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Unterbewertete Aktien finden: Mit unseren Tipps & Tricks erkennen Sie gute Investmentmöglicheiten

Warren Buffetts Rezept für Gewinne an der Börse ist ganz einfach. Man suche sich ein Unternehmen, dessen Kurs nicht dem tatsächlichen Wert entspricht, kaufe es und verkaufe wieder, wenn die Aktien ihren wahren Wert erreicht haben. Damit ist der Mann immerhin zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden. Aber wann ist eine Aktie unterbewertet und wie finde ich sie?

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Zuletzt hat Starinvestor Warren Buffet in Eisenbahnaktien investiert, die seiner Meinung nach unterbewertet waren. Foto Flickr @ Loco Steve

Unterbewertete Aktien finden

  • KGV als wichtiger Indikator
  • Wachstumschancen berücksichtigen
  • Hot Stocks nur selten unterbewertet
  • Allgemeines Kursniveau beachten

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Wann ist eine Aktie unterbewertet?

geldboerseUnterbewertet bedeutet nicht billige Aktien (wie z.B. Pennystocks) sondern günstige. Entscheidend ist dabei nicht der Aktienkurs, auch eine 1.325 Euro teure Aktie kann unterbewertet sein. Denn Unternehmen sind unterschiedlich ertragsstark und haben unterschiedlich viele Aktien herausgegeben. Oft werden teure Aktien durch einen Split verbilligt, Aktionäre erhalten dann beispielsweise je Aktie eine neue Aktie, ohne dass sie dafür bezahlen müssen. Dafür halbieren sich aber auch der Kurs und der Gewinn je Aktie.

Besser ist daher die Betrachtung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV). Ein KGV von 10 bedeutet beispielsweise, dass der Kurs zehnmal so hoch liegt wie der Gewinn. Je niedriger der Wert liegt, desto besser für den Anleger. In eine ähnliche Richtung zielt die Dividendenrendite. Sie gibt das Verhältnis der Dividende zum Kurs an und lässt sich mit der Verzinsung bei einem Sparguthaben vergleichen. Je höher die Rendite, desto mehr Dividende erhält der Anleger je 100 investierter Euro.

Bild historische Börsenkurse

Ob eine Aktie unterbewertet ist oder nicht, das lässt sich nicht allein am Kurs festmachen. Auch eine mehr als 2.000 DM teure Aktie konnte 1992 unterbewertet sein. Mittlerweile sind derart teure Aktien ohnehin selten. Bei der Euroumstellung wurden viele Papiere mit Nennwert von 50,00 DM (seltener auch 100,00 DM) auf Nennwerte von 5,00 oder 1,00 Euro oder gleich auf nennwertlose Stückaktien umgestellt. Dadurch bekamen die Aktionäre mehr und dafür niedriger bewertete Aktien.

Oft wird statt des Kurs-Gewinn-Verhältnisses auch das Kurs-Cashflow-Verhältnis herangezogen. Beim Cashflow werden Abschreibungen und Rückstellungen nicht mit berücksichtigt, es handelt sich also um das Geld, das am Ende des Jahres übrig bleibt. Hat ein Unternehmen beispielsweise 1.000.000 Euro eingenommen und 800.000 ausgegeben, dann liegt der Cashflow bei 200.000 Euro. Der Gewinn liegt aber meist niedriger, weil beispielsweise der Wert der Maschinen in der Bilanz aufgrund des Alters um 100.000 Euro niedriger angesetzt wird. Die 100.000 Euro Wertminderung der Maschinen reduzieren zwar den Gewinn, sind aber trotzdem in der Kasse des Unternehmens vorhanden und können für Investitionen verwendet werden.

Auch die Eigenkapitalquote und die Höhe des Umsatzes sind Indikatoren. Ein hoher Umsatz, der sich nicht in Gewinn niederschlägt, ist zwar kurzfristig wertlos, aber ein Hinweis auf das Potential der Firma. Gelingt es die Kosten zu senken, dann kann aus dem Umsatz auch Gewinn werden.

All diese Indikatoren sagen aber nichts die Zukunft der Firma, sie sind deshalb allein noch kein Hinweis auf eine Unterbewertung.

Wer unterbewertete Aktien sucht, der sollte seinen Blick unter anderem auf die Dividendenrendite, das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Cashflow-Verhältnis richten.

Aktienkurse sind gehandelte Zukunft

NewsBetrachtet man nur das Kurs-Gewinn-Verhältnis, dann bleibt ein wesentlicher Aspekt außer Acht: die Zukunft. Denn dass die Facebook-Aktie gemessen am Gewinn deutlich teurer ist als beispielsweise die von RWE, das liegt auch an den unterschiedlich guten Zukunftsaussichten. Denn der Kurs spiegelt auch die Erwartung an die Zukunft einer Firma wider.

Wer verschiedene Unternehmen vergleicht muss sich deshalb die Frage stellen: „Entspricht das unterschiedliche Kurs-Gewinn-Verhältnis den unterschiedlichen Aussichten?" Beim Vergleich der oben gezeigten Aktien lautet die Frage also: „Sind die Zukunftsaussichten von Facebook wirklich so viel besser, dass das deutlich schlechtere Kurs-Gewinn-Verhältnis gerechtfertigt ist?"

Unterbewertete Aktien KGV

Kurs-Gewinn-Verhältnis ausgewählter Aktien im Jahr 2014. Quelle: Eigene Grafik mit Daten von Onvista.

Nach Ansicht von Vertretern der Effizienzmarkthypothese müsste die Antwort darauf immer „ja" lauten. Denn ihrer Meinung nach berücksichtigen die Kurse alle vorhandenen Informationen. Deshalb können Anleger auf die Suche nach unterbewerteten Aktien verzichten und einfach einen Index-Fonds kaufen.

Allerdings zeigt sich immer wieder, dass die Märkte doch nicht perfekt arbeiten. Das liegt auch daran, dass viele Anleger nicht ihr eigenes, sondern fremdes Geld verwalten. Die Ökonomen sprechen hier von einem Principal-Agent-Problem. Womöglich ist es für einen Fondsmanager nämlich besser, nicht die langfristig besten Aktien auszuwählen. Schneidet sein Fonds vorübergehend schlecht ab, dann verliert er Kunden und womöglich auch bald seinen Job. Dann hilft es ihm auch nichts, wenn er langfristig richtig lag. Deshalb hat er einen Anreiz kurzfristige Überlegungen in den Vordergrund zu stellen.

Die Suche nach unterbewerteten Aktien kann also auch für Kleinanleger lohnen sein. Wichtig ist aber auch eine Streuung des Kapitals, falls die Rechnung wider Erwarten nicht aufgeht.

KGV und Eigenkapitalrendite alleine sind nicht ausreichend, Anleger sollten auch die künftigen Chancen eines Unternehmens berücksichtigen.

Fazit

Wer unterbewertete Aktien sucht, dem helfen fundamentale Daten wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Allerdings muss er auch einen Blick in die Zukunft werfen und sich fragen, ob die hohen Gewinne auch in zehn Jahren noch erzielt werden. Außerdem muss er Geduld mitbringen, denn bis sich der wahre Werte einer Aktie zeigt, kann viel Zeit vergehen.

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