Supermarkt Aktien: Welche Unternehmen profitieren von der Corona-Krise?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 17.04.2020


Supermarkt Aktien zählen zu den wenigen Wertpapieren, die in der Corona-Krise profitieren können oder zumindest nicht so stark leiden wie andere Aktienunternehmen. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie derzeit ein gutes Investment darstellen – das Gegenteil könnte der Fall sein. Der Branche wird grundsätzlich kein allzu großes Wachstumspotenzial mehr zugesprochen.

Wir sagen Ihnen, welche Aktien überhaupt in Frage kommen, denn viele Ketten sind gar nicht an der Börse vertreten. Außerdem informieren wir Sie über Möglichkeiten und Risiken und die aktuellen Entwicklungen.

  • Deutsche Supermarktketten in Privat-/Stiftungshand
  • Einige internationale Konzerne wie Walmart oder Tesco
  • Umsatz ist stabil
  • Fortschreiten der Krise könnte auch Supermärkte unter Druck setzen

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Warum könnte es in der Krise rentabel sein, in Supermärkte zu investieren?

 width=150Für viele Anleger scheinen Supermärkte aktuell eine der interessantesten Anlagemöglichkeiten zu sein. In der Corona-Krise sind sie die einzigen Geschäfte, die geöffnet bleiben dürfen. Zusätzlich macht der Run auf bestimmte Produkte Schlagzeilen: Viele Fotos von leergekauften Regalen beweisen, dass Supermärkte von der Krise profitieren.

Ohnehin gilt gerade der Lebensmittelverkauf als krisenresistent. Menschen müssen Nahrungsmittel kaufen, um ihr Überleben zu sichern. Im Gegensatz zu Verkäufer oder Käufern von Luxusartikeln, die in der Krise durchaus einen Umsatzeinbruch von bedeutendem Ausmaß hinnehmen müssen, werden Lebensmittel immer verkauft.

Gerade in der Corona-Krise stellen zudem viele Supermärkte unter Beweis, dass sie die Nachfrage zuverlässig befriedigen können. Zwar gibt es bei bestimmten Produkten Engpässe, jedoch keine langfristige Versorgungslücke.

Die Wichtigkeit im Krisenfall zeigt das Umsatzplus im Februar. Die Corona-Krise hat bei den Waren des täglichen Bedarfs ein Umsatzplus von 7,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat zur Folge (Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden). Auf Supermärkte und Verbrauchermärkte bedeutete dies sogar ein Wachstum von 11,1 %. Dafür ist zwar auch der zusätzliche Verkaufstag aufgrund des Schaltjahrs mitverantwortlich und die Krise erreichte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ihren Höhepunkt, dennoch ist der Trend eindeutig.

Viele Kunden von Supermärkten greifen in der Krise zudem zu höherpreisigen Produkten: Zum einen, weil durch Hamsterkäufe die Alternativen fehlen. Zum anderen jedoch auch, weil dies eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten ist, sich etwas Gutes zu tun.

supermarkt aktien

Welche Supermarkt-Aktien sind national relevant?

Wer in deutsche Supermarkt-Aktien investieren möchte, hat wenig Auswahl. Der begrenzende Faktor ist, dass viele der Lebensmittelketten nicht als Aktiengesellschaft firmieren. Stattdessen sind sie teilweise in Familienbesitz. Die größten Lebensmittelhandel in Deutschland sind nach LZ Retailytics die folgenden Unternehmen:

  1. Edeka (mit Netto) mit 21,5 % Marktanteil
  2. Rewe Group (mit Penny) mit 14,7 % Marktanteil
  3. Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland) mit 14,7 % Marktanteil
  4. Aldi (Aldi Süd und Aldi Nord) mit 11,1 % Marktanteil
  5. Amazon mit 5,6 % Marktanteil
  6. Metro AG (Metro, Cash+Carry und Real)
  7. Lekkerland
  8. dm
  9. Rossmann
  10. Globus

Die meisten der Unternehmen sind nicht an der Börse handelbar. So suchen Anleger vergebens nach der Rewe Aktie, der Aldi Aktie oder auch der Lidl Aktie. Teilweise haben diese Unternehmen zwar Aktien ausgegeben, sie werden jedoch nicht an der Börse gelistet und sind nicht im freien Verkauf. Mit Amazon befindet sich der einzige börsennotierte Konzern unter den Top 5 im deutschen Lebensmittelhandel, allerdings investieren Anleger mit einem Investment natürlich nicht in eine klassische Supermarktaktie, sondern in einen der schärfsten Konkurrenten des klassischen Supermarktes.

Auch die Top5 bis Top10 der Supermärkte und Einzelhändler zählen nicht zu den klassischen Aktienunternehmen, sondern eher zu den Nischenaktien. Wer in der Corona-Krise in deutsche Supermarktketten investieren möchte, hat dazu also keine Gelegenheit. Sie sind immer noch in der Hand ihrer Gründer oder Nachfahren und Stiftungen und dementsprechend nicht auf dem freien Markt handelbar.

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Welche Aktien sind international wichtig?

 width=150Auf dem internationalen Markt ist es hingegen deutlich leichter, in Supermärkte zu investieren. Hier gibt es einige Konzerne mit Weltmacht, deren Wertpapiere an den Börsen gehandelt werden können. Die größten Einzelhändler, die auch für ein Aktieninvestment interessant sein könnten, sind:

  • Walmart
  • Costco
  • Kroger
  • Tesco
  • Ahold Delhaize

Sie alle zählen zu den zehn größten Einzelhandelsunternehmen der Welt (gemessen an ihrem Umsatz 2017) und sind vor allem als Supermarktketten bekannt.

Die Walmart Aktie ist dabei für viele Investoren nicht zuletzt aufgrund der Größe sehr attraktiv. Walmart selbst ist in Deutschland nie so richtig erfolgreich geworden, weswegen die internationale Bedeutung hier oft unterschätzt wird. Tatsächlich gilt Walmart mit einem Umsatz von mehr als 510 Milliarden US-Dollar als umsatzstärkstes Unternehmen der Welt.

Als größter Konkurrent gilt Costco, das durch niedrigere Preise und größeren Warenumschlag erfolgreich ist. Kroger ist die dritte US-amerikanische Superkette im Bunde und vor allem auf dem Heimatmarkt aktiv.

Eine europäische Alternative kann das französische Unternehmen Carrefour sein. Rund die Hälfte des knapp 85 Milliarden Euro Umsatz erzielt es in Frankreich und Spanien. Auch die Tesco Aktie ist für viele Anleger attraktiv, die jetzt in Supermärkte investieren möchten. Zwar erzielt das britische Unternehmen mit 56 Milliarden GBP Umsatz nur einen Bruchteil des Riesens Walmart, allerdings erreicht es mit vielen Filialen in Asien und Osteuropa durchaus eine interessante regionale Risikostreuung. Eine Investment-Möglichkeit ist die niederländische Ahold Delhaize, einer der größten Lebensmittelfilialisten, die in Europa an der Börse notiert sind.

rewe aktie

Gibt es international und national unterschiedliche Entwicklungen durch die Krise?

Natürlich kann es teilweise zu Abweichungen kommen, insgesamt entwickeln sich die Umsätze der Unternehmen jedoch sehr ähnlich, egal in welchem Land sie ihre Haupteinkommen erzielen. Da gerade die westlichen Länder allesamt mit dem Virus zu kämpfen haben, sind die Entwicklungen kaum unterschiedlich. Auch in den Gebieten mit schärferen Ausgangsbeschränkungen sind Supermärkte oft weiterhin geöffnet, um die Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Bei sehr strikten Regelungen, wie sie beispielsweise in Wuhan herrschten, wurden allerdings sogar die Supermärkte geschlossen.

Dabei scheinen auch keine größeren Unterschiede bei den Preissegmenten zu bestehen. Die Umsatzsteigerung betrifft alle Supermärkte, egal ob Discounter oder herkömmlicher Supermarkt. Problematisch ist die Entwicklung allerdings oft für unabhängige Lebensmittelläden oder sehr kleinen Läden. Bei ihnen sind auch länger anhaltende Versorgungsengpässe wahrscheinlicher. Kleinere Läden haben zudem häufig Probleme damit, die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Kunden einzuhalten, was dann doch zu Umsatzeinbußen führen kann, weil weniger Kunden bedient werden können.

Innerhalb der Branche und Länder gibt es allerdings sicherlich auch in den Ländern Unternehmen, die die Krise besser nutzen können als andere. Dies bezieht sich allerdings primär auf PR- und Marketing-Maßnahmen. Viele Unternehmen positionieren sich derzeit als hilfsbereit und volksnah und sammeln somit auch Pluspunkte bei der Bevölkerung. Wenn Lidl in manchen Ländern die erste Stunde der Öffnungszeiten für Senioren zur Verfügung stellt oder Walmart Parkplätze für Corona-Test-Stationen zur Verfügung stellt, sind dies natürlich Nachrichten, die positiv angenommen werden und sich auch nach der Krise als Pluspunkte erweisen könnten.

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Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Supermarkt Aktien aus?

Der globale Aktienmarkt ist von der Krise stark betroffen. Die Kursverluste machten auch vor der durchschnittlichen Supermarkt Aktie nicht halt. Allerding zählten viele der Supermarkt-Ketten nach einem Einbruch zu den Gewinnern auf dem Markt.

Die meisten Kursverläufe Aktien von Supermärkten ähneln sich: So gibt es einen größeren Einbruch. Dabei geschieht dies in der Regel zu dem Zeitpunkt, an dem auch der Vergleichsindex erste große Kursstürze hinnehmen muss. Wann genau dies eintritt, ist also vor allem eine Frage dessen, wann die Corona-Krise das Heimatland erreicht hat. Bei Ahold und Carrefour ist dies beispielsweise schon in den ersten März-Tagen der Fall, bei Tesco und Walmart mit Mitte März erst ein paar Tage später.

Auffällig ist jedoch, dass sich die Aktienkurse der Supermärkte zumindest teilweise schnell wieder erholt haben:

  • Walmart konnte mit 112 US-Dollar im März sogar sein Allzeithoch feiern.
  • Kroger konnte in den letzten 6 Monaten um mehr als 20 % zulegen und hat sein 3-Jahres-Hoch erreicht.
  • Tesco zählt mit -6,3 % in den letzten sechs Monaten zu den Verlierern und hat vor allem im März Kursverluste hinnehmen müssen.
  • Auch Carrefour (-8,2 %) und Ahold Delhaize (-5,6 %) gehören zu den Verlierern in den letzten sechs Monaten.

Alle hier genannten Aktien haben ihren Vergleichsindex jedoch teilweise erheblich outperformt. Sie schnitten zwischen 7 und 18 % besser ab als die anderen Aktien aus ihrer Region im Durchschnitt.

tesco aktie

Welche Gefahren und Chancen gibt es momentan für Supermarktketten?

Supermärkte konnten also bislang von den Krisen eher profitieren oder sind zumindest nicht so stark gefährdet wie der Einzelhandel. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Lebensmitteleinzelhandel völlig krisenfesten ist. Bislang sind die Auswirkungen in vielen Ländern der Welt noch verhältnismäßig leicht zu spüren im Vergleich zu dem, was tatsächlich möglich wäre.

So könnten sich gerade die Auswirkungen auf die Konjunktur für Supermärkte noch als nachteilig erweisen. Wenn Menschen weniger Geld verdienen, geben sie auch weniger aus. Grundsätzlich gilt zwar, dass die Nahrungsmittelgrundversorgung von dieser Entwicklung als letztes getroffen wird. Allerdings verdienen Supermärkte auch mit hochpreisigen Artikeln Geld und bieten auch Nonfood-Artikel an. Umsätze könnten also dennoch sinken. Dies gilt gerade auch für Supermarktketten mit sehr großen Geschäften und sehr umfangreichen Sortiment, wie dies beispielsweise bei den amerikanischen Unternehmen der Fall ist.

Gerade in Ländern ohne ausreichende soziale Absicherung könnte die Stimmung zudem auch kippen. Schon heute mehren sich die Berichte über Plünderungsversuche und Diebstähle in den Supermärkten Italiens. Wenn Menschen nicht genügend Geld haben, um ihre Lebensmittel zu bezahlen, ist dies natürlich ein erhebliches Risiko für Supermärkte. Schon jetzt führt dies zu erhöhten Ausgaben für Wachpersonal.

Außerdem müssen die Supermärkte mit Versorgungsengpässen rechnen. Dieses Risiko wird durch geschlossene Grenzen verstärkt. Auf der anderen Seite kann es durch fehlende Erntehelfer und -mitarbeiter zu einer Lücke bei regionalen landwirtschaftlichen Produkten kommen.

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Vor dem Investment: Die finanzielle Gesundheit des Unternehmens prüfen

 width=150Anleger sollten sich von der aktuellen Chance, die ein Investment in Supermärkte aktuell durchaus verspricht, nicht zu sehr verleiten lassen. Auch wenn Supermärkte derzeit zu den Unternehmen gehören, die nicht von der Krise betroffen zu sein scheinen, bedeutet dies nicht, dass diese Branche sich auch mittel- der sogar langfristig als Gewinner behaupten kann.

Es setzt sich derzeit nämlich ein weiterer Trend fort, der die Lebensmittelbranche schon seit längerem unter Druck setzt: Online-Lieferdienste und spezialisierte Versandhändler.

Eine der großen Herausforderungen von Supermarktketten ist nicht zuletzt, dass die erzielte Gewinnmarge oft vergleichsweise klein ist. So schafft Walmart es als das umsatzstärkste Unternehmen der Welt nur knapp unter die Top 50 der Unternehmen mit den größten Gewinnen. Es ist also hier noch einmal wichtiger als bei anderen Branchen, dass die Ketten auf einer sehr stabilen finanziellen Grundlage agieren. Wenn dies nicht der Fall ist, könne Umsatzeinbußen sehr schnell dazu führen, dass Insolvenzen drohen.

Dies zeigt sich auf dem deutschen Markt zuletzt an der SB-Warenhauskette Real, die von ihrer bisherigen Besitzerin der Metro verkauft wurde. Beide Unternehmen gelten als angeschlagen. Unternehmen, die ohnehin in schwierige Fahrwasser geraten sind, können durch die Corona-Krise natürlich letztlich sogar kentern. Entsprechend wichtig bleibt es, auch bei Profiteuren der Krise auf die Kennzahlen zu achten.

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Können Anleger Supermarkt-Investments nachhaltig gestalten?

 width=150Einer der großen Trends bei der Geldanlage sind nachhaltige Investments. Auch die Supermärkte sind davon betroffen. Die Nachfrage nach Bio-Produkten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Inzwischen gibt es in einigen Ländern sogar Bio-Supermarktketten, die auf den ersten Blick für ein nachhaltiges Investment in Frage kämen.

Allerdings stoßen Anleger hier auf die Probleme, die in Deutschland typisch sind: Es gibt kaum Anbieter auf dem Markt, bei denen es möglich ist, per Aktie zu investieren. Das liegt nicht zuletzt daran, weil Spezialisten noch zu klein sind, um einen Börsengang zu wagen. Oftmals liegt der Ansatz, Wachstum durch Börsengänge zu ermöglichen, zudem nicht nah. Viele Biosupermärkte setzen stärker auf regionale Verknüpfungen und Unterstützungen und nicht auf anonyme Investoren.

Eine weitere Herausforderung ist zudem natürlich auch, dass der Biofachhandel in den letzten Jahren unter Druck geraten ist. Dadurch, dass vegane und nachhaltig produzierte Produkte inzwischen auch in den anderen Supermärkten fest zum Programm gehören, suchen viele Kunden nicht mehr spezielle Bio-Supermärkte auf. Dementsprechend müssen sich Biomärkte auf dem Markt besonders positionieren, um als tatsächliche Alternative wahrgenommen zu werden. Es ist also vergleichsweise schwierig, Wachstumsmärkte zu erkennen und zu nutzen. Das Unternehmen Veganz, das ursprünglich Supermarktketten startete, hat beispielsweise viele der Märkte wieder geschlossen und konzentriert sich jetzt eher auf die Lebensmittelproduktion. Wer nachhaltig investieren möchte, sollte deswegen eher auf Produzenten und Hersteller achten, die Supermärkte beliefern, als nachhaltige Supermarktketten zu suchen.

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Umgang mit der Krise: Welche Maßnahmen trifft das Unternehmen?

Um einschätzen zu können, wie sich die Krise weiterhin auf ein Unternehmen auswirken wird, ist es durchaus sinnvoll, genau zu beobachten, welche Schritte die Supermarktkette ergreift, um für schwierigere Zeiten vorzusorgen.

Viele der Supermarktketten bauen letztlich nicht nur auf den Handel mit Lebensmitteln. Stattdessen bedienen sie oftmals auch noch andere Sparten, wie

  • Möbel und Dekoration,
  • Drogerien
  • Baumärkte

Sie sind teilweise von den Ausgangsbeschränkungen härter getroffen als die Supermärkte selbst, was langfristig zu einem Problem werden könnte.

Es ist deswegen relevant für die Entwicklung der Costco, Carrefour oder Walmart Aktie, ob das Unternehmen bereits angekündigt hat, Einsparungen anzustreben und wie diese aussehen sollen. Wenn bestimmte Zweige des Unternehmens Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Liquidität nicht ausreicht, um die Krise unbeschadet zu überstehen.

Supermärkte könnten zudem aufgrund der Einschränkungen Umsatzeinbußen hinnehmen. So hat beispielsweise Walmart angekündigt, nur noch ein Fünftel der Kapazität der Läden zu nutzen. Mitarbeiter steuern am Eingang, wie viele Kunden eingelassen werden. Ähnliche Maßnahmen sind bei den meisten Ketten in Gespräch oder werden sogar umgesetzt. Das ist ein Mehraufwand bei weniger Kunden, sodass Anleger die Umsatzzahlen im Blick behalten müssen.

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Zukunft der Supermärkte: Lieferservices und technologische Weiterentwicklungen

Supermärkte geraten durch den Online-Handel unter Druck. Deswegen ist es durchaus wahrscheinlich, dass Konsolidierungswellen stattfinden werden, wie es zuletzt bei den Real-Märkten in Deutschland der Fall war. Die große Herausforderung für Supermärkte wird sein, etwas zu bieten, dass Kunden online nicht bekommen oder selbst online deutlich stärker präsent zu sein.

Deswegen entwickeln viele Supermarktketten jetzt bereits besondere Konzepte und erproben diese. Einer der Trends ist, den Erlebnis-Charakter im Supermarkt stärker zu unterstreichen und das normale Warenangebot beispielsweise auch mit Gastronomie zu kombinieren. Andere sorgen mit vielen Probiermöglichkeiten und Testangeboten für eine Alternative zum Online-Handel.

Auf der anderen Seite soll auch das Einkaufen selbst technologisch aufgewertet werden. So werden elektronische Preisschilder immer häufiger. Kunden können kontaktlos bezahlen oder Vorbestellungen abholen. Teilweise wird der Inhalt im Einkaufskorb automatisch gescannt, um Wartezeiten an Kassen zu verringern.

Viele der etablierten Märkte beschränken sich auf kleinere Innovationen. Vor allem das Angebot an Lieferdiensten erhöht sich in den letzten Jahren. Dieses Angebot zusätzlich zur Verfügung zu stellen, scheint ein durchaus sinnvolles Konzept zu sein, um mit vergleichsweise wenig Mehraufwand den Umsatz stabil zu halten. Gerade in der Corona-Krise boomen Lieferdienste, weil viele Kunden diese Möglichkeit im Vergleich zum Kauf im Geschäft als sicherer bewerten.

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Herausforderung für Anleger: Weitere Entwicklung schwer absehbar

 width=Eine der großen Schwierigkeiten derzeit ist, dass es kaum möglich ist, zuverlässig einzuschätzen, wie sich die Aktienmärkte in den nächsten Wochen weiterentwickeln werden. Grundsätzlich muss jeder Anleger damit rechnen, dass Wertpapiere noch weiter oder mehrfach wieder einbrechen und greifen somit in das börsensprichwörtliche „fallende Messer“, wenn sie jetzt schon investieren.

Sollte es global tatsächlich möglich sein, dass die Krise insgesamt ohne zu große wirtschaftliche Folgen gemeistert wird, könnte jetzt bereits ein guter Zeitpunkt sein, um günstig interessante Werte zu kaufen. Sollte die Weltwirtschaft hingegen in eine länger anhaltende Rezession rutschen, sind die meisten Aktien unkalkulierbare Risiken. Es wäre entsprechend schwierig, genau die Wertpapiere zu ermitteln, die aus einer Krise möglicherweise gestärkt hervorgehen können. Im schlimmsten Fall drohen:

  • Insolvenzen
  • Verstaatlichungen
  • Übernahmen für deutlich geringere Kurse

Derzeit ist nicht unbedingt absehbar, ob sich die wirtschaftlichen Folgen der Krise in Grenzen halten. Einige Wirtschaftsweisen gehen zwar davon aus, der Verlauf milde und vor allem im zweiten Quartal 2020 zu spüren sein wird, andere prophezeien sogar eine Depression.

Mit der Stärke der Auswirkungen steigt auch das Risiko für jedes einzelne Unternehmen. Ein Aktien-Investment bietet aktuell also sicherlich mehr Chancen als üblicherweise, da der Kursverlust eine Möglichkeit sein kann, sich günstig einzukaufen. Zugleich ist jedoch das Risiko recht groß, dass die Kurse länger niedrig bleiben, keine Dividenden gezahlt werden und im Ernstfall sogar Insolvenzen und Übernahmen drohen.

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Partner und Konkurrenten im Blick behalten

In Deutschland ist es unmöglich, in den lokalen Lebensmittelhandel über Aktien zu investieren. Da alle größere Ketten von privaten Investoren gehalten werden, gibt es nur die Möglichkeit, in internationale Unternehmen zu investieren. Anleger sollten auch Partner und mögliche Konkurrenten im Blick behalten.

In Deutschland könnte beispielsweise das Immobilien-Unternehmen Hamborner Reit eine Alternative sein. Die Aktiengesellschaft konzentriert sich darauf, Gewebeimmobilien zu kaufen oder zu bauen, die sie dann an Supermärkte vermieten. Da diese üblicherweise sehr lange an einem Standort bleiben, ist dies ein relativ einträgliches und zuverlässiges Geschäft. Sollte sich natürlich der Trend zum Online-Einkauf fortsetzen, wäre das Geschäftsmodell natürlich unter Umständen besonders davon getroffen. In der Corona-Krise kündigen zudem immer mehr Unternehmen Mietkürzungen an oder zahlen nur unter Vorbehalt, darunter beispielsweise zuletzt auch Edeka Nord.

Einer der Profiteure der Krise ist der Kochboxversender Hello Fresh. Der Kurs des recht jungen Unternehmens steigt ohnehin bereits seit einigen Jahren kontinuierlich. Die Corona-Krise kann dem Aktienkurs kaum etwas anhaben: Nach einem kurzen Einbruch steht die Aktie Anfang April 2020 bei einem Plus von mehr als 30 %.

Auch die Online-Supermärkte profitieren erheblich von der Krise und überzeugen zudem oft durch kontaktlose Lieferung. Das Problem ist das junge Alter. Sie befinden sich oft noch im Startup-Status und können nicht an der Börse gehandelt werden. In der Zukunft könnten Picnic, DoorDash, BlueApron oder GrubHub jedoch ein Investment Wert sein. Natürlich ist auch takeaway.com im weiteren Sinne ein Konkurrent von Supermärkten.

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Fazit: Supermarkt Aktien als Profiteure, ihre Aktionäre vielleicht nicht

 width=150Supermarktketten sind gerade in Deutschland keine klassischen Aktienunternehmen, sondern firmieren als Stiftung oder sind in Familienbesitz. International gibt es hingegen einige größere Unternehmen, die auch an der Börse gehandelt werden können. Durch die Corona-Krise können diese zumindest teilweise tatsächlich profitieren. Ihr Umsatz bleibt stabil, weil Lebensmittelläden zu den wenigen Geschäften gehört, die von Sanktionen vergleichsweise frei bleiben.

Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs der Unternehmen wider. Viele können im aktuellen Marktumfeld profitieren und steigen, andere schneiden immerhin noch deutlich besser ab als der Verkaufsindex. Das führt jedoch nicht zuletzt auch dazu, dass sie im Vergleich zu anderen Unternehmen eher als überbewertet gelten können. Zugleich sind sie bei einem weiteren Fortschreiten der Krise auch nicht vor allen Gefahren geschützt und zusätzlichen Risiken ausgesetzt. Supermarkt-Aktien sind derzeit also tatsächlich vergleichsweise teuer und nicht der sichere Hafen, für den viele Privatanleger sie halten.

Ein Investment in Supermarkt-Aktien kann zwar derzeit durchaus attraktiv erscheinen und es ist durchaus möglich, dass diese sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. Anleger sollten jedoch nicht vergessen, dass Unternehmen, die vor der Krise keine guten Wachstumschancen hatten, diese nach der Krise immer noch nicht haben, wenn sie keine bedeutenden Änderungen vornehmen.

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