Risiken für Börsen im zweiten Halbjahr

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 20.08.2021


Im ersten Halbjahr 2021 zeigten sich die Börsen sehr erfolgreich. Nun könnte es aufgrund verschiedener Faktoren an den Märkten aber schwieriger werden. Ein Grund sind die steigenden Inflationszahlen. Zudem ist die erste Euphorie nach den Öffnungen vieler Geschäfte und den Lockerungen vieler Corona-Maßnahmen wohl erst einmal verfolgen. Aktien vieler Branchen und Regionen finden Trader, laut unserer XTB Depot Erfahrungen, auch bei XTB.

Jetzt zum Testsieger XTB!CFD Service - 77% verlieren Geld

Aktienindizes 2021 bisher sehr erfolgreich

Der DAX gewann im ersten Halbjahr um 13,2 Prozent, der Dow Jones immerhin 12,7 Prozent. Auch der Nasdaq Compsite zeigte sich mit einem Plus von 12,5 Prozent ebenso erfolgreich wie der S&P 500 mit 14,4 Prozent. Dies sagt aber nur wenig darüber aus, wie es ab Juli weitergehen könnte. Denkbar ist, dass das Aufwärtspotenzial weiter bestehen bleibt, es könnte aber schwieriger werden, Kursgewinne zu erreichen.

Die erste Euphorie nach den Wiedereröffnungen ist verfolgen, nun könnte es zu einer Stagnation, vielleicht auch zu leichten Korrekturen kommen. Das starke Aufwärtspotenzial des ersten Halbjahrs könnte zunächst vorbei sein. So schätzt zumindest Robert Rethfeld, Marktexperte bei Wellenreiter-Invest be tagesschau.de die aktuelle Situation ein.

Das Thema Inflation könnte auch im weiteren Jahresverlauf eines der wichtigsten an der Börse sein. Dazu kommen Sorgen mit Blick auf die Delta-Variante oder andere Virusmutationen, die aber womöglich nur kurzfristig die Stimmung dämpfen könnten. Höhere Inflationsraten und die damit verbundene Erwartung, dass die Zinsen wieder steigen, könnten die Börsen nachhaltig belasten. Steigende Zinsen machen Anleihen gegenüber Aktien wieder attraktiver. Bei Technologiekonzernen kommt hinzu, dass die Zinsentwicklung ein Risiko für zukünftige Gewinne sein könnten.

Risiken für Börsen im zweiten Halbjahr

Inflation nur vorübergehend hoch?

Weiter gehen viele Experten davon aus, dass die hohen Inflationsraten nur vorübergehend sein werden. Allerdings werden derzeit einige amerikanische Aktien sehr hoch bewertet. Diese Kombination könnte laut Andreas Hürkamp, dem Leiter Aktienstrategie bei der Commerzbank, welche aktuell hohe Verluste verzeichnet, für ein unruhiges zweites Halbjahr sorgen. Denkbar ist, dass die Fed frühzeitig damit beginnt, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren, was als erstes Signal für steigende Zinsen gewertet werden könnte.

Einige Experten gehen allerdings davon aus, dass das Thema Inflation die Märkte noch länger beschäftigen wird. Schon im zweiten Halbjahr könnte die Inflationsrate in Europa und den USA auf über drei Prozent steigen. Laut Robert Rethfeld performen die Aktienmärkte bei Inflationsraten zwischen einem und drei Prozent am besten.

Im Juni war die Inflation in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt weiter hoch, ging aber leicht zurück. Ökonomen gehen weiterhin von steigenden Preisen aus. Zuletzt lag die Inflationsrate 2,3 Prozent über dem Wert aus dem Juni 2020. Im Mai stieg die Inflation mit 2,5 Prozent auf den höchsten Wert seit September 2011. In einer Reuters-Umfrage gingen Ökonomen von einem ähnlichen Wert aus.

Jetzt zum Testsieger XTB!CFD Service - 77% verlieren Geld

Energiepreise weiter hoch

Vor allem die Energiepreise sind weiter hoch. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,4 Prozent, was eng mit der weltweiten Konjunkturerholung zusammenhängt. Die Nachfrage nach Rohöl stieg zuletzt deutlich. Dazu kommt die seit Jahresbeginn erhobene CO2-Abgabe von 25 Euro pro Tonne. Nahrungsmittel waren im Juni 1,2 Prozent teurer als im letzten Jahr. Bei Mieten betrugt der Anstieg 1,3 Prozent.

In den nächsten Monaten könnte eine Inflationsrate von drei bis vier Prozent erreicht werden. Hier kommt auch ein statistischer Effekt zum Tragen, da im gleichen Zeitraum im letzten Jahr die Mehrwertsteuer niedriger war. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann versuchte kürzlich, die Sorgen vor einem Anstieg der Inflation zu minimieren. Er nehme die Sorgen ernst, warnte aber davor, die Inflationsgefahren zu übertreiben.

Die Bundesbank bezieht sich bei ihren Berechnungen auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI, den auch die EZB nutzt. Weidmann weist darauf hin, dass Gefahren durch eine hohe Inflation auch durch ein deutliches Lohnwachstum entstehen, was aber derzeit nicht in Sicht ist. Daher geht die Bundesbank derzeit davon aus, dass die Teuerungsraten in den nächsten Jahren wieder auf unter zwei Prozent sinken werden.

Börsen im zweiten Halbjahr

Höhere Unternehmenssteuern in den USA denkbar

Dazu kommen einige politische Risiken. So wird in den USA über höhere Unternehmenssteuern diskutiert. Die US-Regierung scheint sich auch verstärkt auf große Technologiekonzerne zu konzentrieren und könnte Schritte einleiten, um deren Marktmacht zu begrenzen. Würden amerikanische Behörden stärker gegen diese Unternehmen vorgehen, könnte dies auch den Dow Jones und den S&P 500 belasten, da diese Unternehmen dort viel Gewicht haben.

Diese Entwicklung könnte ein Vorteil für die europäischen Aktienmärkte sein. Zuletzt präsentierte sich der S&P 500 stärker als der DAX. Der deutsche Leitindex konnte in den letzten Tagen seine Rekordwerte nicht mehr erreichen. Eigentlich müsste der DAX als Performance-Index einen Vorteil gegenüber dem S &P 500 haben, da in den DAX auch Dividenden einfließen. Allerdings könnten sich andere Indizes bis zum Jahresende besser entwickeln als der DAX. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die Wirtschaft in den USA in diesem Jahr wohl stärker wachsen wird als in Deutschland.

Jetzt zum Testsieger XTB!CFD Service - 77% verlieren Geld

Einigung zu Mindeststeuersatz

Darüber hinaus einigten sich in dieser Woche laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 130 Länder auf einen Mindeststeuersatz von 15 Prozent. Damit ist der Weg für eine internationale Steuerreform frei. Die OECD verhandelt zu diesem Thema schon seit Jahren. Letzte Details sollen bis Oktober besprochen werden.

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht in der Einigung eineb großen Fortschritt bei der internationalen Besteuerung von Unternehmen und den größten Durchbruch seit 20 Jahren. Deutschland könnte durch höhere Steuereinnahmen profitieren. Die 130 Länder, die die Entscheidung nun mittragen, bilden 90 Prozent des Weltsozialprodukts ab. Damit würde laut Scholz der Wettbewerb um immer niedrigere Steuersätze enden.

Scholz ist derzeit in Washington, wo er auch die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen treffen wird. Diese zeigte sich ebenfalls erfreut über die Einigung und sprach von einem „historischen Tag für die Wirtschaftsdiplomatie“. Das Wettrennen um niedrige Steuersätze habe aus ihrer Sicht kein Land gewonnen. Viele Länder hätten dadurch keine finanziellen Mittel für notwendige Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie die Bekämpfung der Corona-Pandemie zur Verfügung gehabt. Schon Anfang April befürwortete Yellen die weltweite Mindeststeuer.

Aufwärtstrend an der Börse

Einigung schon bei G7-Gipfel

Vor einigen Wochen einigten sich die G7-Staaten bereits auf die Grundzüge einer Mindeststeuer für multinationale Unternehmen von 15 Prozent. Dies betrifft die 100 weltgrößten und profitabelsten international agierenden Konzerne. Diese müssen nun ihre Einnahme stärker dort versteuern, wo sie erzielt wurden. Vor allem Schwellenländer könnten durch die neue Regelung einen Vorteil haben.

Außerdem geht man mit den neuen Vorgaben einen weiteren Schritt in Richtung des Digitalzeitalters und passt die teils veralteten Regelungen auf Veränderungen an. Viele große Unternehmen hatten in den letzten Jahren Strategien entwickelt, um ihre Steuern in Ländern mit niedrigen Steuersätzen wie Irland zu zahlen. So konnten sie auch im Vergleich zu mittelständischen Unternehmen oft viele Steuern sparen.

Generell ist es statistisch gesehen oft so, dass sich die Aktienmärkte im Sommer nicht so stark präsentierten wie im Winterhalbjahr. In der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ könnte damit durchaus einiges an Wahrheit stecken. Oft kommt es auch im September oder Oktober nochmal zu einem Tief. In den USA ergeben sich oft erst um Halloween Anfang November wieder positivere Perspektiven.

Jetzt zum Testsieger XTB!CFD Service - 77% verlieren Geld

Viele Anlagemöglichkeiten bei XTB

Anleger werden daher abwarten müssen, wie sich die Märkte in den nächsten Monaten entwickeln. XTB stellt ihnen dazu zahlreiche Aktien, ETFs und CFDs zur Verfügung, mit denen Trader viele Handelsstrategien umsetzen können. Da neben echten Aktien auch Aktien-CFDs angeboten werden, eröffnet dies Möglichkeiten zum Hedgen und damit zum Absichern von Positionen. Der Handel erfolgt über eine moderne Plattform, die Trader auch über ein XTB Demokonto austesten können.

Von allen 16 angebotenen Börsen finden Trader auch Echtzeitkurse. Dazu kommen zahlreiche Indikatoren und Charts sowie aktuelle Marktnachrichten. Auch ein Wirtschaftskalender und der Trading-Rechner können Tradern dabei helfen, die Märkte zu beobachten und ein stabiles Risikomanagement umzusetzen.

Viele aktuelle Informationen erhalten Trader auch in aktuellen Webinaren. Dazu kommen Prognosen der Experten von XTB, die schon mehrfach als sehr genau bewertet wurden. Das Bildungsangebot der Trading Academy des Brokers richtet sich an Anfänger und erfahrene Trader, die hier ihr Wissen rund um Anlagen und Märkte erweitern können. Bei Fragen können sich Trader auch jederzeit an den Kundenservice wenden.

Börsen im 2. Halbjahr

Fazit: 2. Halbjahr könnte schwieriger werden

Das erste Halbjahr war an den Börsen sehr erfolgreich. Der DAX konnte einige Rekorde erzielen. Ob sich dieser Trend aber auch im zweiten Halbjahr fortsetzt, bleibt abzuwarten. Insbesondere die weiter hohe Inflation birgt Risiken. Dazu verdichten sich die Hinweise, dass die US-Regierung stärker gegen große Technologiekonzerne vorgehen könnte.

Bei XTB sind Trader auch in den nächsten Monaten immer gut über aktuelle Entwicklungen informiert. Der Broker stellt unter anderem aktuelle Nachrichten und Echtzeitkurse zur Verfügung. Da Aktien nicht nur direkt, sondern auch über CFDs handelbar sind, ergeben sich auch Möglichkeiten zum Hedgen.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com