Was sind CFDs – Differenzkontrakte für Anfänger verständlich erklärt!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 30.03.2021


Die Abkürzung CFD steht für Contract for Difference, zu deutsch Differenzkontrakt. Erfunden wurden die CFDs auf Wertpapiere in den 1980er Jahren um Steuern zu sparen, heute sind sie vor allem wegen des hohen Hebels beliebt. Denn mit dem gleichen Kapitaleinsatz sind die Gewinne (und natürlich auch die Verluste) viel höher als mit Aktien oder Fonds.

CFDs im Überblick

  • Beteiligung an der Entwicklung eines Basiswertes
  • Handel mit einem Hebel
  • Über spezielle CFD-Broker gehandelt
  • Für kurzfristige Geldanlage
  • Hoch spekulativ
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Handel erfolgt außerhalb der börslichen Handelsplätze

Was ist CFD? Oder was sind CFDs? Diese Frage müssen sich Trader vor dem Beginn des Handels stellen, um zu entscheiden, ob dieser Investitionsweg im persönlichen Fall geeignet ist. In der Contracts for Difference Definition taucht der deutsche Fachbegriff „Differenzkontrakt“ auf. Ein Punkt, der das Modell auszeichnet, ist die leicht verständliche Struktur der Finanzprodukte. Zudem erfolgt der Handel der CFD Erklärung zufolge im außerbörslichen Umfeld, was Trader zeitlich und örtlich flexibel macht. Über die verschiedenen Handelsplattformen der CFD Broker kann das Trading zunehmend in mobiler Weise an den internationalen Handelsschauplätzen abgewickelt werden.

So funktionieren Differenzkontrakte

ausrufezeichenZu jedem Differenzkontrakt gibt es einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie. Wer ein CFD auf Deutsche Bank Aktien erwirbt wird kein Eigentümer des Unternehmens, sondern wird an der Entwicklung des Aktienkurses beteiligt. Das gilt in beide Richtungen, steigt der Kurs macht der Trader Gewinne, sinkt er verliert er Geld. Anders sieht es natürlich aus, wenn ein CFD leer verkauft wurde. Dann profitiert der Verkäufer von fallenden Kursen und macht bei steigenden Verluste.

Somit gleicht die Entwicklung der des Basiswerts, allerdings wird im Regelfall mit einem Hebel gehandelt. Bei einem Hebel von 30 entsprechen die Gewinne und Verluste beim Einsatz von 1.000 Euro denen, die beim Aktienhandel mit 30.000 Euro erzielt worden wären.

Die Entwicklung des CFDs entspricht weitgehend der des Basiswertes, allerdings wird sie gehebelt.

CFDs

Vergleich: Longpositions vs. Shortpositions

Im Kontext der Analyse „was ist CFD?“ zeigt sich eines: Händler profitieren von steigenden oder fallenden Kurses eines gehandelten Basiswertes (Asset). Die Basiswerte gehen hier nicht tatsächlich in den Besitz der Händler über. Vielmehr geht es bei Contracts for Difference um eine Simulation des Besitzes. Unterschieden wird in der Definition zwischen so genannten Longpositions und Shortpositions. Im zuerst genannten Fall wird der Basiswert erworben, im zuletzt genannten Falle handelt es sich um einen so genannten Leerverkauf. Bei einer Shortposition erzielen Inhaber der CFDs bei fallenden Kursen Gewinne, während Kontrakt-Inhaber bei Longpositions Rendite realisieren, wenn die Kurse der Basiswerte steigen.

Wenngleich das CFD Trading mit einem hohen Risiko verbunden ist, lassen sich mitunter hohe Gewinne erzielen. Hierfür müssen Trader die Kurse jedoch kontinuierlich im Blick haben und können z. B. ein Echtzeit-Finanzdiagramm nutzen.

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Vor- und Nachteile von CFDs

LizenzUrsprünglich wurden CFDs in den 1980er Jahren erdacht, um die Finanztransaktionssteuer zu sparen. Weil nicht die Aktie, sondern nur ein Derivat darauf gehandelt wurde, fiel auch die auf den Aktienhandel erhobene Stempelsteuer nicht an.

Heute sind Differenzkontrakte vor allem wegen des Hebels sehr beliebt. Außerdem können hier auch Kleinanleger problemlos auf fallende Kurse setzen. Zudem ist der Handel teilweise billiger als der mit Aktien, weil außerbörslich gehandelt wird und oft nur eine prozentuale Gebühr oder ein Spread anfällt.

Allerdings bedeutet der hohe Hebel nicht nur hohe mögliche Gewinne, sondern auch ein hohes Risiko. Bei einem Hebel von 30 ist bereits bei einer Kursveränderung von 0,5 Prozent in die falsche Richtung der Einsatz verloren. Werden die Verluste noch größer, muss Geld nachgeschossen werden. Einige Broker bieten aber die Möglichkeit ohne Nachschusspflicht zu handeln.

Für langfristige Geldanleger sind CFDs nicht geeignet, denn werden sie über Nacht gehalten fallen Zinsen an.

Das sind die Vorteile von CFDs:

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  • Höhere Gewinne dank Hebel möglich
  • Problemlos leer verkaufen
  • Bei niedrigen Beträgen billiger als Aktien

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Das sind die Nachteile:

  • Hohes Verlustrisiko
  • Verluste über 100 Prozent möglich
  • Rolling-Gebühren beim Halten über Nacht
  • Weniger reguliert als Börsenhandel

CFDs

CFDs – ein Beispiel

Wie CFDs funktionieren und was ein CFD ist, kann am besten an einem Beispiel erklärt werden. Betrachtet sei hier ein Kleinanleger, der schon über etwas Erfahrung im Handel mit CFDs verfügt. Er entscheidet sich dafür, eine Put-Position auf die Aktie von Daimler zu eröffnen. Das begründet der Trader damit, dass der Konzern neue Quartalszahlen veröffentlichen wird. Laut seiner Prognose – und auch der vieler anderer Marktteilnehmer – sollen die Zahlen wohl nicht wirklich gut ausfallen. Über die Put-Option würde der Trader so stark am Kursverlust profitieren können.

Insgesamt investiert der Anleger 200 Euro in diese Positionen, wobei er über seinen Broker einen Hebel von 1:30 nutzt. Damit bewegt der Anleger effektiv das 30-fache seines Kapitaleinsatzes – also insgesamt 6.000 Euro – an den Finanzmärkten. Es sind jetzt genau zwei verschiedene Szenarien möglich:

  1. Der Kurs der Daimler-Aktie fällt
    Der Trader hat mit seiner Prognose tatsächlich recht. Daimler veröffentlicht schlechte Zahlen, worauf sich einige Anleger von der Aktie trennen. Als Folge dessen fällt der Kurs bis kurz vor Handelsschluss um 3 Prozentpunkte. Das ist bei Einzelwerten durchaus üblich. Der Gewinn des Traders berechnet sich jetzt nicht anhand der eingesetzten 200 Euro, sondern wird durch den Hebel auf die effektiv bewegten 6.000 Euro übertragen. Die Rendite beträgt also: 6.000 Euro * 0,03 = 180 Euro. Das ist bezogen auf den ursprünglichen Kapitaleinsatz ein mehr als stolzer Wert von 150 Prozent. Mit keinem anderen Produkt wäre ein so hoher Gewinn möglich.
  2. Der Kurs der Daimler Aktie steigt
    In einigen Fällen kann sich der Trader natürlich auch irren. Daimler verkündet doch bessere Zahlen als vorher angenommen und der Kurs steigt in der Folge um 3 Prozent. Auch dann bezieht sich der Verlust auf die effektiv bewegten 6.000 Euro und der Trader verliert 180 Euro. Das ist sogar mehr, als er ursprünglich investiert hat. Folglich muss weiteres Geld vom Handelskonto genutzt werden, um das Defizit auszugleichen.
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Für wen sind CFDs geeignet?

DemoDifferenzkontrakte sind vor allem für kurzfristig und spekulativ ausgerichtete Trader interessant. Das Risiko ist hoch, Anleger sollten deshalb ihr Handelskonto regelmäßig beobachten. Spaß am Traden sollten Investoren  mitbringen, meistens stehen weniger die reine Geldanlage als der Nervenkitzel und die Spannung im Vordergrund.

Wegen des hohen Risikos sollten Trader außerdem zur Not auch einen Totalverlust verkraften können. Wer das Geld fürs Studium oder den Kauf eines Hauses zurück gelegt hat, für den sind CFDs nicht geeignet.

Wegen des hohen Risikos sind CFDs vor allem für Trader mit Spaß am Risiko geeignet

CFDs

Wo CFDs kaufen?

handelsplattformCFDs werden vor allem außerbörslich von spezialisierten Brokern angeboten. Dabei gibt es zwei Modelle. Bei klassischen Market Makern übernimmt der Broker selbst die Funktion der Börse. Er sammelt Angebot und Nachfrage, wenn sich beide nicht ausgleichen, wird er selbst als Marktteilnehmer aktiv. Im Regelfall sichert er seine Position später selbst über die Börse ab, damit Kundengewinne nicht zu einem Problem für den Broker werden. Unter Umständen passt er auch den Kurs an, wenn sich Angebot und Nachfrage nicht die Wage halten. Bei diesen sogenannten Requotes wird die Transaktion zunächst nicht durchgeführt, sondern die Trader erhalten einen alternativen Kurs. Diesen können sie dann annehmen oder ablehnen. CFD Broker sind in der Regel Market Maker.

Beim anderen Modell agiert der Broker nur als Vermittler. Ähnlich wie im Forex-Trading werden beim sogenannten Straight Through Processing (STP) die Kauf- und Verkaufsaufträge der Kunden direkt an Liquiditätsanbieter weitergegeben, zum Beispiel Banken oder Hedgefonds. Oft sind beide Seiten an ein Electronic Communications Network (ECN) angeschlossen, eine außerbörsliche Handelsplattform. Auch sogenannte Direkt-Market-Access-CFDs (DMA-CFDs) bieten einige Broker, wie etwa IG, mittlerweile an.

Meistens bieten die Broker auch den Handel mit Devisen, daher finden sich im Forex Broker Vergleich auch viele CFD-Anbieter. Für den Kauf von Währungspaaren, Fonds oder Rohstoffen wird meist keine Gebühr verlangt, sondern der Kaufkurs liegt etwas höher als der Verkaufskurs. Aus diesem sogenannten Spread finanziert sich das Unternehmen. Bei Aktien wird stattdessen oft eine prozentuale Kommision verlangt.

Bei der Anbieterwahl im CFD Broker Vergleich sollten Trader sich zunächst Gedanken machen, ob sie einen klassischen Marketmaker oder einen STP-Broker bevorzugen. Dann sollte ein Anbieter mit niedrigen Gebühren und großem Angebot an Basiswerten gesucht werden. Wichtig ist auch eine EU-Regulierung. Wer nicht mehr als den Einsatz verlieren will sollte einen Broker wählen, der das ausschließt, beispielsweise comdirect.

CFDs werden vor allem außerbörslich gehandelt
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Fazit

Differenzkontrakte wenden sich vor allem an kurzfristig und spekulativ orientierte Trader, für die der Spaß am Handeln im Vordergrund stehen. Es ist zudem ein transparentes, leicht zu verstehendes Finanzderivat. Über dieses können Trader sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen eines Basiswerts partizipieren. Durch den Einsatz eines Hebels werden die Gewinne – aber auch die Verluste – anschließend vervielfacht. Dadurch ergeben sich für Trader natürlich attraktive Renditechancen, gleichzeitig besteht aber ein ebenso hohes Verlustrisiko.

Bilderquelle: shutterstock.com