Steinhoff Aktie: Was zeichnet das Unternehmen aus?

Steinhoff ist ein international tätiger Möbelkonzern aus den Niederlanden. Seit einiger Zeit steht aber die operative Hauptzentrale in nahe Johannesburg im Fokus. Die Wurzeln des Unternehmens liegen aber in Deutschland. Seit einigen Jahren befindet sich das Unternehmen nach einem Bilanzskandal in Schwierigkeiten, was auch die Steinhoff Aktie massiv fallen ließ.

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Unternehmensprofil

Firmenlogo:
Gründung: 1964
Unternehmensname: Steinhoff International Holdings N.V.
ISIN: NL0011375019
Symbol: SNH
Branche: Möbelindustrie
Mitarbeiterzahl: 108.361 (2019)
Umsatz im letzten Jahr: rund zwölf Milliarden Euro (2019)
IR-Seite: https://www.steinhoffinternational.com/sens.php

Das Unternehmen galt viele Jahre als der zweitgrößte Möbelhändler in Europa nach IKEA. Mittlerweile gehören zahlreiche Tochtergesellschaften zum Konzern, die sich teilweise stärker präsentieren als Steinhoff selbst.

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Pros: Erste Schritte zur Normalität

  • Ab 2023 will Steinhoff Zahlungen an Gläubiger leisten.

  • Einige Tochtergesellschaften liefern gute Zahlen.
  • Möbel waren in der Pandemie sehr gefragt. Wie sich jedoch die gesamte Branche in der nächsten Zeit entwickeln wird, ist offen.

Cons: Bisher kein klarer Weg zum Schuldenabbau

  • Steinhoff ist hoch verschuldet und die Forderungen der Gläubiger übersteigen die Vermögenswerte.
  • Bisher gibt es keinen Plan zum Schuldenabbau.
  • Die Erfolge einiger Tochtergesellschaften haben kaum Auswirkungen auf Steinhoff selbst.
  • Inflation und Probleme bei Lieferketten könnten die angeschlagene Situation weiter verschärfen.

News zur Steinhoff Aktie

Immer wieder geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten und die Steinhoff Aktie News sind eher negativ. Ende 2015 sollte die Steinhoff Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet werden.

Geplant war, alle Aktien der niederländischen Holdinggesellschaft Steinhoff International Holdings N.V. mit der südafrikanischen Steinhoff International Holdings Limited zu tauschen. Ein Zweitlisting an der Börse in Johannesburg war angedacht.

Wenige Tage vor dem Börsengang kam es aber zu einer Steuerrazzia der Staatsanwaltschaft Osnabrück bei der europäischen Tochtergesellschaft. Dennoch kam die Steinhoff Aktie im März 2016 in den MDax. Diesen mussten sie aber im September 2020 wieder verlassen und ist nun im SDax notiert.

Ab 2017 geriet das Unternehmen dann endgültig in eine Krise, als Unregelmäßigkeiten in der Bilanz bekannt wurden. Diese ist bis heute nicht ausgestanden.

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Die Prüfungsgesellschaft Deloitte verweigerte zuvor das Testat für die Bilanz. Die Steinhoff Aktie verlor in der Folge 90 Prozent ihres Werts und fiel teilweise auf nur noch 35 Cent. Danach fiel die Marktkapitalisierung auf umgerechnet 1,144 Milliarden Euro. 2017 lag der operative Verlust bei 3,7 Milliarden Euro und auch im Jahr darauf waren es noch 1,2 Milliarden Euro.

Es folgten Untersuchungen der BaFin und der Staatsanwaltschaft Oldenburg sowie ein Prozess. Den Klägern wurde eine Entschädigung in Milliardenhöhe angeboten. Weiterhin gehen die Verhandlungen zu einem Vergleich mit den Klägern weiter.

Mittlerweile haben zwei Medienkonzerne das Unternehmen auf Offenlegung verklagt und fordern eine Kopie eines Berichts von PwC. Das Unternehmen will wohl verhindern, dass dieser Bericht an die Öffentlichkeit gelangt. Behörden erhielten jedoch 2017 Zugang zu diesem Bericht. Daher argumentiert das Unternehmen, dass auch die Behörden Interesse an einem Schutz des Inhalts hätten.

Damit befindet sich das Unternehmen seit Jahren in Rechtsstreits und die Schadenersatzforderungen sind höher als die Vermögenswerte des Konzerns. Nun versucht Steinhoff aber, zur Normalität zurückzukehren. Dies könnte mit wachstumsstarken Tochterunternehmen gelingen, die teilweise sehr gut durch die Pandemie gekommen sind.

Analyse und Prognose zur Steinhoff Aktie

Bis heute ist das Unternehmen hoch verschuldet und der Konzern gibt jedes Jahr rund eine Milliarde Euro an Zinsen für alte Schulden aus. Die Krise begleitet das Unternehmen daher nunmehr seit über fünf Jahren.

Derzeit steht die Steinhoff Aktie aber besser da als noch vor ein paar Jahren. Dennoch gilt die Aktie von Steinhoff als eher spekulatives Papier.

Weiter sehen einige Experten das Unternehmen bzw. die Steinhoff Aktie nicht als seriös oder solide an. Bisher gibt es beispielsweise keine Schritte in Richtung einer effektiven Umschuldung.

Zuletzt gingen am Stichtag am 15. Mai 2022 43.000 Forderungen von Gläubigern in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar ein. Diese werden derzeit geprüft und das Unternehmen will ab 2030 mit Zahlungen an die Gläubiger anfangen, die wohl auf dem Vergleich mit den Klägern basieren. Hier geht es weiter um die Verluste von Alt-Aktionären. Neue Schulden kommen noch hinzu.

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Die Steinhoff Aktie befindet sich ausgehend vom Jahr 2021 in einem übergeordneten Aufwärtstrend und der Steinhoff Aktie Kurs schient sich trotz Verlusten von 50 Prozent seit Anfang 2022 tendenziell zu stabilisieren.

Eine Steinhoff Aktie Prognose ist sehr schwer. Die Steinhof-Aktie kaufen oder nicht ist daher eine individuelle Entscheidung der einzelnen Anleger.

Ein Hoffnungsschimmer ist womöglich das Unternehmen Pepco, an dem Steinhoff mit 78 Prozent beteiligt ist. Die Möbelkette im Niedrigpreissegment hat ihren Schwerpunkt in Osteuropa und wuchs zuletzt stark.

Dies wirkt sich aber noch wenig auf Steinhoff selbst aus. Pepco will in den nächsten zehn Jahren 20.000 neue Filialen eröffnen und hofft auch ein EBITDA von über einer Milliarde Euro.

Die Hoffnung, dass sich Steinhoff und damit auch die Steinhoff Aktie wieder erholen, ist also da. Allerdings sind dafür dringend Fortschritte beim Abbau des Schuldenbergs, der auf zehn Milliarden Euro angewachsen ist, notwendig.

Bis 2016 war Steinhoff international sehr erfolgreich und die Aktie für viele Anleger interessant. Steinhoff war damals auf Möbel und Haushaltsprodukte spezialisiert. Als mit der Corona-Pandemie auch das Homeoffice Einzug hielt und sich viele Menschen zuhause neu einrichteten, konnte das Unternehmen aber davon nicht profitieren, ganz im Gegensatz zu dem Spielzeughersteller Mattel.

Die Steinhoff Aktie ist heute weniger als einen Euro wert und daher von früheren Erfolgen meilenweit entfernt. Das Allzeithoch aus dem Jahr 2016 lag bei 5,76 Euro. Nach 2017 erholte sich der Steinhoff Aktie Kurs immer wieder, doch nicht langfristig.

Die Marktposition ist weiter recht gut, doch die weiteren Umstände zeigen ein mehr als schlechtes Bild. Ohne signifikante Verbesserungen wird es für die Steinhoff Aktie wohl zunächst nicht deutlich nach oben gehen. Ob und wann dies der Fall ist, steht in den Sternen.

Anleger sollten daher gut überlegen, ob sie in die Steinhoff Aktie investieren wollen. Womöglich ist es ratsam, nur kleinere Summen anzulegen und die aktuellen Steinhoff Aktie News sowie die Kurse der Steinhoff Aktie zu verfolgen. Derzeit ist zudem nicht auszuschließen, dass die steigende Inflation und die Lieferprobleme in vielen Branchen zu weiteren Schwierigkeiten führen könnten.

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Was spricht für die Steinhoff Aktie?

1. Auf den ersten Blick nicht viel, da das Unternehmen seit Jahren in Schwierigkeiten steckt. Nun versucht der Möbelkonzern aber Schritt für Schritt den Weg zurück zur Normalität.

2. Einige Tochterunternehmen kamen gut durch die Corona-Pandemie und sind daher ein Hoffnungsschimmer.

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Zusammenfassende Einschätzung

Steinhoff ist seit Jahren in Schwierigkeiten. Daher gilt die Steinhoff Aktie als eher spekulatives Papier. Seit einiger Zeit versucht der Möbelkonzern aber den Weg zurück zur Normalität und die Aktie konnte sich zuletzt leicht verbessern, ist aber weit von früheren Erfolgen entfernt.

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