Übernahme von Deutsche Wohnen könnte erneut scheitern

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 18.08.2021


Bisher haben zu wenige Aktionäre dem Übernahmeplan von Vonovia zugestimmt. Damit könnte die angestrebte Übernahme zum zweiten Mal nach 2016 scheitern, obwohl das Bundeskartellamt bereits grünes Licht gab. Mit der Übernahme würde aus den beiden größten deutschen Immobilienkonzernen einer der größten in Europa. Trader können, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, bei XTB Aktien auf vielen Branchen handeln.

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Mindestannahmequote nicht erreicht

Bisher wurde die Mindestannahmequote des freiwilligen Angebotes von Vonovia an die Aktionäre nicht erreicht und dass dies noch der Fall sein wird, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Bisher haben lediglich 47,62 Prozent der Aktionäre der Deutsche Wohnen das Angebot akzeptiert, wie aus Angaben von Vonovia hervorgeht. Allerdings kann die Übernahme nur nach Überschreiten einer Mindestannahmeschwelle von über 50 Prozent zusammenkommen. Am Freitagabend endete die Nachbuchungsfrist, bis zu der Aktien noch gebucht werden können. Am Montag ist mit einem genauen Ergebnis zu rechnen.

Nun ist zunächst unklar, wie nun das weitere Vorgehen ist. Laut Vonovia-Chef Rolf Buch würden nun die möglichen Optionen geprüft. Denkbar ist, dass die aktuell von Vonovia gehaltenen Aktien an der Deutsche Wohnen verkauft werden. Weitere Optionen könnten ein zweites öffentliches Angebot oder der Kauf weiterer Aktien sein.

Übernahme von Deutsche Wohnen könnte erneut scheitern

Übernahme zum zweiten Mal geplatzt

Für Buch ist dies ein weiterer Rückschlag, denn er hatte schon 2016 versucht, den zweiten großen Immobilienkonzern des Landes zu übernehmen. Damals wurde die Mindestannahmequote ebenfalls nicht erreicht. Allerdings wertete die Deutsche Wohnen das Angebot damals als feindlich und stellte sich gegen die Übernahmepläne. Diesmal stimmte aber auch die Deutsche Wohnen einer Fusion zu. Der Vorstand empfahl ebenso wie der Aufsichtsrat den Aktionären der Deutsche Wohnen, das Angebot anzunehmen. Vonovia bot den Aktionären der Deutsche Wohnen 52 Euro pro Aktie und bewarb das Angebot aktiv.

Ein Ziel war es, mit der Fusion Investitionen in bezahlbares Wohnen, Klimaschutz und Neubauten gemeinsam zu tragen. Mit der Übernahme der Deutsche Wohnen wäre aus Vonovia der größte Immobilienkonzern in Europa geworden, der 550.000 Wohnungen im Besitz hat und über 80 Milliarden Euro wert wäre. Das Unternehmen sieht eine Fusion weiterhin als strategisch sinnvoll an und glaubt, dass eine Übernahme einen Mehrwert für Aktionäre beider Unternehmen darstellt. Die Fusion soll Kostenvorteile mit sich bringen und gemeinsam könnte man effektiver neue Wohnungen bauen und Wohnungen energieeffizient sanieren.

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Bundeskartellamt ohne Bedenken

Im Juni stimmte auch das Bundeskartellamt der Fusion zu. Zuvor gab es durchaus Kritik und Bedenken aufgrund der zu erwartenden Marktmacht. Das Bundeskartellamt sah aber keine Argumente, die Fusion wettbewerbsrechtlich zu verbieten. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass nur etwa 150.000 Mietwohnungen von insgesamt fast 1,7 Millionen in Berlin Vonovia oder der Deutsche Wohnen gehören.

Um Kritik aus dem Weg zu gehen, hatte Vonovia vorab bereits zugesagt, dass in den nächsten drei Jahren die Mieterhöhungen in Berlin auf maximal ein Prozent im Jahr gedeckelt werden. Zudem wollen Vonovia und die Deutsche Wohnen etwa 20.000 Wohnungen an das Land Berlin verkaufen. Das Land Berlin will Wohnungen zurückkaufen und so den Markt besser regulieren. Gerade in Berlin ist der Wohnungsmarkt sehr angespannt und es kommt immer wieder zu Diskussionen und Protesten.

Nachdem bekannt wurde, dass die Fusion zu scheitern droht, gerieten beide Aktien unter Druck. Die Aktien von Vonovia blieben zunächst im Minus, während sich die Deutsche-Wohnen-Aktie schneller erholte. Die Aktien von Vonovia schlossen am Freitag mit einem Minus von 1,6 Prozent, während die Aktie von Deutsche Wohnen mit 0,4 Prozent im Plus den Handelstag abschloss.

Übernahme von Deutsche Wohnen könnte erneut scheitern

Vonovia auch in der Pandemie erfolgreich

Nun könnte es sein, dass Vonovia doch noch eine Möglichkeit findet, um die Übernahme zu retten. Derzeit werden laut Buch viele Aktien der Deutsche Wohnen von Hedgefonds und Indexfonds gehalten. Diese dürfen erst dann reagieren, wenn die Mindestannahmequote erreicht wurde. Bei Vonovia wachsen die Gewinne seit Jahren und auch in der Pandemie kam es nicht zu Rückschlägen. Zudem kann das Unternehmen regelmäßig höhere Dividenden auszahlen. In der Pandemie stiegen die Mieten weiter. Dazu wurde das Wachstum durch Zukäufe und Neubauten gesteigert.

Der operative Gewinn bei Vonovia lag 2020 bei 1,35 Milliarden Euro, was 10,6 Prozent mehr waren als im Jahr zuvor. In diesem Jahr werden die Gewinne wohl weiter nach oben gehen. Derzeit ist das Unternehmen Vermieten von 416.000 Wohnungen. Neben den 355.000 Wohnungen in Deutschland gehören Vonovia auch Wohneinheiten in Schweden und Österreich.

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Vonovia-Chef macht Hedgefonds verantwortlich

Im Scheitern der Übernahme sieht Buch auch ein grundlegendes Problem, hofft aber, dass die Zeit für sein Unternehmen spielt. Investoren müssten nun überlegen, wie sie reagieren. Daher will er wohl nicht ausschließen, dass es in absehbarer Zeit doch noch mit der Übernahme klappt. Buch macht auch Hedgefonds für das Scheitern der Übernahme verantwortlich. Diese hätten zu hoch spekuliert.

Dass immer mehr passive Investoren Anteile von Unternehmen halten, stellt für ihn ein grundlegendes Problem dar und erschwert aus seiner Sicht Transaktionen wie die Übernahme der Deutsche Wohnen. Solche Transaktionen könnten daher in Zukunft schwieriger werden. Laut Buch sind etwa 20 Prozent der Investoren bei Deutsche Wohnen passive Indexfonds. Viel Kapital ist daher bei passiven Anteilseignern gebunden, die erst dann eingreifen dürfen, wenn es keine Bedingung mehr für ein Angebot gibt. Im Übrigen schloss Buch einen Rücktritt aus.

Vonovia scheitert mit Übernahme von Deutsche Wohnen

Vonovia wuchs durch Übernahmen

Vonovia hat seinen Sitz in Bochum und geht auf die Deutsche Annington zurück. Das Vorläuferunternehmen konnte 2001 Eisenbahnerwohnungen erwerben. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder Konkurrenten wie Viterra oder Gagfah übernommen. So wurde Vonovia einer der führenden Immobilienkonzerne in Deutschland. Die Aktien von Vonovia können seit 2013 gehandelt werden und sind seit 2015 im DAX. 2020 wurde Vonovia auch Teil des EuroStoxx 50.

Beim Versuch, schon 2016 die Deutsche Wohnen zu übernehmen, sollte damals auch deren Fusion mit LEG Immobilien verhindert werden. Vonovia bot damals zehn Milliarden Euro und wollte Schulden in Höhe von vier Milliarden Euro übernehmen. Das Übernahmeangebot hatte 2016 damit insgesamt einen Wert von mehr als 14 Milliarden Euro. Eine der Forderungen an die Deutsche Wohnen war, die Fusion mit LEG Immobilien auf Eis zu legen. Zudem sollte die Deutsche Wohnen keine signifikanten Vermögensgegenstände mehr aufkaufen.

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Erstes Angebot von Deutsche Wohnen abgelehnt

Damals lehnten nicht nur die Aktionäre der Deutsche Wohnen, sondern auch der Vorstand und der Aufsichtsrat des Unternehmens das Angebot ab. Vorstand und Aufsichtsrat verwiesen darauf, dass das Angebot zu gering sei. Allerdings konnte die Übernahme von LEG Immobilien durch die Deutsche Wohnen verhindert werden. Auch damals startete Vonovia einen zweiten Versuch, der jedoch ebenfalls scheiterte. Zudem wurde die Angebotsfrist verlängert und die Mindestannahmequote gesenkt.

Damals nahmen aber nur 30 Prozent der Anteilseigner von Deutsche Wohnen das Angebot an. Diesmal waren Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Wohnen einverstanden und auch mehr Aktionäre stimmten zu. Dennoch scheint der Deal nun zu platzen. Andere Übernahmen waren jedoch erfolgreicher und seit 2016 expandiert Vonovia auch ins Ausland. So konnte das Unternehmen 2018 erstmals einen Gewinn von über einer Milliarde Euro verzeichnen.

Vonovia scheitert erneut mit Übernahme von Deutsche Wohnen

Deutsche Wohnen seit letztem Jahr im DAX

Die Deutsche Wohnen hat ihren Sitz in Berlin. Dem Unternehmen gehören rund 155.400, ein großer Teil davon in Berlin. Dazu kommen einige Gewerbeimmobilien, Pflegeimmobilien oder Apartments für betreutes Wohnen. Im letzten Jahr konnte Deutsche Wohnen Erlöse in Höhe von 2,7 Milliarden Euro erzielen. Neben der Vermietung von Immobilien machten auch Verkäufe einen großen Teil des Umsatzes aus. Dazu kommen Einnahmen durch den Betrieb von Pflegeimmobilien. Allerdings machten 1,9 Milliarden Euro des Ergebnisses vor Steuern Wertsteigerungen von Immobilien aus. Die Aktie der Deutsche Wohnen ist seit Juni 2020 im DAX und war zuvor zehn Jahre lang im MDax.

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Übernahme von Deutschen Wohnen vor Scheitern

Fazit: Übernahme-Deal erneut geplatzt

Die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia ist wohl zum zweiten Mal gescheitert. Bis zum Ende der Frist wurde die notwendige Mindestannahmeschwelle nicht erreicht. Doch Vonovia will wohl nicht aufgeben, sondern prüft, welche Möglichkeiten zur Übernahme nun noch offen stehen.

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