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Kursrückgänge zum Einstieg nutzen oder besser abwarten?

 

Aktie des Monats - RWESeit April 2015 befindet sich der DAX im Rückwärtsgang. Sind das schon Kaufkurse oder zeigt der Rückgang nicht, wie gefährlich Aktien sind und das man von ihnen lieber die Finger lassen sollte? Oder ist der Dritte Weg der beste und Anleger sollten einfach etwas abwarten?

Eines vorweg: Wie es an den Börsen nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen weitergehen wird, weiß niemand. Aber wer langfristig denkt, der hat aktuell gute Chancen. Denn auch wenn die Konjunktur sich eintrüben sollte, erfahrungsgemäß sind Anleger, die nach einer Kurskorrektur eingestiegen sind, damit meist erfolgreich.

Rund 30 Prozent hat der DAX seit seinem Höchststand von rund 12.375 Punkten verloren. Ist das die ideale Gelegenheit zum Einstieg oder sollte man besser noch warten? Niemand kann in die Zukunft sehen, doch ein paar mögliche Ansätze gibt es schon. Sie hängen nicht zuletzt davon ab, welcher Anlegertyp man ist. Wir haben vier verschiedene Musteranleger unterschieden:

  • Langfristiger Investor
  • Spekulant
  • Sicherheitsorientierter Anleger
  • Kurzfristiger Investor
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Die Ausgangslage

Einen grandiosen Anstieg hatte der DAX bis Anfang 2015 hingelegt. Wirtschaftsforscher sorgten sich schon um die Konsequenzen, denn der Anstieg machte vor allem die Reichen reicher – zumindest auf dem Papier. Seitdem hat der Index wieder gut ein Viertel seines Wertes eingebüßt.

Auch im langfristigen Vergleich steht das Börsenbarometer nicht gerade hoch. Rund 60 Prozent hat er in den vergangenen zehn Jahren zugelegt. Das hört sich nach viel an, ist mit einem Plus von rund 4 Prozent pro Jahr aber nur etwas mehr, als allein an Dividende gezahlt wurde. Die fließt nämlich ebenfalls in den DAX mit ein, würden alle DAX-Unternehmen einheitlich eine Dividende in Höhe von 3,0 Prozent des Kurswertes zahlen, stiege auch der DAX um 3,0 Prozent an.

Kursindex und Performanceindex
Die meisten Indizes wie der Dow Jones, aber auch der deutsche FAZ-Index, sind Kursindizes. Sie bilden die Entwicklung der Kurse der in ihnen enthaltenen Aktien nach, jeweils gewichtet nach ihrer Bedeutung. Performance-Indizes wie der DAX berücksichtigen neben dem Kurs dagegen auch Dividenden. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten gibt es auch einen DAX-Kursindex.

Rechnet man die Dividende heraus und betrachtet ausschließlich die Kursentwicklung, dann lag der DAX Mitte Februar gerade mal rund 16 Prozent höher als zehn Jahre zuvor, das entspricht einem Anstieg von 1,3 Prozent im Jahr. Die Kurse, genauer gesagt der DAX-Kursindex, liegen niedriger als Anfang 2000 und Ende 2007 – allerdings stand damals auch eine Korrektur unmittelbar bevor.

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Wie geht's weiter? Ein Blick zurück!

Aus der Vergangenheit lassen sich nur eingeschränkt Schlüsse für die Zukunft ziehen. Allerdings kann der Blick zurück oft helfen, die aktuelle Situation zu bewerten. Nur selten haben jene Recht die verkünden, „dieses Mal ist alles anders".

Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

Der Blick zurück verrät zunächst: „Es kann noch weiter runter gehen“. 2008 lag der DAX am Ende des Einbruchs bei rund 50 Prozent des Anfangswertes, im 2003 sogar nur bei rund einem Drittel des Wertes vom Januar 2000. Nicht umsonst lautet eine alte Börsenweisheit: „Greif‘ nie in ein fallendes Messer“.

DAX Zeitreihe

Die Entwicklung des DAX seit 1987. Der 31.12 wurde bei der Einführung als 1.000 definiert. Seitdem ging es deutlich nach oben, immer wieder aber auch nach unten. Die ersten Jahre sehen vergleichsweise ruhig aus, aber der Schwarze Montag vom 19. Oktober 1987 war da auch gerade vorbei. Damals fiel der Dow Jones an einem einzigen Tag um 22,6 Prozent. Hinzu kommt, dass das niedrigere Kursniveau die Schwankungen kleiner aussehen lässt. Ende 1990 sank der DAX vom 31. Juli bis zum 31. Dezember um rund 520 Punkte. Das sieht nach wenig aus, entspricht aber einem Rückgang um rund 27,1 Prozent. Quelle: Bundesbank

Allerdings ist auch warten nur bedingt eine Option. Im Nachhinein mag es leicht erscheinen den richtigen Zeitpunkt zu finden, beispielsweise den März 2003, von dem aus sich der DAX in den folgenden zwölf Jahren fast verfünffacht hat. In der Praxis ist das aber nicht so einfach. Mehrere Tage lang steigende Kurse sind noch keine Garantie für das Ende eines Kursrückgangs. Auch im September 2015 gab es scheinbar eine Trendwende, als der DAX von unter 9.500 Punkten auf fast 11.300 Punkte Ende November anstieg, ehe er wieder fiel.

Allerdings zeigt der Blick zurück auch, wer in solchen Korrekturphasen eingestiegen ist, hat oft gute Geschäfte gemacht. Wer zum Beispiel Anfang 2002 nach einem Verlust des DAX von über 30 Prozent bei 5.000 Punkten einstieg, hat zwar zunächst viel Geld verloren (zumindest auf dem Papier), bis heute aber einen deutlichen Gewinn gemacht. Ob sich der Einstieg lohnt hängt deshalb auch stark vom Anlegertyp ab.

Vier Anlegertypen

Der langfristige Investor

Für langfristige Investoren bieten sich jetzt gute Chancen, eine Garantie auf Gewinne gibt es natürlich trotzdem nicht. Wer sich über den richtigen Zeitpunkt unsicher ist, der kann auch in mehreren Tranchen investieren. Das kostet unterm Strich zwar mehr Gebühren, senkt aber das Risiko. Zumal eine Order beim Depot Testsieger DEGIRO bereits ab 2,00 Euro zzgl. einer geringen Provision ausgeführt werden kann.

Bild historische Börsenkurse 1992

Wer im Februar 1992 in einen DAX-ETF investiert hätte, der hat seitdem einen attraktiven Gewinn gemacht. Allerdings waren Indexfonds damals noch unbekannt.

Wer in Aktien investiert, der darf ohnehin nicht alles auf eine Karte setzen. Für Einsteiger bieten sich deshalb zunächst Indexfonds an, die einfach nur einen Index wie den DAX abbilden. Dabei lässt sich die Investition auch auf mehrere Regionen und Strategien aufteilen, also Aktien aus Deutschland, den USA, Ostasien und den Entwicklungsländern sowie etablierte Unternehmen und wachstumsstarke junge Firmen.

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Der Spekulant

Die langfristige Geldanlage in Indexfonds ist vor allem für Einsteiger vernünftig, aber nicht gerade spannend. Wer lieber aktiv handeln und Positionen nur kurzzeitig handeln will, für den sind die Bedingungen aktuell gut. Denn die Volatilität ist hoch. Das bedeutet hohe Chancen – aber auch hohe Risiken.

Volatilität
„Volatilität“: Bezeichnet die Stärke der Schwankungen an der Börse. Eine hohe Volatilität bedeutet also große Kursveränderungen, egal in welche Richtung. Üblicherweise wird sie mit Hilfe der Standardabweichung gemessen, einem statistischen Maß, das auf den quadrierten Abweichungen vom Mittelwert basiert.

Mit verschiedenen Wertpapieren wie Optionsscheinen lässt sich auch auf fallende Kurse setzen. Das ist auch mit Differenzkontrakten möglich, die entweder von spezialisierten Anbietern oder auch einigen Aktienbrokern wie DEGIROFlatex, S-Broker oder Comdirct angeboten werden. Allerdings können dabei die Verluste den Einsatz übersteigen, so dass Kapital nachgezahlt werden muss. Einsteiger sollten deshalb zunächst mit einem niedrigen Hebel handeln und nur wenig Geld investieren – oder zunächst ihr Talent mit einem Demokonto ausprobieren.

Kurzfristige Anleger und risikoscheue Investoren

Wer sein Geld nur kurzfristig anlegen will, für den sind Aktien generell nur sehr bedingt geeignet. Denn Kursrückgänge sind immer möglich. Wer das Risiko trotzdem eingehen will, der sollte zumindest Stoppkurse setzen, damit die Positionen bei einem Kursrückgang automatisch aufgelöst und die Verluste begrenzt werden. Aktuell ist diese Strategie aber besonders riskant, denn weitere Kursrückschläge sind leicht möglich.

Die Aktie war im Vergleich mit dem Sparschwein in den letzten Jahrzehnten auch mittelfristig fast immer die bessere Wahl. Foto: Flickr @ GillyBerlin

Die Aktie war im Vergleich mit dem Sparschwein in den letzten Jahrzehnten auch mittelfristig fast immer die bessere Wahl. Aber wen die Schwankungen an den Märkten um den Schlaf bringen, der sollte lieber die Finger davon lassen. Foto: Flickr @ GillyBerlin

Auch für risikoscheue Investoren ist die Börse nicht geeignet. Zwar ist es auch unter Risikogesichtspunkten sinnvoll, etwas Geld in Aktien zu investieren. Denn sollte es wider Erwarten doch noch zu einer größeren Inflation kommen, werden die Sparguthaben entwertet, Aktien dagegen steigen meistens mit den Preisen mit.

Doch wer aus Sorge um fallende Kurse nicht mehr schlafen kann, für den ist der Preis zu hoch, zumal andere Anlagegüter wie Immobilien oder Edelmetalle ebenfalls Schutz vor Inflation versprechen, wenngleich auch nicht ohne Risiko.

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Fazit

Aktien sind aktuell günstig, doch eine Garantie auf Kursgewinne gibt es trotzdem nicht. Vor allem für sicherheitsorientierte Anleger oder Sparer, die das Geld bald benötigen, sind Aktien nicht geeignet. Das gilt angesichts der hohen Volatilität vor allem jetzt. Dann sind trotz der niedrigen Zinsen Alternativen wie Festgeld die bessere Wahl. Doch wer langfristig investieren will, der findet aktuell gute Bedingungen für einen Einstieg. Um das Risiko zu minimieren, kann das Geld über mehrere Monate verteilt investiert werden. Wer sich dagegen von den Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen lässt, findet in unserem Broker-Vergleich gute und günstige Anbieter.

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