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Das Comdirect LiveTrading im Test

Aktie des Monats - RWE

Die Comdirect Bank wurde für ihr LiveTrading in der Kategorie Profihandel bereits mehrfach ausgezeichnet. Dieses Segment richtet sich vor allem an Daytrader, die ohne schnell und auch außerhalb der Börsenöffnungszeiten handeln wollen. Wie gut ist es wirklich und kann die Commerzbank-Tochter es mit auf Heavy-Trader spezialisierte Broker wie benk wirklich aufnehmen?

LiveTrading im Überblick

  • Erweitertes Angebot
  • Rund um die Uhr handeln
  • außerbörsliche Partner
  • Spezielle Ordermaske
  • Niedrige Gebühren
Comdirect LiveTrading

Noch vor rund 25 Jahren war LiveTrading ein Fremdwort. Die Börsenkurse erfuhr man aus der Zeitung, bestenfalls fragte man sie am Abend per Telefon ab. Onlinebanking via Bildschirmtext (Btx) steckte damals noch in den Kinderschuhen.

Was ist LiveTrading?

Als die österreichische Band Opus 1985 ihren Hit „Live is Life" herausbrachten, da dachten sie vermutlich eher an ein Live-Konzert als an LiveTrading, doch streckenweise passt der Text auch auf den Aktienhandel, besonders dann, wenn wie beim LiveTrading Aufträge sofort ausgeführt werden.

Der Aktienhandel ist heute allgemein viel schneller als noch vor 30 Jahren. Wer Aktien kaufen wollte, der ging zur Bank und musste dort einen Kaufauftrag einreichen. Gute Kunden konnten auch telefonisch ihre Order aufgeben und wenn sie Glück hatten, wurde sie vom Bankmitarbeiter sofort in das Computersystem eingegeben und schnell ausgeführt. Doch wirklich schnell konnten nur die Trader in den Großbanken handeln.

Das hat sich heute geändert. Allerdings gibt es noch immer Unterschiede zwischen schnell und sehr schnell. Beim LiveTrading sollte es nur wenige Sekunden dauern, bis die gekaufte Aktie im Depot eingebucht wird. Außerdem ist der Handel an den Börsen nach wie vor an deren Öffnungszeiten gebunden. Wer auch am Wochenende oder am Abend handeln will, der braucht einen Anbieter, der auch den Zugang zu außerbörslichen Handelsplattformen bietet. Zudem sollten auch die Limits nach Börsenschluss weiter überwacht werden.

Die schnelle Ausführung ist vor allem für Daytrader wichtig, die kleine Schwankungen ausnutzen und Aktien nur wenige Minuten oder Stunden halten. Denn sonst können bis zur Ausführung schon längst andere Preise gelten, zu denen sich ein Einstieg gar nicht mehr lohnt.

Beim LiveTrading werden Kundenaufträge innerhalb weniger Sekunden ausgeführt und es kann auch am Wochenende gehandelt werden.
Weiter zu DEGIRO: www.degiro.de

Die Comdirect Bank

1994 war das große Jahr der Direktbankgründungen, obwohl erst im Jahr davon mit Mosaic der erste grafikfähige Webbrowser auf den Markt gekommen war. In Nürnberg gründete ein Hofer Bankierssohne den Online-Broker Consors, in München die Bayerische Hypotheken und Wechselbank (Hypobank) die Direktanlagebank (Degiro) und in Quickborn bei Hamburg die Commerzbank Comdirect. Zwar bot die Postbank mit dem Btx-Postgiro bereits seit Jahren Online-Banking an, doch der Dienst hatte in dem Jahr gerade mal 300.000 Nutzer und war vor allem fürs Überweisen gedacht. Direktbanken führten ein Nischendasein und noch 1998 war die größte Direktbank die Quelle Bank, deren Schwerpunkt auf dem Telefonbanking lag.

ING-DiBa Brokerage Historie

Direktbanken kommunizierten lange vor allem per Brief und Telefon mit ihren Kunden. Foto: ING-DiBa Pressebild

Das Experiment Comdirect wurde ein Erfolg und das Unternehmen ging im Jahr 2000 an die Börse. Heute hält die Commerzbank wieder rund 80 Prozent an dem Unternehmen, das zwar auch Sparprodukte, Girokonten und Kredite anbietet, seinen Schwerpunkt aber nach wie vor auf dem Online-Brokerage hat

Hinter Comdirect stand einst die Commerzbank, die heute wieder mehr als 80 Prozent der Aktien hält. Online-Brokerage ist vom Start an ein wichtiger Baustein des Angebots.

Das Comdirect Live Trading

Für das LiveTrading ist kein spezielles Depot nötig, die Funktion lässt sich im persönlichen Bereich unter „Order" auswählen. Im nächsten Schritt müssen, wie bei jeder Order, ein Wertpapier und die Stückzahl ausgewählt werden. Doch dann unterscheidet sich das LiveTrading vom regulären Kauf oder Verkauf. Zunächst müssen Trader einen Handelsplatz auswählen. Zur Auswahl stehen Lang & Schwarz, die Commerzbank, die Baader Bank und die Tradegate Exchange, wobei letztere mittlerweile den Status einer offiziellen Börse hat, während der Handel bei den anderen Anbietern außerbörslich abgewickelt wird.

Wahlweise können sich Händler direkt für einen Handelsplatz entscheiden oder über die Schaltfläche Preisinfo zunächst die aktuellen Marktdaten aufrufen und direkt aus der Übersicht den günstigsten auswählen. Nach Eingabe der TAN wird die Preisanfrage gestartet und ein verbindlicher Kurs angezeigt. Jetzt bleiben dem Trader fünf Sekunden Zeit, um das Angebot anzunehmen oder nicht. Nach wenigen Sekunden werden die Wertpapiere im Depot ein- oder ausgebucht.

Beim Comdirect LiveTrading erhalten Kunden einen verbindlichen Kurs, den sie annehmen oder ablehnen können.
DEGIRO Webseite

Ein Blick auf die Webseite des Brokers DEGIRO

Die Ordermasken

Weil vor dem Kauf ein verbindlicher Kurs angezeigt wird, sind Limits innerhalb der Handelszeiten nicht nötig. Wer ein Wertpapier für 5,85 Euro je Stück ordert, der erhält es auch für 5,85 Euro – zuzüglich Gebühren, versteht sich. Deshalb enthält die Standard-Ordermaske auch keine Möglichkeit zum Eingeben von Orderzusätzen. Das macht sie angenehm übersichtlich.

Doch leider bietet die Ordermaske auch keine Möglichkeit, ein Stop Loss oder ein Stop Buy zu setzen. Und wer außerhalb der Handelszeiten einen Kauf- oder Verkaufsauftrag einstellt, der sollte im Regelfall ein Limit setzen. Deshalb bietet Comdirect zusätzlich die Funktion „LT mit Limit". Dort lassen sich Limits sowie Stop Loss oder Stop Buy Kurse definieren. Leider fehlt die Möglichkeit zum Festlegen eines Take Profit Kurses. Dafür sind auch komplexere Orderzusätze wie Stop Buy Limit möglich, bei denen automatisch gekauft wird, wenn ein Kurs überschritten wurde, allerdings wird gleichzeitig ein Limit gesetzt.

Als dritte Ordermaske bietet Comdirect eine für One Cancels Other (OCO) Aufträge. Dabei wird eine Verkaufsorder mit Limit gesetzt und gleichzeitig eine Stop-Loss-Order. Wird eine von beiden Barrieren durchbrochen, wird die andere automatisch gestrichen. Das Setzen von Limits ist generell kostenlos, allerdings sind Teilausführungen möglich, für die zusätzliche Gebühren entstehen können.

Auch Orderzusätze sind möglich, allerdings muss dafür eine spezielle Ordermaske gewählt werden.

Handelszeiten und Gebühren

Die Comdirect Bank wirbt mit einem Handel auch nach Börsenschluss, das aber kann auch sie nur eingeschränkt garantieren, ein Handel rund um die Uhr wie bei manchem FX-Broker ist nicht möglich. Die umfangreichsten Handelszeiten bietet Lang & Schwarz, hier lässt sich von 7.30 Uhr bis 23.00 Uhr handeln, außerdem am Samstagvormittag und am Sonntagnachmittag. Die übrigen Handelsplätze beginnen unter der Woche eine halbe Stunde später und schließen eine Stunde früher und sind am Wochenende geschlossen.

Für das LiveTrading fallen grundsätzlich die gleichen Gebühren an wie für den regulären Handel. Die Ordergebühren liegen in einem annehmbaren Bereich, Grundgebühren gibt es für aktive Trader nicht.
Ab 125 Trades im Halbjahr bietet Comdirect allerdings einen Vieltrader-Rabatt von 15 Prozent. Dennoch liegen die Preise höher als bei Paket-Modellen für Daytrader, wie sie beispielsweise benk bietet.

Kernhandelszeit ist von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Bei einzelnen Brokern sind aber auch längere Zeiten möglich, mitunter auch am Wochenende.
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 Fazit

Das Comdirect Live Trading bietet für Daytrader viele Vorteile. Dazu gehört die längere Handelszeit und die Möglichkeit, auch am Wochenende zu kaufen oder verkaufen. Vor allem aber gibt das verbindliche Anzeigen von Kursen Planungssicherheit. Preislich ist der Broker ebenfalls gut aufgestellt, der billigste ist er allerdings nicht.

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