Kaufangebot von Wizz Air an Easyjet?

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 14.09.2021


Der Billigflieger Easyjet will über eine Kapitalerhöhung frisches Geld einnehmen, um so die Folgen der Krise in den Griff zu bekommen. Dabei hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, dies aus eigener Kraft zu schaffen und lehnte daher ein Kaufangebot, wahrscheinlich von Wizz Air, ab. Aktien aus dem Bereich Touristik sind, laut unseren XTB Depot Erfahrungen, auch Teil des Angebots von XTB.

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Einnahmen in Milliardenhöhe erhofft

Über die Ausgabe neuer Aktien sollen Milliarden in die Kassen von Easyjet gespült werden. Die Airline erhofft sich Einnahmen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Pfund. Dies wäre rund ein Drittel des aktuellen Börsenwerts von etwa 4,2 Milliarden Euro. Zudem hat sich Easyjet eine neue Kreditlinie von mehr als 400 Millionen Dollar reserviert. Der Billigflieger leidet noch immer unter den Folgen der Pandemie, als der weltweite Flugverkehr quasi eingestellt war. Viele Airlines, auch die Lufthansa, hatten in den letzten eineinhalb Jahren Probleme.

Easyjet teilte außerdem mit, dass man das Kaufangebot eines Mitbewerbers nicht angenommen hat. Das Angebot wurde demnach durch den Vorstand gründlich geprüft und dann einstimmig abgelehnt. Dies wurde damit begründet, dass der angebotene Kaufpreis nicht dem Unternehmenswert entsprochen habe. Der Bieter sei mittlerweile nicht mehr an einer Übernahme interessiert.

Kaufangebot von Wizz Air an Easyjet

Bilderquelle: Matej Kastelic/ shutterstock.com

Wiss Air wohl der Bieter

Schon früher gab es Gerüchte, dass IAG, der Mutterkonzern von British Airways, an Easyjet interessiert gewesen sein soll. Die Lufthansa kann derzeit keine andere Airline übernehmen. Dies ist erst dann wieder möglich, wenn die staatlichen Hilfen zurückgezahlt wurden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Insider beruft, war der ungarische Konkurrent Wizz Air der Bieter. Dies wurde aber weder von Wizz Air noch von Easyjet bestätigt.

Wizz Air ist wie auch Easyjet in London an der Börse notiert und kam vergleichsweise gut durch die Krise. Dies hat den Hintergrund, dass viele Menschen aus Osteuropa günstig in ihre Heimatländer fliegen wollen. Vor der Krise besaß Wizz Air nach eigenen Angaben 120 Flugzeuge und beförderte 200 Millionen Menschen im Jahr. Easyjet besitzt zwar 300 Flugzeuge, aber die Passagierzahl ist nur halb so hoch wie bei Wizz Air.

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Easyjet noch immer von der Krise betroffen

Easyjet erholt sich nur langsam von den Einbrüchen der Krise, die vor allem aufgrund von Reisebeschränkungen entstanden und in Großbritannien noch immer sehr streng sind. Von Juli bis September konnte die Airline daher nur 57 Prozent der Kapazität vor der Krise anbieten. Ryanair konnte dagegen bereits 75 Prozent der normalen Passagierzahl transportieren und Wizz Air sogar über 85 Prozent.

Die Anleger an der Börse nahmen die Nachricht der geplanten Kapitalerhöhung nicht gut auf. Die Aktie fiel teilweise um über zehn Prozent. Durch eine Kapitalerhöhung sinkt der Wert der eigenen Unternehmensanteile ebenso wie der Anteil am Gewinn und die Zahl der Stimmrechte muss auf mehr Anleger aufgeteilt werden.

Johan Lundgren, der Chef von Easyjet, zeigte sich noch vor einigen Monaten erleichtert. Zwar lag die Auslastung auch zwischen April und Juni nur bei 17 Prozent des Vorkrisenniveaus, doch damals war Lundgren zuversichtlich, dass der Trend nach oben geht. Die Airline hatte gehofft, die Kapazität wieder auf bis zu 60 Prozent des Vorkrisenniveaus anzuheben.

Kapitalerhöhung bei Easyjet

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Verluste weiter hoch

Zudem konnte die Airline auch für das dritte Geschäftsquartal von April bis Juni wieder etwas bessere Zahlen vorlegen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,2 Millionen Pfund auf 213 Millionen Pfund. Die Passagierzahlen stiegen von 524.000 im April auf 870.000 im Mai und auf 1,6 Millionen im Juni.

Schon im Juli zeigte sich bei Easyjet die Entwicklung, dass viele Fluggäste eher kurzfristiger ihre Reisen buchen. Allerdings kam die Airline im dritten Quartal seines Geschäftsjahres nicht aus den roten Zahlen heraus. Der Verlust vor Steuern und Sondereffekten lag bei 318 Millionen Pfund. Allerdings war der Verlust ein Jahr zuvor mit 347 Millionen Pfund noch etwas höher. Schon vor einigen Monaten kündigte Easyjet Umstrukturierungen Einsparungen von 500 Millionen Pfund im laufenden Geschäftsjahr an, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

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Flughäfen längst nicht ausgelastet

Im Sommer waren zwar wieder viele Menschen auf Reisen, doch die Flughäfen sind bei Weitem nicht ausgelastet. Die Aussichten für den Winter sind wenig optimistisch. Im Juli waren rund 9,9 Millionen Menschen an den Flughäfen in Deutschland unterwegs, um hier ihre Reise zu beginnen. Dies zeigen Daten des Airport-Verbands ADV. Dies waren zwar doppelt so viele Reisende wie im Juli 2020, aber 40 Prozent weniger als im Juli 2019. Damals waren fast 25 Millionen Menschen an den Flughäfen in Deutschland unterwegs, um von dort eine Reise zu starten oder aus dem Urlaub zurückzukommen.

Der Luftverkehr kommt also langsam wieder in Schwung, was vor allem an der Touristik liegt. Flüge zu Ferienorten am Mittelmeer waren besonders gefragt. Die Passagierzahl lag hier bei 7,8 Millionen, was immerhin fast der Hälfte der Zahlen aus dem Juli 2019 entspricht. Zudem lag das Plus gegenüber dem Juli 2020 bei 99,8 Prozent. Die Passagierzahlen bei Inlandsflügen und langen Interkontinentalverbindungen sind aber noch immer sehr niedrig und liegen nur bei eine Viertel des Vorkrisenniveaus.

Kapitalerhöhung bei Easyjet

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Unsicherheit weiter groß

In den ersten sieben Monaten war das Verkehrsaufkommen wohl noch immer von den internationalen Reisebeschränkungen geprägt und die Unsicherheit ist mit Blick auf die Corona-Pandemie weiter groß. Die Lufthansa gibt an, dass das Passagieraufkommen derzeit bei 50 Prozent des Vorkrisenjahrs liegt und Lufthansa-Chef Carsten Spohr zieht eine positive Bilanz für den Sommer.

Die Lufthansa konnte ihr Angebot in den letzten Monaten wieder deutlich ausweiten und will im September wieder 90 Prozent der Reiseziele anfliegen. Allerdings geht auch die wichtigste deutsche Airline davon aus, dass eine vierte Welle kommen wird, die das Geschäft wieder belasten könnte. Daher bereitet sich die Lufthansa auf einen schwierigen Winter vor und geht davon aus, dass die Erholung in der Luftfahrtbranche länger dauern wird als in anderen Branchen.

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Billigairlines könnten Krise gut überstehen

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Billigflieger nach der Pandemie besser aufgestellt sein könnten als große Airlines. Das Geschäft mit Urlaubsreisen und privaten Flügen könnte sich schneller erholen als Geschäftsreisen. Außerdem müssen viele Airlines derzeit für den Neustart viel Geld aufwenden, beispielsweise für Schulungen für Piloten und technische Aspekte bei Flugzeugen. Billiganbieter sind es eher gewohnt zu sparen und effektiv Geld einzusetzen.

Zudem haben viele Billigairlines ein Gespür für attraktive Strecken. Die Flüge starten oft auf Regionalflughäfen, die durch Subventionen unterstützt werden. Auch so können die Preise für ein Flugticket reduziert werden. Airlines wie Ryanair haben zwar hohe Schulden, können aber auch auf ausreichend liquide Mittel zugreifen, um die Kosten, die auf sie zu kommen, zu stemmen.

Ryanair will zudem wieder neue Piloten einstellen. In den nächsten drei Jahren sollen 2.000 Nachwuchspiloten zur Airline kommen. Außerdem wurden über 200 Flugzeuge des Typs Boeing 737 gekauft. Das Ziel ist es, ab 2024 jedes Jahr 200 Millionen Passagiere zu transportieren. Auch wenn der Winter schwierig werden könnte, könnten einige Airlines in den Herbstferien noch einmal profitieren.

Easyjet will Situation aus eigener Kraft meistern

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Erleichterungen für Urlaubsreisen

Zuletzt strich das Robert-Koch-Institut Griechenland von der Liste der Risikogebiete. Spanien hatte diesen Status schon vor einiger Zeit verloren. Spanien und Griechenland gehören zu den beliebten Urlaubszielen der Deutschen. Die griechische Insel Kreta und die französische Insel Korsika wurden ebenfalls von der Liste gestrichen. An die südliche Ägäis können Touristen nun ebenfalls wieder ohne Reisebeschränkungen fliegen und ihren Urlaub zum Beispiel auf Kos oder Rhodos verbringen.

Menschen, die aus diesen Regionen nach Deutschland zurückkommen, müssen nun nicht mehr für zehn Tage in Quarantäne. Zuvor galt die Quarantäne-Regel für Personen, die nicht geimpft oder genesen sind. Bisher konnten sie sich nach fünf Tagen aus der Quarantäne frei testen. Griechenland ist beispielsweise für den Reiseanbieter TUI neben Spanien das wichtigste Reiseland und machte vor der Krise zwölf Prozent des Umsatzes aus.

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Touristik-Aktien bei XTB

XTB bietet seinen Tradern Aktien aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Branchen an. Passende Aktien finden Trader über einen Aktien-Scanner. Neben Marktinformationen bietet der Broker auch Analysetools und kostenlose Echtzeitkurse der angebotenen Börsen, darunter auch die Börsen in Frankfurt und London, an. Fragen beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeit in der Niederlassung in Frankfurt. Trader können sich zudem über ein XTB Demokonto einen Überblick über das Angebot des Brokers verschaffen.

Kapitalerhöhung bei Easyjet

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Fazit: Easyjet will Krise aus eigener Kraft meistern

Easyjet will die Folgen der Krise aus eigener Kraft überwinden und strebt dazu eine Kapitalerhöhung an. Ein Kaufangebot eines Mitbewerbers, wahrscheinlich Wizz Air, wurde abgelehnt. Andere Airlines erholten sich in den letzten Monaten teilweise besser von der Krise als Easyjet.

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