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Volatilität auf Aktienmärkten geht weltweit massiv zurück

Das gab es noch nie: Bei den US-Aktien ist die Volatilität in den letzten drei Handelstagen jeweils um mindestens 10 Prozent gesunken!

Börsen-Know How: Volatilität

Mathematisch gesehen ist die Volatilität in diesem Zusammenhang die Standardabweichung der Veränderungen.

Anschaulich beschrieben: Je höher die Volatilität, desto wahrscheinlicher sind stärkere Kursschwankungen.


Auch beim DAX ging die Volatilität innerhalb der letzten fünf Handelstage massiv zurück. Sie verlor rund ein Drittel, was massiv ist.

Volatilität beim DAX

Die Volatilität beim DAX lässt sich mithilfe des Indikators „VDAX-NEW“ messen. Mehr Informationen zu diesem Indikator finden Sie unter diesem Link auf der Seite der Börse Frankfurt.

Und dieser VDAX-NEW hat sich in den letzten Handelstagen bis einschl. gestern Handelsschluss so entwickelt:

Von rund 32 Punkten in der Spitze letzten Donnerstag auf 20,38 Zähler gestern zu Handelsschluss – das ist doch eine Ansage.

Volatilität sinkt: Welche Rückschlüsse lassen sich ziehen?

  • Üblicherweise springt die Volatilität bei Kurseinbrüchen nach oben.
  • Nach langen Phasen träger Kursbewegungen ist sie hingegen üblicherweise auf niedrigem Niveau.

Die Tatsache, dass die Volatilität nun in wenigen Tagen rund ein Drittel zurückgegangen ist, spricht nun dafür, dass die Marktteilnehmer offensichtlich eine Beruhigung der Lage sehen.

Dies gilt auch und ganz besonders für die USA, wo der entsprechende Volatilitäts-Index (VIX-Index) drei Tage in Folge mehr als 10 Prozent abgegeben hat – mir ist kein vergleichbarer Fall in der bisherigen Geschichte des VIX-Index bekannt.

Laut der Interpretation des VDAX-NEW hat sich die Lage nach den Kurseinbrüchen und der darauf folgenden Erholung in der Tat wieder beruhigt.

Sinkende Volatilität – für Sie als Anleger bedeutet dies auch:

Discount-Zertifikate sind unattraktiver geworden für Neu-Einsteiger(innen). Denn die Höhe des Discounts bei dieser Anlageform ist umso größer, je höher die Volatilität ist. Vor einigen Handelstagen ließ sich beim Kauf von Discount-Zertifikaten so ein relativ großer Discount vereinnahmen.

Nun, wo die Volatilität deutlich zurückgekommen ist, ist dieser Discount = Abschlag auf den Kaufpreis ebenfalls wieder gesunken.

Relativ gesehen attraktiver geworden sind dafür herkömmliche Optionsscheine, bei denen bei höherer Volatilität ein höherer Kurs bezahlt werden muss – selbst wenn alle anderen Faktoren unverändert bleiben.

Dies ist natürlich nur ein Faktor von vielen, den Sie bei der Auswahl einer für Sie geeigneten Anlageform beachten sollten. Ich rate dringend davon ab, ausschließlich die Volatilität zum Kriterium für Kauf oder Verkauf entsprechender Scheine zu machen. Die Volatilität ist ein Kriterium von mehreren – nicht mehr und nicht weniger.

Für Aktien gilt, dass eine höhere Volatilität generell das Risiko erhöht: Die „Schwankungsfreudigkeit" des Kurses ist eben höher als in Zeiten niedriger Volatilität. Es gibt einzelne Aktien, bei denen sich der Kurs in Zeiten hoher Volatilität generell besser entwickelt. Dies können Unternehmen sein, deren Geschäftsfeld direkt mit der Volatilität in Bezug steht. Beispiel Anbieter von Handelsplattformen: Üblicherweise ist da das Handelsvolumen in Zeiten hoher Volatlität höher als sonst. Ein Beispiel für einen solchen Anbieter ist der Betreiber der Handelsplattform FOREX.com, die Gain Capital Holding.

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