Mehr Platz im DAX – Erweiterung des Leitindex zum Wochenbeginn wieder im Gespräch

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 06.10.2020


Von neuem meldet sich der Vorstandschef der Deutschen Börse mit einem Vorschlag zur Ausweitung des deutschen Leitindex zu Wort. Schon seit Monaten plädiert Theodor Weimer für einen DAX, der mindestens 40 Werte enthält. Die Debatte um den Index kommt zum 30jährigen Jubiläum der Deutschen Börse, aber auch im Gefolge des Wirecard-Skandals und den dadurch im DAX ausgelösten Wellen.

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Ausbau bei MDAX, SDAX und TecDAX

Warum sollte eine Erweiterung des Index nicht denkbar sein? Seine Ableger haben sich im September vergrößert. So enthält der MDAX für mittelgroße Unternehmen nunmehr 60 Werte, der SDAX sogar 70. Im TecDAX werden nicht nur kleinere Technologiestartups enthalten sein, sondern auch DAX-Titel. Nur an den Leitindex selbst wagt sich offenbar niemand so recht heran. Dabei sprechen sich Finanzexperten schon seit einiger Zeit für einen DAX40 oder sogar DAX50 aus.

Denn im Grunde ist der Deutsche Aktienindex klein, sehr klein für eine Wirtschaft, die als Powerhouse Europas gilt. So enthält der französische CAC40 mehr Werte, und der britische FTSE bringt es auf hundert Unternehmen.

Mehr Platz im DAX

Das leistet ein Index wie der DAX

Warum sind Zusammensetzung und Umfang eines Index so wichtig, und welche Funktion hat er? Zunächst einmal soll ein Index eine bestimmte Gruppe von Unternehmen unter Anwendung von Ein- und Ausschlusskriterien abbilden. Beim DAX war das Anliegen, ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft zu schaffen. Mit der Zusammenfassung der ausgewählten Werte in einem Index kann sowohl die Entwicklung der einzelnen Aktien als auch der Wirtschaft als ganzes betrachtet werden. Ein Index liefert also handfeste Informationen für Politiker, Unternehmer und Anleger. Je besser der Index einen Aktienmarkt wiedergibt, umso besser eignet er sich auch als „Thermometer“ für aktuelle und künftige Trends in einer Volkswirtschaft. Da sind 30 Werte allerdings ein sehr beschränktes Spektrum.

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Warum gerade dreißig Werte?

Ursprünglich orientierte sich der Leitindex am Dow Jones. Der DAX ist inzwischen mit seinem Vorbild längst gleichgezogen und stellt auf den internationalen Finanzmärkten einen erheblichen Einflussfaktor dar.  Anleger aus aller Welt, die Derivate auf den DAX handeln, wissen, dass sie damit auf die Wertentwicklung von drei Vierteln des Grundkapitals der wichtigsten Vertreter deutscher Industrien spekulieren. Der DAX repräsentiert die deutsche Wirtschaft. Aber tut er das wirklich noch? Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich nicht nur mit der Größe des Index beschäftigen, sondern auch mit den enthaltenen Werten und ihrer Gewichtung.

Mehr Platz im DAX – Erweiterung des Leitindex zum Wochenbeginn wieder im Gespräch

Umgestaltungen in der Wirtschaft sind nicht mehr repräsentiert im DAX

Denn die deutsche Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt und erweitert. In den Anfangsjahren des DAX lag noch immer ein deutlicher Schwerpunkt auf den industriellen Säulen der Wirtschaftswunderjahre. Bis jetzt ist beispielsweise die Autobranche mit vier Konzernen repräsentiert, angesichts der Umschichtungen in der Wirtschaftslandschaft nach Meinung von Wirtschaftsfachleuten überrepräsentiert. Der Einfluss, denn die Großwetterlage in der Autoindustrie auf den DAX hat, ist erheblich, wie sich etwa beim Abgasskandal zeigte, aber auch angesichts der von der Trump-Regierung so gern als Druckmittel eingesetzten Zölle.

Andere Bereiche, die inzwischen in Deutschland zu den bedeutenden Branchen gehören, muss man im DAX mit der Lupe suchen – dazu gehört der Immobiliensektor ebenso wie der Maschinenbau. Ganz zu schweigen von Tech-Unternehmen, denn hier setzten deutsche Firmen beim Börsengang oft auf ein Listing im NASDAQ, da sie sich dort von Analysten besser verstanden sehen.

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Bessere und differenziertere Informationen

Würde man den DAX erweitern auf 40 oder sogar 50 Werte, könnte er ein differenzierteres Bild der deutschen Wirtschaft vermitteln. Segmente, die ohnehin vor Herausforderungen durch neue Technologien und die Energiewende stehen, würden an Gewicht verlieren, es gäbe mehr Platz für innovative Unternehmen, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Unternehmenslandschaft grundlegend verändern dürften. Befürchtungen, dass man sich mit 50 DAX-Werten verzetteln könnte, sind indes unbegründet. Denn der Index ist anhand der Marktkapitalisierung zusammengestellt und die Exklusivität bleibt auch bei 50 Unternehmen noch gewahrt. Die Schlusslichter im DAX hätten vermutlich immer noch eine Marktkapitalisierung zwischen 4 und 5 Milliarden Euro vorzuweisen.

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Vorteile für Börse und Unternehmen

Ein umfangreicherer DAX bedeutet mehr deutsche Blue Chips im Börsenhandel, aber auch mehr entsprechende Derivate. Der dadurch vermutlich ebenfalls zunehmende Handel würde folgerichtig auch für ein Mehr an Informationen sorgen und Analysten ebenso wie Anlegern die Einschätzung der Märkte erleichtern.

Aber auch für die im Leitindex enthaltenen Unternehmen hätte eine Erweiterung Vorteile. Auf der Grundlage eines DAX50 wäre eine Umschichtung alle sechs Monate nicht unbedingt notwendig, die Konzerne wären nicht ständig mit dem Risiko des Abstiegs konfrontiert. Mit 50 Plätzen hätten mehr Konzerne die Möglichkeit, einen repräsentativen Status innerhalb des Index zu erreichen und damit für Investoren attraktiver zu werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich auch einen genaueren Blick auf die Finanzen und das Geschäftsmodell.

Vorteile ergäben sich vor allem für die Tech-Konzerne aus dem MDAX, die in die erste Liga aufsteigen würden. Sie sind ohnehin dabei, manche der Platzhirsche im DAX zu überflügeln. Eine Aufstiegsgelegenheit durch eine Erweiterung des DAX würde den Index also auch zeitgemäßer machen.

Langfristig wäre der DAX mit 40 oder 50 Werten stabiler, für Analysten vergleichbarer und auch für Anleger weniger kostspielig. Denn wer sich regelmäßig bei der Gestaltung des eigenen Portfolios den Aufsteigern und Absteigern anpasst, kann dabei ordentliche Handelskosten und Kursverluste einfahren. Gelassener geht es zu bei Indizes wie dem britischen FTSE, der mit seinen 100 Werten ein sehr breites Bild der Unternehmenslandschaft vermittelt und durch kleinere Wellen bei einzelnen Aktien nicht sofort ins Trudeln gerät.

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Die Bedeutung des DAX für Privatanleger

Die Gestaltung des DAX interessiert auch private Anleger. Denn auf den deutschen Leitindex werden mehr als 200.000 abgeleitete Finanzprodukte angeboten. Fonds und ETFs, aber auch CFDs auf die Entwicklung des DAX gehören zu den beliebtesten Anlageoptionen in Zeiten von Niedrigzinsen. Denn die Anlage in DAX-Aktien ist nicht jedermanns Sache. Wer in Aktien investiert, muss ein gewisses Startkapital für ein diversifiziertes Portfolio mitbringen und macht überdies nur dann Gewinne, wenn sich die Kurse der Anteilsscheine positiv entwickeln.

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CFDs auf den DAX traden

Mit Derivaten, insbesondere mit Differenzkontrakten, lassen sich auch in unsicheren Zeiten noch Renditen erzielen. Denn die flexiblen Finanzprodukte erlauben die Spekulation auf steigende, aber auch auf fallende Kurse, und das sowohl auf die DAX Aktien als auch auf die Entwicklung des Index als ganzes. Da man in den Handel mit den Hebelprodukten bereits mit begrenztem Budget einsteigen kann, entdecken private Anleger zunehmend diese Möglichkeit, von der Wertentwicklung der Märkte zu profitieren. Der Handel findet über einen dafür lizenzierten CFD-Broker statt – er gibt Zugang zu den handelbaren Basiswerten wie dem DAX und weiteren wichtigen Indizes, bietet seinen Tradern Echtzeitkurse an und stellt auch eine Handelssoftware zur Verfügung.

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ETFs: Börsengehandelte Indexfonds auch auf den DAX

Eine weitere Möglichkeit, die Wertsteigerung des Deutschen Aktienindex als privater Sparer zum eigenen Vorteil zu nutzen, bieten börsengehandelte Indexfonds. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds werden die „exchange traded funds“ algorithmisch angepasst. Ihre Performance entwickelt sich mindestens ebenso gut wie die eines Fonds unter der Aufsicht eines menschlichen Experten – für Anleger sind ETFs jedoch wesentlich günstiger. Der Indexfonds bildet einen Basiswert wie den DAX 1:1 ab und enthält, sofern es sich um einen physischen Fonds handelt, Aktien in der gleichen Gewichtung, wie sie der Basis-Index aufweist.

Die Anlage kann in Form einer Einmal-Investition erfolgen, ist jedoch auch in Form eines Sparplans mit regelmäßigen Raten möglich. Damit eignen sich ETFs besonders gut für den langfristigen Vermögensaufbau, der schon mit geringen monatlichen Beträgen über einige Jahre ansehnliche Summen zusammenbringt. Zugleich wird die Investition über die im Index enthaltenen Werte verteilt und ist damit per se bei der Entscheidung für einen ETF bereits diversifiziert. Ein im Umfang vergrößerter DAX wäre in diesem Fall für Anleger ein deutlicher Vorteil.

DAX-Index News

Welcher Anbieter für die eigenen Anlageziele?

Sowohl CFDs als auch ETFs werden immer beliebter. Angesichts des steigenden Interesses der Anleger nimmt auch die Zahl der Broker und Banken, die online um Neukunden werben, weiter zu. Die Auswahl eines geeigneten Finanzdienstleisters fällt daher vor allem für Einsteiger schwer. Zunächst ist natürlich die Frage, ob langfristiger Vermögensaufbau beabsichtigt ist, oder ob das verfügbare Kapital für kurzfristige, renditeorientierte Strategien eingesetzt werden soll. Auf der Grundlage dieser Möglichkeiten fällt die Wahl auf ETFs oder CFDs.

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Einen geeigneten CFD-Broker auswählen mit dem Brokervergleich

Letztere sind unkompliziert konstruiert, bergen aber dennoch einige Risiken. Denn CFDs können gehebelt werden. Trader hinterlegen nur einen Teil des Handelsvolumens beim Broker, der den Rest als Kurzzeit-Darlehen darauflegt. Bei Index-CFDs kann das eingesetzte Eigenkapital um das  Zehnfache erhöht werden und damit auch die erzielten Renditen. Läuft der Markt gegen den Trader, dürfen Broker innerhalb der EU inzwischen keinen Nachschuss mehr fordern, sondern müssen verlustgefährdete Positionen rechtzeitig schließen. Dabei kann der Trader immer noch das eingesetzte Kapital verlieren.

Damit sich der Einstieg erfolgreich gestaltet, ist die Wahl eines seriösen Brokers deshalb besonders wichtig. Die besten CFD-Broker unterstützen ihre Kunden mit Schulungsmaterialien, bieten ein kostenfreies Demokonto für risikolose erste Trades an und überzeugen mit transparenten Kosten und Konditionen.

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Das beste Aktiendepot für die Vermögensbildung

Gleiches gilt bei der Auswahl eines Anbieters für ein Aktiendepot, wenn ETFs gekauft oder bespart werden sollen. Auch hier ist das Angebot der verfügbaren ETFs und die mit ihnen verbundenen Kosten stark abhängig von der gewählten Bank oder dem Aktienbroker. Da Einsteiger sich schwer tun, einen Überblick über das Angebot zu gewinnen, empfiehlt sich die Nutzung eines Brokervergleichs. So gelingt die Auswahl eines geeigneten Aktiendepots oder CFD-Brokers. Die im Vergleich aufgeführten Anbieter werden nach einheitlichen, nachvollziehbaren Kriterien bewertet und von unserer erfahrenen Redaktion unter Einbeziehung der Nutzererfahrungen beurteilt. Dabei findet das Handelsangebot und die Regulierung Eingang in die Bewertung, aber auch die Handelskosten, der Support, mögliche Zusatzleistungen und erhaltene Auszeichnungen. Einzelne Anbieter besprechen wir in detaillierten Reviews. Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, den besten Broker oder die beste Bank für ihre eigenen Ziele finden zu können.

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