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So funktioniert der Future Handel!

Futures sind eine Form des Termingeschäfts. Dabei werden Vereinbarungen über die Lieferung einer Ware zu einem bestimmen Zeitpunkt in der Zukunft geschlossen, beispielsweise eines Wertpapieres. Anders als ein Forward ist ein Future börsengehandelt, es kann also jederzeit über die Börse weiterverkauft werden. Der aktuelle Kurs bildet sich nach dem erwarteten Wert der Lieferung. Im Gegensatz zu bedingten Termingeschäften wie Optionen müssen bei Futures beide Seiten ihre Verpflichtungen erfüllen.

Bild Beispiel Future Handel

Nicht nur Wertpapiere, sondern auch Waren dienen als Basiswert für Futures, beispielsweise Strom an der Energiebörse EEX in Leipzig. Foto: EEX Pressebild von Jürgen Jeibmann, Leipzig

Das Wichtigste zu Futures in Stichpunkten:

  • Beinhalten die Lieferung einer Ware in der Zukunft
  • Sind börsengehandelt
  • Dienen der Absicherung oder der Spekulation
  • Können auf Waren, Wertpapiere oder Devisen abgeschlossen werden
  • Älter als der Aktienhandel

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Warum gibt es Futures?

Terminhandel gab es schon lange vor dem Aufkommen von Aktienmärkten. Denn vor allem in der Landwirtschaft waren und sind die Termingeschäfte als Absicherung wichtig. Niemand weiß, wie gut die kommende Ernte wird. Fällt sie schlecht aus, steigend die Preise, was die Verbraucher vor Probleme stellt. Eine gute Ernte bedeutet dagegen zwar hohe Erträge, aber niedrige Preise. Fatal ist es für die Bauern vor allem, wenn die eigene Ernte nur maximal durchschnittlich ausfällt, ein hoher Ertrag in anderen Regionen aber die Preise fallen lässt. Über Termingeschäfte erhalten beide Seiten Planungssicherheit, sie sind also eine Art börsengehandelter Versicherung. Diese Art der Absicherung gibt es deshalb schon seit Jahrhunderten. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert gibt es mit der Reisbörse im japanischen Osaka auch einen geregelten Markt für diese Papiere.

Ein Future ist eine Art Versicherung, die das Recht beinhaltet, eine Ware oder ein Wertpapier zu einem festgelegten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Arten von Futures

Futures sind immer unbedingte Termingeschäfte, das heißt, beide Seiten müssen ihre Verpflichtungen erfüllen. Das unterscheidet sie von Optionsscheinen, bei einer Kaufoption kann der Inhaber das Recht ein Wertpapier zu kaufen wahrnehmen, er muss es aber nicht tun. Bei einem Future besteht diese Wahl nicht, das bedeutet aber nicht, dass der Futureinhaber nun automatisch die zugrundeliegenden Aktien erhält, vielmehr gibt es zwei gegensätzliche Arten von Futures, nämlich:

  1. Differenzgeschäfte und
  2. Lieferungsgeschäfte.

Bei Lieferungsgeschäften steht am Ende tatsächlich die Lieferung einer Ware, bei einem Differenzgeschäft wird dagegen nur die Preisdifferenz zwischen dem festgelegten und dem Marktpreis ausgezahlt. Daneben gibt es Mischformen, bei denen der Käufer beispielsweise zwischen einer Lieferung und einer Auszahlung wählen kann.

Futures sind im Gegensatz zu Optionen unbedingte Termingeschäfte, man kann also das Recht eine Ware oder ein Wertpapier zu erwerben nicht verfallen lassen. Allerdings wird bei Differenzgeschäften nur die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis und dem am Ende der Laufzeit tatsächlichen Preis ausgezahlt.

So funktioniert der Terminhandel

Damit der Handel funktioniert, muss ein Terminkontrakt bestimmte Festlegungen beinhalten, insbesondere

  • den Zeitpunkt,
  • die Art der Erfüllung
  • die Art der Lieferung,
  • und bei Waren auch deren Qualität.

Die Art der Erfüllung bezieht sich vor allem auf die Frage, ob es sich um ein Liefer- oder ein Differenzgeschäft oder eine Mischform handelt. Bei der Art der Lieferung wird dagegen festgelegt, um welchen Basiswert es sich handelt und in welcher Stückzahl er gehandelt wird. Bei Wertpapieren ist das vergleichsweise einfach, ein Future kann beispielsweise auf 100 Aktien der Commerzbank lauten. Bei Waren sind zusätzliche Angaben nötig, bei Kaffee beispielsweise die Herkunftsregion, die Sorte und die Qualitätsklasse.

Der Preis bildet sich am Markt. Wird ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Qualität zu einem festgelegten Zeitpunkt gehandelt, so entspricht der Preis in etwa dem, den die Anleger für den Lieferungszeitpunkt erwarten. Futures können problemlos wieder verkauft werden, mit den wich wandelnden Erwartungen der Anleger schwankt natürlich auch der Kurs.

Futures werden immer nur auf eine genau festgelegte Sorte abgeschlossen.

In Osaka wurden bereits vor rund 400 Jahren Terminkontrakte auf Reis gehandelt. Foto: Flickr @ Luke Ma

Beispiel für Future Handel

Wenig bekannt, aber sehr bedeutend ist der Terminhandel mit Strom. In Deutschland wird er vor allem über die Leipziger Energiebörse EEX abgewickelt. Denn Strom lässt sich ja bekanntlich schlecht lagern, deshalb schließen die Stomversorger oder große Industrieunternehmen Termingeschäfte über die Lieferung von Elektrizität zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Kommt der Liefertermin näher, wird auf Basis aktueller Daten zum Verbrauch, zur geplanten Produkt oder zum Wetter (Strom- und Windkraft) Strom nachgekauft oder wieder verkauft. Stimmen die Kalkulationen nicht, kann kurzfristig über den Spotmarkt auch Strom nachgekauft werden.

Auch Öl wird oft langfristig auf Terminmärkten gekauft, beispielsweise von Fluggesellschaften. Für Privatanleger ist aber meist der Handel mit Futures auf Wertpapiere einfacher. Dort lassen sich beispielsweise Kontrakte auf den DAX handeln, es wird also eine Wette darauf abgeschlossen, dass der DAX zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr wert ist als aktuell für den Terminkontrakt gezahlt werden muss. Im Regelfall muss zunächst eine Sicherheitsleistung hinterlegt werden, der volle Kaufpreis wird erst am Ende mit dem potentiellen Verkaufspreis verrechnet.

Strom und Rohstoffe sind bedeutende Handelsgüter für Futures, für Kleinanleger ist aber der Handel mit Devisen und Wertpapieren oft einfacher.

Vor- und Nachteile des Future-Handels

Gegenüber dem Aktienhandel hat das Geschäft mit Futures eine Reihe von Vor-, aber auch viele Nachteile:

  • Höhere Gewinnmöglichkeit durch Hebel
  • Einfaches Setzen auf fallende Kurse
  • Zentralisierung auf wenige Handelsplätze (v.a. EUREX)

Allerdings gibt es auch Nachteile

  • Hohes Risiko durch Hebel
  • Keine Dividenden
  • Emittentenrisiko
  • Weniger Auswahl
  • Festgelegtes Enddatum.

Auch gegenüber dem Handel mit Optionen hat der Handel Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil ist, dass die Preisbildung einfacher zu verstehen ist als bei Optionsscheinen.

Fazit

Der Handel mit Futures ist weniger eine Alternative zum Aktienhandel als vielmehr zu Optionen, denn auch hier wird mit hohem Hebel sehr spekulativ gehandelt. Im Gegensatz zum Aktienhandel ist die Preisbildung aber leichter verständlich.

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