Weiter Mangel an Containern

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 23.02.2021


Die chinesische Wirtschaft ist für den internationalen Handel besonders wichtig und die Nachfrage nach Waren aus der Volksrepublik ist weiter hoch. Allerdings herrscht weiter ein Mangel an Frachtcontainern, der mehr und mehr zu einem Problem führt. Aktien aus vielen Ländern lassen sich, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch bei XTB handelbar.

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Teure Lieferungen aus China

Viele Fabriken europäischer Unternehmen in China sind derzeit gut ausgelastet. Allerdings ist es derzeit für viele Unternehmen sehr teuer, ihre Waren aus China nach Europa zu liefern. Für einen Container müssen beispielsweise beim Kaffeehersteller Melitta statt 1.000 Dollar vor der Pandemie nun teilweise bis zu 10.000 Dollar gezahlt werden. Diese Kosten stellen für die betroffenen Unternehmen eine weitere Belastung dar und müssen von den Unternehmen selbst getragen werden. Oft geben Unternehmen, die ihre Waren in China herstellen, die höheren Transportkosten nicht an die Kunden weiter.

Im letzten März, als China von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen war, lagen die internationalen Frachtpreise noch auf einem Rekordtief. Seitdem stiegen beispielsweise die Kosten für einen Container, der Waren von Shanghai nach Europa bringt, enorm und haben sich im Schnitt um das fünfeinhalbfache erhöht. Dies zeigen Zahlen der Shanghai Shipping Exchange, die eine Art Vergleichspreise für Preise für Frachtcontainer ist. Viele Unternehmen haben seit Jahrzehnten keinen derartigen Anstieg der Transportkosten festgestellt.

Nachfrage nach chinesischen Waren weiter hoch

Verzögerungen bei Lieferungen

Aktiendepot.com Icon ChecklisteDie hohen Transportkosten führen zudem zu Verzögerungen bei Lieferungen. Derzeit ist davon auszugehen, dass es noch eine Weile dauert, bis sich der internationale Handel mit Rohstoffen, Bauteilen oder fertigen Waren wieder normalisiert. Die globalen Lieferketten wurden durch die Pandemie sehr stark beeinflusst.

So ging die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik, Küchengeräten, Möbeln und Maschinen aus China massiv nach oben. Chinesische Spediteure benötigen daher viele Container, die teilweise nicht verfügbar sind. Dazu kommt, dass auch an den Häfen Hygienevorgaben eingehalten werden müssen. Aus diesem Grund muss vielfach langsamer gearbeitet werden als sonst. Der Rücktransport leerer Container aus den USA und Europa nach Asien dauert beispielsweise in vielen Fällen deutlich länger als üblich.

Eine Alternative könnten neue Container sein. Daher arbeiten die Hersteller von Frachtcontainern daran, die hohe Nachfrage zu bedienen. Damit sind aber auch deutliche Preisanstiege bei Containern einhergegangen. Einige Unternehmen verkauften als Notlösung auch alte Container. Die Preise für gebrauchte Container liegen aber teilweise auf dem gleichen Niveau wie für einen neuen Container.

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Angespannte Logistik-Situation

Im Logistik-Bereich ist die Situation damit angespannt, was sich aber im Laufe des Jahres wieder verbessern könnte. Sobald sich das Leben in Europa und den USA wieder normalisiert, könnte sich auch das Konsumverhalten wieder verändern. Die Menschen geben dann womöglich weniger Geld für die derzeit stark nachgefragten Waren aus, sondern investieren in Restaurantbesuche, kulturelle Veranstaltungen oder Reisen.

Derzeit ist die Nachfrage nach Konsumgütern weiter hoch. Menschen nutzen den Lockdown, um ihre Wohnung neu zu dekorieren oder probieren neue Hobbys aus. Sportgeräte, Handwerksmaterial oder Gesellschaftsspiele sind daher ebenfalls gefragt. Davon profitiert der Onlinehandel, der viele dieser Waren aus China importiert.

Weiter Mangel an Containern

Reedereien profitieren

Aktiendepot.com Icon KündigungAuch Reedereien profitieren von der Situation und konnten zuletzt teilweise sehr starke Geschäftszahlen vorlegen. Die weltgrößte Containerreederei A.P. Moller-Maersk erwartet für das erste Quartal 2021 sowie für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr aufgrund der hohen Nachfrage einen Gewinnanstieg. Die dänische Reederei geht für 2020 von einer Steigerung des Gewinns von 8,3 Milliarden Dollar auf 8,5 bis 10,5 Milliarden Dollar aus. Schon im vierten Quartal 2020 ging das operative Ergebnis um 85 Prozent nach oben. Das Ebitda von 2,71 Milliarden Dollar lag weit über den Erwartungen. Hapag-Lloyd, die größte deutsche Reederei, meldete einen deutlichen Gewinnanstieg. Das Ebit ging um 60 Prozent auf etwa 1,3 Milliarden Euro nach oben.

Aufgrund des begrenzten Angebots an Containern und Stellplätzen gingen die Frachtpreise deutlich nach oben. Von November bis Mitte Januar wurden Frachten zwischen China und Nordeuropa um das drei- bis vierfache teurer. 40-Fuß-Container kosteten teilweise über 9.000 Dollar. Zuvor waren es lediglich 2.000 Dollar. Der Preis für 20-Fuß-Containter betrug laut des Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) Anfang Februar 4.000 Dollar, was viermal so hoch war wie Anfang Februar 2020.

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Hohe Nachfrage kam überraschend

Viele Beteiligte waren auf die hohe Nachfrage nicht eingestellt. Die Nachfrage nach Konsumgütern entwickelte sich auf der ganzen Welt besser, als von Experten erwartet worden war. Zudem füllen viele Händler seit Jahresbeginn wieder ihre Lager auf. Lange gingen Experten von einem zweistelligen Rückgang wie im März auch für das zweite Halbjahr 2020 aus. Damals brach die Nachfrage um 20 Prozent ein und viele Schiffe waren leer oder lagen vor Anker.

Die Weltwirtschaft lag allerdings im vierten Quartal teilweise über dem Wert von 2019. Seit Herbst fahren wieder alle Schiffe und die Hersteller von Containern bemühen sich, die hohe Nachfrage zu bedienen. Frachter, die noch im Frühjahr auf anderen Routen unterwegs waren, fahren jetzt wieder auf ihrer üblichen Strecke. Dennoch sind die Kapazitäten der Asien-Routen ausgelastet. Dazu kommt, dass der Transport per Schiff weniger flexibel ist als andere Transportwege. Eine kurzfristige Erhöhung der Kapazitäten ist kaum möglich.

Auswirkungen der hohen Kosten

Aktiendepot.com Icon GebührenHändler, Importunternehmen und Speditionen bekommen die höheren Kosten sowie die Verzögerungen an Häfen in Asien zu spüren. Im vierten Quartal 2020 erreichten die Frachtraten ein Rekordniveau, während die Kosten laut dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) dreimal so hoch waren wie zuvor festgelegt. Nach Angaben des Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) lagen die Frachtraten auf einem Fünf-Jahres-Hoch. Der SCFI bildet die Entwicklung der Frachtraten bei Containern, die zwischen Nordeuropa und Asien unterwegs sind, ab.

Von Lieferengpässen waren in den letzten Wochen und Monaten auch Konserven mit Ananas oder Mais sowie Waren wie Schrauben betroffen. Die hohen Preise wirken sich bei vielen Firmen massiv auf die Gewinnmargen aus. Zudem ist vielerorts keine Planungssicherheit gegeben. Viele Händler wissen nicht, mit welchen Kosten sie für das laufende Jahr rechnen müssen.

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Beschwerden bei der EU und beim Bund

Der BGA und der Handelsverband Deutschland (HDE) wanden sich mit ihren Sorgen bereits an das Bundeswirtschaftsministerium. Der europäische Speditionsverband Clecat und der europäische Industrieverband European Shippers‘ Council (ESC) legte Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Hierbei geht es um die Verletzung bestehender Verträge durch Reedereien.

Die Redereien wehren sich gegen den Vorwurf, Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Laut Rolf Habben Jansen, dem Chef von Hapag-Lloyd, seien die Frachtraten gegenüber dem Vorjahr nur um vier Prozent angestiegen. Lieferungen würden nur auf der Basis bereits bestehender Verträge durchgeführt. Seitens des BGA wird aber der Vorwurf laut, dass es Fälle gebe, in denen neue Container eingesetzt werden müssten, was zu Verzögerungen und Verhandlungen über höhere Preise führt.

Container Mangelware

Jahrelang viele freie Kapazitäten

In den letzten Jahren seien die Kosten für Schiffstransporte allerdings vergleichsweise gering gewesen und es habe viele freie Kapazitäten gegeben. Zudem waren die Gewinne der Reedereien infolge der Finanzkrise lange niedrig. Für die Reedereien ist es nur schwer einzuschätzen, ob die aktuelle Entwicklung nachhaltig ist und sich ein Ausbau der Kapazitäten daher lohnt.

Hapag-Lloyd beauftragte dennoch kurz vor Weihnachten eine Werft in Korea damit, sechs Großcontainerschiffe herzustellen, die bis 2023 fertig sein sollen. Ob die aktuell hohen Kosten letztendlich an die Verbraucher weitergeben werden, steht bislang in den Sternen. Hapag-Lloyd-Chef Habben Jansen ging jedoch schon im Dezember davon aus, dass die vorhandenen Schiffe nicht ausreichen werden, um die Vielzahl an Waren zu transportieren. Auch die größte deutsche Reederei war wohl von der großen Nachfrage überrascht. Schon vor einigen Wochen waren wohl all 234 Containerschiffe der Reederei unterwegs, doch auch die Häfen waren und sind mit der Vielzahl an Gütern überfordert. Hapag-Lloyd geht von einer weiter hohen Nachfrage in diesem Jahr aus.

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Zahlreiche Aktien bei XTB

Aktien aus vielen Ländern und den unterschiedlichsten Branchen sind Teil des Angebots von XTB. Der Handel ist ebenso wie bei ETFs bis zu einer monatlichen Summe von 100.000 Euro ohne Kommissionen möglich und erfolgt über die xStation 5. Dort finden Trader unter anderem auch Kurs in Echtzeit, Charts und Indikatoren.

Weiter Features, die Tradern bei ihrer Anlageentscheidung helfen, sind beispielsweise ein Wirtschaftskalender und ein Trading-Rechner. Dazu kommen ausführliche Schulungsmaterialien und aktuelle Nachrichten von den Märkten. Alle Angebot konnten 30 Tage lang über ein Demokonto risikolos einem Test unterzogen werden.

Einzahlungen sind bei XTB oft kostenlos. Für kleine Auszahlungssummen fallen jedoch Gebühren an. Ein Live-Konto kann jederzeit eröffnet werden. Der Kundenservice hilft unter der Woche ebenfalls rund um die Uhr bei Fragen weiter. Neben Aktien und ETFs können sich Trader bei XTB auch für den Handel mit CFDs entscheiden.

Nachfrage nach chinesischen Waren weiter hoch

Fazit: Verzögerungen bei internationalen Transporten

Aktiendepot.com Icon FazitWeiter sind Waren aus Asien sehr gefragt. Allerdings führt die hohe Nachfrage zu steigenden Preisen und Engpässen bei Containern. Dazu kommt, dass die Abfertigung der Fracht an den Häfen auch aufgrund von Hygienevorgaben langsamer erfolgt. Denkbar ist, dass die Nachfrage auch in diesem Jahr hoch bleibt. Davon könnten Reedereien profitieren.

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