Lufthansa bringt neue Anleihe heraus

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.08.2021


Die Lufthansa hat eine neue Anleihe herausgebracht, um sich am Kapitalmarkt mit frischem Geld einzudecken. Mit diesem Geld möchte die Airline einen Teil der Staatshilfen, die sie infolge der Corona-Krise bekommen hat, schneller zurückzahlen. Allerdings ist die Situation für die Lufthansa weiter sehr ungewiss. Aktien vom deutschen Aktienmarkt sind auch Teil des Angebots von XTB.

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Zum dritten Mal am Kapitalmarkt aktiv

Aktiendepot.com Icon VerbrauchertippsDie Lufthansa ist nun zum dritten Mal in kurzer Zeit an den Kapitalmarkt gegangen, um sich frisches Geld zu besorgen. In der letzten Woche platzierte die Airline eine neue Anleihe, mit der das Unternehmen 1,6 Milliarden Euro von Investoren eingenommen hat. Das Papier besteht aus zwei Tranchen mit Laufzeit bis 2025 und 2028. Die Anleihe hat eine Stückelung von 100.000 Euro. Zudem hat die erste Tranche ein Volumen von 750 Millionen Euro und wird mit 2,875 Prozent im Jahr verzinste. Bei der zweiten Tranche beträgt das Volumen 850 Millionen Euro. Diese Tranche wird mit 3,75 Prozent im Jahr verzinst. Gemeinsam mit den Einnahmen und Mittelaufnahmen von 2,1 Milliarden Euro im letzten Jahr kann die Lufthansa nun wohl alle in diesem Jahr anfallenden Finanzverbindlichkeiten refinanzieren. Diese belaufen sich auf etwa 2,6 Milliarden Euro.

Lufthansa bringt neue Anleihe heraus

Kredit vorzeitig zurückzahlen

Letztendlich will die Lufthansa so den Kredit, den sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten hatte, vorzeitig zurückzahlen. Die durch die Anleihe eingenommenen Gelder, die über die Refinanzierung der aktuellen Verbindlichkeiten hinausgehen, sollen in die Tilgung dieses Kredits in Höhe von einer Milliarde Euro gesteckt werden. Dies wurde im Rahmen der Stabilisierungsmaßnahmen vertraglich festgehalten.

Nach der Rückzahlung kann die Lufthansa auch wieder frei über die Flugzeuge verfügen, die sie für die Besicherung des Kredits verpfändet hatte. Um 500 Millionen Euro über Kredite aufzunehmen, belastete die Lufthansa acht Airbus-Jets der Typen A350 und A320. In diese Finanzierungen sind laut der Airline auch Banken, Pensionsfonds und Unternehmensinvestoren aus Europa und Asien involviert.

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Weitere Hilfen denkbar

Aktiendepot.com Icon GebührenLufthansa-Finanzvorstand Remco Steenbergen geht jedoch davon aus, dass die Airline weitere Elemente des Stabilisierungspakets nutzen muss. In welchem Umfang dies nötig sein wird, hängt insbesondere vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab. Derzeit kann nur schwer eingeschätzt werden, wann es in der Luftfahrt wieder zu einer Erholung kommt. Vor allem aufgrund der Virus-Mutationen und der weiter geltenden Reisebeschränkungen ist die weitere Entwicklung nur schwer absehbar.

Aufgrund der Krise musste die Lufthansa im letzten Jahr staatliche Hilfen in Höhe von rund neun Milliarden Euro annehmen, damit eine Insolvenz verhindert werden konnte. Im Frühjahr brach der Reiseverkehr infolge der Pandemie massiv ein. Am Frankfurter Flughafen, dem größten in Deutschland, waren im letzten Jahr so wenig Passagiere unterwegs wie zuletzt im Jahr 1984. Nach dem Rekordjahr 2019 brach dort die Passagierzahl um 73,4 Prozent ein. Nur noch 18,8 Millionen Passagiere waren am Frankfurter Flughafen unterwegs.

Lufthansa Anleihe

Hoher Passagierrückgang im letzten Jahr

Im letzten Jahr sind am Frankfurter Flughafen 58,7 Prozent weniger Starts und Landungen verzeichnet worden. Einziger Lichtblick war das Cargo-Geschäft. So stiegen beispielsweise im Dezember Fracht und Luftpost um fast neun Prozent. Allerdings ging das Aufkommen auch hier im gesamten Jahr um 8,3 Prozent zurück.

Während des ersten Lockdowns hob in Frankfurt kaum ein Flugzeug ab. Von April bis Juni waren so wöchentliche Rückgänge von bis zu 98 Prozent zu verzeichnen. Im Sommer gab es dann eine leichte Erholung, bevor es im Herbst infolge steigender Infektionszahlen wieder zu neuen Reisebeschränkungen kam. Im Dezember lag die Passagierzahl 81,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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Lufthansa stark von Pandemie betroffen

Aktiendepot.com Icon UmzugDie Lufthansa war von der Pandemie im letzten Jahr massiv betroffen. Ende September hatte die Airline schon fast drei Milliarden Euro aus dem staatlichen Hilfspaket in Anspruch genommen. Die liquiden Mittel lagen damals bei rund zehn Milliarden Euro. Nicht benötigt wurde bisher eine stille Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds im Wert von 4,5 Milliarden Euro.

Dennoch ist der Bund weiter mit 20 Prozent an der Lufthansa beteiligt. Diese wird erst beendet, wenn alle Hilfe zurückgezahlt wurden. Ein positives Signal ist aber wohl, dass die Lufthansa nicht alle Elemente des Hilfspakets in Anspruch nehmen muss. Das Management der Lufthansa hat sich zum Ziel gesetzt, die Staatsbeteiligungen und Kredite, die auch mit steigenden Zinsen einhergehen, so schnell wie möglich zurückzuzahlen, aber kann die Lufthansa die Staatshilfen noch vor der Bundestagswahl zurückzahlen?

Lufthansa neue Anleihe

Bereits 1,6 Milliarden Euro über Anleihen eingenommen

Schon im letzten Jahr nahm die Lufthansa nach dem Einstieg des Bundes über Anleihen 1,6 Milliarden Euro ein. Dazu kamen Flugzeugfinanzierungen in Höhe von 500 Milliarden Euro. Unter diesen waren auch sogenannte Sale and Lase Back-Finanzierungen. Bei diesen werden Vermögensgegenstände, in diesem Fall Flugzeuge, verkauft und zurückgeleast. Darüber hinaus wurden etwa 29.000 Stellen gestrichen und die Flotte der Lufthansa soll in den kommenden Jahren auf 650 Flugzeuge verringert werden. Im dritten Quartal lag der Verlust der Lufthansa bei 1,3 Milliarden Euro. Dies war im Jahr zuvor noch der angegebene Gewinn. Die benötigten staatlichen Hilfen, vor allem über Kredite, stammen aus Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz.

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Kaum Auswirkungen auf Aktienkurs

Aktiendepot.com Icon KündigungDie aktuelle Anleihe wirkte sich nun gering auf den Aktienkurs aus. Im XETRA-Handel stand nach der Bekanntgabe ein Minus von 0,22 Prozent zu Buche. Ende letzter Woche stieg die Aktie aber auf 11,50 Euro, was ein neues Sechs-Monats-Hoch bedeutete. Seit November befindet sich die Aktie zudem in einem längerfristigen Aufwärtstrend und konnte 20,5 Prozent zulegen. Dies hat wohl den Hintergrund, dass auch die Lufthansa-Aktie Ende letzten Jahres von den guten Nachrichten rund um Impfstoffe profitieren konnte.

Trotz aller Schwierigkeiten ist die Lufthansa weiter die größte deutschen Fluggesellschaft und war Gründungsmitglied des DAX. Allerdings stieg die Aktie im letzten Juni in den MDax ab. Weiterhin ist die Deutsche Lufthansa AG aus Köln Eigentümerin der Airline. Die Drehkreuze der Lufthansa befinden sich an den Flughäfen in Frankfurt und München. Die Lufthansa Group ist heute der größte Luftverkehrskonzern in Europa.

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Passagierzahlen stiegen lange

Viele Jahre zeigten sich die Erfolge der Lufthansa auch in den steigenden Passagierzahlen. Beispielsweise erhöhte sich das Fluggastaufkommen zwischen 2010 und 2019 von 58,8 Millionen auf 71,3 Millionen. Dazu kamen in den letzten Jahren Neugründungen und Käufe anderer Airlines, die die Passagierzahlen der Lufthansa Group nochmals erhöhten. 2019 transportierten alle Airlines der Lufthansa 145,2 Millionen Menschen. 2010 waren es lediglich 91,2 Millionen.

Allerdings hat die Corona-Krise die Situation dramatisch verändert. Die Lufthansa selbst geht davon aus, dass die Passagierzahlen erst 2022 oder 2023 wieder auf einem ähnlichen Niveau wie 2019 liegen werden. Ob dies aber wirklich der Fall sein wird, wird sich zeigen, denn viele Veränderungen durch die Corona-Krise lassen sich nicht so einfach zurückdrehen. Denkbar ist beispielsweise, dass die Zahl der Business-Passagiere langfristig sinken wird, da viele Unternehmen in den letzten Monaten die Vorzüge virtueller Meetings entdeckt haben und womöglich dauerhaft auf viele Geschäftsreisen verzichten könnten.

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Die Handelsplattform ist für unterschiedliche Tradertypen konzipiert und auch Anfänger finden sich in der Regel schnell zurecht. Darüber hinaus bietet XTB Werkzeuge wie einen Wirtschaftskalender oder einen Trading-Rechner an. Der Wirtschaftskalender informiert über wichtige Termine und der Trading-Rechner hilft dabei, vorab Gewinne und Verluste zu berechnen. Dies kann mit Blick auf das Risikomanagement wichtige Hinweise geben.

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Fazit: Lufthansa mit frischem Kapital

Aktiendepot.com Icon FazitDie Lufthansa hat zum dritten Mal innerhalb nur weniger Monate eine Anleihe ausgegeben, um sich Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen. Damit sollen nicht nur laufende Verbindlichkeiten refinanziert werden, sondern auch Kredite rasch zurückgezahlt werden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Airline weitere Elemente aus dem Hilfspaket benötigt, da unklar ist, wann sich die Situation in der Branche aufgrund der Pandemie wieder verbessert.

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