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Metro – Belastungen durch Russland-Geschäft

 

„Negative Währungseffekte durch russischen Rubel“, Minus im zweistelligen Millionenbereich durch „Zusammenhang mit Fremdwährungsfinanzierungen in Osteuropa.“ – das sind Formulierungen, die mir im jüngsten Quartalsbericht (bzw. Halbjahreszahlen) der Metro AG aufgefallen sind. Ist es in erster Linie das Russland-Geschäft, das dem Handelsriesen Metro Sorgen bereiten sollte? Hier der Blick auf die Details:

Metro: Die Halbjahreszahlen im Überblick

Zunächst ein Hinweis: Bei Metro weicht das Geschäftsjahr vom Kalenderjahr ab. Die jüngsten Quartalszahlen sind deshalb die zum zweiten Quartal des Metro-Geschäftsjahres 2015/2016. Die 9-Monats-Zahlen stehen planmäßig für den 2. August 2016 zur Veröffentlichung an. Hier also der Blick auf die jüngsten Zahlen = Halbjahreszahlen:

  • Die Umsätze sind um 1,1% auf 30,7% gesunken. Hier sollte ich exakt formulieren: es geht dabei um die sogenannten „berichteten Umsätze“
  • Denn im Gegensatz dazu ist der flächenbereinigte Umsatz um 0,3% gestiegen. Flächenbereinigt heißt: Die Umsatzentwicklung bei konstanter Verkaufsfläche.
  • Und noch einen Umsatzwert gibt es für die Metro – die Umsatzentwicklung „in lokaler Währung“. Da gab es einen Anstieg um 0,4%.
  • Das Ebit (Ebit = Ergebnis vor Zinsen und Steuern) vor Sonderfaktoren lag bei 838 Mio. Euro. Zum Vergleich: Der Wert des ersten Halbjahres des Geschäftsjahrs 2014/2015 lag bei 867 Mio. Euro.

Was waren diese „Sonderfaktoren“? Ein großer Brocken: Der Verkauf von METRO Cash & Carry Vietnam. Dafür fiel ein „positiver Sonderfaktor“ von 368 Mio. Euro an. Feine Sache. Im ersten Halbjahr 2014/2015 hatte es bei der Metro AG „Sonderfaktoren“ in deutlich negativer Höhe (-555 Mio. Euro) gegeben. Wenn diese Sonderfaktoren nicht herausgerechnet werden, dann lag das Ebit der Metro AG im ersten Halbjahr bei 1.206 Mio. Euro nach 312 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2014/2015.

Quelle: Metro AG Halbjahresfinanzbericht H1/Q2 2015/16, online abrufbar unter diesem Link

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Währungsverluste in Höhe von 47 Mio. Euro.

Es fielen mir Formulierungen auf, dass die Währungsverluste bei 47 Mio. Euro lagen. Und dabei wurden Formulierungen wie die oben genannten verwendet: „Negative Währungseffekte durch russischen Rubel“ (also wahrscheinlich ein Großteil der genannten 47 Mio. Euro Minus?), Minus im zweistelligen Millionenbereich durch „Zusammenhang mit Fremdwährungsfinanzierungen in Osteuropa.“ Das wundert mich überhaupt nicht – wenn mich etwas wundert, dann das, dass sich die Metro AG nicht stärker gegen einen fallenden Rubel abgesichert hat. Oder hat sie es, und die genannten Währungsverluste sind die Kosten für entsprechende Hedging-Geschäfte? So oder so – was viele nicht wissen:

Russland ist der wichtigste Auslandsmarkt für METRO

Das ist vielleicht nicht jedem Anleger bekannt: Russland ist der wichtigste Auslandsmarkt für den Metro-Konzern! Und das mit deutlichen Abstand. Die Metro ist mit ihren Großmärkten und mit der Tochter Media Markt auf dem russischen Markt aktiv. Insgesamt hat Metro in Russland ca. 136 Filialen, welche im Bereich 5 Mrd. Euro Umsatz einbringen, bzw. der Umsatz in Euro schwankt natürlich stark (je nachdem, was der Rubel macht, sofern Währungsrisiken nicht vollständig abgesichert sind durch Heding-Geschäfte). Und diese Umsätze in Russland erfolgen natürlich in russischen Rubeln. Der Einkauf erfolgt hingegen in Dollar oder Euro. Laut Metro soll ein Teil der „Non-Food-Einkäufe“ via Hongkong abgewickelt werden. Abrechnung in US-Dollar.

Was noch? Bei der Metro AG dürfte dieses Jahr insbesondere der Umbau der Konzernstruktur im Mittelpunkt stehen. Bekanntlich soll die Sparte Großhandel/Lebensmittelhandel abgespaltet werden vom Elektronikgeschäft (Media-Saturn).

Klarstellung

Und auch hier gilt: Dies ist meine rein subjektive Einschätzung und keine Aufforderung an Sie, diese Aktien zu handeln. Betrachten Sie meine Zeilen als Gedankenanstoß, nicht mehr und nicht weniger. Es geht um Ihr Geld – verantwortlich dafür sind Sie ganz alleine. Wir recherchieren nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

 

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