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Bei einer Neuemissionen Aktien kaufen und Geld verdienen – so geht’s!

Neuemissionen – dieser Namen hat für viele Anleger noch immer einen schlechten Klang. Denn während des New Economy Booms der 1990er Jahre galten sie als schneller Weg zum Geld. Viele waren mehrfach überzeichnet, Kursgewinne nach der Erstnotierung waren fast garantiert. Doch dann kam der Einbruch und viele Anleger verloren mit den neuen Aktien Geld. Lange Zeit wagten sich ohnehin wenige Firmen an die Börse. Doch mittlerweile gab es wieder eine Reihe interessanter Neuemissionen. Anleger sollten aber ein paar Regeln beachten.

Neuemission Aktien im Überblick

  • Einführung neuer Aktien
  • Neue Aktien zeichnen
  • Oft Kurssprünge am ersten Handelstag
  • Bei Kursverlusten kann Abwarten lohnend sein
Neuemission Aktien Bild

Der Weg an die Börse führt nicht zwingend über eine Neuemission mit der Möglichkeit, Aktien zu zeichnen. Bei der Abspaltung von Osram aus dem Siemens-Konzern erhielten die Siemens-Aktionäre die neuen Aktien geschenkt. Foto: Pressebild Osram

Wie läuft die Neuemission ab?

wechselKlassischerweise steht vor der ersten Börsennotierung eine Zeichnungsfrist. Während dieser können Interessenten die Aktien zeichnen, also verbindlich ihr Interesse am Erwerb bekunden. Meist greifen die Unternehmen dabei auf die Hilfe einer Bank oder Beratungsgesellschaft zurück. Diese legt auch den Emissionspreis beziehungsweise den Preisrahmen fest.

Bis in die 1990er Jahre wurde dabei fast immer ein fester Preis angegeben. Heute hat sich das angelsächsische Bookbuilding-Verfahren durchgesetzt. Bei diesem auch Orderbuch-Verfahren genannten Prozedere wird, anders als beim Festpreisverfahren, kein genauer Preis vorgegeben, sondern eine Preisspanne. Diese wird aus betriebswirtschaftlichen Daten, der Analyse des Börsenumfeldes und Gesprächen mit wichtigen Investoren bestimmt.

Dann beginnt das eigentliche Bookbuilding. Interessenten können nun angeben, wie viele Aktien sie zu maximal welchem Preis kaufen wollen. Die Aktien werden dann zu dem Kurs verkauft, zu dem alle Papiere einen Käufer finden.

Gibt es selbst zum Höchstkurs mehr Interessenten als Aktien, werden die Papiere nach vom Emittenten festgelegten Regeln verteilt oder es werden mehr Aktien als ursprünglich geplant ausgegeben. Um eine solche Überzeichnung zu vermeiden, werden Aktien teilweise auch versteigert. Dieses Verfahren nutzte beispielsweise Google bei seinem Börsengang, es ist bisher aber nach wie vor eher die Ausnahme.

Anschließend beginnt der Handel. Am ersten Handelstag kann es zu großen Preisausschlägen kommen, vor allem wenn die Aktie überzeichnet war.

Vier wichtige Schritte gibt es bei einer Neuemission im Orderbuch-Verfahren, nämlich

  • Pre-Marketing-Phase: Preisspanne beziehungsweise Preis wird sondiert.
  • Order-Taking: Aktien können gezeichnet werden.
  • Zuteilung der Aktien.
  • Erstnotierung an der Börse.

Wann gibt es eine Neuemission?

NewsBei einer Neuemission werden neue Aktien an der Börse eingeführt. Bei einem Aktiensplit, bei dem nur die Zahl der Aktien vergrößert wird, gibt es keine Neuemission nach dem oben beschriebenen Verfahren. Die neuen Aktien werden den Altaktionären kostenlos ins Depot gebucht. Für sie ändert sich damit nichts, denn sie besitzen jetzt zwar mehr Aktien, die repräsentieren aber einen entsprechend kleineren Anteil am Unternehmen. Diese Gratisaktien dienen alleine dazu, die Aktien optisch billiger und damit besser handelbar zu machen.

Bild historische Börsenkurse

Um die hohen Kurse von teilweise über 1.000 DM optisch billiger zu machen, haben viele Unternehmen seit den 1990er Jahren ihre Aktien gesplittet. Zeichnen konnte man die neuen Aktien nicht, vielmehr wurden die neuen Aktien den Altaktionären kostenlos ins Depot gebucht.

Auch bei einer Kapitalerhöhung ist das Verfahren meist anders als beim Börsengang. Das deutsche Aktiengesetz sieht im Regelfall eine Bezugsrechtemission vor. Dabei erhalten die Altaktionäre entsprechend ihren Aktien Bezugsrechte, die ihnen das Recht geben die neuen Aktien zu einem festgelegten Kurs zu kaufen. Damit soll verhindert werden, dass über die Ausgabe neuer Aktien der Anteil der Altaktionäre am Unternehmen sinkt. Nutzen Aktionäre ihr Bezugsrecht nicht, werden diese Aktien meist an Großaktionäre verkauft oder an Investmentbanken weitergereicht, die das Papier auf eigene Rechnung anbieten. Ein Verkauft im Bookbuilding-Verfahren wie bei einem Börsengang ist möglich, aber wegen des hohen Aufwandes eher selten.

Die Hauptversammlung kann nach deutschem Recht das Bezugsrecht der Altaktionäre mit einer 3/4-Mehrheit ausschließen, wenn dadurch das Kapital nicht um mehr als zehn Prozent erhöht wird und der Ausgabepreis nicht deutlich unter dem aktuellen Kurs liegt. Auch dann lassen sich Aktien aber meist nicht zeichnen, denn solche Kapitalerhöhungen werden vor allem zur Finanzierung von Übernahmen im Aktientausch oder zur Ausgabe von Belegschaftsaktien durchgeführt.

Bei Kapitalerhöhungen lassen sich Aktien meist nicht zeichnen, vielmehr werden die neuen Aktien zuerst den Altaktionären angeboten, die Restbestände dann oft an Großanleger verkauft.

Gewinne mit Neuemissionen

DemoGrundsätzlich gilt bei einer Neuemission das gleiche wie auch beim Kauf von an der Börse gehandelten Aktien: Der Preis des Papieres sollte dem Wert des Unternehmens entsprechen. Attraktiv sind Neuemissionen vor allem deshalb, weil im Orderbuchverfahren nicht immer der spätere Marktwert korrekt erfasst wird. Teilweise kommt es deshalb am ersten Handelstag zu großen Kurssprüngen, entweder nach oben oder nach unten. Fällt der Kurs, dann sollte man die Nerven behalten, wenn man vom Wert des Unternehmens überzeugt ist. Beim Start der Facebook-Aktie brach der Kurs zunächst ein, mittlerweile hat das Papier den Ausgabepreis aber deutlich übertroffen.

Garantierte Gewinne bietet eine Neuemission nicht. Der Kurs sollte die Stärke des Unternehmens wiederspiegeln.

Fazit

Neuemissionen sind attraktive Investitionsmöglichkeiten. Meist steht am Beginn ein Bookbuilding-Verfahren. Das sorgt allerdings nur eingeschränkt dafür, dass der spätere Marktpreis auch korrekt vorweg genommen wird, teilweise kommt es am ersten Handelstag deshalb zu deutlichen Kursausschlägen. In jedem Fall sollten Anleger das Unternehmen genauso streng unter die Lupe nehmen wie bei der Investition in bereits börsennotierte Aktien.

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