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Ölpreis zwischenzeitlich auf 5-Jahres-Tief

Am 1. Dezember fiel der Ölpreis (Sorte Brent) gegen Mittag mit 69,71 Dollar pro Barrel erneut unter die Marke von 70 Dollar pro Barrel. Vor wenigen Tagen hatte er mit 67,53 Dollar/Barrel ein neues 5-Jahres-Tief markiert. Die Luft ist derzeit raus aus dem Ölpreis – mit dazu beigetragen hat die OPEC-Entscheidung letzte Woche. Das war geschehen:

OPEC steht für: „Organisation erdölexportierender Länder“. 1960 in Bagdad gegründet, seit 1965 mit Sitz in Wien, handelt es sich um ein Kartell wichtiger Ölproduzenten (derzeit 12 Mitglieder). Diese haben sich in der Vergangenheit durch Preisabsprachen in Bezug auf die Ölpreise weltweit bemerkbar gemacht.

Mehr Hintergrundwissen dazu finden Sie im Wikipedia-Eintrag zur OPEC.

Letzten Donnerstag hatte sich die OPEC in Wien getroffen, um über eine mögliche Absenkung der Förderquoten zu beraten. Am Ende kam heraus: Die Förderquote wird nicht geändert – der Ölpreis geriet daraufhin unter Druck.

Ich selbst war dazu vom russischen Fernsehen (TV1 – der Erste Kanal) zur besten Sendezeit um eine Einschätzung gebeten worden. Sofern Sie russisch verstehen – auf der Seite des Senders finden Sie den entsprechenden Beitrag direkt auf der Startseite, mein Statement ab ca. 5:50. Hier der Link:
Beitrag TV1 zum Thema Ölpreise.

Interessant war es, dass der Ölpreis weiter unter Druck geriet, obwohl das Ergebnis der OPEC-Sitzung – keine Änderung der Förderquote – so durchaus von der Mehrheit der Analysten prognostiziert worden war.

Spekuliert wurde darüber, warum es keine Änderung gab. Ich vertrat dazu im Interview diese These:

Es gab innerhalb der OPEC Differenzen über die Entscheidung, ob die Förderquote gesenkt werden soll oder nicht. Einige Mitglieder wie Venezuela waren offensichtlich dafür. Andere wie die Golfstaaten – besonders Saudi Arabien – waren dagegen.

Zur OPEC verwies ich auf diese interessanten Zahlen:

  • Dubai, Katar und auch Kuwait benötigen „nur“ einen Ölpreis von rund 70 Dollar/Barrel, um ihre Staatshaushalte finanzieren zu können.
  • Bei Ländern wie Venezuela sieht das ganz anders aus: Um insbesondere die versprochenen Sozialleistungen erbringen zu können, wäre ein Ölpreis von rund 118 Dollar notwendig.
  • Im Fall von Nigeria soll diese Marke bei 120 Dollar/Barrel liegen.

Insofern wundert es mich überhaupt nicht, dass gerade diese Länder für eine Senkung der Förderquote = wahrscheinliche Erhöhung des Ölpreises plädiert haben!

Die große unbekannte Größe war Saudi Arabien. Aus welchem Grund hat sich dieses Land gegen eine Senkung der Förderquote entschieden? Denn eins ist klar – innerhalb der OPEC sind die Saudis durchaus die bestimmende Größe.

Jüngste OPEC-Sitzung – ich sehe zwei Möglichkeiten:

  1. Saudi Arabien arbeitet diesbezüglich mit den USA zusammen und möchte den Ölpreis senken, um die russische und die iranische Volkswirtschaft zu schädigen. Diese hängen bekanntlich sehr vom Ölpreis ab. Damit würden sich die Saudis kurzfristig zwar selber schädigen – aber sie sind wahrscheinlich nicht so stark wie diese beiden Länder von einem Ölpreis über 70 Dollar abhängig.
  2. Saudi Arabien handelt nicht für, sondern gegen die USA: Und zwar stört es die Saudis, dass in den USA derzeit die Förderung von Erdöl mittels „Fracking“ massiv ausgeweitet wird. Das soll aber erst ab einem Ölpreis von ca. 80 Dollar/Barrel profitabel sein. Mögliches Szenario also: Die Saudis möchten den Ölpreis eine Zeitlang unter dieser Barriere halten, um die US-Erdölindustrie diesbezüglich „abzuwürgen“ und so eine neue unliebsame Konkurrenz zu verhindern.

Welche der beiden Möglichkeiten auch zutrifft – besonders bullish sind beide nicht für den Ölpreis. Im Gegenteil.

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, mit diesem Basiswert zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

 

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