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STAATSANLEIHEN KAUFEN 2019 – WIE FUNKTIONIERT DAS & BEI WELCHEM BROKER?

Negative Zinsen für deutsche Staatsanleihen, drohende Zahlungsschwierigkeiten bei griechischen Anleihen, lohnen sich Staatsanleihen da noch? Einiges spricht für die Staatsanleihen kaufen, vieles dagegen. Wobei Staatsanleihe nicht gleich Staatsanleihe ist – und dann sind da auch noch die Kommunalobligationen.

Staatsanleihen kaufen

Negative Zinsen, steigende Verschuldung. Auf den ersten Blick spricht nicht für Staatsanleihen, auf den zweiten auch nicht besonders viel. Im Bild das Bundeskanzleramt. Quelle: Bundesregierung; Fotograf: Kühler, Bernd

Staatsanleihen kaufen? Ein Überblick:

  • Staatsanleihen gelten oft als sicher
  • Sichere Staaten mit negativen Zinsen
  • Auch bei Staaten Ausfälle möglich
  • Kein Insolvenzrecht bei Staaten

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Wie sicher sind Staatsanleihen?

sicherheitStaatsanleihen gelten allgemein als besonders sicher. Schließlich können Staaten bei Krisen einfach die Steuern erhöhen, während ein Unternehmen nicht unbedingt Preiserhöhungen durchsetzen kann. Außerdem ist ein Staat viel breiter aufgestellt als ein Unternehmen. Kommt eine Branche in die Krise, kann eine andere dennoch expandieren. Trotzdem gibt und gab es immer wieder auch Staatspleiten.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts zahlten die Niederlande, Spanien und Frankreich ihre Schulden beim Augsburger Zweig der Kaufmannsfamilie Welser nicht mehr zurück, am 1. Juli 1607 war das traditionsreiche Handelshaus damit bankrott, nachdem vier Jahre zuvor schon der Nürnberger Zweig seine Handelsgesellschaft aufgelöst hatte.

Staatsanleihen Bild

Hier befand sich ab 1540 die Nürnberger Börse, neben der im gleichen Jahr gegründeten Augsburger Börse die erste in Deutschland. Ob hier auch spanische Wechsel gehandelt wurden, ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass die Zahlungseinstellung das Bankhaus der Welser ruinierte. Foto: Kurt Fuchs @ IHK Nürnberg

Das Beispiel wird bis heute immer wieder für die Gefahr von Staatspleiten herangeführt, ist aber keineswegs das erste Ereignis dieser Art. Denn Staaten haben gegenüber Privatschuldnern auch den Nachteil, dass sich Schulden nur schwer einklagen lassen. Ein Insolvenzrecht für Nationen existiert bis heute nicht, ganz zu schweigen von der Problematik einer Zwangsvollstreckung.

Viele Staaten sind seit Jahrzehnten völlig überschuldet und oft auf Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Zuletzt macht die Zahlungseinstellung durch Argentinien von sich reden. Zu allem Überfluss für die Schuldner, die einen Großteil ihrer Investition abschreiben musste, schlug sich jetzt ein US-Gericht auch noch auf die Seite von Hedgefonds, die Anleihen billig aufkauften, die sich nicht am Schuldenschnitt beteiligten und deshalb nicht mehr bedient werden. Nach Ansicht der Richter dürfen auch die an der Umschuldung beteiligten Anleger kein Geld bekommen, bevor nicht auch die Ansprüche der Hedgefonds abgegolten sind.

Staatsanleihen gelten als sicherer als Unternehmensanleihen, doch das gilt keineswegs für alle Länder.

Niedrige Zinsen in sicheren Ländern

GebuehrenLänder wie Deutschland und die Schweiz gelten dagegen als vergleichsweise sicher. Grund dafür ist vor allem ein gutes Rating, das wiederum durch eine vergleichsweise niedrige Verschuldungsquote und eine relativ starke Wirtschaft begründet ist.

Eine gute Geldanlage sind Deutschland, Österreich, die Schweiz oder Finnland aber trotzdem nicht, denn selbst Anleihen mit einer Laufzeit sechs Jahren haben dort eine negative Rendite. Das bedeutet, dass Anleger mit der Investition Geld verlieren – und zwar selbst wenn es in dieser Zeit keine Inflation geben sollte. Der Wertverlust durch die Teuerung muss noch dazu gerechnet werden.

Infografik: Zinssatz von Staatsanleihen | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Selbst das Halten von Bargeld wäre eine bessere Alternative, für große Investoren kommt das aufgrund der Kosten für die Bewachung und des Diebstahlrisikos aber nicht in Frage. Deshalb müssen Banken, Versicherungen und Pensionsfonds die negativen Zinsen akzeptieren, zumal sie oft nicht in riskantere Papiere investieren dürfen.

Auch für Privatanleger sind die Zeiten vorbei, als ein Schuldenkonto bei der Bundesschuldenverwaltung beziehungsweise später der Deutschen Finanzagentur eine gute Alternative zum Festgeld war, zumal Privatkunden ohnehin nicht mehr zur Zielgruppe des Bundes gehören. Seit 2013 gibt es keine Bundesschatzbriefe mehr, das Privatkundengeschäft der Finanzagentur wurde eingestellt.

Staatsanleihen sicherer Staaten wie Deutschlands, Österreichs oder Finnlands sind für Privatanleger aktuell nicht attraktiv.

Alternativen zu Staatsanleihen

RegulierungWer eine vergleichsweise sichere Geldanlage sucht hat aktuell vor allem zwei Alternativen zu Staatsanleihen. Die eine sind Rentenfonds, die verschiedene Unternehmensanleihen bündeln. Dadurch wird das Ausfallrisiko reduziert. Auch Anleihen vergleichsweise sicherer Gesellschaften bieten höhere Zinsen, allerdings sind diese meist etwas unsicherer als beispielsweise deutsche Staatsanleihen und ebenfalls nicht hoch verzinst.

In Sachen Sicherheit können am ehesten Pfandbriefe den Staatsanleihen das Wasser reichen. Pfandbriefe werden von Banken ausgegeben und sind zusätzlich durch ein Pfand gesichert. Das bedeutet, dass für einen Verlust des Anlegers zunächst die Pfandbriefbank insolvent werden muss. Dann sind die Kundengelder durch zugeordnete Darlehen abgesichert, die wiederum mit Sicherheiten wie beispielsweise Immobilien hinterlegt sind. Dabei dürfen nur 60 Prozent des Wertes beliehen werden, der Kunde würde also nur Geld verlieren, wenn der Wert der Sicherheiten um mehr als 40 Prozent gefallen wäre. Sicherheiten dürfen Immobilien, Schulden der öffentlichen Hand, Schiffe oder Flugzeuge sein. Außerdem werden Pfandbriefgläubiger vor allen anderen Gläubigern aus der Insolvenzmasse der Bank bedient. Seit mehr als 100 Jahren hat es keinen Ausfall eines nach deutschem Recht ausgegebenen Pfandbriefs mehr gegeben, allerdings sind die Zinsen allgemein niedriger als bei Unternehmensanleihen.

Eine weitere Alternative sind Kommunalobligationen und Anleihen von Städten. Sie sind keine Staatsanleihen im engeren Sinne, aber ähnlich sicher, zumindest wenn es sich um Papiere aus Deutschland handelt. Dort würde im Falle einer Pleite eines Landkreises oder einer Stadt nämlich das Land einspringen.

Pfandbriefe sind ähnlich sicher wie Staatsanleihen, allerdings oft noch etwas höher verzinst.

Fazit

Staatsanleihen sind für Privatanleger kaum noch interessant. In Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Zinsen auf mehrere Jahre hinaus negativ. Anlagen in anderern Staaten sind ebenfalls niedrig verzinst oder riskant, wie zum Beispiel die Griechendlands. Bei Investitionen in Staatsanleihen von Ländern außerhalb der Eurozone gibt es außerdem ein Wechselkursrisiko. Aber natürlich kann es im Einzelfall trotzdem noch die ein oder andere attraktive Staatsanleihe geben.

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