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Seltene Erde Aktien & Fonds: Diese 6 Chancen & Risiken müssen Sie bei den seltenen Erden beachten

Aktie des Monats - RWE

Seltene Erden werden in vielen technischen Bereichen gebraucht, sei es für die Produktion von LEDs, Brennstoffzellen oder Lasern. Gleichzeitig gibt es allerdings nur wenige Vorkommen, deren Abbau sich lohnt. Was bedeutet das für Anleger und worauf sollten sie achten?

Seltene Erde Aktien in Stichpunkten

  • Verschiedene Metalle
  • Große Bedeutung für Technologie
  • Vorräte vor allem in China
  • Neue Vorkommen werden erschlossen
  • Hohes politisches Risiko
  • ETFs als Alternative
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1. Was sind Seltene Erden?

Seltene Erden sind weder selten noch Erden, sondern Metalle. Insgesamt gibt es 17 Metalle der seltenen Erden, die im Periodensystem der Elemente eine gemeinsame Gruppe bilden. Sie zeichnen sich durch bestimmte Eigenschaften aus, beispielsweise sind sie elektropositiv, weich, nur schwach leitfähig und reaktionsfähig. Der Name seltene Erden geht auf die Tatsache zurück, dass sie früher vor allem als Oxide gefunden und diese damals als Erden bezeichnet wurden. Die meisten Elemente kommen zwar häufiger vor als andere Metalle wie Blei und selbst das seltenste Metall, Thulium, ist häufiger als Gold. Doch bei nur wenigen Lagerstätten lohnt sich der Abbau.

Die Metalle der Seltenen Erden umfassen insgesamt 17 Metalle mit ähnlichen Eigenschaften.

2. Wo werden Seltene Erden abgebaut?

Rund 90 Prozent der Metalle der Seltenen Erden werden aktuell in der Volksrepublik China gefördert. Das Land als Saudi Arabien der Seltenen Erden zu bezeichnen wäre noch eine Untertreibung, das Reich der Mitte hat nahezu ein Monopol. Die verbleibenden rund zehn Prozent entfallen zum größten Teil auf nur zwei weitere Förderländer, nämlich Indien und Australien. Große Reserven werden auch in Brasilien vermutet, bislang aber nur zum kleinen Teil abgebaut. Auch in den USA gibt es bedeutende Lager.

Allerdings ist die Förderung mit einer hohen Belastung für die Umwelt verbunden. Um die Metalle zu gewinnen werden oft Säuren und Laugen eingesetzt. Werden diese nicht fachgerecht entsorgt, können weite Landstreiche zerstört werden. Neben der Vergiftung des Grundwasserst ist auch radioaktive Strahlung ein großes Problem.

China fördert mehr als 90 Prozent der Metalle der Seltenen Erden.
Seltene Erde Aktien China

In China lagert ein Großteil der weltweiten Reserven Seltener Erden. Foto: Juan Llanos, bezogen über Flickr

3. Vorteile einer Investition in Seltene Erden

Seltene Erden werden häufig gebraucht, aber an nur wenigen Stellen der Erde abgebaut. Diese Knappheit könnte mittelfristig zu deutlich steigenden Preisen führen. Davon könnten auch die Fördergesellschaften profitieren.

Für die Erschließung neuer Lagerstätten ist außerdem viel Kapital notwendig. Um das zu gewinnen, müssen Bergwerksgesellschaften den Investoren etwas bieten.

Das gilt umso mehr, als die Kurse der Seltenen Erden Aktien seit 2010 stark an Wert verloren haben. Schuld daran ist ein Preisrückgang bei den Metallen der Seltenen Erden. Sollten sich die Preise wieder erholen, könnten auch die Kurse der Aktien wieder anziehen.

Die Vorteile im Überblick:

  • Hohe Nachfrage
  • Wenig abbaubare Vorkommen
  • Preissteigerungen denkbar
  • Hoher Kapitalbedarf

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4. Nicht zu unterschätzen: Die Risiken

So überzeugend die Argumente für einen Preisanstieg bei den Seltenen Erden auch sein mögen, garantiert ist er nicht. Das zeigt nicht nur der Preisrückgang nach 2010. Neue Technologien könnten dazu führen, dass die gar nicht so seltenen Metalle der Seltenen Erden plötzlich auch dort abgebaut werden könne, wo eine Förderung bisher nicht lohnt. Bis in die 1990er Jahre waren die USA schon einmal der weltgrößte Produzent Seltener Erden, wurden aber von den günstigeren Chinesen vorrübergehend aus dem Markt gedrängt.

Hinzu kommt das politische Risiko. Viele chinesische Bergbaugesellschaften befinden sich in der Hand des Staates. Die Volksrepublik könnte, aus welchen Gründen auch immer, eine Ausweitung der Produktion selbst bei fallenden Kursen beschließen. Auch in Staaten wie Indien, Russland oder Brasilien sind Investoren nicht immer auf der sicheren Seite. Staatliche Eingriffe oder gar Verstaatlichungen drohen auch hier.

Hinzu kommt die ungelöste Umweltproblematik. Neue Umweltauflagen oder gar Schadenersatz für die Betreiber drohen, von der ethischen Dimension ganz zu schweigen. Außerdem wird dadurch Recycling zusätzlich attraktiv. Wo Metalle wiederverwendet werden, benötigen Produzenten aber weniger neue.

Hier die Nachteile im Überblick:

  • Hohe Abhängigkeit von China
  • Politische Risiken
  • Umweltauflagen
  • Neue Konkurrenz durch neue Produzenten
  • Recycling

5. In Seltene Erde investieren

Angesichts der starken Stellung chinesischer Staatskonzerne stellt sich ohnehin die Frage, wie Kleinanleger in Seltene Erde Aktien investieren können. Doch auch in der Volksrepublik gibt es private Mienenunternehmen, beispielsweise die an der Hong Konger Börse gelistete China Rare Earth Holdings Limited. Diese befindet sich zu zwei Drittel im Staatsbesitz, ein Drittel der Anteile ist jedoch in Privathand.

Daneben sind Unternehmen aus Kanada oder Australien an der Börse notierte, die Seltene Erden fördern. Auch hier gibt es aber ein politisches Risiko, nicht zuletzt weil viele im Ausland investieren.

Wer in Seltene Erden Aktien investieren will muss klären, in welchen Ländern das gewählte Unternehmen aktiv ist und welche politischen Risiken dort drohen.

6. Alternativen zu Seltenen Erde Aktien

Grundsätzlich bieten Rohstoffwerte hohe Chancen und hohe Risiken, denn die Rohstoffpreise schwanken stark. Bei einem Preisanstieg können nicht ohne weiteres neue Akteure auf den Markt treten oder bestehende ihre Produktion ausweiten, das erlaubt dann hohe Gewinne. Bei einem Preisverfall können die Fördergesellschaften aber nur schwer Kosten einsparen. Die Förderrechte wurden bereits bezahlt und auch die Erschließungskosten erhält der Produzent nicht wieder zurück. Eine Investition in ein sicheres Land birgt ein geringeres Risiko, allerdings auch weniger Chancen, weil Förderrechte dort meist teurer bezahlt werden müssen. Außerdem sind dort die Auflagen oft höher.

Geringer ist das Risiko bei einer Investition in einen börsengehandelten Fonds, der mehrere Seltene Erde Aktien bündelt. Solche ETFs (Exchange Traded Funds) können ganz normal mit Hilfe eines Brokers über die Börse gekauft werden. Wer nur wenig Geld zur Verfügung hat, sollte darüber nachdenken sich noch breiter aufzustellen und ein ETF mit Rohstoffunternehmen aus verschiedenen Bereichen kaufen.

Risikoreich ist dagegen die Spekulation mit Rohstoff-CFDs. Hier können Rohstoffe mit einem Hebel gekauft und verkauft werden. Metalle der Seltenen Erden haben allerdings nur wenige Broker im Angebot.

Vor allem für Kleinanleger sind ETFs mit verschiedenen Bergbauunternehmen oft die bessere Wahl.
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7. Fazit zu Seltene Erden Aktien

Auch Seltene Erde Aktien können keine Gewinne garantieren. Zwar werden die Metalle der Seltenen Erden in Zukunft sicher eher mehr als weniger nachgefragt, doch politische Risiken, neue Produzenten und Umweltprobleme können für Investoren zum Problem werden. Eine Alternative kann ein ETF mit Aktien verschiedener Fördergesellschaften Seltener Erden sein – oder gleich ein Rohstofffonds, der in verschiedene Fördergesellschaften investiert.

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