Welche Folgen des Brexits werden auf uns zukommen?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 24.08.2021


Seit Juni 2016 beschäftigt uns schon der Brexit. Bis zum Jahreswechsel muss ein Abkommen vorliegen, unter welchen Bedingungen Großbritannien die EU verlässt. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase. Wie genau es danach weitergeht, ist noch immer nicht zu 100 Prozent klar. Broker wie XTB unterstützen Trader mit vielen aktuellen Nachrichten und ermöglichen den Handel mit Aktien aus aller Welt.

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Schlussphase der Verhandlungen im November

Im November befanden sich die Verhandlungen in der Schlussphase, doch die Zeit wurde knapper. EU-Chefunterhändler Michel Barnier traf sich auch sonntags mit seinem britischen Verhandlungspartner Lord David Frost. Zu diesem Zeitpunkt waren die Differenzen teilweise noch groß. Beide Seiten waren aber bestrebt, einen Deal unter Dach und Fach zu bringen. 

Schon lange ist vor allem das Thema Fischerei sehr umstritten. Dazu kommen Themen wie fairer Wettbewerb und Aufsicht. Beim fairen Wettbewerb geht es um die Standards und Regeln des EU-Binnenmarkts. Die EU forderte, dass Großbritannien sich nicht nur auf dem Papier an Sozial-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards der EU hält. Zudem will Brüssel, dass die Regierung in London die Subventionsregeln der EU akzeptieren, um Dumping zu vermeiden. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass auch in Zukunft stabile Kontrollmechanismen gewährleistet sind, damit der Wettbewerb mit Großbritannien, der ab dem 1. Januar aus Sicht der EU ein Drittstaat ist, auf dem EU-Binnenmarkt auch dauerhaft fair bleibt. Daher ging es in den Verhandlungen auch um die Frage, welche Form der Wettbewerbsaufsicht Großbritannien akzeptiert und welches Schiedsgericht in Streitfällen entscheidet. Auch dies war ein besonders schwieriges Thema in den Verhandlungen.

Umkämpftes Thema Fischerei

Das Thema Fischerei war nicht nur hart umkämpft, sondern auch symbolträchtig. Dem britischen Außenminister Dominc Raab ging es hier ums Prinzip. Großbritannien ist ab dem 1. Januar aus seiner Sicht ein unabhängiger Küstenstaat, der in der Lage sein müsse, seine Gewässer selbst zu kontrollieren. Auch von der Leyen betonte, dass das Prinzip der britischen Fischereihoheit in britischen Hoheitsgewässern nicht in Frage gestellt werde. Laut dem internationalen Seerecht ist es dem Vereinigten Königreich erlaubt, innerhalb von 200 Meilen seiner ausschließlichen Wirtschaftszone über den kompletten Fischfang zu verfügen.

Allerdings bestand die EU auch für die Zukunft auf klar festgelegte Fangquoten für EU-Trawler, da Fischer aus anderen europäischen Ländern schon seit Jahrhunderten in britischen Gewässern unterwegs seien. Nach Ansicht der Nordseeanrainer-Staaten der EU ist jedoch klar, dass die bisherigen Fangquoten so nicht bestehen bleiben können. Emmanuel Macron hatte den französischen Fischer bereits zu verstehen gegeben, dass auf sie wohl geringe Fangquoten zukommen werden. Falls kein Deal zustande kommt, konnte sogar ein absolutes Fangverbot in britischen Gewässern nicht ausgeschlossen werden. 

EU-Fischer in britischen Gewässern 

Etwa 80 Prozent der Fische im Ärmelkanal werden von französischen Fischern gefangen und nur etwa neun Prozent von britischen Fischern. Dies wird in Zukunft sicher nicht so bleiben. Die acht betroffenen EU-Ländern fischen insgesamt etwa 40 Prozent ihrer Heringe, Makrelen, Schollen und Seezungen in den britischen Teilen der Nordsee und des Ärmelkanals.

Die britischen Hoheitsgewässer spielen damit für die Fischer in der EU eine besonders große Rolle. Dabei geht es um 140 Fischarten. Die europäische Fischereiallianz geht davon aus, dass durch den Brexit, vor allem im Falle eines No-Deals, bis zu 6.000 Jobs in der Fischerei verloren gehen könnten, vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Dänemark. Michel Barnier zeigte sich bereit, die Fangquoten um 15 Prozent zu reduzieren und schlug Neuverhandlung alle zehn Jahre vor. Die britische Seite forderte eine größere Reduzierung durch die Fischer aus der EU und Neuverhandlungen spätestens nach drei Jahren.

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Zeit für Vertrag wird knapp

Die Zeit zum Jahresende wird durchaus knapp, denn der Vertrag mit Großbritannien muss noch bis zum Jahresende in alle 24 Amtssprachen der EU übersetzt werden und bis zum 31. Dezember von den Parlamenten in Brüssel und London ratifiziert werden. Eine Alternative wäre ein provisorischer Deal zum 1. Januar, der dann erst später ratifiziert würde. Diese Lösung versuchten beide Seite zu vermeiden. 

Mit Norwegen, das nicht Mitglieder der EU, aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraums ist, konnte sich Großbritannien schon vor einiger Zeit auf ein Fischereiabkommen einigen. Mit Frankreich wurde zudem eine bessere Kontrolle im Ärmelkanal vereinbart, um Migranten von einer Überquerung des Ärmelkanals abzuhalten, die lebensgefährlich ist. 

Nicht alle Brexit-Folgen klar

Noch immer sind nicht alle Folgen des Brexits im Detail absehbar, doch für die EU und damit auch für Deutschland wird sich einiges ändern. Kommt es nicht zu einem Vertrag oder platzt dieser noch vor dem Jahreswechsel – wir haben beim Thema Brexit in den letzten Jahren schon einige Überraschungen erlebt – würde Großbritannien nach WTO-Status eingestuft, was höhere Zölle und Waren Handelsbarrieren bedeuten würde.

Eigentlich ist Großbritannien schon am 31. Januar aus der EU ausgetreten, nachdem auch das Austrittsdatum mehrfach verschoben wurde. Auch gegen Ende der Übergangsphase sind viele Fragen zum zukünftigen Verhältnis zu Großbritannien noch immer unklar. Diese Unsicherheit hat bereits viele Unternehmen dazu bewogen, ihre Produktionsstandorte aus Großbritannien auf das europäische Festland zu verlagern. Auch eine Rezession in Großbritannien ist weiter sehr realistisch, obwohl die britische Wirtschaft schon seit Jahren unter den Folgen des Brexits leidet und auch durch die Corona-Pandemie arg gebeutelt wurde.

EU verliert wichtigen Handelspartner

Kommt es doch noch zu einem Austritt Großbritanniens ohne Abkommen, verliert das Vereinigte Königreich seine Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Das Pfund könnte in diesem Fall um 25 Prozent fallen. Die EU verliert zudem einen wichtigen Handelspartner. Ein ungeordneter Austritt aus der EU würde bedeuten, dass insbesondere die Exporte in die EU massiv zurückgehen werden. Dies würde langfristig Arbeitsplätze in Großbritannien kosten. 

Schon lange bereiten sich internationale Unternehmen auf Worst-Case-Szenarien vor und haben Teile ihrer Produktion bereits in andere Länder verlagert. Damit sind durch den Brexit schon jetzt viele Arbeitsplätze in Großbritannien verloren gegangen. Beispielsweise zeigt eine Studie von New Financial, dass in der Finanzbranche etwa 270 Unternehmen zumindest Teile ihres Geschäfts in andere EU-Staaten verlagert haben oder dies planen. Davon sind rund 4.900 Arbeitsplätze betroffen. 

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Britische Wirtschaft könnte weiter einbrechen

Die Briten sollen im Übrigen schon lange damit begonnen haben, Vorräte anzulegen. Laut den Finanzdienstleister Premium Credit soll jeder Fünfte schon Vorräte mit Lebensmitteln oder Medikamenten angelegt habe. Die London School of Economics geht davon aus, dass die britische Wirtschaft nach einem ungeordneten Brexit innerhalb der nächsten zehn Jahre um sechs Prozent weniger wachsen wird als wenn das Land weiter Teil der EU wäre. Der wirtschaftliche Schaden durch einen ungeordneten Brexit wäre langfristig dreimal so hoch wie der wirkliche Schaden durch die Corona-Krise.

Weiterhin sind Grenzkontrollen nach einem No-Deal-Brexit nicht ausgeschlossen. Waren und Menschen müssten an der Grenze wieder überprüft werden, was zu Lieferengpässen führen kann. Derzeit müssen nur vier Prozent der über 10.000 Lkws, die täglich den Hafen von Dover passieren, durch den Zoll. Würde sich dies ändern, sind Staus von bis zu zwei Tagen denkbar. 

Die europäischen Fluggesellschaften könnten ihre Lizenzen verlieren, die sie benötigen, um ins Vereinigte Königreich und zurück zu fliegen. Auch hierfür wurden bislang nur Übergangsregeln bis Ende 2020 vereinbart. Personenkontrollen könnten ebenfalls wieder eingeführt werden. Ohnehin benötigen EU-Bürger ab Oktober 2021 einen Reisepass, um nach Großbritannien einzureisen. 

Irische Grenze noch immer Streitthema

Sehr umstritten ist noch immer die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört. Die Grenze würde bei einem ungeordneten Brexit zu einer EU-Außengrenze, was auch mit Blick auf den Nordirland-Konflikt bedenklich ist. Zudem müssten auch hier streng genommen Grenzkontrollen stattfinden. Hier wurde sich ursprünglich nach langwierigen Diskussionen auf die Backstopp-Lösung geeinigt, um eine feste Grenze mitten auf der irischen Insel zu vermeiden. Im September allerdings machte die Regierung in London dieses Fass nochmals auf und sprach davon, die Regelungen zu Nordirland nochmals überarbeiten zu wollen. Auch hier bleibt abzuwarten, wie sich die Regelungen in den nächsten Jahren in der Praxis bewähren werden. 

Großbritannien war lange der zweitgrößte Nettozahler in der EU. Lange gingen etwa sechs Prozent des EU-Budgets auf Großbritannien zurück. Damit fallen der EU in Zukunft Einnahmen weg, was sich auf den Haushalt der EU auswirken wird. Denkbar ist, dass Länder wie Deutschland bald mehr in die EU-Kasse einzahlen müssen. 

Brexit-Folgen auch in Deutschland zu spüren

Die Folgen des Brexits in Deutschland werden sich wohl insbesondere bei den Exporten bemerkbar machen, wovon vor allen die Autoindustrie betroffen sein wird. 2017 haben die Briten 770.000 Autos aus deutschen Werken importiert, was Großbritannien zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für die deutsche Autoindustrie macht. Denkbar ist im schlimmsten Fall, dass aufgrund des Brexits und des dazu gehörigen Einbruchs der Exporte, auch in Deutschland Arbeitsplätze wegfallen werden. Neue Arbeitsplätze könnten aber in der Finanzbranche entstehen. Laut der bereits erwähnten Studie von New Financial sind rund 40 Finanzunternehmen von London nach Frankfurt am Main umgezogen, was hier neue Arbeitsmöglichkeiten schafft.

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Fazit: Beim Brexit noch immer viele Fragen offen

Das Thema Brexit begleitet uns alle nun schon seit über vier Jahren. Am 31. Dezember endet nach dem offiziellen Austritt aus der EU am 30. Januar die Übergangsphase. Doch noch immer sind nicht alle Fragen geklärt. In den letzten Jahren gab es immer wieder Überraschungen, damit ist auch jetzt nicht vollständig klar, wie sich die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Jahreswechsel entwickeln werden. 

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