EZB bleibt bei Nullzins-Politik

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 13.09.2021


Die EZB hat bei ihrer Sitzung in dieser Woche die Zinsen erneut nicht angehoben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte sogar an, dass die Notenbank die Zinsen noch lange auf einem niedrigen Niveau halten will. Was am Aktienmarkt ein Vorteil sein kann, wird Sparer enttäuschen. Wann die Zinsen angehoben werden könnten, sagt Lagarde nicht. Experten sprechen davon, dass die Zinsen noch mindestens bis 2023 auf einem niedrigen Niveau bleiben könnten. Da Termine wie EZB-Sitzungen zu Schwankungen an den Märkten führen können, bieten Broker wie XTB, laut unserer XTB Depot Erfahrungen, in der Regel auch einen Wirtschaftskalender an, in dem diese wichtigen Termine vermerkt sind.

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Lockere Geldpolitik bleibt

Die EZB bleibt damit bei ihrer sehr lockeren Geldpolitik. Auch nach der Krise will die EZB der Wirtschaft in Europa weiter unter die Arme greifen. Der Leitzins bleibt weiter wie schon seit März 2016 bei null Prozent. Bank müssen weiter 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie vorübergehend Geld bei der EZB verwahren. Zudem stellt die steigende Inflation für die EZB wohl keine Gefahr dar. Christine Lagarde betonte nochmals, was schon vor einigen Tagen bekannt wurde: Die EZB will auch einen längeren Anstieg der Inflation über das Zwei-Prozent-Ziel hinaus tolerieren.

Die geldpolitische Strategie wurde vor Kurzem verändert. Damit ging auch ein neuer geldpolitischer Ausblick einher. Die EZB will damit wohl auch in Zeiten steigender Inflation weiter Anleihen kaufen und Negativzinsen beibehalten. Denkbar ist, dass es sogar noch länger bis zu einer Zinserhöhung dauert als bisher gedacht. Mit den jüngsten Veränderungen im geldpolitischen Vorgehen erweitert die EZB zunächst ihre Spielräume, was aber wohl auch Kritik nach sich ziehen wird. Vor allem in Deutschland sind die Anleihekäufe der Notenbank schon lange umstritten. Zuletzt wurde auch gefordert, dass ein Eingreifen aufgrund der steigenden Inflation notwendig ist. Aktuell reduziert die EZB wieder ihre Anleihenkäufe.

EZB bleibt bei Nullzins-Politik

Hohe Inflation in Deutschland

In Deutschland liegt die Teuerungsrate mit zuletzt 2,3 Prozent höher als im Durchschnitt im Euroraum. Dazu kommt, dass Menschen in Deutschland aus historischen Gründen beim Thema Inflation besonders sensibel sind. Nach dem Ersten Weltkrieg führte die Hyperinflation in den 1920er Jahren dazu, dass das Bankensystem und die Wirtschaft zeitweise zusammenbrachen.

Dazu kommt, dass Deutschland weiter ein „Land der Sparer“ ist und die Menschen hierzulande ihr Geld gerne auf Sparkonten einzahlen. Früher gab es attraktive Zinsen auf Sparbücher, doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Dank der Geldpolitik der EZB können Unternehmen zu günstigen Konditionen Kredite aufnehmen, was ihnen beim weiteren Wachstum und der Schaffung neuer Arbeitsplätze hilft. Regierungen können leichter Wachstumsprogramme und Konjunkturhilfen umsetzten.

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Mehrere Gründe für steigende Inflation

Im Juni lag die Inflationsrate in der Eurozone bei 1,9 Prozent und damit in etwas auf dem Wert, den die EZB früher als ideal für die Preisstabilität angesehen hätte. Eine derart hohe Inflation wurde in den letzten Jahren nie erreicht. In den nächsten Monaten wird die Inflation wohl weiter steigen. Drei Prozent oder mehr scheinen nicht ausgeschlossen.

Die Gründe für die steigende Inflation sind vielfältig. Zum einen kommt ein statistischer Effekt zum Tragen, da die Vergleichszahlen im letzten Jahr deutlich niedriger lagen, was in Deutschland auch auf die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer zurückzuführen ist. Zu anderen kommt es aufgrund der starken Erholung der Weltwirtschaft in vielen Branchen zu einem Materialmangel. Am Bau fehlen Holz oder Dämmmaterialien, in der Autobranche Microchips. Dies lässt die Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte ansteigen. Dazu kommt, dass beispielsweise Rohöl deutlich teurer ist als noch vor zwölf Monaten.

Zinsen weiter niedrig

Sorgen vor Delta-Variante

Christine Lagarde äußerte sich nach der EZB-Sitzung auch dazu, wie sie die aktuelle Situation mit Blick auf die Pandemie einschätzt. Für sie ist die Delta-Variante mehr und mehr mit Unsicherheiten verbunden und es wird aus ihrer Sicht noch einige Zeit brauchen, bis die negativen Folgen der Pandemie bewältigt sind. Wann dies der Fall sein wird, kann auch sie nicht abschätzen. Sie verwies darauf, dass im geldpolitischen Rat der EZB keine Virologen vertreten sind. Auch diese Unwägbarkeiten sind für Lagarde ein Grund, die Anleihenkäufe vorerst nicht zurückzufahren. Die EZB scheint damit wohl mehr Sorgen aufgrund der Corona-Pandemie als vor einem Überhitzen der Wirtschaft zu haben.

Das in der Pandemie aufgelegte Notprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme), in dessen Rahmen die EZB Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen kauft und dass ein Volumen von 1,85 Billionen Euro hat, soll mindestens bis zum kommenden März weiterlaufen. Aufgrund der anziehenden Konjunktur haben einige Experten ihre Zweifel, ob diese Ankäufe weiter notwendig sind. Im dritten Quartal soll das Tempo der Anleihekäufe dennoch erhöht werden.

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Vorteile für Staaten durch EZB-Politik

Unternehmen haben bei PEPP den Vorteil, dass sie weniger hohe Zinsen für ihre Wertpapiere anbieten müssen, wenn eine Notenbank ebenfalls als Käufer am Markt ist. Dies ist vor allem für Staaten ein Vorteil, die so ihre Rettungsprogramme, in die der Corona-Krise eingeführt wurden, einfacher finanzieren können. Damit soll vor allem stark verschuldeten Staaten wie Italien oder Spanien geholfen werden.

Lagarde betonten nochmals, dass es im Moment nicht an der Zeit sei, über eine Ausstiegsstrategie zu sprechen. Vielmehr müsse die EZB flexibel sein und dürfen nicht den Anschein erwecken, dass in nächster Zeit ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik erfolgen wird. Daher wurde auch der längerfristige Ausblick (Forward Guidance) überarbeitet. Die EZB-Verantwortlichen nennen hier nun den Begriff der „Beharrlichkeit“. Die Foward Guidance ist allerdings nicht verbindlich, sondern soll der EZB wohl vor allem noch mehr Flexibilität geben.

EZB bleibt bei niedrigzinsen

Zinsen noch länger niedrig

Die Zinsen werden demnach wohl solange auf einem niedrigen Niveau bleiben, bis die Inflationsrate konstant und dauerhaft bei zwei Prozent liegt. Das bisherige Ziel einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent wurde damit endgültig aufgegeben. Dieses wurde in den letzten Jahren ohnehin stets verfehlt. Nun akzeptiert die EZB auch längerfristige Abweichungen. Kritiker sagen etwas spitzzüngig, dass die EZB das Ziel nun anpasse, da sie es ohnehin nicht erreicht und passe es nun einfach an. Zudem kann die EZB mit der neuen Formulierung begründen, warum sie beim Thema Inflation nicht eingreift. Die hohen Preise werden wohl bald mehr und mehr auch Spuren in den Geldbeuteln der Verbraucher hinterlassen.

Zuletzt gab es eine weitere Neuerung bei der EZB. Sie will nun bei ihrer Geldpolitik das Thema Klimawandel stärker einbeziehen. Beispielsweise könnte sie beim Kauf von Unternehmensanleihen mehr darauf achten, Anleihen von Unternehmen mit umweltfreundlicher Ausrichtung zu kaufen. Eine Veränderung in dieser Frage begründet die EZB damit, dass Klima-Aspekte direkte Auswirkungen auf die Preisstabilität in Europa haben.

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Kritik an EZB

Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe in Deutschland könnten beispielsweise die Staatsausgaben und Investitionen steigern. Bund und Ländern müssen viel Geld ausgeben, um die Schäden zu reparieren. Dies könnte die Inflation in Deutschland ebenfalls ansteigen lassen. Kritiker finden jedoch, die Notenbank neutral sein muss und sich von politischen Themen fernhalten sollte. Würde man dies weiterdenken, so könnte man argumentieren, dass auch beispielsweise niedrige Löhne Einfluss auf die Preisstabilität haben.

Zinsen weiter niedrig

Informationen über die Märkte bei XTB

Die Kritik an der EZB wird sicher nicht so schnell abreißen. Zudem bleibt abzuwarten, wie lange die Notenbank die aktuelle Linie wirklich verfolgt und ob die Zinsen nicht doch schon vor 2023 steigen könnten. Daher ist es sinnvoll, regelmäßig Nachrichten von den Märkten zu verfolgen. Bei XTB ist dies beispielsweise über den Wirtschaftskalender, aktuelle Webinare oder aktuelle Nachrichten. Viele Fragen werden vom Kundenservice und in Webinaren beantwortet. Schulungsmaterialien für Anfänger und Fortgeschrittene finden Trader auch in der Trading Academy.

Der Broker bietet zahlreiche Aktien von 16 internationalen Börsen an. Diese können direkt oder über CFDs gehandelt werden. Der direkte Handel ist bis zu einer Summe von bis zu 100.000 Euro im Monat kommissionsfrei. Dazu kommen kostenlose Echtzeitkurse, Charts, Indikatoren oder ein Aktien-Scanner. ETFs und CFDs auf viele Basiswerte runden das Angebot ab. Das Angebot kann über ein XTB Demokonto 30 Tage lang kostenlos getestet werden. XTB ist bereits seit 2007 in Deutschland vertreten. Der polnische Broker, der in Warschau auch an der Börse vertreten ist, expandiert mittlerweile nicht nur in weitere europäische Länder, sondern auch ins außereuropäische Ausland. Zuletzt stellte sich der Broker in Afrika und Asien breiter auf.

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Fazit: Zinsen bleiben weiter niedrig

Die EZB betonten auf ihrer Sitzung in dieser Woche nochmals, dass sie zunächst an niedrigen Zinsen und ihrem Anleihekaufprogramm festhalten will. Die jüngsten Veränderungen in der geldpolitischen Strategie geben der Notenbank mehr Spielraum, auch in Zeiten höherer Inflation diesen Weg weiter zu gehen.

Bei XTB finden Trader nicht nur viele Aktien aus aller Welt, sondern auch viele Informationen von den Märkten. In einem Wirtschaftskalender erfahren sie beispielsweise, wann die EZB tagt. Dazu kommen Indikatoren, Charts und Kurse, die bei der Analyse von Aktien helfen. Über einen Aktien-Scanner finden Trader passende Anlagen.

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