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Was sind Fonds?

Fonds sind Sondervermögen. So kurz ist die Antwort auf die Frage „Was sind Fonds?" Doch was bedeutet das und für welche Anleger sind sie zu empfehlen?

Was sind Fonds Bild

Die Profis Geld anlegen lassen, das ist der Gedanke hinter Aktienfonds. Foto: Deutsche Bank

Fonds im Überblick

  • Fonds sind Sondervermögen
  • Ziel: Gemeinsames Investieren
  • Offene und geschlossene Fonds
  • Passiv und aktiv gemanagte Fonds
  • Börsengehandelte Fonds zunehmend verbreitet

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Was sind Fonds?

ausrufezeichenDie Idee, die den Fonds zugrunde liegt, war auch schon bei der Gründung der ersten Aktiengesellschaften ausschlaggebend: Mehrere Investoren legen ihr Kapital zusammen und investieren gemeinsam. Während sich Großanleger für die Verwaltung ihres Vermögens Fachleute leisten konnten, war Kleinanlegern das nicht möglich. Deshalb entstanden Fonds, die von Kleinanlegern Geld einsammelten und das gemeinsam verwalteten. Als ältester noch bestehender Fonds gilt der MFS Massachusetts Investors Fund, der 1924 gegründet wurde.

Diese Fonds sind ein Sondervermögen, das Kapital der Anleger wird also getrennt vom Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft verwahrt. Das kann man sich fast so vorstellen, als würde die Fondsgesellschaft mit dem Kapital ein eigenes Unternehmen gründen, deren Eigentümer die Besitzer der Fondsanteile sind. Tatsächlich werden viele geschlossene Fonds als GmbH geführt.

Das ist ein entscheidender Unterschied zu Zertifikaten. Diese werden von einer Bank herausgegeben, geht die Pleite sind die Zertifikate wertlos, wie im Fall Lehmann geschehen. Bei einem Fonds ist das Geld der Anleger von einer Insolvenz der Fondsgesellschaft dagegen nicht direkt betroffen. Als beispielsweise 2011 die Erlangener Solar Millennium AG pleiteging, verloren die Aktionäre ihr Geld, die beiden von dem Unternehmen aufgelegten Fonds bestehen aber weiter.

Fonds agieren wie eigenständige Unternehmen, die allerdings meist von einem anderen Unternehmen, der Kapitalverwaltungs- oder Investmentgesellschaft, verwaltet werden.

Geschlossene Fonds

kontoeroeffnungGeschlossene Fonds werden im Regelfall zur Realisierung eines konkreten Ziels gegründet. Das kann beispielsweise der Bau eines Schiffes oder eines Windparks sein. Ist der erforderliche Betrag eingesammelt, wird der Fonds geschlossen. Oft ist der Fonds eine GmbH und er wird auch wie ein Unternehmen geführt, beispielsweise gibt es regelmäßig eine Gesellschafterversammlung, die über die Höhe der Ausschüttung entscheidet. Wie auch reguläre Firmen finanzieren geschlossene Fonds oft einen Teil ihrer Ausgaben über Fremdkapital.

Im Gegensatz zu einem Unternehmen hat der Fonds aber ein begrenztes Tätigkeitsfeld und meist auch eine begrenzte Lebensdauer, die mitunter bereits im Gesellschaftsvertrag vereinbart ist. Beispielsweise kann ein Fonds in den Bau eines Containerschiffs investieren. Das wird an eine Reederei verpachtet, aus den Leasingraten werden Ausbesserungsarbeiten, Schuldentilgung und die Ausschüttung finanziert. Am Ende der Laufzeit, beispielsweise 20 Jahre, wird das Schiff verkauft, der Erlös wird ausgeschüttet. Diese begrenzte Laufzeit ist vor allem deshalb vereinbart, weil sich Anteile an Offenen Fonds nur schwer verkaufen lassen. Die Auflösung ist deshalb die einfachste und gerechteste Möglichkeit an das investierte Geld zu kommen.

Geschlossene Fonds werden gerne für den Bau von Immobilien, Schiffen oder Flugzeugen, aber auch von Filmen und in letzter Zeit besonders von Anlagen zur Energiegewinnung wie Wind- und Solarparks eingesetzt. Sie sind in Deutschland durch das Kapitalanlagegesetzbuch geregelt.

Geschlossene Fonds sind juristisch gesehen oft eine GmbH. Im Gegensatz zu einem „normalen" Unternehmen haben sie aber ein konkretes Investitionsziel, beispielsweise den Bau eines Hauses, sowie oft eine festgelegte Laufzeit.

Offene Fonds und ETFs

strategieWeitaus häufiger sind offene Fonds, auch Investmentfonds genannt. Aktien- oder Rentenfonds sind üblicherweise solche offene Fonds. Anders als in geschlossene Fonds kann ständig Geld eingezahlt werden, auch ein verbindliches Laufzeitende gibt es meistens nicht. Der MFS Massachusetts Investors Fund existiert bereits seit 1924, der Pioneer Funds seit 1928.

Anders als geschlossene Fonds werden sie meistens nicht als GmbH geführt, sind aber ebenfalls ein Sondervermögen. Anteile können im Regelfall leicht ge- und verkauft werden, allerdings mitunter nur über die Fondsgesellschaft bei nicht selten hohen Gebühren.

Exchange Traded Funds (ETFs) können dagegen auch über die Börse verkauft werden. Das ist oft deutlich billiger als der Kauf von der Fondsgesellschaft, wo nicht selten 2,0 bis 5,0 Prozent Verkaufsgebühr fällig werden. Außerdem sorgt der Börsenhandel für realistischere Kurse. Theoretisch könnten auch Anteile an geschlossenen Fonds an der Börse gehandelt werden, in der Praxis sind ETFs aber meistens offene Fonds.

Durch das Bündeln des Vermögens erreichen Anleger eine breitere Streuung, als sie mit einem Investment in einzelne Aktien möglich wäre. Außerdem profitieren sie von einem Fondsmanagement, das allerdings über Gebühren bezahlt werden muss. Außerdem sind viele Fonds auch gut für Sparpläne und das Anlegen der Vermögenswirksamen Leistungen geeignet.

Bei offenen Investmentfonds kann Geld dauerhaft eingezahlt oder abgehoben werden. ETFs können sogar über die Börse gehandelt werden und sind damit besonders flexibel.

Aktiv oder passiv gemanagt?

handelsplattformIn den vergangenen Jahren haben passiv gemanagte Fonds zunehmend an Bedeutung gewonnen. Während bei einem aktiv gemanagten Fonds die Händler versuchen, besonders zukunftsträchtige Werte auszuwählen, wird bei passiven Fonds meist ein Index nachgebildet. Dahinter steht die Erfahrung, dass nur rund ein Viertel der aktiv gemanagten Fonds wirklich besser abschneidet als der Vergleichsindex. Zwar können Anleger sich bei der Wahl des Fonds an den vergangenen Erfolgen orientieren, aber auch die sind kein zuverlässiger Garant für künftige Erfolge. Ein Wechsel des Fondsmanagements oder schlicht die Überforderung durch zu viele neue Anleger führen dazu, dass auch in der Vergangenheit erfolgreiche Fonds oft unterdurchschnittlich abschneiden.

Wer einem Index folgt, der erreicht zumindest dessen Rendite. Vor allem spart er viel Geld für das Fondsmanagement, denn die Gebühren für passiv verwaltete Fonds sind deutlich geringer, da viel weniger Mitarbeiter benötigt werden. Oft sind Indexfonds auch ETFs, also börsengehandelt. Umgekehrt sind die meisten (aber nicht alle) börsengehandelten Fonds Indexfonds.

Index-ETFs können nicht nur auf den DAX und andere große Indizes, sondern auch auf den DivDAX, den MDAX oder andere abgeschlossen werden. Ein Nachteil der passiven Fonds ist allerdings, dass Nebenwerte außerhalb eines Index nur wenig Beachtung finden.

Auch aktive Trader nutzen gerne ETFs, da sie damit auch eigene Anlagestrategien umsetzen können. Wer sich nicht so intensiv mit dem Thema Börse beschäftigen will, der kauft am besten einen breit aufgestellten Indexfonds, beispielsweise auf den Euro Stoxx.

Passiv gemanagte Fonds bilden meist einen Index ab. Das senkt die Kosten und sorgte dafür, dass das Ergebnis wenigstens im Mittelfeld liegt.

Fazit

Fonds sind für Kleinanleger eine gute Anlagemöglichkeit. Bei kleineren Beträgen sind aber vor allem offene Fonds attraktiv, da diese deutlich flexibler sind. Insbesondere gilt das für die börsengehandelten ETFs. Für diese benötigt man zwar ein Depot, aber das gibt es mittlerweile bei vielen Brokern ohne monatliche Grundgebühr. Vor allem passive Fonds sind beliebt, weil die Gebühren niedrig sind.


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