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Wie funktionieren Aktien? – in 5 min. verständlich erklärt!

Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Damit könnte schon alles gesagt sein, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Warum schwanken Aktienkurse und wie funktionieren Aktien genau? Was passiert mit der Aktie, wenn die Firma pleitegeht? Die Antworten auf diese Fragen sind ganz einfach – und eigentlich auch ziemlich logisch. Fünf Antworten auf fünf Fragen in fünf Minuten!

Wie funktionieren Aktien?

Die Frankfurter Börse, ist Deutschlands größte Aktienbörse. Quelle: pixabay.com

Wie funktionieren Aktien?

  • Was genau sind Aktien?
  • Welche Arten von Aktien gibt es?
  • Warum schwanken die Kurse?
  • Hafte ich, wenn die Firma pleitegeht?
  • Was ist die Dividende?

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Frage 1: Was sind Aktien genau?

FazitAktien repräsentieren einen Anteil an einem Unternehmen – damit sind die Aktionäre die Eigentümer der Firma. Wer also von den 10 Millionen Aktien einer Firma zehn besitzt, dem gehört ein Millionstel des Unternehmens. Das unterscheidet Aktien von Anleihen, die ein Kredit an ein Unternehmen sind.

Anleihengläubiger erhalten deshalb einen festen Zinssatz und werden im Falle einer Pleite bevorzugt ausgezahlt. Dafür sind aber auch ihre möglichen Gewinne beschränkt und sie haben kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.

Denn die Aktionäre bestimmen als Eigentümer den Kurs des Unternehmens. Zu diesem Zweck wird einmal jährlich eine Hauptversammlung abgehalten, zu der alle stimmberechtigten Aktionäre eingeladen werden. Dort wird unter anderem der Aufsichtsrat gewählt, der den Vorstand bestellt und kontrolliert.


Aktien sind Anteilsscheine an einem Unternehmen.

Frage 2: Welche Arten von Aktien gibt es?

VorlageAllerdings sind nicht alle Aktien stimmberechtigt, vor allem in Unternehmen mit einer mächtigen Gründerfamilie gibt es oft stimmrechtslose Aktien. Damit soll der Einfluss der Familie auf das Unternehmen erhalten bleiben und gleichzeitig neues Kapital gewonnen werden. Im Gegenzug erhalten diese stimmrechtslosen Aktien oft eine höhere Dividende. Man spricht deshalb von Vorzugsaktien.

Eine weitere Besonderheit sind Namensaktien. Meistens geben Unternehmen sogenannte Inhaberaktien aus. Dabei wird der Eigentümer nicht zentral erfasst. Bei Namensaktien dagegen wird bei jedem Verkauf der neue Besitzer ins Aktienbuch des Unternehmens eingetragen, so dass dieses genau weiß, wer die Anteile besitzt. Bei vinkulierten Namensaktien muss das Unternehmen dem neuen Käufer sogar zustimmen, sonst kann der die Aktie nicht erwerben.


Vorzugsaktien bieten Aktionären eine höhere Dividende. Bei Namensaktien wird der Aktionär ins Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen.

Frage 3: Wie funktionieren Aktien – warum schwanken die Kurse?

DemoDas Auf und Ab der Kurse kommt vielen Beobachtern wie Roulette vor und führt unweigerlich zu der Frage: Wie funktionieren Aktien eigentlich? Der Kursverlauf ist zumindest langfristig das Ergebnis konkreter, fundamentaler Veränderungen, entweder direkt im betreffenden Unternehmen oder in seinem Umfeld. Diese Veränderungen drücken sich in einer Verschiebung von Angebot und Nachfrage zu einer betreffenden Aktie aus. Wollen zu einem Kurs mehr Menschen Aktien kaufen als verkaufen, dann steigt er, wollen mehr verkaufen, sinkt er. Das geht so lange weiter bis der Kurs einen Wert erreicht hat, bei dem genauso viele Aktien gekauft wie verkauft werden sollen. Vereinfacht gesagt sind die Anleger im Durchschnitt jetzt der Meinung, dass der Wert der Aktien dem des Unternehmens entspricht.

Grob lassen sich drei Auslöser für Kursveränderungen ausmachen:

  1. Veränderungen der Gewinnaussichten des Unternehmens.
  2. Veränderungen der Gewinnaussichten anderer Anlagen.
  3. Psychologische Faktoren.

Gute Nachrichten sind gute Nachrichten – zumindest für Anleger

Aktien sind Anteilsscheine an einem Unternehmen, entsprechend steigt der Kurs, wenn es dem Unternehmen besser geht. Der Grund dafür kann im Unternehmen selbst liegen, beispielsweise weil ein neues Produkt sich gut verkauft. Ursache kann aber auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sein, etwa eine positive Wirtschaftsprognose oder fallende Arbeitslosenzahlen. Dabei kann es auch scheinbar paradoxe Entwicklungen geben, beispielsweise wenn der Kurs einer Aktie fällt, nachdem das Unternehmen einen gestiegenen Gewinn bekannt gab. Doch womöglich hatten die Aktionäre einen noch höheren Gewinn erwartet und der Kurs war entsprechend angestiegen. Angesichts des doch nicht so hohen Überschusses ist die Aktie überbewertet und fällt.

Niedrige Zinsen, hohe Kurse

Doch nicht nur die Gewinnaussichten der Firma, auch die Eträge anderer Geldanlagen spielte eine wichtige Rolle. Sind diese attraktiv, ziehen Anleger Geld aus Aktien ab, um es dort anzulegen. Deshalb fallen die Aktienkurse meistens, wenn die Zentralbank Zinserhöhungen beschließt. Umgekehrt führen niedrige Zinsen dazu, dass die Anleger Geld in Aktien umschichten – und diese deshalb steigen.

Eine Rolle spielt dabei natürlich auch das verfügbare Kapital. Ist viel Geld verfügbar, das angelegt werden muss, steigen die Aktienkurse, sparen sie weniger, wird der Kursanstieg gebremst oder sogar umgekehrt.

Auch die Psychologie spielt mit

Doch leider wirken nicht nur rationale Faktoren auf den Börsenkurs, sondern auch die Psychologie, nicht zuletzt deshalb, weil sich der wahre Wert eines Unternehmens nicht so einfach berechnen lässt. Schließlich hängt er sehr wesentlich von den zukünftigen Gewinnen ab. Außerdem fällt es gerade professionellen Anlegern schwer, gegen den Strom zu schwimmen. Denn steigen sie aus einem prosperierenden Markt aus, weil sie die Kurse für überbewertet halten, müssen sie sich von ihren Kunden fragen lassen, warum sich ihr Portfolio nicht so gut entwickelt wie das der Konkurrenten, wenn die Kurskorrektur auf sich warten lässt. Also bleiben sie am Markt und steigen hektisch aus, wenn der Einbruch dann kommt. Das kann dann dazu führen, dass eine kleine Nachricht einen großen Kurseinbruch verursacht.

Der Kurs spiegelt die Erwartung der Anleger über die zukünftigen Gewinne eines Unternehmens wider. Verändern sich die Aussichten, ändert sich auch der Kurs.

Wie Aktien funktionieren

Nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch volkswirtschaftliche Daten beeinflussen die Aktienkurse, beispielsweise die Arbeitslosenquote. Foto: Bundesagentur für Arbeit

Frage 4: Hafte ich, wenn die Firma pleitegeht?

geldboerseWenn die Aktionäre die Eigentümer eines Unternehmens sind, haften sie dann auch, wenn die Firma pleitegeht? Natürlich nicht, im schlimmsten Fall wird die Aktie wertlos, mehr Geld als die Einlage kann aber nicht verloren werden. Denn wie bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist auch hier die Haftung auf die Höhe der Einlage begrenzt.

Unter Umständen kann es sogar sein, dass Aktionäre nach einer Pleite Geld zurückbekommen, doch das ist eher selten. Denn zuerst werden die Forderungen der Arbeitnehmer erfüllt, dann die Schuldner wie Banken und Anleihengläubiger bedient und erst zum Schluss erhalten die Besitzer, also die Aktionäre, Geld zurück. Dann ist aber meistens schon nichts mehr da, sonst wäre die Firma ja nicht insolvent.


Aktionäre können maximal ihre Einlage verlieren und haften nicht mit ihrem Privatvermögen für die Schulden der Aktiengesellschaft.

Frage 5: Was ist die Dividende?

geldscheineWas passiert mit den Gewinnen, die eine Firma macht? Ein Teil davon, wird meistens reinvestiert. Davon kauft die Firma beispielsweise andere Unternehmen auf, baut neue Fabriken oder forscht an neuen Produkten. Ein Teil davon wird aber oft auch ausgeschüttet, das ist die Dividende.

Die Höhe der Dividende ist damit auch immer ein Hinweis auf die Ertragskraft. Allerdings gibt es erfolgreiche Unternehmen wie Google, die keine Dividende zahlen, weil sie das Geld stets reinvestieren. Die Aktionäre profitieren in Form steigender Kurse. Das ist auch der Fall, wenn von den Gewinnen eigene Aktien zurückgekauft werden. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Unternehmen mit hoher Dividendenrendite, also hoher Dividende im Vergleich zum Kurs, auch insgesamt gut abschneiden.


Die Dividende sind an die Aktionäre ausgeschüttete Gewinne.

Fazit: Aktionäre sind Unternehmenseigner

Eine Aktie kann langfristig immer nur erfolgreich sein, wenn es auch dem dahinter stehenden Unternehmen gut geht. Der Aktienhandel hat deshalb nichts mit Glücksspiel zu tun, sondern ist eine Investition in ein Unternehmen. Neben den harten Faktoren spielen Psychologie und Glück aber trotzdem eine Rolle bei der Geldanlage.

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