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SICHERE AKTIEN – GELD VERDIENEN MIT WENIG RISIKO

Wer Aktien besitzt, der ist Anteilseigner eines Unternehmens. Damit ist der Wert seiner Investition natürlich auch vom Erfolg der Aktiengesellschaft abhängig. Das bringt große Chancen, doch im schlimmsten Fall kann auch die gesamte Investition verloren sein. Allerdings ist das Verlustrisiko unterschiedlich hoch, einige Unternehmen gelten als vergleichsweise sicher.

Bild historische Börsenkurse

Viele Unternehmen von dieser Kursübersicht aus dem Jahr 1992 gibt es nicht mehr.

Sichere Aktien – gibt es das?

  • Keine völlige Sicherheit
  • Sichere Aktien bieten meist weniger Chancen
  • Auswahl unter Value Gesichtspunkten
  • Oft sichere Aktien mit hoher Dividende
  • Langfristige Investition bringt Sicherheit
  • ETF als Alternative

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Wie sicher sind sichere Aktien?

sicherheitBHF-Bank, Dresdner Bank, Philipp Holzmann – viele bekannte Namen, die noch 1992 auf den Kurslisten zu finden waren, sind verschwunden. Nicht immer geschah das zum Nachteil der Eigentümer, die letzten Aktionäre der Mannesmann AG erhielten 2002 im Rahmen der Übernahme durch Vodafone 251,31 Euro je Aktie. Wer zehn Jahre zuvor eingestiegen war, der hatte sein Geld fast verdoppelt, erhielt nahezu in Euro was die Aktie zuvor in D-Mark gekostet hatte.

Es gibt aber auch die anderen Beispiele. Firmen wie Holzmann, bei denen die Aktionäre alles oder zumindest fast alles verloren. Immerhin haften Aktionäre im Gegensatz zu vielen Kleinunternehmen nicht mit ihrem Privatvermögen.

Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass sichere Aktien auch weniger Gewinnpotential bieten. Denn natürlich kauft niemand freiwillig eine Aktie mit hohem Risiko und niedrigem Kurspotential. Der Kurs würde deshalb fallen, bis dem Risiko eine attraktive Kurschance gegenüber steht.

Verschiedene Untersuchungen lassen aber vermuten, dass Anleger unterm Strich mit sicheren Aktien meist besser fahren. Denn bei vielen Werten mit hohem Kurspotential wiegen die zusätzlichen Chancen das Risiko nicht auf. Eigentlich sollte man das Gegenteil erwarten und davon ausgehen, dass die Anleger als Preis für das Risiko eine Chance verlangen, die höher ist als das zusätzliche Risiko. Doch offenbar ticken viele Investoren anders, sie träumen vom Hauptgewinn, überschätzen die Chancen und unterschätzen die Risiken.

Aber natürlich bieten auch sichere Aktien nur eine eingeschränkte Sicherheit. Jahrzehntelang galten die großen Energieversorger wie RWE als sicher, weil sie kaum Konkurrenz fürchten mussten. Doch dann kam die Energiewende und viele Firmen rutschten in die Krise.

Sichere Aktien bieten im Regelfall auch weniger Chancen.

Was sind sichere Aktien?

NewsDie Aktie eines jungen Technologieunternehmens ist meist nicht besonders sicher, auch wenn das Geschäftsmodell ein hohes Wachstum verspricht. Denn die Wachstumschancen spiegeln sich in höheren Kursen wider. Bleibt es aus, weil die Marktchancen oder die Produktqualität falsch eingeschätzt wurden, dann bricht auch der Kurs ein.

Sichere Aktien findet man deshalb eher bei soliden, fast langweiligen Unternehmen. Sie haben ein etabliertes Geschäftsmodell und dort eine starke Marktposition. Außerdem können sie sich auf mehrere Produkte stützten, die wenig konjunkturabhängig sind, zum Beispiel Lebensmittel.

Sichere Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, die eine gesicherte Marktposition in einem wenig konjunkturabhängigen Segment haben.
Sichere Aktien Beispielbild

Steigt die Arbeitslosigkeit, dann sparen die Menschen beim Konsum. Lebensmittel müssen sie aber weiter kaufen. Weil sie dann öfter zum Discounter gehen, sind deren Umsätze besonders stabil. Leider sind die meisten nicht börsennotiert. Foto: Bundesagentur für Arbeit

Wie finde ich sichere Aktien?

handelsplattformSichere Aktien findet man am besten mit der Fundamentalanalyse. Anleger sollten dabei vor allem auf den inneren Wert und dessen Verhältnis zum Preis (Value Investing) achten. Ein einfacher, aber oft zuverlässiger Indikator ist die Dividendenrendite, also das Verhältnis der Dividende zum Kurs.

Denn eine hohe Dividendenrendite ist ein Hinweis darauf, dass die Firma hohe Gewinne macht und dieses Geld auch den Investoren zukommen lässt. Aber natürlich müssen Anleger überprüfen, ob die hohe Dividende nicht auf die Substanz geht, deshalb sollen sich auch einen Blick auf das Kurs-Gewinn- und das Cash-Flow-Gewinn-Verhältnis werfen.

Natürlich gibt es auch viele Unternehmen mit hohen Gewinne, die wenig oder keine Dividende zahlen. Das bedeutet aber oft, dass sie viel investieren und damit wieder zusätzliche Risiken eingehen. Deswegen sollte nicht nur das Kurs-Gewinn-Verhältnis, sondern auch die Dividendenrendite hoch sein.

Auch die Kursschwankungen in der Vergangenheit sind ein Hinweis auf ein solides Geschäftsmodell. Aber natürlich reicht der Blick auf die Daten nicht aus, wie das Beispiel der Energieversorger zeigt. Anleger müssen sich auch über die Wettbewerbsposition und das Marktumfeld Gedanken machen.

Sichere Aktien sollten neben einem guten Geschäftsmodell auch eine gutes Kurs-Gewinn-Verhältnis und eine hohe Dividendenrendite haben.

Alternativen, die Sicherheit bieten

FazitSichere Aktien sind eine Möglichkeit, um sich vor Kursverlusten zu schützen. Eine weitere ist die Streuung der Geldanlage durch börsengehandelte Indexfonds. Ein solcher ETF (Exchange Traded Fund) kann beispielsweise den DAX oder den Euro Stoxx nachbilden. Er entwickelt sich dann genauso wie der zugrunde liegende Index. Weil darin verschiedene Aktien enthalten sind, gleichen sich die Schwankungen teilweise aus, die Gewinne erfolgreicher Unternehmen decken die Verluste von weniger erfolgreichen ab.

Einen Schritt weiter kann man mit dem Kauf von Dividenden-ETFs gehen, beispielsweise einem auf den DivDAX, der die 15 DAX-Werte mit der höchsten Dividendenrendite enthält.

Daneben bieten Discount-Zertifikate oder Zertifikate mit Kapitalschutz höhere Sicherheit, ihr Besitz ist aber immer mit einem Emittenten-Risiko verbunden. Geht der Herausgeber, beispielsweise eine Bank, Pleite, dann ist das Geld verloren, auch wenn sich der Basiswert gut entwickelt hat. Auf diese Weise verloren Anleger bei der Lehmann-Pleite viel Geld.

ETFs oder Zertifikate bieten ebenfalls Sicherheit.

Fazit

Eine völlige Sicherheit gibt es am Aktienmarkt nicht, das zeigt das Beispiel der ehemals als besonders solide geltenden Energieversorger. Doch etablierte und solide Unternehmen bieten meist mehr Sicherheit als Hoffnungsträger. Sie sind darüber hinaus nicht nur risikoärmer, sondern schneiden meistens auch insgesamt besser ab.

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