Renault trennt sich von Daimler

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 01.06.2021


Renault trennt sich von Daimler und verkauft seine Anteile an dem Autobauer. Vor über zehn Jahren begannen die beiden Autobauer ihre Zusammenarbeit. Dieser Schritt von Renault kam überraschend. Das Unternehmen verkaufte alle seine Daimler-Aktien im Wert von über 1,1 Milliarden Euro. Auto-Aktien sind, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch im Angebot von XTB zu finden.

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Beteiligung von 1,5 Prozent an Daimler

Renault hielt zuletzt eine Beteiligung von rund 1,5 Prozent an Daimler. Das Unternehmen erwarb seine Anteile an Daimler vor über einem Jahrzehnt über eine gemeinsame Zusammenarbeit mit Nissan, was damals durch die ehemaligen Chefs beider Unternehmen, Dieter Zetsche und Carlos Ghosn, angestoßen wurde. Daimler ist weiter an Renault und Nissan beteiligt.

Zetsche gab 2019 seine Position als Vorstandschef bei Daimler an Ola Källenius ab und ist mittlerweile Aufsichtsratsvorsitzer bei der TUI AG. Ghosn war bis Anfang 2019 CEO von Renault-Nissan-Mitsubishi und Vorsitzender des Verwaltungsrats von Renault. Er geriet Ende 2018 in die Schlagzeilen, als er in Japan unter anderem wegen der Veruntreuung von Firmengeldern festgenommen wurde und es in diesem Zusammenhang auch bei Nissan Durchsuchungen gab. Ghosn bestreitet die Vorwürfe und entzog sich dem Zugriff durch die japanischen Behörden durch eine Flucht in den Libanon. Übrigens steigt nun auch Nissan bei Daimler aus.

Renault trennt sich von Daimler

Pläne zur Kooperation längst Geschichte

Aktiendepot.com Icon UmzugDaimler und Renault hatten vor einigen Jahren viele Pläne zur Zusammenarbeit, beispielsweise bei der Produktion von Kleinwagen. Vieles davon ist heute Geschichte. Beispielsweise will Daimler seine Elektroautos von Smart zusammen mit dem chinesischen Autobauer Geely herstellen. Li Shufu, der Gründer und Vorstandschef von Geely, ist heute zudem mit einem Anteil von zehn Prozent der größte Einzelaktionär bei Daimler.

Nach dem Verkauf geriet die Daimler-Aktie am Freitag unter Druck und rutschte teilweise ans Ende des DAX. Der französische Autobauer kann das Geld wohl gut gebrauchen, denn das Unternehmen litt im letzten Jahr stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Der Autoabsatz ging auf weniger als drei Millionen Fahrzeuge zurück. Dies war im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um mehr als ein Fünftel. International ist Renault als mittelgroßes Unternehmen der Autobranche einzustufen. In der Branche herrscht ohnehin ein starker Wettbewerb und die Kosten sind hoch. Während der Krise stiegen die langfristigen Schulden bei Renault auf fast vier Milliarden Euro. Daimler will dennoch weiter an der Kooperation mit Renault festhalten. Beide Unternehmen arbeiten zum Beispiel bei Vans und Transportern zusammen. Der Aktien-Verkauf sei alleine eine Angelegenheit von Renault hieß es bei Daimler.

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Abspaltung von Lkw-Sparte bei Daimler

Dies ist nicht die einzige Veränderung bei Daimler. Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass sich die Lkw-Sparte abspaltet und eigenständig an die Börse gehen will. Das Vorgehen erinnert an Siemens. Dort spaltete sich im letzten Jahr die Kraftwerkssparte Siemens Energy ab und ging erfolgreich an die Börse. Die Aktie wird in wenigen Tagen im DAX gehandelt.

Noch in diesem Jahr will sich nun die Nutzfahrzeugtochter von Daimler abspalten und ihrerseits an die Börse gehen. Die Daimler Truck AG ist schon seit rund einem Jahr rechtlich selbstständig. Der größte Teil der Aktien soll an die Aktionäre von Daimler verteilt werden. Damit besteht Daimler bald aus zwei getrennten Unternehmensteilen, Trucks & Buses und Pkw & Vans. Die Sparte für Finanz- und Mobilitätsdienste soll auf beide Unternehmen verteilt werden.

Analysten hatten die Aufspaltung schon lange gefordert, ebenso wie einen Börsengang des neuen Unternehmens. Die Lkw-Sparte von Daimler ist bei Schwerlastern Weltmarktführer. Bisher gingen Experten jedoch davon aus, dass lediglich ein Minderheitsanteil an die Börse gebracht wird. Nach der Abspaltung sollen beide Teilbereiche unabhängig voneinander tätig werden und Daimler so wettbewerbsfähiger aufstellen.

Renault verkauft Daimler Anteile

Möglicherweise baldige DAX-Aufnahme

Das Vorgehen muss auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bestätigt werden, die wohl im Sommer stattfinden wird. Da der DAX ab September 40 Werte umfassen soll, hat das neue Unternehmen sogar Chancen, gleich in den DAX aufgenommen zu werden. Die Nachricht der Abspaltung wurde an der Börse Anfang März gut aufgenommen, vor allem bei Anleger aus dem angelsächsischen Raum. Die Aktie stieg zwischenzeitlich um fast neun Prozent auf 64,56 Euro. Hintergrund für die positive Reaktion der Anleger ist wohl auch, dass der sogenannte Konglomeratsabschlag in Zukunft entfällt. Dieser Abschlag auf den inneren Wert eines großen Unternehmens ist dann zu beachten, wenn ein Mischkonzern in mehreren Sparten tätig ist.

Insgesamt kam Daimler in den letzten Monaten vergleichsweise gut durch die Krise. Die Geschäfte in China liefen weiter gut. Dazu kam ein straffes Sparprogramm. Dieses wurde schon vor der Pandemie aufgelegt und in der Krise nochmals verschärft. Dazu kommt, dass die Perspektive bei Elektroautos gut ist. Laut vorläufigen Zahlen konnte Daimler 2020 ein Ergebnis vor Steuern von 6,6 Milliarden Euro erreichen. Zuvor ging das Unternehmen von 4,3 Milliarden Euro aus.

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Normalisierung der Geschäfte noch nicht in Sicht

Das vierte Quartal 2020 scheint bei Daimler sehr erfolgreich gewesen zu sein die Sparte Pkws und Vans hat wohl die Zahlen des Vorjahresquartals übertroffen. Ein Pluspunkt waren wohl die höheren Verkaufszahlen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Das zweite Quartal 2020 war auch für Daimler ein Tiefpunkt. In der zweiten Jahreshälfte ging es dann aber wieder nach oben.

Eine Normalisierung der Geschäfte ist zwar noch nicht in Sicht, doch Daimler-Chef Källenius geht von einer guten Entwicklung in diesem Jahr aus. Das erste Quartal wird aber wohl noch unter dem Eindruck der Pandemie und Lieferengpässen stehen. Der Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf ist allerdings noch unter Vorbehalt und unter der Voraussetzung, dass es keine weiteren Lockdown-Beschlüsse gibt.

Ein großes Ziel bei Daimler für 2021 ist jedoch die angestrebte Produktoffensive. Neu auf den Markt kommen sollen auch vier neue Elektro-Modelle. In der ersten Jahreshälfte soll eine vollelektrische Mercedes-Limousine auf den Markt kommen. Das Modell soll auch Tesla Konkurrenz machen.

Renault verkauft Daimler-Aktien

Noch geringe Verkaufszahlen bei E-Autos

Aktiendepot.com Icon ChecklisteDas Elektroauto von Daimler EQS soll eine Reichweite von 700 Kilometern und eine luxuriöse Innenausstattung haben. Im nächsten Jahr sollen dann acht vollelektrische Mercedes-EQ-Modelle am Markt sein. Mercedes-Benz will sich dabei zu einem der Marktführer bei Elektroautos entwickeln. Bis 2025 sollen zehn reine Elektroautos zum Sortiment gehören. Dazu kommen rund 25 Plug-in-Hybride.

Bisher sind die Absatzzahlen bei den Elektromodellen aber noch eher bescheiden. Nur etwa zwei Prozent aller Neuwagen, die Mercedes im letzten Jahr verkauft hat, waren reine Elektrofahrzeuge. Besser entwickelten sich die Verkaufszahlen bei Plug-in-Hybriden. Hier konnten die Verkäufe von Daimler fast vervierfacht werden.

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Renault verkauft Daimler-Aktien

Fazit: Renault verkauft Daimler-Aktien

Aktiendepot.com Icon FazitRenault trennt sich von seinen Anteilen an Daimler im Wert von über einer Milliarde Euro. Die Beteiligung bestand seit über zehn Jahren und war auch mit einer Zusammenarbeit verbunden. Zudem spaltet sich die Lkw-Sparte von Daimler ab und wird wohl noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Denkbar ist auch eine direkte Aufnahme in den DAX, der bald auf 40 Werte erweitert wird.

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