wochen war etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Im Juni wurden 45 Flugzeuge ausgeliefert, was der beste Wert in einem Monat seit März 2019 war. 33 davon waren Maschine der 737-Max-Baureihe. Im gesamten ersten Halbjahr 2021 konnte Boeing schon 156 Flugzeuge ausliefern. Dies ist mehr als im ganzen letzten Jahr. Die Wiederzulassung des 737 Max hatte sicher einen wichtigen Anteil an der zuletzt positiven Entwicklung. Die Auftragslage verbesserte sich zuletzt spürbar.

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Seit Monaten Medienberichte über Dreamliner-Probleme

Schon im Februar gab es Berichte über eine Defekt-Gefahr beim „Dreamliner“. Damals ordnete die FAA Inspektionen beim 787 an, da ein Defekt schwerwiegende Folgen haben könnte. Die FAA ordnete Mitte Februar an, dass 222 Maschinen überprüft werden sollen und begründete dies mit dem Risiko, dass es Schäden an den sogenannten Dekompressionspaneeln, die den Passagierbereich abtrennen, geben könnte. Wenn beispielsweise die Luftfracht Feuer fängt, könnte dies massive Folgen haben.

Die „New York Times, das „Wall Street Journal“ und andere Zeitungen berichten schon seit letztem Sommer über Qualitätsmängel beim „Dreamliner“, vor allem bei Jets, die im Boeing-Werk in North Charleston im US-Bundesstaat South Carolina gebaut werden. Die Ursachen für die Mängel könnten in überhöhtem Produktionsdruck und der mangelnden Qualifikation von Mitarbeitern liegen. Laut einem Medienbericht aus dem Dezember könnten die Mängel auch den Heckbereich des Flugzeugs betreffen. Die FAA weitete ihre Untersuchung in der Folge nochmals aus.

Boeing wieder probleme

Dreamliner sollte 737-Verluste kompensieren

Vor der Pandemie baute Boeing im Monat bis zu 14 „Dreamliner“, auch um die weggefallenen Geschäfte mit den Flugzeugen der 737-Max-Linie zum Teil auszugleichen. In den letzten Monaten wurde die Produktion jedoch immer weiter reduziert. Noch im Dezember sagte Boeing-Finanzchef, dass ab Mitte 2021 nur noch fünf „Dreamliner“ im Monat gebaut werden sollen.

Die Corona-Krise hinterließ bei Boeing weitere Spuren. Für 2020 stand unter dem Strich ein Verlust von fast zwölf Milliarden Euro, was ein Negativrekord war. Schon ein Jahr zuvor wurde ein Verlust von 636 Millionen Doller erzielt. 2020 wurden nur halb so viele Flugzeuge ausgeliefert wie im Jahr zuvor. Airbus konnte im letzten Jahr fast viermal mehr Flugzeuge ausliefern als Boeing.

Allein die Vorgänge um den 737-Max haben Boeing wohl 20 Milliarden Dollar gekostet. Airlines stornierten ihre Bestellungen und forderten Schadensersatz. Mit dem amerikanischen Justizministerium einigte man sich auf eine Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar. Ende 2020 erteilte aber die FAA dem Flugzeugtyp wieder eine Zulassung, nachdem das Flugzeug überarbeitet wurde.

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Perspektiven für die Zukunft

Zeitweise wurden wieder 40 Modelle des 737-Max ausgeliefert. Allerdings machen auch die Perspektiven für die Zukunft sorgen. Für das letzte Jahr war der Marktstart des Großraumjets 777X geplant. Der Termin wurde mittlerweile auf 2023 verschoben. Auch diese Verzögerungen hatten hohe Kosten zur Folge und trugen zu den Verlusten der letzten Jahre bei. Im letzten Jahr konnte nur die Rüstungssparte ihre Umsätze steigen.

Der 777X soll für internationale Flüge geeignet sein und war als inoffizieller Nachfolger des Jumbos 747 geplant. Dieser soll ab 2022 nicht mehr gebaut werden. Der Jumbo 747 war früher das größte Passagierflugzeug der Welt. Dies ist nun der A380 von Airbus. Ob sich der neue 737-Max gegenüber Airbus durchsetzten kann, wird von einigen Experten bezweifelt.

Ein neuer Kurz- und Mittelstreckenjet würde Boeing gut zu Gesicht stehen. Experten fordern, dass in den nächsten Jahren ein Ersatz für die 737-Max-Linie entsteht, die Airbus Konkurrenz machen kann. Allerdings fehlen Boeing Geld und Mitarbeiter. Zuletzt wurde viele Ingenieure entlassen. Über ein neues mittelgroßes Flugzeug wird bei Boeing schon lange diskutiert. Ein solcher Flugzeugtyp könnte die Lücke zwischen dem „Dreamliner“ und den Mittelstreckenjet aus der 737-Reihe füllen.

Wieder Probleme bei Boeing

Mittelstreckenjet fehlt im Portfolio

Dafür war lange der „New Midsize Aircraft“ (NMA), inoffiziell 797 genannt, vorgesehen. Dieses Flugzeug könnte auf Mittelstrecken erfolgreich sein. Das Modell 757, mit dem bis zu 295 Menschen fliegen konnten, wird seit 2004 nicht mehr gebaut. Seitdem fehlt Boeing ein vergleichbares Modell. Seit 2015 gibt es zu diesem Thema aber keine Entscheidung, auch weil Boeing wohl 15 Milliarden Dollar für die Entwicklung ausgeben müsste und ein neues Flugzeug erst frühestens 2025 auf den Markt kommen könnte.

Airbus kommt wohl schneller voran. Neue Modelle sind in Arbeit und wurde teilweise schon vorbestellt. Boeing könnte auch daran arbeiten, den 767 zu erneuern. In diesem Fall wäre ein neuer Langstreckenjet überflüssig. Das Flugzeug gibt es schon seit über 40 Jahren und wurde zunächst für Militär und Fracht gebaut.

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Airbus erholt sich schneller von der Krise

Derzeit scheint sich Airbus besser von der Krise zu erholen und kann neue Aufträge an Land ziehen. Ab dem nächsten Jahr könnten die Auftragsbücher wieder gut gefüllt sein. Ein Vorteil für Boeing ist aber das sogenannte Duopol in der Luftfahrtbranche. Demnach müssen sich Airbus und Boeing den Markt aufteilen. Airlines müssen ihre Aufträge zwischen beiden Flugzeugbauern aufteilen. Wenn eine Airline einen Auftrag bei Boeing storniert, heißt dies nicht, dass der Auftraggeber direkt zu Airbus gehen und dort ein Flugzeug bestellen kann. In diesem Fall muss eine Airline oft jahrelang auf ein neues Flugzeug warten, denn auch bei Airbus muss sich die Airline hinten in der Warteschlange einreihen.

Dreamliner-Probleme bei Boeing

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Fazit: Probleme beim „Dreamliner“ von Boeing

Boeing hat bereits einige schwierige Jahre hinter sich, die unter anderem nach zwei Abstürzen von einem Flugverbot beim Modell 737-Max geprägt waren. Zuletzt mehrte sich wieder etwas Zuversicht, doch nun gibt es Probleme beim „Dreamliner“. Die Produktion muss weiter gesenkt werden und in diesem Jahr werden wohl weniger Flugzeuge ausgeliefert.

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