Steigt die Konsumlaune?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.09.2021


Mit Ende des Lockdowns zieht es viele Menschen in die Innenstädte. Kann dies die Konsumlaune in Deutschland dauerhaft beleben? Und könnte auch die am letzten Freitag begonnene Fußball-EM der Männer einen Effekt haben? Zudem zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov, dass die Menschen nicht mehr nur online einkaufen wollen. Aktien vieler Branchen finden Trader, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, bei XTB.

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Wieder einkaufen im Laden

In der Umfrage gaben 63 der deutschen Befragten an, dass ein wichtiger Grund für den Einkauf im Laden sei, dass sie dort Produkte vor Ort begutachten können. Im Durchschnitt aller befragten Nationen lag der Wert bei 62 Prozent. Für die Umfrage befrage YouGov im Januar und Februar über 19.000 Menschen aus 17 Ländern in Europa, Asien und Amerika.

Einkaufen ist für viele Menschen nicht nur eine Gelegenheit, benötigte Waren zu bekommen, sondern auch ein Erlebnis. Für 45 Prozent der Befragten ist das schnelle Abwickeln eines Einkaufs in einem Geschäft ein Vorteil. Allerdings gaben dies nur 26 Prozent der Verbraucher aus Deutschland an, was der niedrigste Wert im internationalen Vergleich war. Dagegen ist für 38 der Deutschen das Erlebnis beim persönlichen Besuch eines Geschäfts sehr wichtig. Die Teilnehmer der anderen Staaten stimmten dieser Aussage zu 34 Prozent zu.

Steigt die Konsumlaune

Nicht nur benötigte Dinge kaufen

Vielen Menschen geht es beim Einkaufen nicht nur darum, wirklich wichtige Dinge zu kaufen. Laut des Statistischen Bundesamts besitzt ein durchschnittlicher Haushalt in Europa rund 10.000 Dinge. Noch vor 100 Jahren waren es in Deutschland nur 180 Gegenstände. Allein in Deutschland haben über drei Millionen Menschen mehr als drei Autos. Auch Handys, Kleidung oder Gebrauchsgegenstände, die wir längst nicht mehr nutzen, liegen in unseren Schubladen und Schränken herum.

Wir kaufen also oft mehr, als wir eigentlich brauchen. Untersuchungen zeigen, dass zwei Drittel aller Kaufentscheidungen spontan im Geschäft erfolgen. Diese Einkäufe werden auch als Impulskäufe bezeichnet. Im Online-Shopping ist dies seltener zu beobachten. Verbraucher kaufen hier gezielter ein.

Der Konsum ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Würden viele Menschen auf Einkäufe verzichten, wäre dies wirtschaftlich eine Katastrophe. Während des Lockdowns mussten viele Händler und Anbieter von Dienstleistungen auf Einnahmen verzichten. Nur durch staatliche Hilfszahlungen konnten diese Einnahmeausfälle zum Teil kompensiert werden. So wurde auch verhindert, dass Händler und Dienstleister selbst auf Konsum und andere Ausgaben verzichten mussten. Ansonsten hätte die Gefahr einer Rezession bestanden.

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Konsumeffekt durch Fußball-EM?

Nun könnte der Konsum insgesamt wieder belebt werden. Einen Beitrag kann dazu auch die Fußball-EM leisten, die am letzten Freitag begann. Sportliche Großereignisse wie EM, WM oder Olympia versprechen normalerweise eine deutliche Sonderkonjunktur für die Wirtschaft. Dieses Jahr scheint dies jedoch anders zu sein.

Da die Europameisterschaft in mehreren europäischen Ländern stattfindet, sollte dies eigentlich auch den Tourismus ankurbeln. Ohne Pandemie wären viele Fans quer über den Kontinent gereist, hätten in Hotels übernachtet und wären Essen gegangen. Dies ist nun nicht der Fall. Zwar sind in den meisten Stadien einige Tausend Fans erlaubt, die meisten Fans werden die EM aber wohl zuhause vor dem Fernseher verfolgen.

Damit wird es wohl nur begrenzte wirtschaftliche Auswirkungen durch die EM geben. Für die Bauwirtschaft gab es bereits vor dem EM im Vergleich zu früheren Turnieren keine Sonderkonjunktur. Die meisten Stadien, in denen die Spiele ausgetragen werden, wurden nicht neu gebaut oder aufwendig modernisiert. Dasselbe gilt auch für die Infrastruktur in den Austragungsstädten.

Erholung beim Konsum

Hohe Einnahmen bei Großereignissen

Beispielsweise investierte die Ukraine elf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die EM 2012 und Mitausrichter Polen sieben Prozent. Allerdings gab es hier keinen nennenswerten wirtschaftlichen Boom durch die EM. Dies geht aus Berechnungen der Berenberg Bank hervor. Frankreich gab für die letzte EM 2016 fast 200 Millionen Euro aus, nahm aber dagegen 1,2 Milliarden Euro ein. Laut Schätzungen des europäischen Fußballverbands UEFA kamen die Hälfte der Einnahmen von Gästen aus dem Ausland. Allerdings sind hier die 1,6 Milliarden Euro, die in Frankreich für den Bau und die Modernisierung von Stadien ausgegeben wurden, nicht eingerechnet.

In diesem Jahr könnten in Deutschland im Juni und Juli Verkäufer von Fernseher, Bier oder Grillgut profitieren, da viele Menschen die Spiele zuhause sehen werden. Konsumgüterfirmen, Lebensmittelhersteller und Sportartikelausrüster profitieren traditionell von solchen sportlichen Großveranstaltungen.

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Umsatzsteigerungen bei Elektronik

Der Handelsverband HDE rechnet zudem mit Umsatzsteigerungen von 41 Prozent bei Elektronikhändlern. Erfahrungen zeigen, dass vor und zu Beginn solcher Turniere oft viele große TV-Geräte verkauft werden. Auch die großen Ketten wie MediaMarkt Saturn profitieren davon. Laut dem HDE erhofft sich zudem jeder dritte Lebensmittelhändler einen Effekt durch die EM, vor allem Bierbrauer. Diese haben bereits die Kapazitäten erhöht, auch wenn große Public Viewings wohl nicht stattfinden können.

Alles beim Alten ist aber bei Sportartikelherstellern wie Adidas, Nike, welcher aber unter Produktionsausfällen leidet, oder Puma, die auch in diesem Jahr schon seit Wochen die Werbetrommel für die EM rühren. Für das Geschäft ist es gut, wenn die von ihnen ausgestatteten Teams im Turnier erfolgreich sind und weit kommen. Adidas und Nike liegen hier Kopf an Kopf. Adidas rüstet Spanien, Belgien und Deutschland aus, die sicher zum erweiterten Favoritenkreis gehören, und stellt den offiziellen Spielball her. Übrigens trennt sich Adidas von Reebok um weiter Kosten zu vermeiden. Nike arbeitet mit Topfavorit Frankreich und dem Geheimfavoriten England zusammen.

Erholung beim Konsum

Auswirkungen auch für die Börse

Auch das Abschneiden der eigenen Mannschaft macht viel aus und kann Auswirkungen auf den Konsum haben. Allerdings gehört die deutsche Mannschaft in diesem Jahr eher nicht zu den Favoriten auf den Titel. In der Vergangenheit hatten Fußballeuropameisterschaften und -weltmeisterschaften immer wieder auch Auswirkungen auf die Börse. Der Aktienmarkt des Siegers entwickelte sich oft besser als der MSCI World Index.

Während es für den Einzelhandel in diesem Sommer gut aussehen könnte, sind viele Handwerker noch deutlich stärker von der Pandemie betroffen. Anfang des Jahres sanken die Umsätze teils deutlich. Radwerkstätten konnten von der Pandemie profitieren, Friseure gerieten aber teilweise unter Druck.

Laut des Statistischen Bundesamts gingen die Umsätze im Handwerk im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent nach unten. Zum ersten Mal seit acht Jahren musste die Branche damit einen herben Rückschlag erleiden. Zudem sank die Zahl der Mitarbeiter im zulassungspflichtigen Handwerk bis Ende März um 1,7 Prozent.

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Lockdown bremste die Nachfrage

In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass die Pandemie im letzten Jahr hierzulande erst Ende des ersten Quartals begann. Im Vergleichszeitraum war das deutsche Handwerk damit noch kaum von Corona betroffen. Dieser Effekt wird als Basiseffekt bezeichnet. Die Ausgangsbasis war sehr gut, daher ist es keine Überraschung, dass nun die Rückgänge sehr deutlich sind.

In vielen Branchen bremste der Lockdown die Nachfrage. Sehr stark betroffen waren Handwerke für den privaten Bedarf, die ein Minus von 23 Prozent verzeichnen mussten. Die Friseure traf es mit einem Minus von 37 Prozent besonders hart. Das Minus im Baugewerbe lag bei fast 16 Prozent. Noch immer müssen Bauunternehmen trotz voller Auftragsbücher Kurzarbeit anmelden, weil ihnen das Material ausgegangen ist. Derzeit sind die Preise für Holz und andere Baustoffe auf dem Weltmarkt sehr hoch. Dies liegt auch an der hohen Nachfrage aus China und den USA. Lieferengpässe belasten daher derzeit wohl zahlreiche Betriebe in Deutschland.

Konsum erholt sich

Einige Branchen mit Umsatzplus

Im Lebensmittelgewerbe gingen die Umsätze um fast zehn Prozent nach unten, bei Konditoreien sogar um 21 Prozent. Der Fahrradboom und die hohe Nachfrage nach Fahrrädern hält dagegen weiter an. Zweiradmechanikern musste mehr Fahrräder reparieren. Daher konnte diese Branchen 27 Prozent mehr einnehmen als noch vor einem Jahr. Auch Rollladentechniker und Zahntechniker vermeldeten ein Umsatzplus.

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Konsum erholt sich

Fazit: Konsumlaune könnte sich bald verbessern

Mit Ende des Lockdowns hoffen viele Einzelhändler auf eine bessere Konsumlaune. Auch die gerade begonnene Fußball-EM könnte einen Effekt haben. Viele Menschen möchten zudem wieder mehr selbst einkaufen gehen und weniger online bestellen. Allerdings leiden noch immer viele Branchen, beispielsweise das Handwerk, unter der aktuellen Situation.

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