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Zuflüsse in Unternehmensanleihen ETFs wieder positiv!

Wenn es darum geht, die Stimmungslage = „Sentiment“ europäischer Anleger(innen) in Bezug auf einzelne Assets = Anlageklassen anzuschauen, dann können die beobachtbaren Kapitalströme recht aufschlussreich sein. Ich schaue mir dazu gerne die Entwicklungen bei europäischen ETFs an. Wenn es da in einen Sektor massive Netto-Zuflüsse gibt, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass dieser Sektor eben im beobachteten Zeitraum beliebt war. Und umgekehrt: Bei hohen Netto-Abflüssen kann man davon ausgehen, dass die Anleger(innen) diesen Sektor im beobachteten Zeitraum nicht möchten. Hier der Blick auf weitere Details:

Die Entwicklung bei Aktien-ETFs hatte ich bereits unter die Lupe genommen. Heute möchte ich die Entwicklung der letzten Monate bei weiteren Bereichen genauer anschauen – und zwar wiederum gemessen am ETF-Markt. Was für Netto-Zuflüsse oder Netto-Abflüsse gab es in anderen Bereichen (außer dem Aktienmarkt)? Und wie entwickelten sich diese Kapitalströme in den letzten Monaten?

Schauen wir auf die Unternehmensanleihen. Genauer gesagt: Auf ETFs, welche Unternehmensanleihen abbilden. Quelle für diesen Beitrag sind die Zahlen, die der europäische ETF-Platzhirsch Lyxor ETF dazu veröffentlicht hat.

Dazu die Zahlen zu den europäischen ETFs auf Unternehmensanleihen: Im Juli gab es bei diesen Netto-Zuflüsse in Höhe von 794 Mio. Euro. Netto-Zuflüsse, das bedeutet: Von den gesamten Zuflüssen werden die gesamten Abflüsse abgezogen. Was dann übrig bleibt, sind die „Netto-Zuflüsse“. Absolut gesehen sieht das recht hoch aus: In einem Monat flossen in europäische ETFs auf Unternehmensanleihen 794 Mio. Euro! Diesen Wert gilt es aber in Relation zu setzen. Konkret:

Dieser Netto-Zufluss von 794 Mio. Euro ist der erste Netto-Zufluss der letzten drei Monate

Im Mai und im Juni hatte es bei der Kategorie der europäischen ETFs auf Unternehmensanleihen noch Netto-Abflüsse von jeweils zwischen 100 und 200 Mio. Euro gegeben. Von minus 100/200 auf plus 794: Ein ordentlicher Turnaround!

Wenn wir etwas weiter zurückgehen, ist die absolute Höhe der Zuflüsse aber gar nicht so besonders hoch. Denn zwischen Oktober 2014 und April 2015 lagen die Netto-Zuflüsse bei europäischen ETFs auf Unternehmensanleihen immer bei ca. 700 Mio. bis ca. 1,7 Mrd. Euro – und zwar an Netto-Zuflüssen. Erst im Mai und Juni 2015 dann der Einbruch, und es gab besagte Netto-Abflüsse.

Mit anderen Worten: Auf kurze Sicht sieht es nach einem beeindruckenden Turnaround aus: Die Netto-Zuflüsse in ETFs auf Unternehmensanleihen sind stark gestiegen, gegenüber dem Vormonat beträgt der Zuwachs über 900 Mio. Euro. Doch auf mittelfristige Sicht ist „nur“ die alte Größenordnung wieder erreicht worden. „Back to normal“, sozusagen. Die +794 Mio. Euro liegen innerhalb der genannten +700 Mio. bis +1,7 Mrd. Euro, welche es von Oktober 2014 bis April 2015 als Netto-Zuflüsse bei den ETFs auf Unternehmensanleihen gegeben hat.

Diesen Monat könnte es spannend werden: Denn dann steht die Sitzung der US-Notenbank („Fed“) an, auf der über eine Erhöhung der US-Leitzinsen entschieden werden soll. Noch ist es nicht klar, ob die Fed die Leitzinsen dann auch tatsächlich erhöhen wird. Sollte sie das tun, ist es wahrscheinlich, dass dies das allgemein Zinsniveau in den USA und vielleicht auch in Europa nach oben ziehen wird. Dann könnte es sein, dass auch Neuemissionen von Staatsanleihen wieder höhere Kupons bieten werden. In so einem Umfeld wiederum könnten dann auch Staatsanleihen wieder relativ attraktiver werden – da sie dann eine höhere laufende Verzinsung bieten würden.

Sie merken es: Könnte, würde – Konjunktiv! Diesbezüglich müssen wir noch die nächste Sitzung der US-Notenbank abwarten, um mehr dazu zu wissen.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

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