Starke Lufthansa-Zahlen: Zieht TUI nach?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 23.09.2021


Der Tourismus ist weiter stark durch die Pandemie belastet. Vor allem die Delta-Variante bereitet weiter große Sorgen. Kürzlich konnte die Lufthansa dennoch überraschend gute Geschäftszahlen vorlegen. Am Donnerstag folgt TUI, der größte Reiseveranstalter des Landes, seine Zahlen für das dritte Quartal. Bei XTB finden Trader, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch Aktien aus der Reisebranche.

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Kann TUI nachlegen?

Ob auch TUI mit guten Zahlen nachlegen kann, ist fraglich, denn die Delta-Variante hat bereits einige Hoffnungen für den Sommer zunichtegemacht. So wurden beispielsweise kürzlich mit Portugal und Spanien zwei beliebte Urlaubsländer wieder als Risikogebiet eingestuft. Laut der „Mallorca Zeitung“ gingen die Buchungen auf der Baleareninsel um etwa ein Drittel zurück.

Bei TUI gehen Analysten davon aus, dass im dritten Quartal ein Umsatz von 1,3 Milliarde Euro erzielt wurde. Der Nettoverlust könnte sich auf etwa 500 Millionen Euro verringert haben. Im Vorquartal waren es noch etwa 700 Millionen Euro. Zudem hoffen Anleger, dass sich TUI-Chef Fritz Joussen zur weiteren Entwicklung des Unternehmens äußern wird.

Starke Lufthansa-Zahlen

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Gute Zahlen der Lufthansa

Die Lufthansa veröffentlichte kürzlich recht gute Zahlen für die letzten Monate, die besser waren, als viele Analysten erwartet hatten. Da der Reiseverkehr langsam wieder anzieht, war das Minus im zweiten Quartal mit 756 Millionen Euro nur noch etwa halb so hoch wie vor einem Jahr. Außerdem konnte der Vorstand zum ersten Mal seit dem Start der Corona-Pandemie verhindern, dass Mittel aus dem Konzern abfließen. Allerdings musste die Lufthansa erneut staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. 1,5 Milliarden Euro kamen aus der stillen Beteiligung des Bundes.

Dennoch hofft Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass die Airline ihren bereinigten Verlust vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum letzten Jahr reduzieren kann. Im dritten Quartal könnte das Flugangebot wieder rund die Hälfte des Vorkrisenniveaus erreichen. Auf das Gesamtjahr betrachtet, wird die Lufthansa aber wohl nur rund 40 Prozent im Vergleich zu 2019 erreichen.

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Weiter schwieriges Marktumfeld

Auch bei der Lufthansa zeigen die Quartalszahlen, dass die Marktbedingungen noch immer sehr schwer sind und sich die Lage nur langsam verbessert. Dennoch spricht die Airline von einer deutlichen Markterholung, die mit steigenden Passagierzahlen und Buchungen einhergeht, von denen die Lufthansa profitiert. Dies hängt nicht nur mit Lockerungen bei Reisebeschränkungen zusammen, sondern die Airline sieht auch einen hohen Nachholbedarf bei Reisen mit dem Flugzeug.

Weiter ist eine größere Kapitalerhöhung wohl unausweichlich. Zuversicht gibt aber, dass die Lufthansa den Anteil des Bundes an der Airline zurückkaufen will. Für den Bund wäre dies ein gutes Geschäft, denn der Aktienkurs des MDax-Unternehmens hat sich seit dem Einstieg des Bundes deutlich erhöht. Noch vor der Bundestagswahl Ende September könnte die Lufthansa den Anteil zurückerwerben.

Starke Zahlen von Lufthansa

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Lufthansa vom Bund gerettet

Der Bund rettete die Airline im letzten Jahr vor der Pleite. Nun könnten die staatliche Beteiligung und das gewährte Darlehen enden. Auch für den Steuerzahler könnte das Geschäft vorteilhaft sein. Zudem können Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister im Wahlkampf verweisen, dass sie mit dem Rettungspaket über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF zur Rettung der Airline beigetragen haben.

Der WSF hat einen Umfang von neun Milliarden Euro und besteht seit Sommer 2020. Die Lufthansa musste aber nur einen Teil der bereitgestellten Gelder in Anspruch nehmen. Der Bund beteiligte sich damals mit 20 Prozent am Kapital der Lufthansa und bezahlte dafür für jede Aktie 2,56 Euro. Damals waren dies insgesamt 306 Millionen Euro. Zwischenzeitlich stieg die Aktie der Lufthansa wieder auf 9,20 Euro, was einen Kursgewinn von 260 Prozent für den Bund bedeutet.

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Staatliche Hilfen zurückzahlen

Die geplante Kapitalerhöhung der Lufthansa hängt laut Konzernchef Spohr und Finanzchef Remco Steenbergen auch davon ab, wie sich die Gespräche mit allen Beteiligten und die Finanzmärkte entwickeln. Über die Kapitalerhöhung will die Lufthansa dann die gesamte staatliche Beteiligung ablösen. Diese umfasst den Anteil des Bundes am Grundkapital der Airline und die genutzten Darlehen. Damit wäre die Airline wieder komplett privatisiert.

Spekuliert wird über einen gesamten Umfang von drei bis vier Milliarden Euro. Finanzchef Steenbergen sagt aber, dass der Umfang geringer ist, da das Unternehmen über eine geringere Anzahl an Beschäftigten seine Pensionsverpflichtungen senken konnte. Dazu kommt, dass die Lufthansa ohnehin nicht die gesamten neun Milliarden Euro nutzen musste. Mit den 1,5 Milliarden Euro aus dem letzten Quartal soll sich die gesamten Staatshilfen auf vier Milliarden Euro summieren.

Lufthansa Zahlen steigen

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Airline baut Angebote wieder aus

Zudem baut die Lufthansa ihr Angebot mittlerweile wieder aus. Im vierten Quartal soll das Angebot wieder bei 60 Prozent des Vorkrisenniveaus liegen. Allerdings fehlt weiter die Freigabe für viele Flüge aus dem Schengen-Raum in die USA. US-Bürger können zwar mit der Lufthansa nach Europa kommen, aber für Einreisen von Europäern in die USA sind die Hürden noch immer hoch. Spohr hofft, dass Ende September die Einreise für getestete und geimpfte Personen aus Europa in die USA wieder möglich ist.

Für Spohr ist es ein gutes Zeichen, dass zumindest bald wieder Geimpfte Europäer in die USA reisen dürfen. Bislang ist aber unbekannt, welche Impfungen die amerikanische Seite akzeptiert. Der Impfstoff von AstraZeneca ist beispielsweise in den USA nicht zugelassen. Für die Lufthansa wäre das US-Geschäft ein wichtiger Baustein. Früher war fast die Hälfte der Langstreckenflotte in Nordamerika unterwegs.

Derzeit werden sogar 90 Prozent der US-Strecken wieder geflogen. Allerdings dürfen keine Passagiere aus Europa mitfliegen. Allerdings ist die Erholung in Nordamerika schon weiter fortgeschritten. Dort sind Inlandsflüge deutlich weiter verbreitet. Laut Spohr könnten zudem die Einreisebedingungen für asiatische Länder zum Ende des Jahres hin einfacher werden.

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Anzahl der Flüge steigt wieder

Nachdem im zweiten Quartal 2020 nur 21.000 Flüge stattfanden, waren es im zweiten Quartal 2021 immerhin wieder 80.000. Mit Blick auf die Personenkilometer konnte die Airline wieder 29 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen. Die Zahl der Fluggäste stieg von 1,7 auf fast sieben Millionen. Dies sind 18 Prozent des Vorkrisenniveaus, was zeigt, dass die Zahlen noch immer weit vom Vorkrisenniveau entfernt sind. Im zweiten Quartal 2019 bot die Lufthansa 311.000 Flüge an und fast 40 Millionen Fluggäste waren mit der Airline unterwegs.

Im zweiten Quartal 2021 verzeichnete die Lufthansa einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro, was 70 Prozent mehr waren als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Im letzten Jahr lag im zweiten Quartal der Verlust der Airline noch bei fast 1,5 Milliarden Euro. Daher sind die 756 Millionen Euro im zweiten Quartal bzw. die 1,8 Milliarden Euro aus dem ganzen ersten Halbjahr durchaus eine Verbesserung.

Starke Lufthansa-Zahlen

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Flugzeuge nur zur Hälfte ausgelastet

Zudem lag der sogenannte Sitzladefaktor im zweiten Quartal bei 51 Prozent. Diese Kennzahl sagt letztendlich aus, dass die Flugzeuge rechnerisch nur zur Hälfte gefüllt waren. Zudem baut die Airline weiter Stellen ab, vermeidet aber, Kündigungen auszusprechen. Bisher wurden über 30.000 Mitarbeitende entlassen. US-Airlines stellten dagegen wieder neue Mitarbeitende ein. Allein in Deutschland sollen weitere 10.000 Stellen abgebaut werden, etwa die Hälfe davon ist schon fest vereinbart.

Betroffen ist eine vierstellige Zahl an Mitarbeitenden des Kabinenpersonals. Diese sollen Abfindungsangebote erhalten und so dazu motiviert werden, freiwillig aus dem Unternehmen auszusteigen. Ende Juni arbeiteten für die Airline-Gruppe 108.000 Menschen. Zur Gruppe gehören neben der Lufthansa selbst auch Eurowings oder Brussels Airlines. Insgesamt wurden bisher 30.000 Stellen abgebaut. Laut Spohr war dies aber notwendig, um mehr als 100.000 Jobs nachhaltig zu erhalten.

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Lufthansa Cargo weiter erfolgreich

Lufthansa Cargo, die Frachtsparte der Airline, profitiert weiter von der Pandemie und konnte im zweiten Quartal ein Rekordergebnis erzielen. Die Nachfrage nach Luftfracht ist noch immer hoch. Dazu kommt, dass die internationalen Kapazitäten weiter eingeschränkt sind. Lufthansa Cargo kam daher auf einen Gewinn in Höhe von 640 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Auch Lufthansa Technik scheint auf dem aufsteigenden Ast zu sein, da das Wartungsgeschäft wieder besser läuft. Das Tochterunternehmen LSG, dass zum Verkauf steht und sich auf den Bereich Catering konzentriert, erzielte im Geschäft außerhalb Europas ein gutes Ergebnis.

Lufthansa mit starken Zahlen

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Fazit: Lufthansa wieder stabiler

Die Lufthansa konnte ihren Verlust in den letzten Monaten senken und profitierte von steigenden Passagierzahlen. Über eine Kapitalerhöhung will die Airline noch vor der Bundestagswahl die staatlichen Hilfen zurückzahlen. Allerdings benötigte die Lufthansa im letzten Quartal nochmals 1,5 Milliarden Euro aus der stillen Beteiligung des Bundes.

XTB hat auch einige Tourismus-Aktien im Angebot. Die angebotenen Aktien stammen von 16 internationalen Börsen, zu denen auch die Frankfurter Börse gehört. Der Handel erfolgt über eine moderne Plattform. Alternativ können sich Trader auch für den Aktienhandel über CFDs entscheiden.

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