Header
Header

Wie sparen die Deutschen?

 Testergebnis Wie sparen die Deutschen – und wie viel? Einerseits soll es laut der Bundesbank ein Geldvermögen von mehreren Billionen Euro in Deutschland geben. Doch dieses ist offensichtlich sehr ungleich verteilt. So berichtet comdirect, dass im Mai 2017 sage und schreibe 38% der Deutschen gar nichts oder maximal 50 Euro in dem Monat zurückgelegt haben. Die Comdirect schlüsselt die Ergebnisse zur Ersparnis der Deutschen weiter auf – unter anderem auch im Hinblick auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Demnach sparen Frauen weniger als Männer. Diese Aufschlüsselungen im Hinblick auf die Spargewohnheiten der Deutschen finde ich recht interessant – nehmen wir da s in diesem Beitrag doch etwas Genauer unter die Lupe. Zu den Details:

Hier der Blick auf die Details: 

  1. Mai 2017: Deutsche sparten durchschnittlich 113 Euro
  2. „Spar- und Anlageindex“ sinkt um 2,5 Punkte auf 101,1 Zähler
  3. comdirect: Details zum Anbieter
  4. Fazit: Wieviel sparen die Deutschen (7/2017)

Der comdirect Spar- und Anlageindex

Grundlage der Angaben zum Sparverhalten der Deutschen in diesem Beitrag ist der sogenannte „comdirect Spar- und Anlageindex“. Dieser wird standardmäßig einmal im Monat veröffentlicht und soll Aufschluss über das Sparverhalten von Privatpersonen in Deutschland geben. Wird eher gespart oder eher alles in den Konsum gesteckt? Und falls Letzteres, sind das wirklich notwendige Konsumausgaben oder eher Luxus? Könnte also überhaupt mehr gespart werden, sofern der Wunsch vorhanden ist? Das sind Fragen, die man sich zu der Thematik stellen kann. Kann der besagte „comdirect Spar- und Anlageindex“ darauf Antworten oder Hinweise liefern? Schauen wir zunächst, wie der Index berechnet wird: 

WEITER ZUR COMDIRECT: www.comdirect.de

Befragung 1.600 Deutschen als Grundlage der Daten

Der Index soll auf einer Befragung von 1.600 Deutschen beruhen, die vom „Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt wird“, so die Comdirect. Der Index soll das „Verhalten der Privatpersonen mit Blick auf ihre Anlagen und Ausgaben“ widerspiegeln. Einmal im Monat sollen neue Werte veröffentlicht werden. Nun zu den Details. Was teilt uns der „comdirect Spar- und Anlageindex“ in seiner zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Beitrags aktuellsten Form mit? Die jüngsten Daten zum besagten Index sind die vom 22. Juni 2017, da an diesem Tag die comdirect eine entsprechende aktuelle Pressemitteilung zum Index verschickte. Hier die Details zu den entsprechenden Daten:

Mai 2017: Deutsche sparten durchschnittlich 113 Euro

Die Zahlen, die Ende Juni 2017 von der Comdirect veröffentlicht wurden, beziehen sich auf den Monat Mai 2017. Demnach haben in dem Monat die Bundesbürger(innen) im Durchschnitt 113 Euro pro Kopf gespart. Dabei war die Verteilung recht ungleich – denn 38% haben demnach „nichts oder weniger als 50 Euro“ gespart. Dies lässt sich auch noch nach Geschlechtern aufteilen. Demnach lag der Anteil derjenigen, die „nichts oder weniger als 50 Euro“ sparten, bei den Männern bei 33% – damit war es nahezu exakt jeder Dritte. Bei den Frauen hingegen waren es 43%, die im Mai 2017 nichts oder unter 50 Euro gespart haben. 

Wie viel wird gespart? Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Das kann auch damit zu tun haben, dass Frauen wahrscheinlich tendenziell öfter in Teilzeit-Beschäftigungen arbeiten als Männer und damit auch weniger Möglichkeit haben, überhaupt zu sparen. Denn tendenziell lässt sich eher sparen, wenn eine gut bezahlte Vollzeit-Stelle besteht, als wenn eine Teilzeit-Stelle angetreten ist und davon auch noch dringend notwendige Güter des täglichen Bedarfs finanziert werden. Die comdirect selbst äußert sich zu diesem Thema wie folgt: „Dabei sind es häufig Frauen, die etwa durch Unterbrechungen in ihrer Erwerbstätigkeit von Altersarmut betroffen sind und somit noch stärker für das Alter vorsorgen müssten“, so Kirsten Albers (Leiterin Banking bei comdirect).

WEITER ZUR COMDIRECT: www.comdirect.de

Geringe Ersparnisse: Nicht können oder nicht wollen?

wissenInwieweit aber die Tatsache, dass bei 33% der Männer und 43% der Frauen unter den Bundesbürgern nur so wenig gespart wurde auch damit zu tun hat, dass diese nicht sparen wollten – das lässt sich aus den Daten natürlich nicht ablesen, sondern nur mutmaßen. Es besteht natürlich besonders bei denjenigen, die nicht sparen können, die Gefahr der Altersarmut. Denn wer bereits jetzt so wenig verdient, dass er kaum etwas sparen kann (oder gar nichts), der kann dann im Alter dann eben nicht auf die eigenen Ersparnisse zurückgreifen sondern muss sich wahrscheinlich auf die Grundsicherung verlassen, wenn es keine anderen Einnahmen gibt. Hier droht dann durchaus Altersarmut. 

„Spar- und Anlageindex“ sinkt um 2,5 Punkte auf 101,1 Zähler

Die comdirect berechnet auch einen Indexstand zum besagten „Spar- und Anlageindex“. Dieser soll auf einen Blick anzeigen, wie sehr die Deutschen sparen (oder eben nicht sparen). Der Beginn der Indexierung war den Angaben zufolge der Januar 2015. Der aktuelle Indexstand von 101,1 Punkten liegt also etwas über dem Wert von Anfang 2015. Allerdings ist er gegenüber dem Wert des Vormonats um 2,5 Punkte gesunken. Und im Sommer 2016 und im Winter 2016 gab es beim „Spar- und Anlageindex“ auch schon Werte über 105,00 Punkte. Insofern sind die jüngsten 101,1 Zähler zwar nicht besonders schlecht (da über dem Startwert von 100 Punkten) – aber eben auch nicht besonders gut.

„Diesen Monat mehr sparen“ wie „diesen Monat mehr Sport machen“?

Das Statement von comdirect dazu lautet: „Die derzeitige Sparlaune der Bundesbürger bleibt dennoch ungebrochen.“  Dafür spricht auch, dass laut eigener Aussage 12,5% der Befragten „in diesem Monat sogar noch etwas mehr sparen“ wollen. In Bezug auf längere Zeiträume wollten sich die Befragten dabei laut comdirect aber nicht festlegen. Nun gut, zwischen „wollen“ und „werden“ kann durchaus ein Unterschied bestehen, das kennt man ja zum Beispiel von den Ankündigungen diverser Art wie „ich will mehr Sport machen“. Aber die Absicht sieht durchaus lobenswert aus. Nochmal der Blick auf die Leistung: Das waren pro Befragtem laut Umfrage 113 Euro Ersparnis im Mai. Weitere Details:

Nicht nur das „wieviel“ ist interessant – sondern auch das „wie wird angelegt“?

Und wie wird das Gesparte angelegt? Nicht gerade besonders Zinsbringend. Denn laut comdirect werden der Umfrage zufolge mehr als zwei Drittel (!) auf dem Girokonto geparkt oder gar als Bargeld. Zinseinnahmen können die Sparer(innen) da natürlich vergessen – zumindest solche, die die Inflationsrate auch nur annähernd ausgleichen. Doch es gibt dazu auch eine durchaus plausible Erklärung:

Trend: Erspartes liquide halten – Geld für den Urlaub!

Kirsten Albers, Leiterin Banking bei comdirect, erklärt dieses Phänomen wie folgt: „Der Trend, Erspartes liquide zu halten, ist nicht neu. In den Sommermonaten verstärkt sich diese Entwicklung aber, da viele Sparer ihr Geld für Urlaube und Ausflüge zurücklegen und schnell darauf zugreifen wollen“. Das klingt nachvollziehbar. Doch es gibt ja auch Mehrfachnennungen bzw. es ist nicht alles binär – entweder Girokonto oder gar nicht. Sowohl als auch dürfte es wohl in vielen Fällen heißen in Bezug auf die Nutzung von Möglichkeiten, das Ersparte anzulegen. Auch dazu gab es von der comdirect Angaben, siehe nächster Abschnitt:

 WEITER ZUR COMDIRECT: www.comdirect.de

Die Verteilung der Ersparnisse auf Anlageklassen

MarktausblickFolgende Auflistung namens „Top Ten Geldanlage: So legten die Deutschen im Mai ihre Ersparnisse an“ gab die comdirect in Bezug auf die Umfrage an, sprich wie haben die ca. 1.600 befragten Deutschen ihre neuen Ersparnisse angelegt? Hier das Ergebnis, ich zitiere:

  • Girokonto (58 %)
  • Sparbuch (50 %)
  • Tagesgeld (37 %)
  • Bausparvertrag (32 %)
  • Bargeld (30 %)
  • Lebensversicherung (26 %)
  • Altersvorsorge (26 %)
  • Fonds (20 %)
  • Festgeld (18 %)
  • Aktien (16 %)

Die Interpretation dieser Daten

BeratungUnd hier zeigt sich ein durchaus vertrautes Bild. Es zeigt, dass die Liquidität im Vordergrund steht – sprich, die Ersparnisse sollen bei Bedarf möglichst schnell abgerufen werden (was bei Girokonto, Bargeld und Tagesgeld je nach Laufzeit geht). Das geht natürlich zu Lasten der Rendite – denn Zinsen, die die Inflation auch nur annähernd ausgleichen, gibt es bei dieser Geldanlage natürlich nicht bzw. wohl nur sehr schwer. Mit Fonds und Aktien wäre tendenziell mehr drin – dafür ist natürlich auch das Risiko größer und die Mittel sind nicht unbedingt schnell verfügbar. Es spricht für die comdirect, solche Untersuchungen durchzuführen. Auch sonst ist der Anbieter ein durchaus überzeugender Online-Broker, mit 8 von 10 Punkten im Test. Test? Genau, hierum geht es: 

comdirect: Details zum Anbieter

Es gibt erfreulicherweise einen Test von www.aktiendepot.com zum Online-Broker comdirect. In einem aktuellen Test (2017) erhielt die comdirect dabei immerhin 8 von 10 Punkten. Es waren insbesondere fünf Vorteile, die zu der günstigen Bewertung des Online-Brokers im besagten Test führten. Diese fünf Vorteile sind demnach:

  • Vieltrader und Daytrader können Rabatte erhalten
  • Viele Handelsplätze: Käufe/Verkäufe an allen deutschen Börsen und über 40 Auslandsbörsen möglich
  • Zudem ist außerbörslicher Handel mit Live-Trading möglich
  • Das Verrechnungskonto zum Depot ist kostenlos (nicht selbstverständlich)
  • diverse technische Tools können genutzt werden (zum Beispiel die Experten-Chartanalyse)

Der Test nennt als Nachteil, dass comdirect keinen Devisenhandel ermöglicht. Forex-Trader sind bei diesem Anbieter also falsch aufgehoben. Sollten Sie sich für das Angebot der comdirect interessieren, ist der Review von aktiendepot.com zu diesem Broker potenziell nützlich und eine lesenswerte Information:

comdirect Depot im Test 2017: Die 8/10 Punkte Bewertung im Test wurde aufgrund dieser 5 Vorteile erreicht, online abrufbar unter diesem Link

Fazit: Wie sparen die Deutschen (7/2017):

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich durchaus sparsam. Dinge wie „Erhöhung der Hypothek, um den eigenen Konsum zu erhöhen“ – in den USA durchaus verbreitet – sind in Deutschland alles andere als verbreitet. Das „schaffe, schaffe, Häusle baue“ ist eine immer noch durchaus verbreitete Mentalität. Das zeigt sich auch an der absolut gesehen sehr beeindruckenden Höhe des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland, das zum Beispiel am Ende des dritten Quartals 2016 bei 5,478 Billionen Euro lag. Doch dieses Geld ist äußerst ungleich verteilt und zuletzt schaffte es ein gutes Drittel der Deutschen laut comdirect nicht, 50 Euro oder mehr pro Monat zu sparen. Auch soll es größere Unterschiede zwischen dem Sparverhalten von Männern und Frauen gegeben haben. „Klein Vieh macht auch Mist“ – besonders über längere Zeiträume: Auch kleine Beträge können sich summieren, wenn sie Monat für Monat über Jahre und Jahrzehnte hinweg angespart werden und dann Zinsen oder Renditen bringen, die nach Möglichkeit über der jeweiligen Inflationsrate liegen. Das ist im derzeitigen Niedrigstzins-Umfeld mit diversen Anlagekategorien wie kurz laufenden Bundesanleihen nicht zu erreichen – es gilt entsprechend genau zu recherchieren und die richtigen Weichen zu stellen.

 WEITER ZUR COMDIRECT: www.comdirect.de

Klarstellung

Betrachten Sie unsere Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Stand der Konditionen: Juli 2017

Bildquelle: comdirect, pixabay.com

0
0