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Nachschusspflicht: Nachwirkungen der CHF-Freigabe!

Aktie des Monats - RWE

Beim CFD-Trading müssen Trader bekanntlich nur einen geringen Teil des Wertes des Basiswertes als Margin hinterlegen.

So kann ein Trader mit einem tatsächlichen Einsatz von einigen Tausend Euro bereits Volumina im sechsstelligen Bereich handeln.

Das ermöglicht die hohe Hebelwirkung, welche beim CFD-Trading möglich ist.

Wenngleich das CFD Trading mit einem hohen Risiko verbunden ist, lassen sich mitunter hohe Gewinne erzielen. Hierfür müssen Trader die Kurse jedoch kontinuierlich im Blick haben und können z. B. ein Echtzeit-Finanzdiagramm nutzen.

Wenn es gegen einen Trader läuft, dann kann seine eingezahlte Sicherheitsleistung – die Margin – natürlich schnell aufgebraucht sein. Dann muss die Position geschlossen oder die Sicherheitsleistung erhöht werden.

So weit, so bekannt. Die beim CFD-Trading bestehende Nachschusspflicht war für viele Trader wohl eher eine theoretische Größe. Was soll es, wenn es gegen mich läuft, wird die Position eben geschlossen, so haben wohl die meisten gedacht. Das Risiko einer Pflicht zur Nachschusszahlung hatten – da bin ich mir sicher – einige Trader nicht auf dem Schirm.

CFD steht für Differenzkontrakthandel.Es handelt sich um derivate Finanzinstrumente. Bei diesen können Trader entweder long oder short gehen – und als Sicherheitsleistung (Margin) muss ein Trader nur einen geringen Teil des tatsächlichen Wertes des Basiswertes hinterlegen. So ergibt sich ein hoher Hebel, der natürlich in beide Richtungen wirkt.

Und dann kam der 15. Januar 2015. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) = die Notenbank der Schweiz gab völlig überraschend bekannt, dass sie den bis dahin gesetzten Mindestkurs des Schweizer Franken (CHF) zum Euro von 1,20 aufgab.


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EUR/CHF: Stoppkurse wurden oft weit entfernt ausgeführt!

Die Folge war, dass der CHF sehr schnell unter die Marke von 1,20 fiel. Viele Trader, die beim Währungspaar EUR/CHF engagiert waren, hatten offensichtlich knapp unter der Marke von 1,20 ihre Stopps platziert. Wahrscheinlich in der eigentlich sinnvollen Annahme, dass bei genauso einem Schritt der SNB – Freigabe des Franken – ihre Position schnell geschlossen wird.

Doch die Spreads schossen umgehend nach oben, die Situation war absolut hektisch und viele Broker hatten Probleme bei der Kursstellung EUR/CHF. Das führte dazu, dass viele Trader, die eigentlich einen Stopp knapp unter 1,20 gesetzt hatten, eine böse Überraschung erlebten. Teilweise gab es eine Zeitlang überhaupt keine Kursstellungen. Ausgeführt wurde teilweise deutlich unter dem eigentlichen Stoppkurs, es gab Ausführungskurse unter 1,00.

Und was, wenn im CFD-Handel die Sicherheitsleistung durch den Kurssprung vollständig aufgebraucht war? Dann griff eben die Nachschusspflicht! Broker, die eine Nachschusspflicht ausgeschlossen hatten, mussten die Verluste dann selber tragen.

Ein Broker – Alpari UK – wurde zahlungsunfähig und wird derzeit abgewickelt. Ich hatte darüber berichtet:

Broker Alpari wegen CHF-Freigabe insolvent!

Durch die Ausführungen teilweise 20% unter Stoppkurs sind offensichtlich viele Kundenkonten ins Minus gerutscht. Das Wort „Nachschusspflicht“ ist so für die betreffenden CFD-Trader erschreckend aktuell geworden.

Einen besonders krassen Fall fand ich in einem Beitrag der „Wirtschaftswoche“. Dort wird von einem 30jährigen Trader berichtet, der bei der IG Group rund 3.800 Euro darauf gesetzt hatte, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken steigt.

Quelle: „Der Rechtstipp der Woche: Verluste mit Schweizer Franken“, Wirtschaftswoche

Genau das Gegenteil war am 15. Januar der Fall – und das eigentlich vom Trader eingegangene Risiko von 1.200 Euro (wegen Stoppkurs!) reichte vorne und hinten nicht. Eben weil der Stoppkurs nicht da, wo er gesetzt worden war, griff – sondern die Ausführung deutlich schlechter (aus Sicht des Traders) erfolgte.

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Muss dieser Mann auf 3.800 Euro Einsatz nun 280.000 Euro nachzahlen?

Ausgeführt wurde laut dem Artikel nämlich zu 0,925! Die Konsequenz: Nachschusspflicht – über rund 280.000 Euro!

Sie sehen, was beim CFD-Handel an solchen extremen Tagen passieren kann. Natürlich, das war sozusagen ein „schwarzer Schwan“, doch für den zitierten Trader könnte die Zahlungsverpflichtung von 280.000 Euro nun sehr real werden.

Bitte seien Sie sich beim Traden mit Derivaten dieser Risiken unbedingt bewusst! Das Wort „Nachschusspflicht“ mag in guten Zeiten niemanden kümmern – an Tagen wie dem 15. Januar hingegen kann das gewaltige Probleme für betroffene Trader bedeuten. Denn dann ist nicht nur der Einsatz weg, sondern es können auch die übrigen Finanzen des Traders betroffen sein. Nachschusspflicht – dieses Wort sollte jeder CFD-Trader kennen.

Fazit: Vorsicht beim CFD-Handel

Der Handel mit Finanzderivaten und insbesondere mit solchen, die über einen Hebel verfügen, ist zunächst einmal lukrativ. Binnen weniger Minuten oder Stunden können Trader ihren Kapitaleinsatz vervielfachen. Das Beispiel Schweizer Franken zeigt aber eindrucksvoll, was beim Trading alles schief gehen kann. Binnen Sekunden verloren Trader tausende, teils sogar weit über 100.000 Euro. Der CFD-Handel sollte daher nur mit äußerster Vorsicht erfolgen. Vorsicht meint in diesem Zusammenhang vor allem, dass Sie als Trader auf ein ausgereiftes Risikomanagement achten. Zudem sollten Sie sich informieren, ob Ihr Broker eine Nachschusspflicht erhebt oder darauf verzichtet

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Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.Aktie des Monats - RWE

 

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