Auswirkungen von GitHub-Übernahme durch Microsoft auf die Kryptoszene

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 08.06.2020


Wie zu Wochenbeginn bekannt wurde übernimmt Microsoft für 7,5 Milliarden Dollar die Open-Source-Plattform GitHub. Diese Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die Kryptoszene haben, da viele Entwickler der Branche auf GitHub sehr aktiv sind. Microsoft will den Kaufpreis bis Jahresende in Aktien zahlen.

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Quellcodes veröffentlichen

GitHub ermöglicht es IT-Entwicklern Quellcodes ihrer Projekte zu veröffentlichen. Andere Entwickler könnten hierzu dann Feedback geben. Viele Blockchain-Protokolle, darunter auch die Bitcoin-Blockchain, werden ebenfalls auf GitHub verwaltet. Die Webseite ist bei Programmierern sehr beliebt. Sie tauschen sich dort über ihre Entwicklungen aus und arbeiten an gemeinsamen Projekten. Entwickler veröffentlichen ihrer Codes auf der Webseite, damit diese für alle Nutzer sichtbar sind. So können Codes weiter verbessert werden. Entwickler geben anderen Nutzern Feedback und kommentieren die Codes. Diese Funktionen sind auch für Blockchain-Projekte hilfreich. Aus diesem Grund sind viele Entwickler aus der Szene bei GitHub aktiv.

Folgen der Übernahme für die Kryptoszene bislang unklar

Die Übernahme ist durchaus eine Überraschung, denn Microsoft arbeitete bisher vor allem mit selbst entwickelter Software. Allerdings waren in letzter Zeit auch immer mehr Entwickler von Microsoft auf GitHub aktiv. Welche Auswirkungen die Übernamen von GitHub durch Microsoft letztlich auf die Kryptoszene haben wird, ist bislang noch unklar. Klar ist jedoch, dass in den letzten Jahren viele Blockchain-Codes auf der Plattform online gestellt wurden. Unter anderem veröffentlichte Charlie Lee, der Gründer von Litecoin, 2011 seinen Open-Source-Client für die Kryptowährung auf GitHub. Litecoin arbeitete mit einer ähnlichen Blockchain wie Bitcoin und ist nach Bitcoin die zweitälteste Kryptowährung.

Da viele Kryptowährungen auf einem Open-Source-Cliente basieren, ist GitHub für dezentrale Distributed-Ledger-Technologien durchaus sinnvoll. Alle Nutzer können die Codes einsehen. Dies entspricht durchaus den Grundgedanken von Kryptowährungen. Wenn es nun Veränderungen bei GitHub gibt, könnte sich dies auch bald Spuren bei Projekten rund um die Blockchain und Kryptowährungen hinterlassen.

Veränderungen durch Microsoft noch nicht bekannt

Ob Microsoft allerdings Veränderungen auf GitHub vornehmen will, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise bleibt zunächst alles beim Alten. Microsoft hat die Plattform schließlich aufgrund ihres Erfolgsmodells übernommen. Der IT-Konzern könnte daher versuchen, das Produkt in seiner jetzigen Form aufrechtzuerhalten und darüber hinaus die Erfahrung von GitHub im Bereich von Open-Source-Anwendungen für sich nutzen. Sein eigenes  Open-Source-Projekt CodePlex musste Microsoft im vergangenen Jahr einstellen.

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Massive Kritik aus der Kryptoszene

In der nächsten Zeit wird es also wohl nicht zu großen Veränderungen bei GitHub kommen. Dennoch war nach dem Bekanntwerden der Übernahme die Kritik in der Kryptoszene groß. Einige GitHub-Nutzer beklagten, dass sie nicht vorab gefragt worden sind, bilden doch ihre Codes den Kern der Webseite. Die Nutzer befürchten zudem, dass die Unabhängigkeit der Plattform bedroht ist. Daher wurde bereits eine Petition gestartet, um die Unabhängigkeit von GitHub zu erhalten. Microsoft könnte die Macht über die Plattform in seine Hände legen und die Webseite weiter zentralisieren. Schon jetzt ist GitHub streng genommen eine zentralisierte Plattform. Viele Entwickler haben zudem bereits vor Jahren das Vertrauen in Microsoft verloren.

Entwickler könnten Alternativen suchen

Möglicherweise werden sich einige Entwickler aus der Kryptoszene von GitHub abwenden. Die Reaktionen auf die Übernahme waren teilweise sehr kritisch. So schrieb beispielsweise Alex an de Sande von der Ethereum-Foundation auf Twitter, dass eine zentralisierte Plattform nicht mit vollkommen dezentralisierten Webseiten wie Git Respository gleichzusetzen seien. GitHub sei nur aufgrund der Bequemlichkeit der Nutzer die Nummer 1 bei Open-Source-Projekten geworden. Eine dezentralere Plattform würde mehr Aufwand bedeuten. An de Sande schrieb weiter, dass die Übernahme von GitHub nun eine Lehre sein sollte.

In eine ähnliche Richtung geht auch die Kritik der Free Software Foundation. Auch diese Organisation befürchtet eine Zentralisierung bei der Softwareentwicklung. Entwickler sollten mehr über Abhängigkeiten nachdenken und überlegen, wie viel Kontrolle sie selbst bei der Softwareentwicklung haben möchten.

Entwickler könnten GitHub den Rücken kehren

Erste Entwickler denken bereits darüber nach, GitHub den Rücken zu kehren. Beispielsweise veröffentlichte Bitcoin in den letzten Jahren fast alle seine Codes und Protokolle auf der Plattform. Entscheiden sich nun alle Entwickler zu einer anderen Plattform zu wechseln, könnte dies ein herber Rückgang für GitHub und damit auch für Microsoft sein.

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Profitieren könnte die Konkurrenz von GitLab. Auch für Entwickler aus der Kryptoszene könnte diese Plattform eine Alternative sein. Schon kurz nach Bekanntwerden der Übernahme tauchte der  Hashtag #movingtogitlab auf, der Nutzer zu einem Wechsel animieren soll. Die Webseite reagierte rasch und bot neuen Nutzern einen Rabatt von 75 Prozent auf Gold- und Ultimate-Mitgliedschaften ab. Allerdings konnte die Website von GitLab dem Ansturm nicht stand halten und musste Probleme mit der Skalierung vermelden. Daher ist bislang unklar, ob die Webseite stabil genug ist, um eine dauerhafte Alternative zu GitHub zu werden.

Mehrere Übernahmen in den letzten Jahren

Microsoft übernimmt nicht zum ersten Mal ein anderes Unternehmen. Auch LinkedIn und Skype wurden vor einigen Jahren von Microsoft aufgekauft. Bei LinkedIn verlief die Übernahme unproblematisch. Das Unternehmen agiert noch immer weitestgehend unabhängig. Nach der Übernahme von Skype und dem folgenden Re-Design wurden jedoch Beschwerden hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit laut.

Für Microsoft könnte die Übernahme von GitHub langfristig auch einen Einstieg in die Kryptoszene darstellen. Bislang ist jedoch unklar, wie die Einstellung des Unternehmens gegenüber Kryptowährungen und der Blockchain sind. Derzeit überwiegt insbesondere aus der Kryptoszene die Kritik an der Übernahme. Neben der weiteren Kommerzialisierung der Plattform befürchtet man vor allem eine zu große, einseitige Einflussnahme durch den IT-Konzern.

Misstrauen gegenüber Microsoft

Unter Entwicklern ist Microsoft schon seit einiger Zeit nicht sonderlich beliebt. Ein Grund hierfür sind die negativen Aussagen des ehemaligen CEOs, Steve Ballmer, gegenüber Linux. Eine weitere Sorge ist, dass Microsoft sein Telemetrie-Programm zum Sammeln und Analysieren von Daten auch bei GitHub anwenden könnte.

Microsoft könnte nun weiter auf Cloud-Angebote setzen und das Unternehmen in Richtung Open Source, möglicherweise auch der Blockchain, öffnen. Die Übernahme von GitHub bedeutet für Microsoft einen Schritt in eine ganz neue Richtung. Das Unternehmen will unabhängiger vom eigenen Betriebssystem Windows werden und auch in der Linux-Welt Fuß fassen. Dies könnte mit dem Erwerb der Plattform, auf der über 1,8 Millionen Nutzer, darunter auch große Unternehmen wie Google und IBM, aktiv sind, gelingen. Zuletzt wurde der Wert von GitHub auf zwei Milliarden Dollar, also nur etwa einem Viertel des Kaufpreises, beziffert. Damit stieg der Wert des Unternehmens durch die Übernahme deutlich an.

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Neuer CEO für GitHub

Nat Friedman, der aktuelle Vizechef von Microsoft, soll neuer CEO von GitHub werden. Das Unternehmen wurde 2008 als Logical Awesome LLC gegründet. Hinter GitHub stehen die Entwickler Chris Wanstrath, PJ Hyett und Tom Preston-Werner. Die Plattform wurde im Februar 2008 veröffentlicht. Schon ein Jahr zuvor gründete man das Unternehmen GitHub, Inc., dass seinen Sitz in San Francisco hat. In der Vergangenheit war Microsoft bereits sehr aktiv auf GitHub. Das Unternehmen betonte entgegen aller Befürchtungen, dass die Webseite weiter unabhängig bleiben soll, um Entwicklern aller Branchen eine Plattform zu bieten.

Image von Microsoft verb

Um das Image von Microsoft ist es nicht unbedingt zum Besten gestellt. Die Übernahme von GitHub kann daher auch als Versuch angesehen werden, das angeschlagene Image zu verbessern. Microsoft galt viele Jahre als sehr zurückhaltend, wenn es um Quellcode ging. Informationen hierzu drangen nicht nach außen. Auch dies machte Microsoft Jahrzehnte lang zum führenden IT-Unternehmen der Welt.

Noch im Jahr 2007 war Microsoft weltweit das wertvollste IT-Unternehmen. Doch dann unterschätzte das Unternehmen die Herausforderungen der Digitalisierung und das Aufkommen von Smartphones. Steve Ballmer war damals gar der Ansicht, dass das iPhone keine großen Marktanteile erzielten und nur zwei bis drei Prozent des Marktes einnehmen werde. Microsoft konnte sich zum damaligen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass Unternehmen wie Apple Microsoft bald den Rang ablaufen würden.

Anschluss an Apple & Co. wieder herstellen

In den folgenden Jahren scheiterten einige Pläne, mit denen Microsoft wieder den Anschluss herstellen wollte. So musste man beispielsweise die Produktion eines eigenen Smartphones wieder einstellen. Als 2014  Satya Nadella neuer CEO wurde, veränderte Microsoft seine Strategie und öffnete sich für Kooperationen. Besonders Cloud-Anwendungen wurden für Microsoft interessant. Dieser Strategiewechsel zahlte sich aus und man konnte im Mai  den Goolge-Mutterkonzern Alphabet hinsichtlich des Börsenwerts überholen, auch wenn Apple noch immer unangefochten an der Spitze steht.

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Nun scheint wohl Open Source das zweite große Thema für Microsoft neben der Cloud zu werden. Allerdings muss Microsoft zunächst die Entwickler, die auf GitHub aktiv sind, überzeugen. Womöglich öffnet sich Microsoft langfristig auch für die Blockchain und anderen Anwendungen aus der Kryptoszene. Die Übernahme von GitHub konnte auch hierzu ein erster Schritt sein.

Fazit: GitHub-Übernahme durch Microsoft in der Kryptoszene negativ aufgenommen

Möglicherweise bringt die Übernahme der Open-Source-Plattform GitHub durch Microsoft auch für die Kryptoszene einige Veränderungen mit sich. Die Plattform ist unter Entwicklern, die mit Kryptowährungen und der Blockchain arbeiten, sehr beliebt. Sie können sich hier austauschen, Feedback von Kolleginnen und Kollegen bekommen und gemeinsam an Projekten arbeiten. Viele Protokolle von Blockchain-Projekten, darunter auch Bitcoin, werden hier verwaltet.

Nun übernimmt Microsoft für 7,5 Milliarden Dollar die Plattform, was nicht überall für Begeisterung sorgte. Aus der Kryptoszene kam deutliche Kritik. Unter anderem wird bemängelt, dass die Nutzer nicht in die Entscheidung einbezogen wurden. Vor allem jedoch sorgt man sich um die Unabhängigkeit der Plattform. Man befürchtet, dass Microsoft GitHub weiter zentralisieren wird sowie großen Einfluss auf die Plattform ausüben wird.

Einige Entwickler könnten nun zur Konkurrenz, beispielsweise zu GitLab wechseln. Für Microsoft, dass unter Entwicklern einen eher schlechten Ruf besitzt, könnte die Übernahme von GitHub zudem bedeuten, dass das Unternehmen bei Kryptowährungen und Blockchain einen Fuß in der Tür hat. Allerdings ist bislang nicht bekannt, welche Haltung das Unternehmen hinsichtlich Kryptowährungen und Blockchain vertritt.

Die Übernahme von GitHub stellt für Microsoft eine Neuausrichtung seiner Geschäftspolitik dar. So könnte man sich langfristig unabhängiger von Windows machen und auch an der Linux-Welt teilhaben. Schon seit einigen Jahren legt Microsoft einen Schwerpunkt auf Cloud-Anwendungen.