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Wertpapiere kaufen: 5 Fehler, die Anleger bares Geld kosten

Viele Anleger bleiben mit ihren Renditen hinter der Marktentwicklung zurück. Oft sind daran leicht vermeidbare Fehler schuld. Diese fünf Dinge sollten Investoren beim Wertpapiere kaufen auf jeden Fall nicht tun.

5 Fehler beim Wertpapiere kaufen:

  • Kaufen, wenn alle kaufen
  • Kurzfristig denken
  • Gierig sein
  • Hektisch kaufen und verkaufen
  • Teure Broker wählen

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Fehler 1: Wertpapiere kaufen, wenn alle kaufen

geldscheineAls in den späten 1990er Jahren in vielen Eckkneipen statt über Fußball über Aktien gesprochen wurde, da stiegen auch unerfahrene Anleger zu hohen Kursen ein. Nach der Kurskorrektur verkauften die meisten ihre Aktienpakte enttäuscht wieder – für deutlich weniger Geld.

Es ist der vielleicht teuerste Fehler, den Anleger machen: Wertpapiere kaufen und verkaufen, wenn alle das Gleiche tun. Denn dann besteht die Gefahr von Übertreibungen. Professionelle Anleger sprechen abfällig von einer Milchmädchen-Hausse, wenn alle Anleger kaufen. Weitsichtige Investoren hatten auf dem Höhepunkt der Euphorie verkauft – und waren nach dem Crash für deutlich weniger Geld wieder eingestiegen.

Die meisten Investoren kennen diesen Fehler, aber nur wenige schaffen es, ihn zu vermeiden. Denn Menschen sind soziale Wesen, sie richten ihr Handeln an dem ihrer Mitmenschen aus. Das ist oft auch eine sinnvolle Strategie, eine unbekannte Frucht, die alle essen, ist vermutlich nicht giftig. Nur eben an der Börse funktioniert sie nicht. Kluge Anleger kaufen lieber nach einer großen Kurskorrektur, wenn die Kurse niedrig sind.


Bei Übertreibungen sollten Anleger schnell aussteigen und auf eine Kurskorrektur warten.
Bild zum Text Fehler die Anleger bares Geld kosten.

Nicht nur Schafe fühlen sich in der Herde wohl, sondern auch viele Anleger folgen ihr gerne. Foto: blu-news.org

Fehler 2: Kurzfristig denken

NewsNicht nur die Herdenmentalität führt dazu, dass viele Anleger gerade dann kaufen, wenn die Kurse besonders hoch und der Einstieg sehr teuer ist, sondern auch kurzfristiges Denken. Ist der Kurs in der jüngeren Vergangenheit gestiegen wird daraus geschlossen, dass es ewig so weiter geht. Dabei reicht es, den Blick ein paar Jahre weiter in die Vergangenheit zu richten um zu sehen, dass auf Phasen starker Kursanstiege auch immer Rückschläge folgen – und auf Kursrückgänge neue Anstiege.

„Dieses Mal ist alles anders" heißt deshalb ein Buch der amerikanischen Finanzwissenschaftler Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff. Denn langfristige Betrachtungen werden gerne mit dem Einwand abgeschmettert, dass die alten Regeln dieses Mal nicht gelten würden. Doch meistens tun sie das doch, deshalb lohnt sich für Anleger ein Blick weiter zurück. Das kann auch tröstlich sein, wenn ein Crash gerade einen großen Teil des Vermögens aufgezehrt hat, denn bisher folgte noch auf jeden Rückschlag ein neuer Aufschwung.

Genauso lohnt sich natürlich auch der Blick nach vorne. Hat ein Unternehmen ein langfristig tragendes Geschäftsmodell? Oder wird das Produkt schon bald nicht mehr gebraucht? Aktien von Energieversorgern locken beispielsweise mit hohen Dividendenrenditen. Doch das liegt meist daran, dass die Kurse niedrig sind, weil nur wenige Investoren denn Unternehmen eine blühende Zukunft prophezeien.


Anleger sollten vor einer Investitionsentscheidung weit zurück und weit nach vorne blicken.

Fehler 3: Gier

bonusHier irrte Gordon Gekko, der Finanzhai aus Oliver Stones Filmklassiker „Wall Street". Der vertrat nämlich die These „Gier ist gut". Tatsächlich ist der Wille Gewinne zu machen wichtig. Wer sich mit einem Zins von 0,1 Prozent auf dem Sparbuch zufrieden gibt, dem fehlt der Antrieb um nach Anlagen mit höherer Rendite zu suchen. Doch echte Gier macht blind.

Das haben viele Anleger erleben müssen, die sich von astronomischen Renditeversprechen zu fragwürdigen Geldanlagen haben verleiten lassen. Grundsätzlich gilt, dass eine hohe mögliche Rendite immer mit einem hohen Risiko einher geht.. Anleger sollten beides abwägen und Wertpapiere verschiedener Risikoklassen aufnehmen. Anleihen und Aktien von Firmen, die vor der Insolvenz stehen, können hohe Gewinne einbringen, wenn das Unternehmen es schafft, das Ruder doch noch herum zur reißen. Aber auch der Totalverlust ist leicht möglich, deshalb sollte nicht das ganze Geld in hochriskante Positionen angelegt werden.

Bild Geier/Gier

„Gier ist gut", sagt Michael Douglas alias Gordon Gekko im Film „Wall Street". Doch man kann es auch übertreiben. Foto: Anja Disseldorp

Außerdem sollten Anleger auch den Mut bringen, ihre Profite zu sichern. Grundsätzlich gilt: Gewinne sollte man laufen lassen, doch wenn die hohe Bewertung durch den Unternehmenswert nicht mehr gerechtfertigt ist, heißt es aussteigen. Damit verpasst man womöglich den Schlussspurt, entgeht aber auch der Gefahr, einen Großteil der Gewinne bei einer Kurskorrektur wieder zu verlieren. Eine mögliche Kompromisslösung kann ein Teilverkauf sein, allerdings sollten Anleger dabei auch die Verkaufsgebühren im Auge behalten.

Jüngere Forschungen zeigen, dass auch ethisches Verhalten sich auszahlen kann. Unternehmen mit fragwürdigen Geschäftsmethoden laufen nämlich Gefahr, früher oder später ins Visier der Justiz, von Regulierungsbehörden oder der Öffentlichkeit zu geraten.


Hohe mögliche Renditen gehen meist mit einem großen Risiko einher.

Fehler 4: Häufig Wertpapiere kaufen und verkaufen

Trading“Hin und her macht Taschen leer", lautet eine alte Börsenweisheit. Denn mit jeder Transaktion fallen Gebühren an. Die Qualität des Portfolios verbessert ständiges Umschichten auch nicht in jedem Fall. Gibt ein Unternehmen beispielsweise eine Gewinnwarnung heraus, reagieren die Börsen darauf meist schon bevor Privatanleger die Chance haben zu verkaufen. Im schlimmsten Fall liegt der Kurs dann sogar niedriger als es durch die Gewinnwarnung gerechtfertigt wäre und der Anleger zahlt nicht nur Gebühren, sondern macht sogar höhere Verluste, als wenn er das Papier behalten hätte.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Anleger nicht Positionen auflösen sollten, denen sie nach gründlicher Überlegung keine positive Entwicklung zutrauen. Sinnvoll ist es dann aber, ein Limit zu setzen.


Anleger sollten nicht bei jeder neuen Nachricht gleich das Depot umschichten.

Fehler 5: Teure Broker

EinlagensicherungDie Unterschiede zwischen den Kosten für eine Order sind riesig – und nicht immer durch eine unterschiedliche Qualität gerechtfertigt. Vor allem Filialbanken verlangen oft neben hohen Ordergebühren auch eine monatliche Pauschale für das Depot.

Kleinanleger sollten sich nicht von einer niedrigen prozentualen Gebühr blenden lassen, denn oft zahlen sie ohnehin die Mindestgebühr. Für sie ist deshalb deren Höhe interessant. Wer dagegen regelmäßig handelt, für den kann ein Anbieter mit einer monatlichen Depotgebühr trotzdem empfehlenswert sein, wenn dafür die Transaktionsgebühren niedrig sind. Interessant sind für Daytrader auch Paketangebote, bei denen gegen eine monatliche Gebühr Transaktionen kostenlos sind, wie es etwa der Broker benk anbietet. Bei hohem Depotwert verzichten einige Banken auch auf Gebühren. Beim Depotvergleich sollte deshalb die Zahl der Transaktionen, deren Höhe und die Höhe des Depotvolumens berücksichtigt werden.


Teure Broker sind nicht automatisch besser, deshalb sollten Trader einen günstigen Anbieter suche.

Fazit: Wertpapiere kaufen ist kein Hexenwerk

Mit diesen fünf einfachen Regeln lässt sich die Wertentwicklung des Depots deutlich verbessern. Der wichtigste Punkt ist dabei, dass Anleger überlegt und besonnen handeln, sich nicht von Gier, Werbeversprechen oder den Investitionsentscheidungen anderer Anleger blenden lassen und die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen.

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